Geht es dem Journalismus noch zu gut?

Eine kleine Medientagung auf dem Hammerhof in Mittelfranken suchte Antworten auf die großen Fragen zur Zukunft des Lokaljournalismus. Der ungewöhnliche Tagungsort lud dazu ein, die ausgetretenen Pfade der Debatte zu verlassen und neue Ideen zu diskutieren.

Kurze Pause auf dem Hammerhof

Die Diskussion über die Zukunft des Journalismus kann ziemlich deprimierend sein. Vor allem im Lokalen. Dort teilt sich der Markt der Zeitungsleser in die Älteren, die ihr Abo „mit ins Grab nehmen“, wie es Frank Lobigs, Journalistik-Professor an der TU Dortmund, nennt, und so den Verlagen noch ein paar Jahre Luft verschaffen, ehe ihr traditionelles Geschäftsmodell implodiert, und in die Jüngeren, deren grundlegend anderer Medienkonsum genau dafür verantwortlich ist.

Experten sind ratlos, wie es gelingen soll, die vielfältigen Probleme, die der digitale Wandel mit sich bringt, zu lösen. Es geht dabei ja nicht nur darum, den fast vollständigen Verlust des Werbegeschäfts im Internet an Facebook und Google irgendwie zu kompensieren. Es geht auch darum, Inhalte überhaupt an den Nutzer zu bringen, damit der Journalismus seine gesellschaftliche Funktion erfüllen kann.

Man kann der Branche nicht vorwerfen, dass sie über all dies nicht nachdenkt. Kein Medienkongress, auf dem Schlagworte wie Innovation, Disruption oder Start-up fehlen. Aber vielleicht geht es den Medienhäusern ein wenig wie den deutschen Autobauern. Klar forscht man im Autoland Nr. 1 an den Antrieben der Zukunft. Aber so richtig eilig scheint man es nicht zu haben, solange der Absatz von Autos mit Verbrennungsmotor das Überleben erst einmal noch sichert. Weiterlesen

Wegweiser Nonprofitjournalismus: Neues Informationsportal für gemeinnützigen Journalismus

Netzwerk Recherche stellt mit dem Wegweiser Nonprofitjournalismus ein neues Informationsportal für gemeinnützigen Journalismus vor.

Die Website nonprofitjournalismus.de beantwortet Fragen rund um die Themen Gemeinnützigkeit, Gründen sowie Vernetzung und stellt eine Vielzahl nützlicher Ressourcen – z.B. Best-Practice-Beispiele, kommentierte Linklisten oder Trainingsangebote – zur Verfügung.

Begleitet wird der Relaunch der Internetseite von einer kompakten Broschüre (auch zum Download), in der die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst sind.

Wer mehr wissen möchte: Netzwerk Recherche und die Schöpflin Stiftung laden am 21. September in Berlin zu einer Konferenz über gemeinnützigen Journalismus, neue Finanzierungsideen und das Verhältnis von Journalismus und Stiftungen.

Ermöglicht wurde die Erstellung des Wegweisers durch die folgenden Partner und Förderer: Die Schöpflin Stiftung, die Stiftung Mercator, die GLS Treuhand, die Medienstiftung Hamburg-Schleswig-Holstein, die JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung und die LfM-Stiftung für Lokaljournalismus Vor Ort NRW.

nr-Werkstatt Drehbuch der Recherche: Anleitung für investigative Recherche

Mit einer Anleitung für investigative Recherche setzt Netzwerk Recherche die nr-Werkstattreihe fort. Unter dem Titel „Drehbuch der Recherche“ erscheint zur nr-Jahreskonferenz 2018 eine aktualisierte Übersetzung des Handbuchs „The Hidden Scenario“ (dem Nachf0lger des Klassikers “Story-Based Inquiry” von Mark Lee Hunter und Luuk Sengers. Darin erklären die Autoren, wie man eine investigative Recherche plant, ausführt und abliefert – von der Idee bis zur Story. Daniel Drepper, Chefredakteur von BuzzFeed Deutschland und Mitglied im Vorstand von Netzwerk Recherche, schreibt in seinem Vorwort: „Auch wenn ich in meiner täglichen Arbeit längst nicht alle Vorschläge der Autoren umsetze, so hat mir das Buch doch sehr dabei geholfen, mir meiner Recherchetechniken bewusst zu werden und mich zu fokussieren. Recherche ist Handwerk. Sie lässt sich erlernen, sie lässt sich strukturieren, sie lässt sich in vielen Fällen auch aus dem Nichts konstruieren – wenn ich klug vorgehe und etwas Zeit investiere. Das ‚Drehbuch der Recherche‘ gibt eine Anleitung, die vor allem jungen Reporterinnen und Reportern ohne Zugang zu gut vernetzten Quellen helfen kann.“

Die nr-Werkstatt 25 “Drehbuch der Recherche” kann als pdf heruntergeladen und als Broschüre bestellt werden.

Grow-Workshop: Stipendiaten berichten über ihre Fortschritte

Gemeinnützigkeit erlangt, öffentliche Diskussion in Gang gebracht, hochklassigen Kolumnisten verpflichtet – die von netzwerk recherche und der Schöpflin Stiftung unterstützten Gründer im gemeinnützigen Journalismus haben in den vergangenen Monaten schon viel erreicht. Bei einem Workshop in Berlin in den Räumen der Friedrich-Ebert-Stiftung und in Kooperation mit der FES-JournalistenAkademie berichteten sie jüngst über Fortschritte und Hürden bei der Realisierung ihrer Projekte.

Das gesundheitsjournalistische Portal MedWatch wurde vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und hat nun erste Beiträge auf der Website veröffentlicht. Das hyperlokale Medienprojekt Ihme-Zentrum prägt den Diskurs über die Stadtentwicklung in Hannover maßgeblich mit und erregte mit seinen Recherchen überregional Aufmerksamkeit. Und der Fußball-Plattform 120minuten ist es gelungen, den namhaften Sportjournalisten Ronny Blaschke für eine Kolumne zum Thema Fußball und Menschrechte zu gewinnen. Weiterlesen

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