netzwerk recherche e.V. Jahreskonferenz 2014Auf den erst Blick war die Zahl ein echter Aufreger: 40 Prozent der Akademikerinnen bleiben kinderlos. Das jedenfalls war das Ergebnis einer Analyse von Mikrozensus-Daten im Jahr 2005. Dass diese Zahl falsch ist, weiß man heute. Der freie Datenjournalist Björn Schwentker hat daran nicht unerheblichen Anteil. Durch eine Aufbereitung der entsprechenden Daten wies er auf eine völlig unzeitgemäße Gesetzeslage in Deutschland hin. Denn eine korrekte Erfassung der Kinder durch das Statistische Bundesamt gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Grund dafür waren zwei Gesetze, die das verhinderten. So wurden in der Datenerhebung einzig die Kinder berücksichtigt, die aus einer bestehenden Ehe hervorgingen. Damit blieben alle Kinder unberücksichtigt, deren Eltern nicht verheiratet waren. Außerdem begann die Kinderzählung bei einer Frau in zweiter Ehe immer bei Null – ganz egal, ob sie in ihrer ersten Ehe schon Kinder hatte. Tatsächlich konnten auf Basis der wirklichen Kinderlage in Deutschland die zwei Statistikgesetze den zeitgemäßen Verhältnissen angepasst werden. Björn Schwentker hat gezeigt, dass man auch als freier Datenjournalist etwas erreichen kann und nicht abhängig sein muss von einem festen Arbeitgeber.
Wie das geht, berichtet er am Freitag, 4.7., ab 15:30 Uhr in der Session „Freier Datenjournalismus: (Wie) ist das möglich?“. Zudem moderiert er die Veranstaltung „Datenfischen im Netz – Der Scraping-Werkzeugkoffer“ am Freitag, 4.7., von 11:45 bis 12:45 Uhr.