{"id":1657,"date":"2020-02-17T13:43:11","date_gmt":"2020-02-17T12:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/map\/?p=1657"},"modified":"2020-02-17T13:56:08","modified_gmt":"2020-02-17T12:56:08","slug":"geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/map\/2020\/02\/17\/geld\/","title":{"rendered":"Geld, Geld, Geld: 10 Tipps f\u00fcr Gr\u00fcnder"},"content":{"rendered":"<h4>Ergebnisse des Workshops \u201eMaking Nonprofit Newsrooms Sustainable\u201c auf der Global Investigative Journalism Conference 2019 in Hamburg<\/h4>\n<p><em>von Anna Driftschr\u00f6er<\/em><\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich gemeinn\u00fctziger investigativer Journalismus nachhaltig finanzieren? Der Workshop \u201e<strong>Making Nonprofit Newsrooms Sustainable<\/strong>\u201c auf der Global Investigative Journalism Conference (GIJC) in Hamburg konzentrierte sich auf drei Bereiche, die in der Gr\u00fcndungs- und Wachstumsphase wichtig sind: Geld (durch Fundraising), Geld (durch Mitgliedsbeitr\u00e4ge) und Geld (durch andere Erl\u00f6squellen). Der ganzt\u00e4gige Pre-Conference-Workshop wurde von Netzwerk Recherche und dem Global Investigative Journalism Network gemeinsam angeboten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Kenne Deine St\u00e4rken und Schw\u00e4chen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wer Stiftungen oder andere Geldgeber um (viel) Geld bittet, sollte gute Argumente haben. Deshalb ist es laut Christine Liehr von der Thomson Foundation wichtig, sich zun\u00e4chst \u00fcber den Status Quo des eigenen Projekts klar zu werden. Denn wer nicht wei\u00df, was er will und wo er steht, der wird auch keinen Geldgeber \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Dabei helfen kann eine sogenannte SWOT-Analyse, in der St\u00e4rken, Schw\u00e4chen, Chancen und Risiken identifiziert werden.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Finde den richtigen F\u00f6rderer<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Dem Blick nach innen sollte dann der Blick nach au\u00dfen folgen. Christine Liehr empfiehlt den Gr\u00fcndern, sich die potenziellen Geldgeber vorher genau anzusehen. Dies helfe dabei, Gemeinsamkeiten zwischen F\u00f6rderern und dem eigenen Projekt zu erkennen. Daraus lassen sich dann Ankn\u00fcpfungspunkte ableiten, mit denen das Interesse des F\u00f6rderers geweckt wird.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Denke an den Impact Deines Projekts<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr den Geldgeber sollte klarwerden, welchen Nutzen <em>er<\/em> von einer F\u00f6rderung h\u00e4tte. Erfolg misst sich f\u00fcr Stifter oft im \u201eImpact\u201c und deshalb sollte diese erhoffte Wirkung des eigenen Projektes immer beschrieben und kommuniziert werden.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Mache Dich mit zentralen Begriffen vertraut<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00dcberhaupt sollte man sich mit der Sprache der F\u00f6rderer vertraut machen. H\u00e4ufig benutzte Begriffe sind zum Beispiel \u201eOutput\u201c, \u201eOutcome\u201c, \u201eImpact\u201c oder \u201eUnique Selling Proposition\u201c.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Pflege Dein Netzwerk<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<div id=\"attachment_1662\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1662\" class=\"size-medium wp-image-1662\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/map\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/02\/190925-GIJC-1543-day-1-0054-nina-weymann-schulz-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/map\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/02\/190925-GIJC-1543-day-1-0054-nina-weymann-schulz-300x200.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/map\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/02\/190925-GIJC-1543-day-1-0054-nina-weymann-schulz-272x182.jpg 272w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/map\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2020\/02\/190925-GIJC-1543-day-1-0054-nina-weymann-schulz.jpg 354w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1662\" class=\"wp-caption-text\">Bridget Gallagher r\u00e4t, viel Zeit f\u00fcr die Kontaktpflege aufzuwenden. Foto: Nina Weymann-Schulz<\/p><\/div>\n<p>Gr\u00fcnder sollten sich viel Zeit f\u00fcr das Kn\u00fcpfen neuer und die Pflege bestehender Kontakte nehmen. Denn einmal etablierte Beziehungen und Netzwerke wirkten sich h\u00e4ufig positiv auf die Vergabe von Geldern aus, sagt Bridget Gallagher, die als Beraterin regelm\u00e4\u00dfig mit gemeinn\u00fctzigen Medienorganisationen zusammenarbeitet. Sie betont: \u201eMenschen geben am liebsten an Menschen, die sie kennen.\u201d<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong>Abonnement oder Membership? Kenne die Unterschiede<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Kann ein Gesch\u00e4ftsmodell nachhaltig funktionieren, das auf Beitragszahlungen von Mitgliedern basiert? Eine Antwort auf diese Frage sucht das Membership Puzzle Project, ein Forschungsprojekt der niederl\u00e4ndischen Online-Plattform <em>De Correspondent<\/em> und der New York University, das die Erfahrungen mit Membership-Angeboten von Medienorganisationen weltweit auswertet. Die ehemalige Forschungsleiterin des Projektes, Emily Goligoski, die mittlerweile Publikumsforschung f\u00fcr das US-amerikanische Magazin <em>The Atlantic<\/em> betreibt, berichtete auf der GIJC \u00fcber Erkenntnisse aus dem Projekt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erkl\u00e4rte Goligoski aber den Unterschied zwischen Abonnenten und Mitgliedern: Abonnenten bezahlen demnach Geld, um Zugang zu einem Produkt oder einer Dienstleistung zu bekommen \u2013 wie etwa beim klassischen Zeitungs-Abo. Mitglieder hingegen zahlen nicht nur, um ein Projekt zu unterst\u00fctzen, an das sie glauben, sondern stellen auch ihre Zeit, Netzwerke, Expertise und ihre Erfahrungen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong>\u00d6ffne Dich f\u00fcr Deine Mitglieder<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Mitgliedermodell eignet sich daher insbesondere f\u00fcr Organisationen, die bereit sind, sich ihren Mitgliedern gegen\u00fcber zu \u00f6ffnen. Sowohl was Transparenz \u00fcber die eigenen Finanzen (also das Geld der Mitglieder) angeht als auch die Bereitschaft, die Expertise der Mitglieder f\u00fcr die Organisationsentwicklung oder aber die Berichterstattung zu nutzen. Wer Mitglieder gewinnen m\u00f6chte, dem r\u00e4t Goligosky, das Publikum schon lange vor der Ver\u00f6ffentlichung der Inhalte einzubinden und nicht nur hinterher das Feedback einholen.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong>Binde Deine Mitglieder in die Recherche ein<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein weitaus h\u00f6heres Niveau an Partizipation und Interaktionen mit Nutzern lasse sich erzielen, indem man die Mitglieder bereits bei der Themenauswahl oder der Recherche teilhaben lasse. Eine Abstimmung \u00fcber die favorisierten Themen bindet das Publikum ein, ebenso eine Crowd-Recherche, wie es beispielsweise <em>Correctiv<\/em> derzeit mit der \u201eWem geh\u00f6rt die Stadt\u201c-Recherche zum Wohnungsmarkt in verschiedenen St\u00e4dten macht.<\/p>\n<p><em>De Correspondent<\/em> habe aus seinen Erfahrungen mit dem Membership-Model gelernt, dass es sich empfiehlt, den Nutzern deutlich zu machen, welchen Input man sich von ihnen konkret w\u00fcnscht, erkl\u00e4rt Goligosky. Sie wies darauf hin, dass sich nicht jedes Mitglied gleicherma\u00dfen engagiere.<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong>Crowdfunding? \u201eMake your audience laugh!\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Unabh\u00e4ngige Journalisten haben im Ungarn Viktor Orb\u00e1ns nicht viel zu lachen. Tam\u00e1s Bodoky, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der gemeinn\u00fctzigen investigativen Nachrichtenseite <em>Atlatszo<\/em>, setzt beim Thema Crowdfunding dennoch auf Humor: \u201eMake your audience laugh!\u201c, r\u00e4t er Medienorganisationen, die wie<em> Atlatszo <\/em>einen Gro\u00dfteil ihrer Einnahmen (70 Prozent) durch Crowdfunding generieren. Wer beispielsweise Memes verwende und seine Leser auch mal zum Lachen bringe, bekomme eher Geld von seinen Nutzern, so die Erfahrung von Bodoky.<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li><strong>Pr\u00fcfe, ob Deine Kernkompetenzen am Markt gefragt sind<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Investigativ arbeitende Journalismus-Organisationen haben aus betriebswirtschaftlicher Sicht oft zwei Probleme: eher niedrige Reichweiten und unregelm\u00e4\u00dfige Ver\u00f6ffentlichungen. Gegen\u00fcber Werbekunden sind das keine besonders guten Verkaufsargumente.<\/p>\n<p>Ross Settles, Berater f\u00fcr Medienentwicklung und Journalismus-Professor an der Universit\u00e4t Hongkong, riet deshalb zu pr\u00fcfen, ob die eigenen Kernkompetenzen am Markt gefragt sind. Im investigativen Journalismus k\u00f6nnten das beispielsweise Fact-Checking-Dienstleistungen, Recherche-Trainings oder Social-Media-Analysen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ergebnisse des Workshops \u201eMaking Nonprofit Newsrooms Sustainable\u201c auf der Global Investigative Journalism Conference 2019 in Hamburg von Anna Driftschr\u00f6er Wie l\u00e4sst sich gemeinn\u00fctziger investigativer Journalismus nachhaltig finanzieren? 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