{"id":18288,"date":"2019-07-25T17:46:49","date_gmt":"2019-07-25T15:46:49","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=18288"},"modified":"2019-11-25T17:53:40","modified_gmt":"2019-11-25T16:53:40","slug":"nr19-der-deutsche-journalismus-seismograf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/nr19-der-deutsche-journalismus-seismograf\/","title":{"rendered":"nr19: Der deutsche Journalismus- Seismograf"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein R\u00fcckblick von Jonathan Gruber, freier Journalist<\/em><\/p>\n<p><strong>Ein Seismograf, der anzeigt, was deutschsprachige Journalistinnen und Journalisten gerade besch\u00e4ftigt \u2013 so bezeichnete Gastgeber und NDR-Intendant Lutz Marmor die nr-Jahreskonferenz.<\/strong><\/p>\n<p>2019 schlug dieser Seismograf vor allem bei den Themen Haltung, Relotius und Rezo besonders stark aus. Gleich zur Begr\u00fc\u00dfung sprach Jan Philipp Reemtsma \u00fcber den Unterschied zwischen Literatur\/Fantasie und Journalismus. Ein Unterschied, der beispielsweise im Fall der Reportagen von Claas Relotius nicht nur undeutlich wurde, sondern schlie\u00dflich ganz verschwand. Wie k\u00f6nnen wir also den Versuchungen durch unsere Fantasie widerstehen, Herr Reemtsma? Indem man sich den verschiedenen Anspr\u00fcchen bewusstwerde, antwortete dieser. \u201eDie Literatur kann machen was sie will. Die Reportage aber nicht.\u201c Es hinge alles von den Erwartungen des Publikums an einen Text ab. Von einem journalistischen Text erwarteten Menschen wahrhaftige Informationen. Die gleichen Anspr\u00fcche w\u00fcrde aber niemand an einem Roman stellen. Wer diese Erwartungen wie Relotius missbrauche, w\u00fcrde durch soziale \u00c4chtung \u2013 falls der Missbrauch publik wird \u2013 bestraft.<\/p>\n<p>Dass die \u00d6ffentlichkeit vom Vertrauensmissbrauch durch Relotius erfuhr, daf\u00fcr ist Juan Moreno verantwortlich. Der freie Journalist stolperte \u00fcber Ungereimtheiten in den Reportagen von Relotius und recherchierte trotz heftigem Gegenwind nach der Wahrheit. Netzwerk Recherche zeichnete ihn daf\u00fcr mit dem Leuchtturm f\u00fcr besondere publizistische Leistungen 2019 aus. (Die vollst\u00e4ndige Laudatio <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/stipendien-preise\/leuchtturm\/leuchtturm-2019-an-juan-moreno-fuer-die-aufdeckung-der-relotius-manipulationen\/laudatio-von-julia-friedrichs\/\">kann hier nachgelesen werden<\/a>.)<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Der diesj\u00e4hrige Leuchtturm f\u00fcr besondere publizistische Leistungen geht in diesem Jahr an Juan Moreno. Er hat den Fall <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/relotius?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#relotius<\/a> mutig aufgedeckt und viel riskiert. In ihrer Laudatio hat <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Fried_julia?ref_src=twsrc%5Etfw\">@fried_julia<\/a> den Weg nachgezeichnet, den Moreno gegangen ist. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> ????: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NickJaussi?ref_src=twsrc%5Etfw\">@NickJaussi<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/RMezVqbUtU\">pic.twitter.com\/RMezVqbUtU<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Netzwerk Recherche (@nrecherche) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nrecherche\/status\/1139561914919464961?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 14, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\" data-dnt=\"true\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">&#8220;Ich habe ein Problem damit, wenn die Dramaturgie vor der Recherche festgelegt wird&#8221; \u2013 Leuchtturm-Preistr\u00e4ger Juan Moreno bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Gabriel Rinaldi (@grinaldi97) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/grinaldi97\/status\/1139550745500553217?ref_src=twsrc%5Etfw\">14. Juni 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Vor zwei Jahren gewann eben diesen Preis auch Armin Wolf. Der \u00f6sterreichische Journalist vom ORF ist bekannt f\u00fcr seine Pr\u00e4senz in der politischen Berichterstattung. Im Gespr\u00e4ch mit Juliane von Schwerin erz\u00e4hlte er von den Herausforderungen eines Interviews mit Politikerinnen und Politikern. Grunds\u00e4tzlich wisse er, dass diese \u2013 so wie alle Menschen, die etwas verkaufen wollten \u2013 selektiv mit der Wahrheit umgingen. \u201eIch m\u00f6chte aber merken, wenn ich angelogen werde, weil ich nicht will, dass das Publikum angelogen wird.\u201c Deshalb sei die Vorbereitung auf ein Interview auch so wichtig. \u201eIch bin so etwas, wie ein \u00f6ffentlicher L\u00fcgendetektor.\u201c<\/p>\n<p>Wolf sa\u00df anschlie\u00dfend auch in einem Panel, das \u00fcber Haltung im Journalismus diskutierte. Im Mittelpunkt stand der Satz: Einen guten Journalisten [und eine gute Journalistin] erkenne man daran, dass er [und sie] sich nicht gemein mache mit einer Sache \u2013 auch nicht mit einer guten Sache. Zugeschrieben w\u00fcrde dieser Satz oftmals Hanns Joachim Friedrichs, er k\u00e4me aber urspr\u00fcnglich von Charles Wheeler, sagte Wolf. Und erkl\u00e4rte, er hielte Haltung f\u00fcr \u00fcbersch\u00e4tzt. Es g\u00e4be unterschiedliche Formen von Journalismus. W\u00e4hrend ein Kommentar Haltung brauche, k\u00e4me es beispielsweise in einem Interview auf die Fragen an. Zudem sei das Problem des Journalismus nicht, dass es Haltungen g\u00e4be, sondern dass diese sich zu stark \u00e4hnelten. Es w\u00fcrden zu viele Journalistinnen und Journalisten aus demselben Milieu rekrutiert und somit fehle ein breites Meinungsspektrum.<\/p>\n<p>Bild-Chefredakteur Julian Reichelt sprach von der Wichtigkeit, durch eine Haltung nicht berechenbar zu werden. Dann bestehe die Gefahr, dass diejenigen, \u00fcber die man schreibt, einen instrumentalisierten. rbb-Intendantin Patricia Schlesinger fragte: Was will das Publikum? \u201eDie wollen doch, dass wir uns der Wahrheit ann\u00e4hern und nicht im Vorhinein mit unserer eigenen Haltung an ein Thema gehen.\u201c Jochen Bittner (Die Zeit) argumentierte, es g\u00e4be weder Objektivit\u00e4t noch Neutralit\u00e4t, aber ein Bem\u00fchen darum. Er habe eine \u201eHaltung zum Journalismus\u201c. Ganz \u00e4hnliches sagte auch Anja Reschke (NDR): \u201eIch glaube nicht an den neutralen Journalisten, das halte ich f\u00fcr eine Chim\u00e4re.\u201c Jeder Mensch habe eine Haltung. Deshalb k\u00f6nne sie auch nichts mit dem Satz \u201eSagen, was ist\u201c anfangen. \u201eIst\u201c sei immer eine Frage der Perspektive. (Das Panel<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rNC6kv-Ngm8\">\u201eSich (nicht) gemein machen\u201c &#8211; Haltung(en) im Journalismus<\/a> ist als Mitschnitt abrufbar.)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Momenten solcher Diskussionen der nr19-Seismograf wild nach oben ausschlug, zeichnen die Konferenz auch die vielen kleineren Ausschl\u00e4ge zwischen den H\u00f6hepunkten aus. Da sind die Begegnungen, Gespr\u00e4che und der Austausch zwischen, vor und nach den Veranstaltungen. Da sind die Workshops und Panels abseits der gro\u00dfen B\u00fchnen, in denen intensiv \u00fcber Ideen, Methoden und Darstellungsweisen im Journalismus diskutiert und informiert wird. Da sind die Studierenden, Praktikantinnen und Berufsanf\u00e4nger in der Schlange zum Buffet, an den Biertischen und im Publikum direkt neben den Chefredakteurinnen gro\u00dfer Medienh\u00e4user und vielen erfahrenen Journalisten. Gerade Letzteres sei eine der Besonderheiten der Konferenz, sagte Marmor in seiner Begr\u00fc\u00dfung am Samstag: Junge und Alte seien hier verbunden durch einen Grundkonsens f\u00fcr journalistische Freiheit und Recherche.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Nachwuchsmangel &#8211; Wer will heute noch Lokalreporter werden? <a href=\"https:\/\/twitter.com\/S_Schicketanz?ref_src=twsrc%5Etfw\">@S_Schicketanz<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AnjaAlemania?ref_src=twsrc%5Etfw\">@anjaalemania<\/a>, Stefanie Zenke und Andreas Wolfes <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/sketchnote?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#sketchnote<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/XhYaz5y6t3\">pic.twitter.com\/XhYaz5y6t3<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Phil Ninh (@philninh) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/philninh\/status\/1139854988145037313?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Wer vom Vortrag von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/henkvaness?ref_src=twsrc%5Etfw\">@henkvaness<\/a> zum Aufsp\u00fcren des Raubm\u00f6rders im Iran fasziniert war &#8211; oder den Vortrag nicht besuchen konnte: Hier hat Henk den Weg beschrieben <a href=\"https:\/\/t.co\/CawKz7uGRY\">https:\/\/t.co\/CawKz7uGRY<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Lars Wienand (@LarsWienand) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LarsWienand\/status\/1139556745737646080?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 14, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Ich hab <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Kommunikationswissenschaft?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Kommunikationswissenschaft<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Psychologie?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Psychologie<\/a> studiert und oft geh\u00f6rt: \u201eDas bringt dir nix f\u00fcr den Job im Journalismus.\u201c Wie viel es doch bringt, merke ich bei Interviews &amp; im Panel von Marie Anais Zottnick (Psychologin), <a href=\"https:\/\/twitter.com\/laloeffelstiel?ref_src=twsrc%5Etfw\">@laloeffelstiel<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/PascaleMller?ref_src=twsrc%5Etfw\">@PascaleMller<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BuzzFeedNewsDE?ref_src=twsrc%5Etfw\">@BuzzFeedNewsDE<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/q0IE4aJ0uH\">https:\/\/t.co\/q0IE4aJ0uH<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/JDPwJIQ5TX\">pic.twitter.com\/JDPwJIQ5TX<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Kathrin Breer (@KathrinBreer) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/KathrinBreer\/status\/1139921364289277956?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Yeah! Recherche als Comedy, Theaterst\u00fcck, Graphic Novel, Strategiebrettspiel oder Musikvideo. Gro\u00dfartige Ideen von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/correctiv_org?ref_src=twsrc%5Etfw\">@correctiv_org<\/a> und @neomagazin, wie man neue ungew\u00f6hnliche Zielgruppen mit Investigativem erreicht. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nrecherche?ref_src=twsrc%5Etfw\">@nrecherche<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/zDjqnl5lg0\">pic.twitter.com\/zDjqnl5lg0<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Christian Fuchs (@ChristianFuchs_) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ChristianFuchs_\/status\/1139470282589134848?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 14, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><br \/>\nhttps:\/\/twitter.com\/juweljournal\/status\/1139876161373315072?s=20<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Bei einer Recherche zur Fl\u00fcchtlingskrise stie\u00df <a href=\"https:\/\/twitter.com\/manuelbewarder?ref_src=twsrc%5Etfw\">@manuelbewarder<\/a> auf ein sogenanntes \u201eNon Paper\u201c. Was es mit den Geheimdokumenten von Ministerien auf sich hat, die offiziell nicht existieren, erkl\u00e4rt er <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nrecherche?ref_src=twsrc%5Etfw\">@nrecherche<\/a>. Hintergr\u00fcnde dazu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/investigativ_de?ref_src=twsrc%5Etfw\">@investigativ_de<\/a>: <a href=\"https:\/\/t.co\/xdMN7oOC9a\">https:\/\/t.co\/xdMN7oOC9a<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/0IQkN2eleP\">pic.twitter.com\/0IQkN2eleP<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Ibrahim Naber (@IbraNaber) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/IbraNaber\/status\/1139845500948111360?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Die @Freischreiber haben ihren ersten Report vorgelegt. Krass, wie unterschiedlich Redaktionen ihre Freien bezahlen. Kolleg*innen, schaut hier rein. Freischreiber, danke f\u00fcr die M\u00fche! <a href=\"https:\/\/t.co\/xmvlB3AbOw\">https:\/\/t.co\/xmvlB3AbOw<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Markus Kowalski (@markuskowalski) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/markuskowalski\/status\/1139534865362239494?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 14, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Stimmt \u2013 unsere Positionen lagen nicht sehr nah beeinander. Dennoch klasse, dass wir diese Diskussion hier auf der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> f\u00fchren konnten! <a href=\"https:\/\/t.co\/Yr0DmM83mD\">https:\/\/t.co\/Yr0DmM83mD<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Christina Elmer (@ChElm) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ChElm\/status\/1139897226900189184?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>In einer der kleineren Veranstaltungen erz\u00e4hlten Martin Kaul (taz) und Paul Ronzheimer (Bild) von einer besonderen Art der Berichterstattung: (Spontane) Livestreams per Smartphone aus Krisensituationen. Beispielsweise w\u00e4hrend der G20-Ausschreitungen in Hamburg (Kaul) oder von einer Gruppe Fl\u00fcchtlinge auf ihrem Weg durch Europa (Ronzheimer). Dieses Angebot des unmittelbaren Einblickes habe jedoch ihren Preis, sagte Ronzheimer. Man verliere die sch\u00fctzende H\u00fclle der Anonymit\u00e4t und werde dadurch angreifbar.<\/p>\n<p>Ob und wie angreifbar Medienh\u00e4user durch ihre potenzielle Abh\u00e4ngigkeit von Google oder Facebook sind, dar\u00fcber diskutierten Alexander Fanta (netzpolitik.org) und Stefan Ottlitz (Spiegel-Gruppe). Fanta erkl\u00e4rte, Google und Facebook wollten mit ihren Investitionen in Millionenh\u00f6he eine Verbindung beziehungsweise eine Partnerschaft mit den Medienkonzernen aufbauen. Dazu tr\u00fcgen nicht nur die F\u00f6rdergelder bei, sondern auch die zahlreichen kostenlosen Angebote, wie Google Docs oder Google Analytics. Es werde ein \u00d6kosystem aufgebaut, das schwierige Fragen bez\u00fcglich der Unabh\u00e4ngigkeit von Journalismus aufwerfe. Ottlitz nannte dies die \u201eSoft Power\u201c der Internet-Giganten und bezeichnete sie als \u201eFrenemies\u201c.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Warum finanzieren <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Google?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Google<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Facebook?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Facebook<\/a> (auch den deutschen) Journalismus mit Millionen? Und wie schlimm ist das? Sch\u00f6ner Schlagabtausch von Pragmatiker <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hierprivat?ref_src=twsrc%5Etfw\">@hierprivat<\/a> und Kritiker <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FantaAlexx?ref_src=twsrc%5Etfw\">@FantaAlexx<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/DNI?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#DNI<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/qPCBBzRKvZ\">pic.twitter.com\/qPCBBzRKvZ<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Marten Hahn (@MartenHahn) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MartenHahn\/status\/1139546229157912582?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 14, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Am Samstag sprachen dann unter anderem die Journalisten Klaus Ott (SZ) und Christian Deker (NDR) \u00fcber ihre zahlreichen Besuche an verschiedenen Schulen, bei denen sie \u00fcber die Arbeitsweisen von Journalistinnen und Journalisten informieren. Die Initialz\u00fcndung daf\u00fcr kam f\u00fcr Ott mit der Silvesternacht 2015\/16 in K\u00f6ln. Damals h\u00e4tten selbst Stammleser die SZ-Redaktion gefragt, ob sie tats\u00e4chlich wahrheitsgem\u00e4\u00df \u00fcber die Vorg\u00e4nge berichtet h\u00e4tten. \u201eDa haben wir uns gesagt: Wir m\u00fcssen rausgehen und Journalismus erkl\u00e4ren.\u201c Man s\u00e4he beim journalistischen Endprodukt eben nicht, welche Arbeit dahinterstecke. \u00c4hnlich argumentierte auch Deker: Aus eigener Erfahrung beruhten L\u00fcgenpresse-Vorw\u00fcrfe oftmals nicht auf Misstrauen, sondern auf Wissensl\u00fccken \u00fcber Journalismus.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Toll! Journalist*innen gehen in die Schulen und erz\u00e4hlen jungen Menschen mehr \u00fcber Recherchen. \u201eWir versuchen mit Sch\u00fclern ins Gespr\u00e4ch zu kommen\u201c, sagt Klaus Ott von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SZ?ref_src=twsrc%5Etfw\">@SZ<\/a>. Wichtig sei Handwerk sichtbar zu machen. Seiner Meinung nach k\u00f6nne das jede*r Journalist*in machen! <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/OZl4Syr7Qz\">pic.twitter.com\/OZl4Syr7Qz<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Pauline Tillmann (@paulinetillmann) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/paulinetillmann\/status\/1139843183523713025?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Starke Ausschl\u00e4ge verzeichnete der nr19-Seismograf auch am Samstagnachmittag. Zun\u00e4chst in der Diskussion \u00fcber die \u201eneue Medienmacht\u201c YouTube. Im Mittelpunkt stand dabei das Video \u201eDie Zerst\u00f6rung der CDU\u201c des YouTubers Rezo. Im Gespr\u00e4ch mit Tilo Jung (Jung &amp; Naiv), Stephan Lamby und Hanne Bohmhammel (Deutschland3000) sagte der Autor Stefan Schulz, dass sich Journalistinnen und Journalisten im Internet normalerweise immer zwischen Relevanz und Reichweite entscheiden m\u00fcssten. Rezo h\u00e4tte es jedoch mit seinem Video geschafft, beides zu verbinden. Dabei habe er eigentlich keine neuen Informationen ans Tageslicht gebracht. Stattdessen habe er f\u00fcr uns alle \u00f6ffentlichen Quellen aus den letzten zwei bis drei Jahren durchgelesen und zusammengef\u00fcgt. Anschlie\u00dfend habe er sich bei der Pr\u00e4sentation einer Sprache bedient, die f\u00fcr viele \u201eklassische\u201c Journalisten ungewohnt sei.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">@arnesemsrott (der ohne Hoodie) h\u00e4lt die Laudatio auf den diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger der verschlossenen Auster <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a> . <br \/>Alle Infos zum Preis, zum Preistr\u00e4ger und zur Laudatio findet ihr hier:<a href=\"https:\/\/t.co\/r1hI2St7uw\">https:\/\/t.co\/r1hI2St7uw<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Netzwerk Recherche (@nrecherche) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nrecherche\/status\/1139886548638404608?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Ungewohnt bei der Bayerischen Staatsregierung ist die Freigabe von Informationen. Die Koalition aus CSU und Freien W\u00e4hlern blockiert ein Informationsfreiheitsrecht, wie es in den meisten anderen Bundesl\u00e4ndern bereits existiert. Daf\u00fcr wurde der Regierung vom Netzwerk Recherche der Negativpreis Verschlossene Auster 2019 verliehen (weiterf\u00fchrende Beitr\u00e4ge zur Auster 2019: <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/stipendien-preise\/verschlossene-auster\/verschlossene-auster-2019-fuer-die-bayerische-staatsregierung\/\">Begr\u00fcndung nr<\/a>, <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/stipendien-preise\/verschlossene-auster\/laudatio-von-arne-semsrott\/\">Laudatio von Arne Semsrott<\/a> und <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/stipendien-preise\/verschlossene-auster\/antwort-der-bayerischen-staatsregierung\/\">Stellungnahme der Bayerischen Staatsregierung<\/a>). Auf die Kritik folgte das Lob f\u00fcr drei Projekte aus dem Nonprofitjournalismus, die sich auf unterschiedliche Weise f\u00fcr die Freigabe von und den Zugang zu Informationen einsetzen. Die Netzwerk-Recherche-Jury zeichnete das Online-Magazin dis:orient, die geplante Datenbank Follow the Grant und der Podcast Plastiphere wurden jeweils mit einem Grow-Stipendium aus (ausf\u00fchrlicher Bericht \u00fcber die <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/ziele\/gemeinnuetziger-journalismus\/grow-stipendien\/die-grow-finalisten-2019\/\">Grow-Finalisten<\/a> sowie zu den <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/podcast-online-magazin-recherche-tool-grow-stipendien-vergeben\/\">Gewinnern der Grow-Stipendien<\/a>).<\/p>\n<p>https:\/\/twitter.com\/KarstenKaminski\/status\/1139980606169919488?s=20<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">5 Rs als Fazit zu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/nr19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#nr19<\/a>:<br \/>Recherche<br \/>Relevanz<br \/>Reichweite<br \/>Relotius<br \/>Rezo<\/p>\n<p>&#8230; und mein Alliterationsherz freut sich ???? <br \/>Sehr cool, viele neue Menschen kennengelernt &amp; Netzwerk erweitert. Bin gespannt &#8211; die n\u00e4chste Fachkonferenz ist schon geplant mit Kuno Haberbusch &amp; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/KathrinBreer?ref_src=twsrc%5Etfw\">@KathrinBreer<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/4o4E1Kkxlb\">pic.twitter.com\/4o4E1Kkxlb<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Nina Toller \u2219 NRW (@ninatoller) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ninatoller\/status\/1139923420676857858?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 15, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein R\u00fcckblick von Jonathan Gruber, freier Journalist Ein Seismograf, der anzeigt, was deutschsprachige Journalistinnen und Journalisten gerade besch\u00e4ftigt \u2013 so bezeichnete Gastgeber und NDR-Intendant Lutz Marmor die nr-Jahreskonferenz. 2019 schlug dieser Seismograf vor allem bei den Themen Haltung, Relotius und Rezo besonders stark aus. Gleich zur Begr\u00fc\u00dfung sprach Jan Philipp Reemtsma \u00fcber den Unterschied zwischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":16140,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,31],"tags":[],"class_list":["post-18288","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-jahreskonferenz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18288"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18288\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18313,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18288\/revisions\/18313"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}