{"id":1841,"date":"2013-07-16T13:44:39","date_gmt":"2013-07-16T11:44:39","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=1841"},"modified":"2017-11-08T15:14:52","modified_gmt":"2017-11-08T14:14:52","slug":"kurzstudie-gefallen-an-gefaelligkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/kurzstudie-gefallen-an-gefaelligkeiten\/","title":{"rendered":"Kurzstudie: \u201eGefallen an Gef\u00e4lligkeiten\u201c"},"content":{"rendered":"<h4>\u201eGefallen an Gef\u00e4lligkeiten\u201c: Vorstellung einer Kurzstudie zu Journalismus und Korruption<br \/>\nAntikorruptionsbem\u00fchungen von Verlagen und Rundfunkanstalten m\u00fcssen gest\u00e4rkt werden<\/h4>\n<p>Der Journalistenverbund Netzwerk Recherche stellt heute in Kooperation mit der Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland, dem Institut f\u00fcr Journalistik der TU Dortmund und der Otto-Brenner-Stiftung die Kurzstudie \u201eGefallen an Gef\u00e4lligkeiten: Journalismus und Korruption\u201c vor. Im Rahmen der Publikation kommt eine Befragung von Medienh\u00e4usern zu dem Schluss, dass ihr Interesse an dem Thema Korruptionsbek\u00e4mpfung bisher gering ist.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>J\u00fcrgen Marten, stellvertretender Vorsitzender von Transparency Deutschland: \u201eStatt systematisch Korruption vorzubeugen und Transparenz zu schaffen, ruhen sich anscheinend viele H\u00e4user auf dem Glauben aus, dass ihre Journalisten nicht bestechlich seien. Doch auch hier m\u00fcssen wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeiten \u2013 zum Beispiel von Anzeigekunden \u2013 und m\u00f6gliche Interessenkonflikte \u00f6ffentlich gemacht werden. Wir brauchen au\u00dferdem mehr Transparenz \u00fcber die Mitteleinnahmen und \u2013verwendung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wir fordern, dass die Anstalten in einem \u00f6ffentlichen Bericht dar\u00fcber Rechenschaft ablegen.\u201c<\/p>\n<h4>Befragung von Tageszeitungen und Analyse von Regelwerken<\/h4>\n<p>Im ersten Schritt der Compliance-Untersuchung durch das Institut f\u00fcr Journalistik an der TU Dortmund wurden die Chefredakteure der drei\u00dfig auflagenst\u00e4rksten Tageszeitungen angeschrieben. Davon haben lediglich zwei die Fragen beantwortet. In einem zweiten Schritt wurde eine Auswahl \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Regelwerke von Verlagen sowie privater und \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten untersucht. Auch die Richtlinien des Presserates, des Deutschen Journalistenverbandes und von Netzwerk Recherche wurden verglichen.<\/p>\n<p>Die Analyse der Kodizes zeigt, dass sie mitunter nur einen appellierenden Charakter haben und wenig konkrete Vorgaben enthalten. Zum Beispiel wird nicht definiert, ab welchem Wert Geschenke, Einladungen und Rabatte abzulehnen sind. Fast \u00fcberall fehlen verbindliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung interner Kodizes oder der Richtlinien des Presserats. Dies w\u00e4re jedoch im Sinne eines modernen Compliancemanagementsystems entscheidend f\u00fcr die Wirksamkeit der Kodizes. Ein Vorschlag f\u00fcr ein umfassendes Regelwerk wird am Ende der Untersuchung vorgestellt.<\/p>\n<h4>Bev\u00f6lkerungsumfrage stellt Medien schlechtes Zeugnis aus<\/h4>\n<p>G\u00fcnter Bartsch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Netzwerk Recherche: \u201eGerade in unserer Branche, in der Glaubw\u00fcrdigkeit ein hohes Gut ist, sollte mehr Transparenz und bessere Korruptionspr\u00e4vention m\u00f6glich sein. Erst letzte Woche hat das relativ schlechte Abschneiden der Medien auf dem Korruptionsbarometer von Transparency International gezeigt, dass wir handeln m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerungsumfrage des Globalen Korruptionsbarometers untersucht, wie korrupt einzelne Sektoren wahrgenommen werden. In Deutschland rangieren die Medien mit 3,6 Punkten auf einer Skala von eins (\u00fcberhaupt nicht korrupt) bis f\u00fcnf (h\u00f6chst korrupt) in diesem Jahr erstmals hinter der \u00d6ffentlichen Verwaltung (3,4) und dem Parlament (3,4).<\/p>\n<h4>\u00dcber den Bericht<\/h4>\n<p>Neben der Compliance-Untersuchung von Natascha Tschernoster von der TU Dortmund, enth\u00e4lt die Kurzstudie Beitr\u00e4ge von Netzwerk-Recherche-Mitglied Boris Kartheuser \u00fcber den Einfluss der PR-Branche auf den Journalismus sowie Fallbeispiele wie die Luxusreisen von Journalisten mit ThyssenKrupp, Volkswagen und Mazda. Ein weiterer Beitrag deckt Schleichwerbung in Zeitschriften der WAZ-Women-Group auf. Ein Beitrag von Transparency Deutschland leistet zudem einen Abriss \u00fcber Korruption und Journalismus aus rechtlicher Perspektive.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Gefallen an Gef\u00e4lligkeiten \u2013 Journalismus und Korruption\" href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/ziele\/pr-und-journalismus\/gefallen-an-gefaelligkeiten-journalismus-und-korruption\/\">Zur Kurzstudie<\/a><\/li>\n<li>Gedruckte Exemplare k\u00f6nnen bei der <a title=\"Otto Brenner Stiftung\" href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/\">Otto Brenner Stiftung<\/a> kostenfrei bestellt werden.<\/li>\n<li>Das Globale Korruptionsbarometer 2013 finden Sie <a title=\"Transparency Deutschland\" href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170904202955\/https:\/\/www.transparency.de\/2013-07-09-GCB-2013.2322.0.html\">auf der Website von Transparency Deutschland<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGefallen an Gef\u00e4lligkeiten\u201c: Vorstellung einer Kurzstudie zu Journalismus und Korruption Antikorruptionsbem\u00fchungen von Verlagen und Rundfunkanstalten m\u00fcssen gest\u00e4rkt werden Der Journalistenverbund Netzwerk Recherche stellt heute in Kooperation mit der Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland, dem Institut f\u00fcr Journalistik der TU Dortmund und der Otto-Brenner-Stiftung die Kurzstudie \u201eGefallen an Gef\u00e4lligkeiten: Journalismus und Korruption\u201c vor. 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