{"id":21820,"date":"2014-08-11T08:47:21","date_gmt":"2014-08-11T06:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wordpress\/blog14\/?p=1262"},"modified":"2014-08-11T08:47:21","modified_gmt":"2014-08-11T06:47:21","slug":"alles-eine-frage-der-haltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/alles-eine-frage-der-haltung\/","title":{"rendered":"\u201eAlles eine Frage der Haltung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tVier Fragen an&#8230; Nicola Kuhrt, Redakteurin SpiegelOnline<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><em>1. Welche besonderen Herausforderungen stellen sich f\u00fcr Datenjournalisten in Deutschland?<\/em><br \/>\nDatenjournalismus ist f\u00fcr viele Redaktionen noch neu. Und selbst die, die ihn  unterst\u00fctzen, haben noch keine oder wenig Strukturen, um diese Projekte zu realisieren, ohne dass die Beteiligten sich stark engagieren m\u00fcssten und auch Grenzen \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p><em>2. Wo k\u00f6nnen Datenjournalisten mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten?<\/em><br \/>\nIch kann nur f\u00fcr die Medizin sprechen, aber generell gilt: \u00dcberall da, wo Wissenschaftler Daten verwalten und nutzen. Ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/gesundheitsoekonomen-fordern-qualitaetsmessung-im-system-a-882665.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beispiel ist unsere Zusammenarbeit<\/a> mit Professor Jonas Schrey\u00f6gg vom <a href=\"http:\/\/www.hche.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Center for Health Economics in Hamburg<\/a>. Mit ihm haben wir schon Wartezeiten und die Wirkung von Fallpauschalen analysiert. Derzeit versuchen wir mit ihm zusammen, die Patientendaten aller Krankenkassen in Deutschland nutzen zu k\u00f6nnen.  Oder beim <a href=\"http:\/\/www.wissenswerte-bremen.de\/userfiles\/file\/BITTKOSWSKI_opsexpl-wissenswerte-nov2013.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">OperationExplorer <\/a>von Volker Stollorz und seinem Kollegen vom Heidelberger Institut f\u00fcr Theoretische Studien \u2013 hier sind Mediziner und Statistiker wichtig, um die entsprechenden Codes zu detektieren. Interessant w\u00e4re auch eine Auswertung von Erdbebenstatistiken oder Gro\u00dfwetterereignissen. Oder die internationalen Samen-Datenbanken \u2013 da braucht man einen Biologen.<br \/>\n<em><br \/>\n3. Wie sollte man den Datenjournalismus in Deutschland f\u00f6rdern?<\/em><br \/>\nEs ist durchaus eine politische Frage \u2013 wenn man etwa die Auswertungen der OpenKnoweledge Foundation bedenkt \u2013 wie wenig Daten die deutsche Regierung und die Ministerien transparent machen, und welchen Kampf es oft bedeutet, Daten zu erhalten der wundert sich nicht, dass Deutschland hier hinter vielen L\u00e4ndern zur\u00fcckf\u00e4llt. Alles eine Frage der Haltung! Das wirkt sich auch auf die Wissenschaft aus. <\/p>\n<p><em>4. Wo sind die Grenzen des Datenjournalismus vor dem Hintergrund j\u00fcngster Datenschutzdebatten?<\/em><br \/>\nIch m\u00f6chte das  mit dem Verweis auf <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/ema-transparenzentscheid-bei-klinischen-studien-verschoben-a-980363.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die aktuelle Debatte um die Freigabe der Daten aus klinischen Studien bei der Europ\u00e4ischen Arzneimittelbeh\u00f6rde<\/a> beantworten: Bisher sind Arzneimittelhersteller nicht verpflichtet, die Daten aller Tests eines neuen Medikaments zu ver\u00f6ffentlichen oder der europ\u00e4ischen Zulassungsbeh\u00f6rde EMA vorzulegen. Eine neue Regelung soll Vertrauen schaffen und Wissenschaftlern erm\u00f6glichen, mit den Daten zu forschen. Es gibt unz\u00e4hlige Widerspr\u00fcche, die Konzerne haben bereits geklagt \u2013 dabei geht es NICHT um sensible Daten, die der Konkurrenz erm\u00f6glichen w\u00fcrden, wichtige Medikamente nachzubauen. Mit anonymisierten Patientendaten k\u00f6nnten Zusammenh\u00e4nge und Verl\u00e4ufe und Krankheiten besser erforscht werden! Also: Grenzen sind gut \u2013 leider wird mit Verweis auf den Datenschutz gern \u00fcbertrieben beziehungsweise  wird dieser genutzt, um wichtige Transparenz aus Eigeninteresse Dritter zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Fragen an&#8230; Nicola Kuhrt, Redakteurin SpiegelOnline<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,50],"tags":[],"class_list":["post-21820","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-datenjournalismus"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21820\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}