{"id":21822,"date":"2014-08-15T11:12:44","date_gmt":"2014-08-15T09:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wordpress\/blog14\/?p=1273"},"modified":"2014-08-15T11:12:44","modified_gmt":"2014-08-15T09:12:44","slug":"der-weltverbesserer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/der-weltverbesserer\/","title":{"rendered":"Der Weltverbesserer"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\u201eKeiner will reich werden, wir wollen etwas Nachhaltiges schaffen\u201c, erkl\u00e4rt Marco Maas die Absicht der Datenjournalismus-Agentur Open Data City. F\u00fcr ihre Arbeit hat die Agentur schon einige Preise gewonnen \u2013  nicht zuletzt den Grimme Online Award. Nebens\u00e4chlich werden  Preise  f\u00fcr Maas  und sein Team von Open Data City vor allem dann, wenn es um die gute Sache geht \u2013 Projekte, die die Demokratie st\u00e4rken oder den Umweltschutz.<\/p>\n<p>Maas ist Mitbegr\u00fcnder dieser Agentur. Sie spiegelt nicht nur seine journalistische Einstellung wieder, sondern erm\u00f6glicht ihm auch im Kleinen, seine Ideale zu verwirklichen. Als \u201esaubere kleine Firma\u201c, beschreibt Maas Open Data City. Zum \u201esauber sein\u201c geh\u00f6ren die Nutzung von \u00d6kostrom, bezahlte Praktikanten und eine Bank die keine Hedge-Fond-Anlageformen unterst\u00fctzt. Das Konzept  soll auch seinen Mitgliedern die bestm\u00f6glichen Arbeitsbedingungen  schaffen. Ein Ziel ist es, eine Balance zwischen Projekten f\u00fcr die Agentur und Privatleben zu finden. Dazu orientiert sich Open Data City am Konzept von Google: \u201eWir arbeiten vier Tage f\u00fcr die Agentur und haben einen Tag, um etwas eigenes zu schaffen\u201c, erkl\u00e4rt Maas. Bei Open Data City arbeiten neben Journalisten auch Softwareentwickler und Visualisierer.  Und die sollen nicht nur arbeiten, sondern sie sollen sich auch weiterentwickeln. Hier scheint alles bis ins Detail durchdacht. Und wer mit  Marco Maas spricht, merkt schnell, dass er voll hinter dem steht was er tut.<\/p>\n<p>Maas Karriere startete wie bei den meisten Journalisten in einer Lokalredaktion. Damals ging er noch zur Schule. In der Computer AG machte er erste Bekanntschaft mit dem Internet \u2013 damals noch eine Neuheit. \u201eWir mussten uns alles, was wir f\u00fcr die AG brauchten, selbst verdienen\u201c, erz\u00e4hlt Maas. So fing er schon fr\u00fch damit an, Websites zu gestalten und machte erste Erfahrungen mit html und Quellcodes \u2013 f\u00fcr ihn  gleich \u201eein spannender Weg um Inhalte zu transportieren\u201c. <\/p>\n<p>Vor seinem Studium machte er dann ein Praktikum beim NDR: In seiner Bewerbung gab er an, dass er unbedingt in die Online-Redaktion wolle. Doch die gab es im Jahr 1999 noch gar nicht \u2013 jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Online hie\u00df damals noch, dass ein Haufen Sekret\u00e4rinnen die Inhalte mittels copy and paste eins zu eins auf eine Webseite hochlud. Maas schreckte das nicht ab. Sein Vorteil \u2013 denn kurz darauf erfuhr das Internet einen ersten gro\u00dfen  Aufschwung. Statt ins geplante Studium der Medientechnik verschlug es ihn daher zun\u00e4chst l\u00e4ngere Zeit zum NDR, der froh \u00fcber seine Vorliebe f\u00fcrs Internet war. Zwei Jahre lang  \u00fcbernahm er die Schwangerschaftsvertretung einer Kollegin. Beim NDR war er die Schnittstelle zwischen Internet und Journalismus \u2013 zwischen Daten und Geschichten. Eine Erfahrung die den Datenjournalismus f\u00fcr ihn bis heute ausmacht. <\/p>\n<p>Als Marco Maas einige Jahre sp\u00e4ter Lorenz Matzat traf \u2013 inzwischen hatte er sein Studium abgeschlossen \u2013  entdeckte er mit ihm einen Gleichgesinnten. Vor allem in einem Punkt waren beide sich einig: Daten werden immer wichtiger!  Als Ergebnis dieser Erkenntnis gr\u00fcndeten sie Open Data City, seit 2010 ist Maas dort Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Neben Journalisten wendeten sich nach einer Weile auch immer mehr Unternehmen an die Agentur, die Interesse an der Visualisierung und Auswertung ihrer Daten hatte. Um das vom Journalismus zu trennen, gr\u00fcndete das Team von Open Data City die \u201eDatenfreunde\u201c. Einer der ersten kommerziellen Kunden jenseits des Journalismus war der Internet-Provider 1&amp;1: F\u00fcr diesen wurde visualisiert, wer sich wo und wie lange ins Netz einloggt.  <\/p>\n<p>Auch bei solchen Aufgaben versucht Maas seinen Idealen treu zu bleiben: W\u00fcrden die Atomlobby oder gar ein R\u00fcstungsunternehmen an die T\u00fcr klopfen, w\u00fcrde die T\u00fcr  gar nicht erst ge\u00f6ffnet. Unterst\u00fctzt werden dagegen NGO\u00b4s wie Greenpeace. Und aus solchen kommerziellen Projekten k\u00f6nne oft auch wieder etwas Journalistisches entstehen, erkl\u00e4rt Maas: Denn manche Daten die hier zur Verf\u00fcgung gestellt werden, seien auch relevant f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Wo Daten f\u00fcr journalistische Zwecke genutzt werden, sieht Maas allerdings auch Risiken: \u201eWenn PR und \u00f6ffentliche Firmen dahinter kommen, dass man mit guten Datenvisualisierungen die journalistisch aufbereitet sind, auch sehr einfach Meinungen beeinflussen kann, kann es gef\u00e4hrlich werden.\u201c Eine Grenze f\u00fcr seine eigene Arbeit zieht Maas, wenn pers\u00f6nliche Daten betroffen sind. Dabei folgt er wie seine Mitstreiter bei Open Data City einem Grundsatz des <a href=\"http:\/\/www.ccc.de\/de\/hackerethik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chaos Computer Clubs<\/a>: \u00d6ffentliche Daten  nutzen, private Daten sch\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKeiner will reich werden, wir wollen etwas Nachhaltiges schaffen\u201c, erkl\u00e4rt Marco Maas die Absicht der Datenjournalismus-Agentur Open Data City. F\u00fcr ihre Arbeit hat die Agentur schon einige Preise gewonnen \u2013 nicht zuletzt den Grimme Online Award. 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