{"id":21823,"date":"2014-08-18T08:34:42","date_gmt":"2014-08-18T06:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wordpress\/blog14\/?p=1276"},"modified":"2014-08-18T08:34:42","modified_gmt":"2014-08-18T06:34:42","slug":"die-brueckenbauerin-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/die-brueckenbauerin-2\/","title":{"rendered":"Die Br\u00fcckenbauerin"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tEigentlich wollte Christina Elmer als Wissenschaftsjournalistin in Fernsehen und H\u00f6rfunk arbeiten. W\u00e4hrend des Journalistik- und Biologie-Studiums waren die Redakteure von Wissenschaftssendungen wie Quarks&amp;Co und den Reportagen der BBC ihre Vorbilder. Dass sie einmal eine  d e r  Datenjournalismus-Expertinnen in Deutschland wird \u2013  das war eigentlich nicht der Plan. \u201eIch h\u00e4tte damals definitiv nicht daran gedacht, dass ich einmal Redakteurin f\u00fcr Datenjournalismus bei Spiegel Online sein w\u00fcrde.\u201c <\/p>\n<p>Auf den zweiten Blick ist Christina Elmer Lebenslauf allerdings viel geradliniger, als es zun\u00e4chst scheint. Immerhin hatten vor zehn Jahren ohnehin erst wenige Journalistik-Studenten und Volont\u00e4re den Onlinejournalismus als Ziel vor Augen. \u201eOnlinejournalismus war damals noch nicht so reich an Formaten und Anwendungen wie heute, und ich habe mich nie als reine Schreiberin verstanden\u201c, sagt Christina Elmer. Ihr Volontariat beim WDR helfe ihr aber gerade bei Online-Texten bis heute: \u201eDenn wer f\u00fcrs H\u00f6ren schreiben kann, hat auch mit Artikeln weniger Probleme, die unter Zeitdruck gelesen werden und besonders verst\u00e4ndlich sein m\u00fcssen.\u201c <\/p>\n<p>Gleichg\u00fcltig in welcher Mediengattung, ein Ziel von Christina Elmer war es immer, relevanten Journalismus zu machen: Es sollten Themen sein, die den Menschen etwas bedeuten. Oder Informationen, die so wichtig sind, dass sie \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht werden sollten. Und auch das f\u00fchrte dann irgendwie ganz logisch zum Datenjournalismus.<\/p>\n<p>Die Initialz\u00fcndung hierf\u00fcr brachte ein Seminar bei Brant Houston w\u00e4hrend des Studiums in Dortmund. Elmer war angesteckt von der Methodik des Pioniers im \u201eComputer Assisted Reporting\u201c, aus strukturierten Daten Ansatzpunkte f\u00fcr journalistische Geschichten zu destillieren. Und so war es wiederum fast folgerichtig, dass Christina Elmer nach dem Volontariat als Redakteurin in der ersten Datenjournalismus-Redaktion Deutschlands begann, bei RegioData der dpa. \u201eWegweisend\u201c, nennt sie ihre damalige Arbeit in einem Team aus f\u00fcnf gleichgesinnten Kollegen: \u201eDabei kann man sich unglaublich gut austauschen und voneinander lernen, der kreative Prozess ist einfach viel reichhaltiger im Team. Nat\u00fcrlich arbeite ich heute auch bei jedem gr\u00f6\u00dferen Projekt im Team, aber in einem eigenen Ressort geht nat\u00fcrlich mehr.\u201c<\/p>\n<p>Als das dpa-Team nach drei Jahren wieder verkleinert wurde, war die Auswahl f\u00fcr Datenjournalisten bereits etwas gr\u00f6\u00dfer, und Christina Elmer wechselte mit der dpa-Infografik als Zwischenstation in das Team Investigative Recherche des stern. Auch ihr bisher letzter Schritt in die Online-Welt des Spiegel ergibt Sinn. Denn Datenjournalisten haben viele Visualisierungsm\u00f6glichkeiten, die sich besonders in Online-Medien gut ausspielen lassen.<\/p>\n<p>Doch die Entwicklung ist f\u00fcr Christina Elmer noch lange nicht am Ende \u2013 weder f\u00fcr ihre t\u00e4gliche Arbeit, noch f\u00fcr das Feld insgesamt. F\u00fcr die Zukunft hat sie sich zum Ziel gesetzt, den Datenjournalismus in der Redaktion auszubauen, zu verst\u00e4rken und mit allen Ressorts mehr Projekte anzuschieben: \u201eThematisch w\u00fcrde ich gerne ein paar Themen knacken, f\u00fcr die es aktuell noch keine Daten gibt, oder wo Daten zur\u00fcck gehalten werden. Vor allem im Bereich Politik und Umwelt gibt es einiges zu tun f\u00fcr Datenjournalisten.\u201c Und das gelte auch jenseits des eigenen Hauses: Beim Datenzugang, bei den Redaktionen selbst und bei den finanziellen Bedingungen f\u00fcr Journalisten gebe es \u00fcberall Entwicklungsbedarf.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren ist sie daher auch in der Aus- und Weiterbildung von Datenjournalisten engagiert. Was f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich ist, ist f\u00fcr viele Journalisten noch ungewohnt:  Recherchen mit ergebnisoffener Datenanalyse zu beginnen, um zun\u00e4chst ein m\u00f6glichst objektives Grundverst\u00e4ndnis f\u00fcr die Thematik zu entwickeln. \u201eEs w\u00e4re seltsam, anders an Themen heran zu gehen\u201c, sagt sie. Und auch damit ist sie dann dichter am urspr\u00fcnglichen Berufswunsch als gedacht. Denn nicht nur in dieser Herangehensweise ist es vom urspr\u00fcnglichen Ziel des Wissenschaftsjournalismus\u2018 zum Datenjournalismus nicht mehr weit.\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte Christina Elmer als Wissenschaftsjournalistin in Fernsehen und H\u00f6rfunk arbeiten. W\u00e4hrend des Journalistik- und Biologie-Studiums waren die Redakteure von Wissenschaftssendungen wie Quarks&amp;Co und den Reportagen der BBC ihre Vorbilder. 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