{"id":232,"date":"2014-07-05T11:06:11","date_gmt":"2014-07-05T09:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wordpress\/blog14\/?p=232"},"modified":"2020-10-14T14:30:35","modified_gmt":"2020-10-14T12:30:35","slug":"syrien-die-anteilnahme-in-deutschland-ist-wirklich-enttaeuschend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/syrien-die-anteilnahme-in-deutschland-ist-wirklich-enttaeuschend\/","title":{"rendered":"Syrien: \u201eDie Anteilnahme in Deutschland ist wirklich entt\u00e4uschend\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_23112\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-23112\" class=\"wp-image-23112 size-medium\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133-300x200.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133-768x512.jpg 768w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133-272x182.jpg 272w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/Syrienberichten_WR_K1_B_133.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-23112\" class=\"wp-caption-text\">Panel \u201eSyrien: Berichten unter Lebensgefahr \u2013 Die Lage der Journalisten in Syrien\u201c mit Majid al-Bunni und Christoph Reuter (v.l.n.r., Foto: Wulf Rohwedder)<\/p><\/div>\n<p><strong>Statt Werbepausen sendet der syrische Exilsender Baladna FM praktische Tipps: Die H\u00f6rer lernen, wie man Wunden versorgt oder mit knappen Vorr\u00e4ten eine ganze Familie versorgt. <em>Majid al-Bunni<\/em> moderiert f\u00fcr das Programm eine Radioshow direkt aus Berlin.<\/strong><\/p>\n<p><em>Herr al-Bunni, sie berichten f\u00fcr die Menschen in Syrien, leben aber in Berlin. Wie bekommen Sie da \u00fcberhaupt zuverl\u00e4ssige Informationen aus dem Kriegsgebiet?<\/em><\/p>\n<p>Das kommt darauf an, wie ich die Menschen am besten erreichen kann: \u00dcber Skype, Facebook oder Telefon. Manchmal kann man sie auch pers\u00f6nlich treffen, zum Beispiel an der Grenze zur T\u00fcrkei. So erf\u00e4hrt man die neuesten Nachrichten. Es h\u00e4ngt also mehr von ihnen als von uns ab.\u00a0Wir machen viermal pro Woche ein Liveprogramm f\u00fcr je eine Stunde. Trotzdem habe ich manchmal schon am Wochenende bis nach Mitternacht im Studio gesessen, nur weil ich auf einen Anruf gewartet habe. Aber ich brauchte halt das Interview oder die Informationen, und anders bekomme ich sie nicht.<\/p>\n<p><em>Ist das f\u00fcr ihre Interviewpartner nicht gef\u00e4hrlich?<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Es ist bei uns nicht unbedingt schwer herauszufinden, wer gerade spricht. Jeder tritt ja mit einem gewissen Namen auf. Da wei\u00df zum Beispiel jeder, wer \u201eJalid &#8211; Der Aktivist\u201c ist, weil der mit vielen Medien redet, nicht nur mit uns. Deswegen ist das kein gro\u00dfes Problem. Wir stellen unseren Interviewpartnern und Informanten aber auch immer sichere VPN-Verbindungen zur Verf\u00fcgung. Dabei hat uns eine kanadische Sicherheitsfirma geholfen. So k\u00f6nnen wir Identit\u00e4ten sch\u00fctzen, wenn das n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p><em>Wie umgehen sie denn die Zensur in Syrien, um ihre Sendung auszustrahlen?<\/em><\/p>\n<p>Wir senden nicht so viel in den Gebieten des Regimes. Da kann man uns nur im Internet h\u00f6ren, und wer das tut, kann jederzeit verhaftet werden. Das m\u00f6chten wir nat\u00fcrlich nicht. Deshalb senden wir eher in den Gebieten der Rebellen.<br \/>\nAu\u00dferdem hilft uns die deutsche NGO MiCT, unsere Sendung nach Syrien zu bringen. Die haben Transmitter im Land verteilt, damit k\u00f6nnen Internetradios wie wir auch \u00fcber FM Frequenz senden. Jetzt k\u00f6nnen wir \u00fcber all das berichten, was die Menschen in Syrien bewegt.<\/p>\n<p><em>Wie bringen sie ihre Sendung m\u00f6glichst unparteiisch nach Syrien? Ist das \u00fcberhaupt machbar?<\/em><\/p>\n<p>Man muss sehr aufpassen, welche Worte man w\u00e4hlt. Viele Medien generalisieren, da muss man vorsichtig sein. Mann muss st\u00e4ndig pr\u00fcfen und nat\u00fcrlich immer beide Seiten anh\u00f6ren. Baladna ist als Internetradio gestartet. Es ist kein Nachrichtenprogramm sondern eher eine Gemeinschaftssendung. Wir wollten die Balance in Syrien wieder herstellen und alle Seiten des Konflikts zeigen, auch wenn das nicht immer so klappt.<\/p>\n<p><em>Wie viele Leute erreichen Sie mit Ihrer Sendung und wie ist das Feedback?<\/em><\/p>\n<p>Das kommt auf das Material an, das wir senden. Einmal haben wir \u00fcber die Checkpoints berichtet, aber diesmal von beiden Seiten, also vom Regime und von den Rebellen. Das war richtig gut. Wir haben geschaut, was genau an diesen Checkpoints passiert und wie dort Menschen entf\u00fchrt werden. Diese Story hat richtig durchgeschlagen. Manchmal h\u00f6ren uns also vielleicht Tausende Menschen. Es kann aber auch sein, dass uns nur zehn Leute zuh\u00f6ren oder kein einziger. Es gibt ja mittlerweile etwa 20 neue Radiosender in Syrien und die machen alle einen wirklich guten Job.<\/p>\n<p><em>Wie reagieren Menschen in Deutschland, wenn Sie Ihnen von Ihrer Arbeit erz\u00e4hlen?<\/em><\/p>\n<p>Manchmal sind sie \u00fcberrascht, dass ich einen direkten Draht aus Berlin nach Syrien habe. Oft habe ich aber das Gef\u00fchl, das viele nur interessiert tun. In Wahrheit ist die Anteilnahme wirklich entt\u00e4uschend, aber ich erwarte auch nicht mehr.<\/p>\n<p><em>F\u00fcr Ihren Job werden sie nicht bezahlt. Was ist ihre Motivation?<\/em><\/p>\n<p>Es gibt Menschen in Syrien, die arbeiten Stunden, um eine interessante Geschichte zu bekommen. Das ist extrem schwierig. Aber diese Menschen m\u00fcssen ihre Geschichten erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Sonst w\u00e4re es so, als w\u00fcrde Syrien gar nicht existieren. Ohne Medien gibt es diese Geschichten einfach nicht. Das hei\u00dft nicht, dass ich den Menschen dort eine Stimme gebe. Aber immerhin versuchen wir die Leute zu informieren. Vielleicht habe ich nicht direkt die Macht etwas zu ver\u00e4ndern, aber es gibt Menschen, die das k\u00f6nnen. Deswegen machen wir das.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt Werbepausen sendet der syrische Exilsender Baladna FM praktische Tipps: Die H\u00f6rer lernen, wie man Wunden versorgt oder mit knappen Vorr\u00e4ten eine ganze Familie versorgt. Majid al-Bunni moderiert f\u00fcr das Programm eine Radioshow direkt aus Berlin. Herr al-Bunni, sie berichten f\u00fcr die Menschen in Syrien, leben aber in Berlin. 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