{"id":2647,"date":"2009-06-05T15:15:37","date_gmt":"2009-06-05T13:15:37","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=2647"},"modified":"2014-10-20T15:16:59","modified_gmt":"2014-10-20T13:16:59","slug":"eroeffnungsrede-von-heribert-prantl-auf-der-nr09","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/eroeffnungsrede-von-heribert-prantl-auf-der-nr09\/","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnungsrede von Heribert Prantl auf der nr09"},"content":{"rendered":"<h2>Sind Zeitungen systemrelevant? \u2013 von Heribert Prantl<\/h2>\n<h3>Er\u00f6ffnungsrede beim Jahrestreffen des Netzwerk Recherche am 05. Juni 2009 im NDR-Konferenzzentrum in Hamburg<\/h3>\n<p>Zeitungen sind systemrelevant, und ich kann es beweisen. Sie sind systemrelevanter als die HRE-Bank, als die Deutsche und die Dresdner Bank. Sie sind sehr viel systemrelevanter als Opel und Arcandor. Die S\u00fcddeutsche Zeitung ist systemrelevant, die FAZ ist es, der Spiegel, die Zeit, die Welt, die Frankfurter Rundschau und die taz sind es. Viele andere sind es auch. Das System, f\u00fcr die sie alle relevant sind, hei\u00dft nicht Marktwirtschaft, nicht Finanzsystem und nicht Kapitalismus, sondern Demokratie. Demokratie ist eine Gemeinschaft, die ihre Zukunft miteinander gestaltet. Und die Presse in all ihren Erscheinungsformen, gedruckt, gesendet, digitalisiert, ist eine ihrer wichtigsten Gestaltungskr\u00e4fte. Der Beweis f\u00fcr die Systemrelevanz der Presse ist 177 Jahre alt, er beginnt 1832 und er dauert bis heute. Er ergibt sich aus der Gesamtgeschichte der deutschen Demokratie.<\/p>\n<p>Diese Geschichte der deutschen Demokratie beginnt 1832 auf dem Hambacher Schloss, bei der ersten deutschen Gro\u00dfdemonstration. Ihr Hauptorganisator war unser journalistischer Urahn Phillipp Jakob Siebenpfeiffer, geboren im Revolutionsjahr 1789. Als die Regierung seine Druckerpresse versiegelte, verklagte er sie mit dem Argument: Das Versiegeln von Druckerpressen sei genauso verfassungswidrig wie das Versiegeln von Back\u00f6fen. Das ist ein wunderbarer Satz, weil darin die Erkenntnis steckt, dass Pressefreiheit das t\u00e4gliche Brot ist f\u00fcr die Demokratie. Das ist die Hambacher-Schloss- Erkenntnis von 1832: Pressefreiheit ist das t\u00e4gliche Brot f\u00fcr die Demokratie.<\/p>\n<p>Hambach war damals, in den ersten Tagen der deutschen Demokratie, der Boden, in den die Freiheitsb\u00e4ume gepflanzt wurden. Heute sind diese Freiheitsb\u00e4ume gut verwurzelt, sie sind gro\u00df gewachsen, sie werden gepflegt vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Karlsruhe ist so etwas wie das Hambach unserer Zeit. Und dieses Karlsruhe hat die Systemrelevanz der Presse in gro\u00dfen Urteilen best\u00e4tigt. Im Spiegel-Urteil von 1965, im Cicero-Urteil von 2007: \u201eEine freie, nicht von der der \u00f6ffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse\u201c ist ein \u201eWesenselement des freien Staates\u201c. Und: Die Presse ist ein \u201est\u00e4ndiges Verbindungs- und Kontrollorgan zwischen dem Volk und seinen gew\u00e4hlten Vertretern in Parlament und Regierung\u201c. Das ist nicht ganz so plastisch formuliert wie im Hambacher Schloss, bedeutet aber nichts anderes: Pressefreiheit ist das t\u00e4gliche Brot der Demokratie.<\/p>\n<p>Das t\u00e4glich Brot gibt uns nat\u00fcrlich auch der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk und das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen, er\/es ist Presse im Sinne des Gesetzes &#8211; und wird f\u00fcr das t\u00e4gliche Brot auch gut entlohnt. Die Anerkennung der Systemrelevanz des \u00f6ffentlichrechtlichen Rundfunks sind die Rundfunkgeb\u00fchren. Verglichen mit dem, was ARD, ZDF, Deutschlandfunk &amp; Co insgesamt schon an Rundfunkgeb\u00fchren erhalten haben, ist das Milliardenkonjunkturpaket f\u00fcr die Wirtschaft der Jahre 2008\/2009 nur ein P\u00e4ckchen, sind die bisherigen staatlichen Ausgaben f\u00fcr die HRE-Bank beinah ein Kleinkredit. Aber f\u00fcr dieses Geld liefert der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk nicht nur das t\u00e4glich Brot, sondern auch allerlei Geb\u00e4ck: S\u00fc\u00dfzeug, H\u00f6rnchen mit Quark und Plunder mit Frischk\u00e4se.<\/p>\n<p>Sie glauben jetzt wahrscheinlich, ich h\u00e4tte mit diesen Ausf\u00fchrungen zur Systemrelevanz der gedruckten Presse mein Pl\u00e4doyer f\u00fcr deren Staatsfinanzierung oder Staatsunterst\u00fctzung begonnen. Nein, wirklich nicht. Ich will keine Solidarit\u00e4tsabgabe f\u00fcr die Presse, keine Staatsb\u00fcrgschaft, kein Hilfspaket und keinen Notgroschen. Den Zeitungen fehlt es gerade noch, dass es bei ihnen zugeht wie beim ZDF \u2013 dass also die politischen Parteien glauben, sie k\u00f6nnten sich nicht nur den Chefredakteur beim ZDF, sondern auch noch den bei der taz aussuchen. Ich will aber vor allem deswegen keine Staatsb\u00fcrgerschaft, kein staatliches Hilfspaket und keinen Notgroschen f\u00fcr die Zeitungen, weil ich die Not der Zeitungen, \u00fcber die allenthalben geklagt wird, so nicht sehe.<\/p>\n<p>Ich sehe eher einen merkw\u00fcrdigen journalistischen Dekadentismus, der eine Mischung ist aus Melancholie, Leichtlebigkeit, Weltschmerz und vermeintlicher Ohnmacht gegen\u00fcber Anzeigenschwund und Internet, gegen\u00fcber dem Stand und dem angeblichen unaufhaltsamen Gang der Dinge. Die angebliche Not, die angebliche Existenzkrise, ja Todesn\u00e4he der Zeitungen oder gleich gar des professionellen Journalismus, das alles geh\u00f6rt zu den Hysterien, die im Journalismus noch besser gedeihen als anderswo. Der Kikeriki-Journalismus, die aufgeregte Kr\u00e4herei, die seit einiger Zeit unsere politische Publizistik pr\u00e4gt, kr\u00e4ht nun das eigene Ende herbei. Man schreibt sich sein eigenes fin de siecle. Man schreibt sein eigenes Produkt schlecht, so lange bis es alle glauben \u2013 selbst kluge Leute wie J\u00fcrgen Habermas und Dieter Grimm.<\/p>\n<p>Der Philosoph J\u00fcrgen Habermas und Dieter Grimm, der fr\u00fchere, f\u00fcr die Pressefreiheit zust\u00e4ndige Bundesverfassungsrichter, haben f\u00fcr eine Staatsfinanzierung von Zeitungen geworben. Sie glaubten und glauben an die existentielle Not von Zeitungen \u2013 und ihre Antwort darauf ist eine fast verzweifelte demokratische Liebeserkl\u00e4rung. Wir, die Journalisten, haben sie zumeist ziemlich \u00fcberheblich zur\u00fcckgewiesen, nicht selten deshalb, weil eine solche Zur\u00fcckweisung leichter ist, als die Phantasielosigkeit des eigenen Verlagsmanagements zu beklagen und als \u00fcberzogene Renditeerwartungen der eigenen Verleger anzuprangern. \u00dcberzogene Gewinnerwartungen von Eigent\u00fcmern sind kein Ausdruck von Not, sondern von Kurzsichtigkeit und Dummheit.<\/p>\n<p>Es ist ja bittesch\u00f6n nicht so, dass die Zeitungen in Deutschland rote Zahlen schreiben, es ist nicht so, dass sie seit Jahren in der Verlustzone drucken. Sie machen nur nicht mehr so hohe Gewinne wie zuvor. Das kommt in den besten Unternehmen vor, auch in den Unternehmen, f\u00fcr dies es kein spezielles Grundrecht gibt. Die Verlage nutzen aber die angebliche Not f\u00fcr \u00fcberzogene Notwehr. Viele der sogenannten Restrukturierungsma\u00dfnahmen und K\u00fcndigungswellen in deutschen Medienh\u00e4usern sind Putativnotwehrexzesse \u2013 die zugleich, und das ist das wirklich Tragische, die Basis f\u00fcr k\u00fcnftiges Gedeihen der Presseunternehmen gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Die deutschen Zeitungen brauchen kein Staatsgeld. Sie brauchen aber Journalisten und Verleger die ihre Arbeit ordentlich machen. Sie brauchen Journalisten, die neugierig, unbequem, urteilskr\u00e4ftig, selbstkritisch und integer sind. Sie brauchen Verleger, die einen solchen Journalismus sch\u00e4tzen, die also von ihren Zeitungen mehr wollen als Geld, die stolz sind darauf, dass sie Verleger sind; und denen dieser Stolz mehr bedeutet als ein oder zwei Prozent mehr Gewinn.<\/p>\n<p>Die deutsche Publizistik hat sich von der US-Zeitungsdepression lustvoll anstecken lassen. Man tut so, als sei es gottgegeben, dass der \u201estate of play\u201c in den USA auch der \u201eStand der Dinge\u201c in Deutschland ist. Man sieht das amerikanische Zeitungssterben, \u00fcbersieht zugleich, dass immer noch erstaunliche 50 Prozent aller erwachsenen Amerikaner t\u00e4glich eine Zeitung aufschlagen. Gleichwohl gibt es die US-Krise nat\u00fcrlich. Lange bevor sich im Herbst 2008 die Banken- und Finanzkrise zuspitzte, steckten 19 der 50 gr\u00f6\u00dften US-Zeitungen in roten Zahlen. Wenn es einem Wirtschaftszweig in den USA heute noch schlechter geht als den Banken, dann sind das die Tageszeitungen. Stephan Russ-Mohl, der Journalistik-Professor in Lugano, vermeldet, was die Medienunternehmen mit den Finanzjongleuren von der Wall Street gemein haben: \u201eEs ist noch nicht allzu lange her, da gab es nur eine einzige Branche, in der sich mit dem eingesetzten Geld noch mehr Geld verdienen lie\u00df (als mit Banken und Zeitungen): (mit) Spielcasinos.\u201c<\/p>\n<p>Banken, Zeitungen, Spielcasinos: Das sollte den Blick darauf lenken, was zur USZeitungsdepression gef\u00fchrt hat. Es war vor allem die Geldsucht. Das US-Zeitungswesen ist jener Wall-Street-Theorie zum Opfer, wonach man Profite dadurch maximiert, in dem man das Produkt minimiert.<\/p>\n<p>Die US-Zeitungen sind an die B\u00f6rse gegangen und dann an der B\u00f6rse heruntergewirtschaftet worden. Der Wert der Zeitungen wurde von der Wertsch\u00e4tzung nicht der Leser, sondern der Aktion\u00e4re abh\u00e4ngig gemacht. \u00dcberall und st\u00e4ndig wurde von den Zeitungen gefordert, ihren Aktienwert zu verbessern. Deswegen gab es Kahlschlag- Sanierungen, Korrespondentennetze wurden zerschnitten, B\u00fcros geschlossen, Redaktionen kastriert, die Druckkosten zu Lasten der gedruckten Inhalte gesenkt. An immer mehr Zeitungen haben die Investsmentfonds wesentliche Aktienanteile gehalten. Dass Fondsmanager kein Interesse am Zeitungsmachen haben, liegt auf der Hand. Das war und ist der eine Grund f\u00fcr die US-Zeitungsmisere. Der andere hat vielleicht auch mit diesem einen zu tun: Die US-Zeitungen haben in der Bush-\u00c4ra fast komplett versagt.<\/p>\n<p>In Washington hat sich \u2013 so konstatiert der Pulitzer-Preistr\u00e4ger Russell Baker \u2013 \u201edas renommierte Corps der Hauptstadtkorrespondenten mit L\u00fcgen abspeisen und zur Hilfstruppe einer Clique neokonservativer Verschw\u00f6rer machen lassen\u201c. Die Blogs waren daher nichts anderes als eine demokratische Not- und Selbsthilfe. Blogger haben die kritischen Analysen und Kommentare gegen Bush und den Irak-Krieg lesen, die man in den Zeitungen nicht lesen konnte. Ein guter Journalismus muss wegen der Blogger nicht Heulen und Z\u00e4hneklappern kriegen: Er kann dem Blog dankbar sein, wenn und weil er seine L\u00fccken substituiert und seine Fehler aufzeigt.<\/p>\n<p>Man kann viel lernen aus der US-Zeitungsdepression. Vor allem, was man tun muss, um nicht in eine solche Depression zu geraten. Da muss man einiges tun: Vielleicht muss zu allererst an die Stelle von Larmoyanz wieder Leidenschaft treten. Ein leidenschaftlicher Journalismus n\u00e4hme die Manipulationen der Presse durch die Bahn AG nicht so gleichg\u00fcltig hin, wie dies geschieht. Da m\u00fcsste es einen Aufschrei geben. Aber vielleicht geniert man sich ja, erstens weil man diese Manipulationen mit sich hat machen lassen und weil diese zweitens nicht von der Presse, sondern von der Privatorganisation \u201eLobby-Control\u201c aufgedeckt wurden<\/p>\n<p>Und \u00fcberhaupt: Die Blogs, das Internet. Ich wei\u00df nicht, warum man sich als Zeitungsmensch vor der digitalen \u201eHuffington Post\u201c f\u00fcrchten soll. Sie macht das, was eine gute deutsche Zeitung auch macht: ordentlichen Journalismus. Man sollte endlich damit aufh\u00f6ren, Gegens\u00e4tze zu konstruieren, die es nicht gibt \u2013 hie Zeitung und klassischer Journalismus, da Blog mit einem angeblich unklassischen Journalismus. Man sollte damit aufh\u00f6ren, mit \u00f6konomischem Neid auf die Blogs zu schauen. Mit und in den Blogs wird sehr viel weniger Geld gemacht als mit den Zeitungen. Man sollte auch aufh\u00f6ren mit dem Gerede, dass der \u201eklassische\u201c Journalismus in einem Bermuda-Dreieck verschwinde. Der gute klassische ist kein anderer Journalismus als der gute digitale Journalismus. Die Grundlinien laufen quer durch diese Raster und Cluster: Es gibt guten und schlechten Journalismus, in allen Medien. So einfach ist das.<\/p>\n<p>Guter Journalismus hat gute, er hat gro\u00dfe Zeiten vor sich: Noch nie hatten Journalisten ein gr\u00f6\u00dferes Publikum als nach der digitalen Revolution. Noch nie war Journalismus weltweit zug\u00e4nglich. Und es gab wohl noch nie so viel Bed\u00fcrfnis nach einem orientierenden, aufkl\u00e4renden, einordnenden und verl\u00e4sslichen Journalismus wie heute.<\/p>\n<p>Es ist doch so: Die Ausweitung des wissbaren Wissen durch das Netz (der Philosoph Martin Bauer nennt es die horizontale Erweiterung des Wissens) wird auf Kosten ihrer Vertiefung erwirtschaftet (also, nach Bauer, ihrer Vertikalisierung). Kurz: Die Datenmenge nimmt zu, aber die Datenverarbeitung bleibt aus. Da kommt dem Journalismus eine neue Aufgabe zu: Gegen Datentrash hilft nur Reflektion und Hintergrundbildung. Daher muss der Print-Journalismus auf die Medienrevolution auch mit der Erfindung neuer \u201eFormate\u201c reagieren, in denen er eine Aschenputtel-Aufgabe wahrnimmt: Die guten ins T\u00f6pfchen, die schlechten ins Kr\u00f6pfchen. Die T\u00f6pfchen \u2013 das sind die neuen Formate, in denen die Datenmenge des Web sortiert und bewertet wird.<\/p>\n<p>Der Amateur-Journalismus, der in den Blogs Bl\u00fcten treibt, ist kein Anlass f\u00fcr professionellen Griesgram. Dieser Amateur-Journalismus bietet doch Chancen f\u00fcr eine fruchtbare Zusammenarbeit. Er ist ein demokratischer Gewinn. Mich erinnern diese Blogger an die b\u00fcrgerlichen Revolution\u00e4re von 1848\/49, mich erinnert die Kommunikationsrevolution heute an die vor 150 Jahren.<\/p>\n<p>Die Revolution von 1848\/49 war auch eine Kommunikationsrevolution. Die Zahl der deutschsprachigen Tageszeitungen verdoppelte sich damals fast, von 940 im Jahr 1847 auf 1700 zwei Jahre sp\u00e4ter. In Paris stieg die Auflage aller Zeitungen von 50 000 vor der Revolution auf 400 000 im Mai 1848, als man in Paris 171 Zeitungen z\u00e4hlte. Eine der Hauptt\u00e4tigkeiten der unglaublich vielen politischen Vereine, die damals gegr\u00fcndet wurden, bestand darin, aus Zeitungen vorzulesen und sie gemeinsam zu bearbeiten.<\/p>\n<p>Durch die explosionsartige Ausbreitung der Presse und durch das neue Verkehrsmittel Eisenbahn entstand ein neuer, gr\u00f6\u00dferer Erfahrungsraum. In Deutschland wurde auf diese Weise die Intellektuellen-Idee eines gemeinsamen deutschen Vaterlandes zu einer erfahrbaren Realit\u00e4t. Kurz: Das Revolutionsjahr 1848 steht f\u00fcr einen politischen Lernprozess, der hunderttausende von Menschen einbezog und ihnen M\u00f6glichkeiten zur politischen Partizipation gab. 150 Jahre sp\u00e4ter bietet die digitale Revolution diese M\u00f6glichkeit wieder, in nie gekannter Dimension.<\/p>\n<p>Anders gesagt: Blogs sind \u201emehr Demokratie\u201c, bei allen Unw\u00e4gbarkeiten. Blogs bergen die Chance zu einer neuen b\u00fcrgerlichen Revolution. Soll da wirklich der professionelle Journalismus die Nase hochziehen, so wie es vor 150 Jahren die etablierten f\u00fcrstlichen Herrschaften und die monarchischen Potentaten getan haben?<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir in Deutschland einfach nicht mehr so viel von Pressefreiheit reden, sondern sie einfach praktizieren. Zu viel Weihrauch, sagt das Sprichwort, ru\u00dft den Heiligen. Was f\u00fcr einen Heiligen gilt, kann auch f\u00fcr ein Grundrecht gelten: In den Weihrauchschwaden ritualisierter Lobpreisungen erkennt man es kaum mehr, es verliert sein Gesicht. Dem Gesetzgeber gilt die Pressefreiheit ohnehin als Ged\u00f6ns-Grundrecht. Es geh\u00f6rt zu dem gl\u00e4nzenden Tand, den man sich besonderen Tagen, etwa zum Grundgesetz-Jubil\u00e4um, aufh\u00e4ngt \u2013 so wie das ein eine deutsche Familie mit dem Weihnachtsschmuck am 24. Dezember macht. Nach dem Fest r\u00e4umt man das Zeug wieder weg.<\/p>\n<p>Im gesetzgeberischen Alltag spielt die Pressefreiheit keine Rolle, siehe zuletzt das BKAGesetz, siehe die Vorratsdatenspeicherung, siehe die Gesetze zur \u00dcberwachung der Telekommunikation. Journalisten-Telefone werden \u00fcberwacht, die Telefonnummern werden gespeichert, die Journalisten-Computer k\u00f6nnen durchsucht werden \u2013 gerade so, als g\u00e4be es keinen Schutz der Vertraulichkeit, als g\u00e4be es kein Redaktionsgeheimnis. Was hilft das in der Strafprozessordnung verankerte Zeugnisverweigerungsrecht, was hilft es dem Journalisten, wenn er die Auskunft dar\u00fcber verweigern darf, wer ihm bestimmte Informationen gegeben hat \u2013 wenn der Staat das durch Computerdurchsuchung oder Telefon\u00fcberwachung ohne weiteres herausbekommen kann?<\/p>\n<p>Die Pressefreiheit muss, so ist es leider seit l\u00e4ngerer Zeit, beiseite springen, wenn der Staat mit Blaulicht, also mit Sicherheitsinteressen, daherkommt. Der Gesetzgeber hat es sich angew\u00f6hnt, Pressefreiheit gering zu sch\u00e4tzen. Ich frage mich freilich, ob es sich nicht auch der Journalismus angew\u00f6hnt hat, sich selber gering zu sch\u00e4tzen. Geht nicht wom\u00f6glich von der Presse selbst mehr Gefahr f\u00fcr die Pressefreiheit aus, als vom Gesetzgeber? Ich glaube ja: Die wirklich gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr den Journalismus hierzulande geht vom Journalismus, von den Medien selbst aus \u2013 von einem Journalismus, der den Journalismus verachtet; von Verlegern, die ihn aus echten oder vermeintlichen Sparzw\u00e4ngen kaputtmachen, von Medienunternehmern, die den Journalismus auf den Altar des Anzeigen- und Werbemarktes legen.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt es an meiner Regensburger Vergangenheit, dass mir an dieser Stelle ein Spruch des verstorbenen Regensburger F\u00fcrsten von Thurn und Taxis einf\u00e4llt. Der hat einmal \u00fcber das f\u00fcrstliche Verm\u00f6gen gesagt: Es sei so gro\u00df, dass man es nicht versaufen, verfressen oder verhuren k\u00f6nne \u2013 man k\u00f6nne es nur verdummen. Manchmal habe ich das Gef\u00fchl, dass es mit dem geistigen und \u00f6konomischen Verm\u00f6gen, das in gro\u00dfen deutschen Zeitungen steckt, auch so ist.<\/p>\n<p>Im Tagungsthema steht das Wort \u201eMorgen\u201c. Wie wird der Journalismus morgen aussehen? Wer \u00fcber die Zukunft reden will, muss die Vergangenheit kennen. Ich habe eingangs unseren Urahn Philipp Jakob Siebenpfeiffer erw\u00e4hnt, weil er am Beginn einer Reihe von gro\u00dfen Journalisten steht. In der Weimarer Republik hie\u00dfen die Siebenpfeiffers Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky, in der Bundesrepublik hie\u00dfen sie Henri Nannen und Rudolf Augstein; auch Axel Springer \u2013 bei allen Differenzen und Unterschieden wussten sie, dass der Journalismus eine Aufgabe hat, die \u00fcber das Geldverdienen hinausgeht.<\/p>\n<p>Ich rede gerne von diesen gro\u00dfen Namen des Journalismus \u2013 weil sie nicht nur f\u00fcr die Vergangenheit, sondern auch f\u00fcr die Zukunft des Journalismus stehen. Es ist wichtig, dass die jungen Kollegen in den Journalistenschulen nicht nur lernen, wie der \u201eCrossover- Journalismus\u201c funktioniert, dass sie nicht nur lernen, wie man effektiv und schnell schreibt und produziert, sondern dass sie auch erfahren, dass es journalistische Vorbilder gibt, gro\u00dfe Vorbilder \u2013 und warum sie sind und wie sie es wurden. Warum? Weil sie nicht nur wunderbare journalistische Handwerker waren, weil sie nicht nur kluge Verleger waren \u2013 sondern weil sie eine Haltung hatten.<\/p>\n<p>Haltung: Das Wort ist aus der Mode gekommen. Haltung hei\u00dft: f\u00fcr etwas einstehen, Haltung hei\u00dft: Sich nicht verbiegen lassen, nicht von kurzfristigen Moden, nicht von unrealistischen Renditeerwartungen, nicht von Bilanzen. Ich bin davon \u00fcberzeugt: Wenn die journalistische Bilanz der Zeitung, eines Medienunternehmens stimmt, dann stimmt langfristig auch die \u00f6konomische. Zur angemessenen journalistischen Haltung heute geh\u00f6rt auch, sich gemeinsam zu \u00fcberlegen, wie man auf \u201ekreative\u201c Weise sparen kann. Das hei\u00dft: Wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber klar werden, was eine Presse braucht, die ihre Freiheit gegen die \u00d6konomisierung von Nachrichten- und Medienm\u00e4rkten politisch verteidigen will.<\/p>\n<p>Noch einmal: Vielleicht sollten wir von Pressefreiheit weniger reden, sie daf\u00fcr aber mehr praktizieren \u2013 das gilt f\u00fcr Verlage und Redaktionen. Ich nenne ausdr\u00fccklich beide: Verlage und Redaktionen. Sie beide m\u00fcssen in ihrer Arbeit, nicht durch wohlfeile Resolutionen an den Gesetzgeber, zeigen, was Pressefreiheit ist und was sie ihnen wert ist. Schlimmer als Cicero-Razzien, als Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung sind geistige Zwangsjacken, die sich der Journalismus selber anzieht, schlimmer sind die Kastrations- Aktionen, welche Verleger in den Redaktionen exekutieren. Pressefreiheit ist nicht die Freiheit, Redaktionen auszupressen. Pressefreiheit ist auch nicht die Freiheit, sie durch redaktionelle Zeitarbeitsb\u00fcros zu ersetzen, als gelte es, ein Call-Center eine Weile am Laufen zu halten. Pressefreiheit ist nicht die Freiheit der Heuschrecken, sondern die Freiheit verantwortungsbewusster Journalisten und Verleger. Heuschrecken fressen alles, auch die Pressefreiheit. Manchmal tarnen sich Heuschrecken auch als brave K\u00e4fer.<\/p>\n<p>Journalistische Arbeit kann man nicht einfach in PR-B\u00fcros, lobbyfinanzierte Werbeagenturen und Schreibb\u00fcros auslagern. Genau das geschieht aber: Es besteht wie noch nie seit 1945 die akute Gefahr, dass der deutsche Journalismus verflacht und verdummt, weil der Renditedruck steigt; weil an die Stelle von sach- und fachkundigen, nicht von Interessengruppen bezahlten Journalisten immer \u00f6fter von Produktionsassistenten f\u00fcr Multimedia gesetzt werden, wieselflinke Generalisten, die von allem wenig und von nichts richtig etwas verstehen. Aus dem Beruf, der heute Journalist hei\u00dft, wird dann ein multifunktionaler Verf\u00fcller von Zeitungs- und Webseiten. Solche Verf\u00fcllungstechnik ist allerdings nicht die demokratische Kulturleistung, zu deren Schutz es das Grundrecht der Pressefreiheit gibt.<\/p>\n<p>Der Presse ist die Freiheit garantiert. Presse sind Journalisten, Verleger, Medienunternehmen. Die Pressefreiheit k\u00f6nnte entfallen, wenn diese Freiheit als Freiheit ohne Verantwortung missverstanden wird \u2013 und: Wenn Medienunternehmen sich nur noch als Renditeunternehmen wie jedes andere auch verstehen. Manager, die glauben, die Herstellung von Druckwerken sei nichts anderes als die Herstellung von Plastikfolien, t\u00e4uschen sich. F\u00fcr die Hersteller von Plastikfolien gibt es kein eigenes Grundrecht. Es hat einen Grund, warum es das Grundrecht der Pressefreiheit gibt: Pressefreiheit ist Voraussetzung daf\u00fcr, dass Demokratie funktioniert. Wird dieser Grundsatz nicht mehr geachtet, wird das Grundrecht grundlos. Dann verlieren Zeitungen wirklich ihre Zukunft.<\/p>\n<p>Es gibt immer mehr Leute, die schon die Todesanzeigen f\u00fcr die Zeitung entwerfen: \u201eGeboren 1603 in Stra\u00dfburg\/Elsass, gestorben 2020. Wir werden der Zeitung ein ehrendes Andenken bewahren.\u201c Diese Beerdigungsredner reden allerdings nicht von der Zusammenlegung von Redaktionen, auch nicht von entlassenen Redakteuren und nicht vom Outsourcing \u2013 sondern vom Internet. Seitdem der amerikanische Publizist Philip Meyer im Jahr 2004 ein Buch mit dem Titel \u201eThe Vanishing Newspaper\u201c ver\u00f6ffentlicht, also das Verschwinden der Tageszeitung angek\u00fcndigt hat, h\u00f6ren sich die Podiumsdiskussionen auf Medientagen \u00fcber das Internet so an wie Vorbereitungen zur Beerdigung der Zeitungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr derlei \u00dcberlegungen ist es aber erstens ein bisschen fr\u00fch, denn selbst Professor Meyer hat den Tod der Tageszeitung erst f\u00fcr das Jahr 2043 vorhergesagt. Zweitens k\u00f6nnte es sich mit Meyers Prophezeiungen so verhalten wie mit denen seines Kollegen Francis Fukuyama, der 2002, als das \u00f6stliche Imperium und der Staatskommunismus zusammengebrochen waren, das \u201eEnde der Geschichte\u201c ausgerufen hat. Die Geschichte mochte sich dann nicht daran halten.<\/p>\n<p>Aber es gibt den von mir schon beschriebenen Ehrgeiz, das Zeitungssterben und die von Meyer berechnete Mortalit\u00e4t zu beschleunigen. Zuletzt hat sich in Deutschland David Montgomery bem\u00fcht, der \u201eBerliner Zeitung\u201c den Journalismus auszutreiben und aus der Zeitung eine Benutzeroberfl\u00e4che zu machen, auf der immer weniger von dem platziert wird, was Geld kostet (n\u00e4mlich gute Artikel), aber immer mehr von dem, was Geld bringt (n\u00e4mlich Werbung und Product-Placement). Das Muster kennt man, wie schon erw\u00e4hnt, aus den USA: Journalisten werden entlassen, Korrespondenten eingespart, Redaktionen aufgel\u00f6st, eigene Texte durch solche von Agenturen ersetzt oder billig eingekauft. Die Chefredaktion verwandelt sich in eine Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Geist mutiert in Geistlosigkeit. Man spart, bis die Leser gehen. Es ist wie eine absonderliche Version des M\u00e4rchens vom Rumpelstilzchen: Es wird \u2013 aus Geldsucht und Unverstand \u2013 Gold zu Stroh gesponnen. Bei der Berliner Zeitung hat sich das Blatt nun hoffentlich zum wieder Besseren gewendet. Aber ich f\u00fcrchte: Montgomery ist zwar weg, aber sein Beispiel macht Schule.<\/p>\n<p>Die gute Zukunft der Zeitung sieht anders aus: Die Tageszeitung muss sich, sie wird sich ver\u00e4ndern \u2013 sehr viel mehr, als die Konkurrenz von Rundfunk und Fernsehen sie ver\u00e4ndert hat. Der Inhalt der Zeitung wird ein anderer sein, als man es bisher gewohnt war, aber sie wird immer noch und erst recht Zeitung sein: Und die Texte, die dort stehen, werden Nachrichten im Ursinne sein m\u00fcssen \u2013 Texte zum Sich-danach-Richten. Es wird auch Texte und Formate geben m\u00fcssen, die den Datentrash des Internet sortieren, ordnen und bewerten. Das kriegt man nicht umsonst, das kostet. Aber ich glaube, dass sich viele Zeitungsleser das auch etwas kosten lassen werden \u2013 und dass es User geben wird, die genau deswegen zur Zeitung finden werden.<\/p>\n<p>Gegen Datentrash hilft, wie gesagt, nur Reflektion und Hintergrundbildung. Das muss die Zeitung bieten. Mit einem allm\u00e4hlich verdummenden Journalismus kann man das aber nicht leisten. Ein Billigjournalismus ist zum Wegwerfen, nicht zum Lesen. Wenn sich eine Zeitung an Anzeigenbl\u00e4ttern orientiert, ist sie keine Zeitung mehr, sondern eben ein Anzeigenblatt, das nicht einmal mehr ausreichend Anzeigen kriegt.<\/p>\n<p>Weil der Journalismus kein Billigjournalismus sein darf, kann es auch nicht mehr lang gut gehen, dass Zeitungen ihre wichtigsten St\u00fccke im Internet verschenken. Das ist eine, im Wortsinn, Selbstpreisgabe. Es wird sehr schnell ein Kurswechsel stattfinden m\u00fcssen \u2013 hin zu einem ganz einfach, simplen, gut praktikablen System des Micro-Payment pro Artikel. Den Appetizer gibt es dann umsonst, das Hauptgericht kostet ein paar Cent. Click and buy: Das bringt niemanden um, das macht aber die Zeitungen st\u00e4rker.<\/p>\n<p>Ansonsten h\u00e4tte ich nichts dagegen, wenn das Stiftungswesen, das sich in Deutschland erfreulicherweise sehr im Aufschwung befindet, sich auch der einen oder anderen Zeitung ann\u00e4hme: Das Zeitungswesen k\u00f6nnte ein wenig M\u00e4zenatentum durchaus vertagen. Eine Zeitungsstiftung ist ein wahre Gemeinwohl-Stiftung. Das FAZ-Stiftungsmodell \u2013 die Fazit- Stiftung verteidigt seit Jahrzehnten die finanzielle und redaktionelle Unabh\u00e4ngigkeit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung \u2013 m\u00fcsste doch Nachahmer locken k\u00f6nnen. Es gibt ja nicht wenige kluge und verantwortungsbewusste Milliard\u00e4re in Deutschland.<\/p>\n<p>Das Internet, das Internet. Viele Zeitungsleute reden dar\u00fcber wie von einem neuen Hunneneinfall. Die Hunnen kamen vor 1500 Jahren aus dem Nichts, schlugen alles kurz und klein (und verschwanden hundert Jahre sp\u00e4ter wieder). Das Internet schl\u00e4gt gar nichts kurz und klein. Das ist doch auch die Lehre aus jeder mediengeschichtlichen Revolution: Kein neues Medium hat je die alten Medien verdr\u00e4ngt. Es kommt zu Koexistenzen. Das Internet ersetzt nicht gute Redakteure, es macht gute Journalisten nicht \u00fcberfl\u00fcssig; im Gegenteil: es macht sie noch wichtiger als bisher.<\/p>\n<p>Und es wird weiterhin und mehr denn je gelten: Autorit\u00e4t kommt von Autor und Qualit\u00e4t kommt von Qual. Dieser Qualit\u00e4ts-Satz Satz h\u00e4ngt zwar in der Hamburger Journalistenschule, aber er gilt nicht nur f\u00fcr Journalistensch\u00fcler. Er meint nicht, dass man die Leser und User mit d\u00fcmmlichem, oberfl\u00e4chlichem Journalismus qu\u00e4len soll. Qualit\u00e4t kommt von Qual: Dieser Satz verlangt von Journalisten in allen Medien, auch im Internet, dass sie sich qu\u00e4len, das Beste zu leisten \u2013 und er verlangt von den Verlegern, dass sie die Journalisten in die Lage versetzen, das Beste leisten zu k\u00f6nnen. Dann hat Journalismus eine gl\u00e4nzende Zukunft.<\/p>\n<p>Bleiben wir beim Morgengrauen. Morgengrauen ist der beginnende \u00dcbergang zwischen Nacht und Tag. Wenn wir den Journalismus in diesem \u00dcbergang verorten k\u00f6nnten \u2013 dann k\u00f6nnten wir sehr gl\u00fccklich sein. Wenn die Nacht zu Ende geht, hat man die Chance, aus dem Tag etwas Gescheites zu machen.<br \/>\n<em>Dr. Heribert Prantl leitet die innenpolitische Redaktion der S\u00fcddeutschen Zeitung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind Zeitungen systemrelevant? \u2013 von Heribert Prantl Er\u00f6ffnungsrede beim Jahrestreffen des Netzwerk Recherche am 05. Juni 2009 im NDR-Konferenzzentrum in Hamburg Zeitungen sind systemrelevant, und ich kann es beweisen. Sie sind systemrelevanter als die HRE-Bank, als die Deutsche und die Dresdner Bank. Sie sind sehr viel systemrelevanter als Opel und Arcandor. 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