{"id":307,"date":"2014-07-04T20:24:13","date_gmt":"2014-07-04T18:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wordpress\/blog14\/?p=307"},"modified":"2020-10-14T16:52:58","modified_gmt":"2020-10-14T14:52:58","slug":"journalismus-aus-der-luft-lohnen-drohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/journalismus-aus-der-luft-lohnen-drohnen\/","title":{"rendered":"Journalismus aus der Luft &#8211; lohnen Drohnen?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_22745\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22745\" class=\"wp-image-22745\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706-300x200.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706-768x512.jpg 768w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706-272x182.jpg 272w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/lohnen_drohnen_rh_s2_b_3706.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-22745\" class=\"wp-caption-text\">Live-Vorf\u00fchrung im Panel \u201eLohnen Drohnen? &#8211; Journalismus von oben\u201c (Foto: Raphael H\u00fcnerfauth)<\/p><\/div>\n<p>Mit einem Piepsen startet der Motor, rote und blaue Lichter leuchten an den Rotoren auf. Mit einem lauten Brummen hebt\u00a0die Maschine von \u00a0Fabian Werba ab: Sein Oktokopter \u2013 acht Rotoren, kreisf\u00f6rmig\u00a0angeordnet, 20.000 Euro wert &#8211; steht in der Luft. Was die Kamera der Drohne\u00a080 Meter \u00fcber dem Boden einf\u00e4ngt, flimmert \u00fcber den Bildschirm von Elke Thimm, Werbas Gesch\u00e4ftspartnerin. Sanft bewegt sich die Drohne \u00fcber das\u00a0NDR-Gel\u00e4nde. Von unten faszinierte Blicke: Schon viel haben Zuschauer\u00a0von den unbemannten Flugobjekten geh\u00f6rt und auch dar\u00fcber berichtet. Live und aus n\u00e4chster N\u00e4he betrachtet haben sie jedoch nur wenige. Die Vorf\u00fchrung beeindruckt die 15 Teilnehmer der Pr\u00e4sentation\u00a0von Datenjournalist Lorenz Matzat, Blogger Max Ruppert und Drohnenpilot Fabian Werba sichtlich, st\u00f6\u00dft allerdings auch auf Skepsis.<\/p>\n<p>\u201eLohnen Drohnen?\u201c &#8211; fragte\u00a0Autor und Dozent Bernd Oswald in dem von ihm moderierten Panel. Die Vorf\u00fchrung zeigte: Technisch k\u00f6nnen die Drohnen viel. Mit Kameras ausger\u00fcstet starten sie zu atemberaubenden Aufnahmefl\u00fcgen, wie das j\u00fcngste Projekt Werbas und Thimms zeigt, bei dem sie ihre Drohne f\u00fcr eine Reportage \u00fcber die Plattenbauten des M\u00e4rkischen Viertels in Berlin ziehen lie\u00dfen. W\u00e4hrend die Aufnahmen problemlos liefen, waren innerhalb weniger Minuten mehrere Beschwerden bei der Polizei eingegangen. \u201eIch kann das verstehen, so ein Teil sieht ja schon bedrohlich aus\u201c, sagt Werba.<!--more--><\/p>\n<p>Ruppert, der den Blog <a href=\"http:\/\/volledrohnung.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><i>volledrohnung.de<\/i> <\/a>betreibt, weist auf die ethischen Schwierigkeiten der neuartigen Kamera-Fl\u00fcge hin: \u201eIch w\u00fcrde hier mit offenen Karten spielen und die Anwohner sehr fr\u00fch informieren. Zum Beispiel indem man Zettel an Haust\u00fcren anbringt. Je mehr man aufnimmt, desto mehr Aufkl\u00e4rung braucht es.\u201c<\/p>\n<p>Wer eine Drohne fliegen m\u00f6chte, muss dar\u00fcber hinaus mit einem gro\u00dfen b\u00fcrokratischen Vorlauf rechnen. Mindestens zwei Wochen dauert es, bis die Bundesl\u00e4nder Antr\u00e4ge auf \u00dcberfluggenehmigung best\u00e4tigen. Spontane Drehs sind damit nicht m\u00f6glich, bei Ungl\u00fccken ist die Drohne bislang tabu. F\u00fcr die Vorf\u00fchrung auf dem NDR-Gel\u00e4nde in Hamburg etwa waren 30 Euro pro Aufstieg f\u00e4llig, dazu mussten Polizei und der Tower des nahen Flughafens informiert werden. Ohne Erlaubnis des Grundst\u00fccksbesitzers bleibt die Drohne erst recht am Boden. Damit Werba und Thimm ihre fliegende Kamera kreisen lassen k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie zudem ihr Flugk\u00f6nnen pr\u00fcfen lassen sowie eine spezielle Haftpflichtversicherung f\u00fcr Modellflughalter haben.<\/p>\n<p>Bei so vielen Auflagen: Wof\u00fcr k\u00f6nnen Journalisten eine Flugdrohne wirklich einsetzen? Datenjournalist Matzat schlie\u00dft investigative Verwendungen nicht aus, allerdings in der \u00fcblichen legalen Grauzone: \u201eDu darfst es nur einsetzen, wenn du bereit bist zu leugnen, dass es Deins ist.\u201c F\u00fcr Werba indes sind Drohnen\u00a0weniger f\u00fcrs Schn\u00fcffeln geeignet (\u201eWenn ich jemanden ausspionieren will, nehme ich nicht die Drohne.\u201c), sondern \u201eein Stilmittel\u201c, das Fernsehdokus und Imagefilme mit spektakul\u00e4ren Bildern anreichert. Allerdings: Auch diese Technik hat Grenzen. Die Akkuleistung reicht lediglich f\u00fcr zehn Minuten in der Luft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem Piepsen startet der Motor, rote und blaue Lichter leuchten an den Rotoren auf. Mit einem lauten Brummen hebt\u00a0die Maschine von \u00a0Fabian Werba ab: Sein Oktokopter \u2013 acht Rotoren, kreisf\u00f6rmig\u00a0angeordnet, 20.000 Euro wert &#8211; steht in der Luft. 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