{"id":3928,"date":"2010-12-14T11:45:43","date_gmt":"2010-12-14T10:45:43","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=3928"},"modified":"2015-01-28T11:50:08","modified_gmt":"2015-01-28T10:50:08","slug":"nr-fachkonferenz-pr-und-journalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/nr-fachkonferenz-pr-und-journalismus\/","title":{"rendered":"nr-Fachkonferenz PR und Journalismus \u2013 zwischen Konfrontation und Kooperation"},"content":{"rendered":"<p>Sie liefern Hochglanzbilder f\u00fcr Fernsehredaktionen, sendef\u00e4hige Gratis-Beitr\u00e4ge f\u00fcr Radiosender, Meldungen f\u00fcr die auf Hochtouren laufende Nachrichtenmaschinerie: die Public-Relations-Profis in Deutschland. Sie propagieren den Dialog &#8211; doch bei unangenehmen Fragen blocken sie ab, oft genug behindern sie Recherchen und vernebeln die Fakten. Abseits der \u00d6ffentlichkeit geben PR-Berater den Themen einen Spin, der von Konzernen oder Politikern gew\u00fcnscht wird, sie entwerfen Pl\u00e4ne f\u00fcr Kampagnen und Kommunikationsfeldz\u00fcge, arbeiten immer wieder auch verdeckt an der Beeinflussung der \u00f6ffentlichen Meinung.<!--more--><\/p>\n<p>Im Journalismus sind die PR-Angebote trotzdem willkommen: F\u00fcr fragw\u00fcrdige Exklusivmeldungen und kurzlebige Schlagzeilen kooperieren Redaktionen mit den Kommunikationsstrategen; freie Journalisten nehmen lukrative PR-Auftr\u00e4ge von Unternehmen an; PR-Berater und Lobbyisten wechseln die Seiten, um Redaktionen zu leiten; Hochschulen binden Pressesprecher in die Ausbildung des journalistischen Nachwuchses ein.<br \/>\nVerschiebt sich durch diese Entwicklungen das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zwischen Journalismus und Public Relations? Welche Folgen haben die Professionalisierung der PR-Branche und die schleichende Deprofessionalisierung im Journalismus? Was muss geschehen, damit sich der Qualit\u00e4tsjournalismus trotz der Verflechtungen von Journalismus und PR behaupten kann?<br \/>\nBei der Fachkonferenz &#8220;Journalismus und PR &#8211; zwischen Kooperation und Konfrontation&#8221; wollen die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur an der Universit\u00e4t Hamburg und die Journalisten-Organisation Netzwerk Recherche Antworten auf diese Fragen finden. Die Tagung findet von Freitag, 11. Februar, bis Samstag, 12. Februar 2011 in Hamburg statt.<br \/>\nMehr als 40 Journalisten, PR-Praktiker und Wissenschaftler werden als Referenten in Workshops und Podiumsdiskussionen \u00fcber die heiklen Beziehungen zwischen beiden Professionen sprechen. So wird beispielsweise Bernd Ziesemer, ehemaliger Chefredakteur des Handelsblatts und heute Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Hoffmann und Campe Corporate Publishing, erkl\u00e4ren, warum er heute f\u00fcr Unternehmen wie BMW, Evonik oder RWE arbeitet. Lisa Graves, Direktorin des US-amerikanischen Center for Media and Democracy und Herausgeberin von www.prwatch.org, wird die PR-Strategien multinationaler Konzerne beleuchten.<br \/>\nZiel der zweit\u00e4gigen Fachkonferenz ist es, Journalistinnen und Journalisten hilfreiches Wissen f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit zu vermitteln. In den Workshops wird deshalb an konkreten Beispielen das Erkennen von verdeckter PR trainiert (z.B. &#8220;Sind Atomkraftwerke Klimasch\u00fctzer? Greenwashing als Kommunikationsstrategie&#8221; &#8211; Toralf Staud, Autor). Gezeigt wird der professionelle Umgang mit PR-Zulieferungen (z.B. &#8220;Pseudo-Studien und bezahlte Experten. Welchem Wissenschaftler kann man trauen?&#8221; &#8211; Prof. Holger Wormer, TU Dortmund). Und es gibt Tipps f\u00fcr die journalistische Selbstbehauptung im Alltag (z.B. &#8220;Abwimmeln, Ausweichen, Abblocken. Was tun, wenn der Pressesprecher nichts sagt?&#8221; &#8211; David Schraven, WAZ).<br \/>\nPR-Praktiker berichten aus ihrer Perspektive, wie sich das Geben und Nehmen in der Praxis gestaltet. Mit dabei sind u.a. Rudi Schmidt, Pressesprecher der Asklepios Kliniken, mit einem Erfahrungsbericht (&#8220;Der 24-Stunden-Service der PR: Wie sich Journalisten bedienen lassen&#8221;) und Jan Spielhagen, Gruner+Jahr, der Chefredakteur von gleich zwei Kundenmagazinen ist, &#8220;DB mobil&#8221; und &#8220;Volkswagen Magazin&#8221;.<br \/>\nDie Podiumsdiskussionen widmen sich kontroversen Themen wie &#8220;Geld, Macht, Frust? Warum Journalisten in die PR wechseln&#8221;, &#8220;Wessen Stimme bin ich? Freie Journalisten zwischen Journalismus und PR&#8221; oder &#8220;F\u00fcnf Jahre Medienkodex &#8211; eine Zwischenbilanz&#8221;. Aufgekl\u00e4rte PR-Praktiker wie Richard Gaul (Deutscher Rat f\u00fcr Public Relations) stellen sich der Diskussion. Prof. Peter Vo\u00df, Ex-SWR-Intendant und heutiger Pr\u00e4sident der PR-Hochschule Quadriga, antwortet auf Kritik an der privaten PR-Hochschule.<br \/>\nIn der Vortragsreihe &#8220;Junge Wissenschaft&#8221; pr\u00e4sentieren Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland zudem aktuelle Forschungsergebnisse zum Verh\u00e4ltnis von Journalismus und PR. Hier werden erstmals Ergebnisse einer Studie zum Corporate Publishing in Deutschland vorgestellt, die am Rudolf-Augstein-Lehrstuhl f\u00fcr Praxis des Qualit\u00e4tsjournalismus der Universit\u00e4t Hamburg entstanden ist.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Fachtagung erhalten sie <a title=\"PR und Journalismus\" href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/termine\/termin\/pr-und-journalismus\/\">hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie liefern Hochglanzbilder f\u00fcr Fernsehredaktionen, sendef\u00e4hige Gratis-Beitr\u00e4ge f\u00fcr Radiosender, Meldungen f\u00fcr die auf Hochtouren laufende Nachrichtenmaschinerie: die Public-Relations-Profis in Deutschland. Sie propagieren den Dialog &#8211; doch bei unangenehmen Fragen blocken sie ab, oft genug behindern sie Recherchen und vernebeln die Fakten. 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