{"id":5532,"date":"2015-10-24T15:35:29","date_gmt":"2015-10-24T13:35:29","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=5532"},"modified":"2017-04-24T11:00:56","modified_gmt":"2017-04-24T09:00:56","slug":"clicki-bunti-und-data-porn-wie-viel-visualisierung-braucht-der-datenjournalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/clicki-bunti-und-data-porn-wie-viel-visualisierung-braucht-der-datenjournalismus\/","title":{"rendered":"Clicki-Bunti und Data Porn"},"content":{"rendered":"<h3>Wie viel Visualisierung braucht der Datenjournalismus?<\/h3>\n<div id=\"attachment_5573\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/laurenmanning\/5659549292\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5573\" class=\"size-medium wp-image-5573\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/5659549292_0bd10dbc80_b-300x183.jpg\" alt=\"Alles so sch\u00f6n bunt hier! Aber wie sch\u00f6n darf und sollte Datenjournalismus sein? Datenvisualisierung von Lauren Manning\/flickr\" width=\"300\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/5659549292_0bd10dbc80_b-300x183.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/5659549292_0bd10dbc80_b.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5573\" class=\"wp-caption-text\">Alles so sch\u00f6n bunt hier! Aber wie sch\u00f6n darf und sollte Datenjournalismus sein? Datenvisualisierung von Lauren Manning\/flickr<\/p><\/div>\n<p>Von Anne Kliem<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">Das Artikelbild haben Sie vermutlich schon angeschaut, aber schaffen Sie es auch bis zum Ende dieses Beitrags? Der durchschnittliche Online-Leser verbringt 15 Sekunden auf einer Seite. Diese Zeit geht meist f\u00fcr \u00dcberschriften und Bilder drauf. Auch im Datenjournalismus werden die meisten Geschichten mithilfe von Visualisierungen erz\u00e4hlt. Ganz zum Unmut mancher Hardliner.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">Wie sch\u00f6n muss Datenjournalismus sein? Welche Funktionen hat die Datenvisualisierung und wie viel davon braucht und vertr\u00e4gt der Datenjournalismus? Das diskutieren <a href=\"https:\/\/datenlabor15.sched.org\/speaker\/tillnagel#.ViuJwKSC2yw\" target=\"_blank\">Till Nagel<\/a>, Visualisierungs-Wissenschaftler und Designer an der FH Potsdam, und <a href=\"https:\/\/datenlabor15.sched.org\/speaker\/sascha.venohr#.ViuJ9qSC2yw\" target=\"_blank\">Sascha Venohr<\/a>, Leiter Datenjournalismus bei Zeit Online. <\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Datenjournalismus braucht keine Visualisierung, keine \u00c4sthetik. Das ist zumindest die Ansicht mancher Hardliner \u2013 funktioniert Datenjournalismus ganz ohne \u201eKosmetik\u201c f\u00fcr die Daten?<!-- Hat Nagel hierzu auch was geantwortet? F\u00e4nde es sch\u00f6n wenn beide etwas auf die erste Frage antworten. Wenn nicht, ist es m.E. Aber auch nicht so schlimm. --><!-- Antwort auf Anna Behrend (24.10.2015, 09:01): \"...\" Leider nein --><\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr:<\/b> Journalismus ist <!-- auseinander? --><!-- Antwort auf Anna Behrend (24.10.2015, 08:23): \"...\" Zusammen ist richtig -->Geschichtenerz\u00e4hlen. Geschichten werden nur wahrgenommen, wenn sie spannend sind, wenn sie unterhalten. Das gilt f\u00fcr jede Geschichte, egal ob es ein Text oder eine Visualisierung ist. Bei einem Text kann ich mich nicht auf die spannenden Fakten verlassen und den Stil vernachl\u00e4ssigen. \u00dcbertragen auf eine datenjournalistisch erz\u00e4hlte Geschichte hei\u00dft das: \u00c4sthetik darf nicht vernachl\u00e4ssigt werden, sie muss die Informationsvermittlung unterst\u00fctzen, darf aber eben nicht zum Selbstzweck werden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Wo liegt bei Visualisierungen denn die kritische Grenze zum Selbstzweck?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Das <!-- Gegenteil wozu? -->Gegenteil zu sinnvollen Visualisierungen sind \u201eClicki-Bunti\u201c, \u201eEye-Candy\u201c, \u201eData Porn\u201c \u2013 und da ist eben Design zum Selbstzweck erhoben: die Visualisierung der Daten gibt keinen neuen Zugang zu einer Geschichte. Sie h\u00e4tte vielleicht besser in einer Textform erz\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, weil die Grafik von der Hauptaussage ablenkt. Da wird die Grenze \u00fcberschritten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <\/b>Oftmals wird die Visualisierung zum blo\u00dfen<b> <\/b>H\u00fcbsch-Machen verniedlicht. Ansprechendes Design soll f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgen. Dabei steckt viel mehr hinter der \u00c4sthetik: Viele Aspekte der \u00c4sthetik sind fundamental, um Inhalte zu vermitteln. Die richtige Form, die richtige Abbildung zu finden, etwas Innovatives zu machen ist wichtig. Und wenn das in eine neue, \u00e4sthetische Form m\u00fcndet, kann eben diese Attraktivit\u00e4t einen Leser erst aufmerksam machen. Aufmerksam machen f\u00fcr die Geschichte, die Aussagen, die dahinter stehen. Das ist ein wichtiges Ziel. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Diese Visualisierungen sind attraktiv, erhaschen auch in Konkurrenz zu vielen anderen, nicht zwangsweise journalistischen Produkten, Aufmerksamkeit \u2013 erleben wir deshalb einen datenjournalistischen Boom?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Die Au\u00dfenwahrnehmung ist vielleicht etwas verzerrt. Als Teil des Mediengeschehens muss ich sagen: Von Boom kann nicht die Rede sein. Ich habe den Eindruck, dass relativ wenig passiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <\/b>Aber Datenvisualisierungen allgemein erreichen momentan einen Massenmarkt. Das liegt auch an Datenjournalismus-Projekten, die eine immense Sichtbarkeit erreichen. Aber eben auch daran, dass wir in einer Zeit angekommen sind, in der es diese wahnsinnigen Datenmengen gibt. Nicht nur Big Data, sondern auch Personal Data und Quantified-Self. Wir haben jetzt s\u00e4mtliche Daten, mit denen es zumindest theoretisch m\u00f6glich ist, jegliche Aussagen zu quantifizieren und zu untermauern. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Mit Ihren Visualisierungen erreichen Sie in der Regel sehr viele Clicks. Versp\u00fcren Sie Druck aus der Chefredaktion, datenjournalistische Projekte immer auch als Visualisierung umzusetzen? <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Reichweite ist wichtig, Druck versp\u00fcre ich dennoch nicht. Die Leitung bei Zeit Online sieht nicht die einzelnen Projekte, sondern was das Gesamtpaket in die Marke als Innovationsmedium einzahlt. Und da hat die Chefredaktion zurecht die Erwartungshaltung an uns, dass wir innovativ, sind, das wir kreativ sind \u2013 und das funktioniert in unserem Fall \u00fcber am besten \u00fcber entsprechend neu gedachte, ad\u00e4quate Datenvisualisierungen. <\/span><\/p>\n<div id=\"metaslider-id-5554\" style=\"width: 100%;\" class=\"ml-slider-3-107-0 ml-slider-pro-2-7-1 metaslider metaslider-flex metaslider-5554 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"Visualisierung\" data-height=\"531\" data-width=\"800\">\n    <div id=\"metaslider_container_5554\">\n        <div id=\"metaslider_5554\">\n            <ul class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-5558 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:20:16\" data-filename=\"DSC_0023-e1445683632148.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0023-e1445683632148.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5558 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Sch\u00f6ne, interaktive Gestaltung f\u00e4llt ins Auge. Das ist verlockend. Im DDJ\nm\u00fcssen Recherche und Datenauswertung im Mittelpunkt stehen und das muss\nnicht zwingend in einer \u00fcppigen Anwendung enden.\"\nMARCEL PAULY - Investigativ-Team Welt-Gruppe (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5561 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:21:04\" data-filename=\"DSC_0030-e1445683594832.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0030-e1445683594832.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5561 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Der Trend geht von verspielten, bunten Visualisierungen hin zu weniger\nkomplexen Darstellungen, die mehr Kontext f\u00fcr die Geschichte bieten. Das\nist eine gute Entwicklung.\"\nKATHARINA BRUNNER Datenjournalistin bei SZ.de (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5560 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:20:46\" data-filename=\"DSC_0029-e1445683606250.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0029-e1445683606250.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5560 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Bei uns ist es ein Muss, dass Visualisierungen Texte entschlacken, Zahlen\naus dem Text ziehen. Allerdings geht es dabei nicht um die \u00c4sthetik,\nsondern ausschlie\u00dflich um die Nutzbarkeit.\"\nSTEPHAN LORZ Ressortleiter bei der B\u00f6rsen-Zeitung (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5562 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:21:23\" data-filename=\"DSC_0033-e1445683582379.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0033-e1445683582379.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5562 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Wir wollen \u00c4sthetik und wir wollen damit auch Aufmerksamkeit erregen. Wir\nschreien aber nicht besonders laut oder bunt, bis es den Leser f\u00f6rmlich\nanquietscht.\"\nPAUL BLICKLE Datenjournalist bei ZEIT ONLINE (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5559 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:20:32\" data-filename=\"DSC_0027-e1445683618193.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0027-e1445683618193.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5559 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Visualisierungen bieten viele Chancen. Aber: Es besteht die Gefahr, dass\nDatenjournalimus nur noch versucht in der Farbwelt zu beeeindrucken.\nWahrheit darf f\u00fcr \u00c4sthetik nicht verk\u00fcrzt werden.\"\nMIRKO LORENZ - Datenjournalistin bei Deutsche Welle<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5563 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:21:39\" data-filename=\"DSC_0037-e1445683527471.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0037-e1445683527471.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5563 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Im WDR gibt es noch zu wenig Erfahrungen mit Datenjournalismus. Der Aspekt der \u00c4sthetik, des Visualisierens generell wird\nuntersch\u00e4tzt. Ich finde ihn zentral, um gute Geschichten zu erz\u00e4hlen.\"\nPATRICIA ENNENBACH freie Datenjournalistin beim WDR (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5557 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:20:05\" data-filename=\"DSC_0020-e1445683645817.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0020-e1445683645817.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5557 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"In journalism data can not only show up in visualisations but in many\nforms - as a short paragraph, a chart or high end interactive\napplications. Data journalism without visualisation is just as\ninfluential.\"\nLENA GROEGER - Datenjournalistin bei Pro:publica (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5556 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:19:44\" data-filename=\"DSC_0015-e1445683655829.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0015-e1445683655829.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5556 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"F\u00fcr Hardline-Datenjournalisten ist der visuelle Aspekt nicht so wichtig -\nf\u00fcr uns, in der Medizinberichterstattung geht es nicht ohne Visualisierung\nund \u00c4sthetik.\"\nCLAUDIA LIEBRAM - Wissenschafts- und Datenjournalistin bei Die Welt. (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-5555 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2015-10-24 12:19:04\" data-filename=\"DSC_0011-e1445683665703.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/DSC_0011-e1445683665703.jpg\" class=\"slider-5554 slide-5555 msDefaultImage\" alt=\"\" rel=\"\" title=\"\" \/><div class=\"caption-wrap\"><div class=\"caption\">\"Sch\u00f6nes ohne Inhalt ist ein Eigentor! \u00c4sthetische Visualisierungen sind im\nDatenjournalismus sehr wichtig - mittlerweile merken User aber, wenn\ndahinter keine Geschichte steckt.\"\nTIMO GROSSENBACHER Datenjournalist bei SRF Data (Foto: Anne Kliem)<\/div><\/div><\/li>\n            <\/ul>\n        <\/div>\n        \n    <\/div>\n<\/div>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Wann sind Visualisierungen neu gedacht? Wann sind sie gut?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <\/b>Das ist die Mutter aller Fragen. Eine gute Datenvisualisierungen ist eine, die effektiv das vermittelt, was man aus den Daten rausholen wollte. Deshalb variiert die Definition von \u201egut\u201c von Projekt zu Projekt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Effektiv ist die Datenvisualisierung, in der sich der Mensch in der Geschichte wiederfindet. Zum Beispiel interaktiv \u00fcber einen konkreten regionalen Bezug. Wenn eine pers\u00f6nliche Verbindung zur Geschichte entsteht. Durch dieses positive Erlebnis versp\u00fcrt der Leser einen Vorw\u00e4rtsdrang, dies weiter mitzuteilen. Dann kann eine Story viral werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <\/b>Bei uns in Ausstellungen kann es auch als Spa\u00df empfunden werden, wenn eine komplexe Darstellung durchdrungen wird \u2013 das ist ein Erfolgserlebnis. Dann ist eine Visualisierung gut, wenn Sie den Weg zu diesem Erfolgserlebnis unterst\u00fctzt. Das ist im Datenjournalismus so aber nicht m\u00f6glich, oder?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>In unserem Medium ist die Aufmerksamkeitsspanne sehr gering. Es muss deshalb leicht zug\u00e4nglich und zu verstehen sein. Der <!-- Hat er das zuf\u00e4llig in einem Halbsatz erl\u00e4utert? Sonst lassen wir es so stehen. Das Zielpublikum ist ja vorgebildet ;-) -->\u201eK\u00fcchenzuruf\u201c muss auch alleinstehen<!-- \u201ed\u201c einf\u00fcgen? --> von der Visualisierung getragen werden. Und nicht etwa nur in Kombination mit der \u00dcberschrift oder dem Text. <\/span><\/p>\n<p><!-- Habe die Frage leicht ge\u00e4ndert --><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b class=\"size-medium wp-image-5568\">Noch einmal zum Punkt Aufmerksamkeit: Wie viele Leser bleiben an der Visualisierung h\u00e4ngen und nehmen den Rest der Geschichte gar nicht wahr?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Das ist der Grundschmerz des Online-Journalisten. Wir m\u00fcssen hinnehmen, dass sehr Wenige das Ende der Geschichte erreichen. Aber: Gute Datenvisualisierungen erzielen wesentlich bessere Werte als klassische Textst\u00fccke. Eine Visualisierung, die reinzieht, h\u00e4lt auch drin und motiviert, bis zum Ende zu konsumieren. Und in diesem Punkt muss ich denen widersprechen, die behaupten, dass Datenjournalismus vollst\u00e4ndig ohne die visuelle Komponente auskommen kann. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <!-- Der \u00dcbergang von Venohrs Antwort kommt mir hier etwas unvermittelt\/unverst\u00e4ndlich. Hat er da vielleicht noch einen weiteren erl\u00e4uternden Satz gesagt? --><\/b>Das hei\u00dft nicht, dass Online weniger Text gelesen wird. Es kann sein, dass die gleichen Leute im Print auch ausgestiegen w\u00e4ren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>In Gespr\u00e4chen haben einige Datenjournalisten ge\u00e4u\u00dfert, dass sie einen inhaltlichen Qualit\u00e4tsverlust zu Gunsten der \u201eh\u00fcbschen\u201c Aufmachung beobachten. Nehmen Sie das auch wahr?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr:<\/b> Solange es Journalismus gibt, gibt es gute Geschichten und schlechte Geschichten \u2013 ich w\u00fcrde das nicht zu einem Problem heraufbeschw\u00f6ren. <!-- Hat er hier vielleicht noch einen erl\u00e4uternden Satz gesagt, so was wie: \u201eAber Inhalt und Aufmachung m\u00fcssen eben zueinander passen.\u201c Dann w\u00fcrde der hintere Teil der Antwort besser zur Frage passen. -->Wir bei Zeit Online haben das Gl\u00fcck, dass wir auf dem wei\u00dfen Papier anfangen und uns eine Visualisierung komplett ausdenken k\u00f6nnen, wir m\u00fcssen uns nicht von der Stange bedienen. Dieses Gl\u00fcck hat nicht jede Redaktion, deshalb sind manche Tools nicht immer punktgenau f\u00fcr die Inhalte. Das hei\u00dft aber auch nicht, dass das schlechtere Geschichten sind, die die Kollegen schreiben. Wir befinden uns noch auf einem Experimentierfeld, auf dem viele Regeln noch nicht geschrieben sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel:<\/b> Es gab eine Studie, die das \u201eVisual Embellishment\u201c, das Ausschm\u00fccken von Darstellungen, untersucht hat. Mit dem Ergebnis, dass auch das einen Nutzen haben kann \u2013 n\u00e4mlich den der Wiedererkennung. Bekanntes Beispiel daf\u00fcr ist \u201eDiamonds were a girl&#8217;s best friends\u201c (Nigel Holmes in \u201cA Gem That Lost Its Luster,\u201d Time 120, no. 9, 30. August 1982). Das ist fast schon zu verspielt. Ich halte solche Darstellungen allgemein f\u00fcr gef\u00e4hrlich. In diesem Fall ist der Wert f\u00fcr die Wiedererinnerung an die Information aber so gro\u00df, weil man sich das pr\u00e4gnante Bild vor Augen setzen kann. Das extreme Ausschm\u00fccken mit \u201eOrnamenten\u201c kann also auch zum Zweck der Vermittlung sein. <\/span><\/p>\n<p><!-- Wei\u00dft du, wie die Rechte an dem Bild sind? K\u00f6nnen wir das verwenden? Oder besser einen Link in der Interview-Antwort? --><!-- Antwort auf Anna Behrend (24.10.2015, 08:59): \"...\" Link ist besser, stimmt. --><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Vieldiskutierter Punkt beim nr-Datenlabor war, inwiefern hinter einer Darstellung immer auch eine Haltung, eine Position steckt. Warum ist dann ausgerechnet die Visualisierung die Form der Wahl in einem Datenjournalismus, der f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, sehr faktisch zu sein?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Der Job von Journalisten ist es, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, und das passiert nat\u00fcrlich auch bei Visualisierungen. Der Datenjournalist sagt: Das ist die Geschichte, das ist die Geschichte nicht. Da wird nat\u00fcrlich indirekt Stellung bezogen. Gleichwohl bildet eine Datenvisualisierung ein viel weiteres Spektrum, in dem auch Randbereiche abgebildet werden k\u00f6nnen. In einem Text muss man viel krasser, viel pointierter schreiben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>In geschriebenen Texten ist der Autor mit seiner Positionierung offensichtlich. <!-- Hier habe ich die Frage etwas ver\u00e4ndert. Ist das okay so? --><!-- Antwort auf Anna Behrend (24.10.2015, 08:56): \"...\" Top! -->Visualisierungen hingegen haben auf den ersten Blick einen neutralen Anspruch, beziehen aber dennoch indirekt Position \u2013 wie reagieren<!-- Hier w\u00fcrde ich Siezen --><!-- Antwort auf Anna Behrend (24.10.2015, 08:51): \"...\" Ich habe den ersten Teil der Frage erg\u00e4nzt. Und die Antwort von Till Nagel nochmal verst\u00e4ndlicher geschrieben. --> Ihre Rezipienten darauf?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Die Vehemenz der Kritik auf Visualisierungen ist wesentlich krasser als bei Texten. Sie sagen: Da muss irgendetwas gef\u00e4lscht sein. Das ist nicht die Version, die ich erwartet habe. Der Verdacht der Manipulation wird hier eher gehegt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <\/b>Vielleicht gerade weil die Visualisierungen die h\u00f6here Validit\u00e4t zu haben scheinen und weil die Leser die Situation leichter mit ihrer eigenen abgleichen k\u00f6nnen. Texte beleuchten meist einen sehr allgemeinen oder einen sehr fokussierten Kontext, der bildet das Leben der einzelnen Leser meist nicht direkt ab. Bei einer interaktiven Visualisierung kann ich einzelne Aspekte oft mit meiner direkten Lebensrealit\u00e4t abgleichen. Diese N\u00e4he zur Lebensrealit\u00e4t bringt den Nutzer in die Position, dann umso sch\u00e4rfer kritisieren zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_5568\" style=\"width: 759px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/zeit-magazin\/essen-trinken\/2014-11\/baeckerei-brot-backen-handwerk-deutschland-karte\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5568\" class=\"wp-image-5568 size-full\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/Ba\u0308cker.jpg\" alt=\"Wo ist der n\u00e4chste B\u00e4cker mit eigener Backstube? Das verr\u00e4t dieses Zeit Online Crowdsourcing-Projekt. Quelle: Zeit Online\" width=\"749\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/Ba\u0308cker.jpg 749w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2015\/10\/Ba\u0308cker-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 749px) 100vw, 749px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5568\" class=\"wp-caption-text\">Der Abgleich mit der eigenen Lebensrealit\u00e4t: Wo ist der n\u00e4chste B\u00e4cker mit eigener<br \/> Backstube? Das verr\u00e4t dieses Zeit Online Crowdsourcing-Projekt. Quelle: Zeit<br \/> Online<\/p><\/div>\n<p><!-- Habe die Frage etwas ge\u00e4ndert. Okay so? --><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Welche Rolle werden Datenjournalismus und Datenvisualisierungen in Zukunft in unserem Alltag spielen?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Nagel: <\/b>In allen Aspekten des Lebens wird es datengetriebener werden. Und damit werden Visualisierungen wichtiger \u2013 einfach um dieser Masse Herr zu werden, aber auch im Alltag. Oder eben im Journalismus. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\"><b>Venohr: <\/b>Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn wir irgendwann nicht mehr dar\u00fcber diskutieren, dass es Datenjournalismus gibt, sondern dass er ein nat\u00fcrlicher Bestandteil von Journalismus ist. Guter Journalismus muss in der Lage sein, jede Art von Quellen zu nutzen, er muss aber auch Zugang dazu haben. Und jede Redaktion, die dieses Know-How nicht hat, wird in Zukunft einige Geschichten nicht erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Wenn man auf diesem Markt auffallen will, dann muss man auch auffallen k\u00f6nnen \u2013 da sind und bleiben Datenvisualisierungen vorerst kaum umg\u00e4nglich.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel Visualisierung braucht der Datenjournalismus? Von Anne Kliem Das Artikelbild haben Sie vermutlich schon angeschaut, aber schaffen Sie es auch bis zum Ende dieses Beitrags? Der durchschnittliche Online-Leser verbringt 15 Sekunden auf einer Seite. Diese Zeit geht meist f\u00fcr \u00dcberschriften und Bilder drauf. Auch im Datenjournalismus werden die meisten Geschichten mithilfe von Visualisierungen erz\u00e4hlt. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":5573,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[68],"tags":[],"class_list":["post-5532","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-daten-labor15"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5532"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8465,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5532\/revisions\/8465"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}