{"id":6328,"date":"2016-02-15T20:57:24","date_gmt":"2016-02-15T19:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=6328"},"modified":"2023-07-13T13:05:52","modified_gmt":"2023-07-13T11:05:52","slug":"das-grosse-tauziehen-um-den-datenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/das-grosse-tauziehen-um-den-datenschutz\/","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe Tauziehen um den Datenschutz"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6334\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.pixelio.de\/media\/362829\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6334\" class=\"size-medium wp-image-6334\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/362829_web_R_K_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_-300x200.jpg\" alt=\"Ein umstrittenes Feld: Informationsfreiheit versus Datenschutz. Foto: Rainer Sturm \/ pixelio\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/362829_web_R_K_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_-300x200.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/362829_web_R_K_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_-272x182.jpg 272w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/362829_web_R_K_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de_.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6334\" class=\"wp-caption-text\">Welcher Weg ist der richtige im Gezerre um Datenschutz und Informationsfreiheit? Foto: Rainer Sturm \/ pixelio<\/p><\/div>\n<p>Von Katharina Schmitz<\/p>\n<p>Wo sterben die meisten Menschen nach dem Einsetzen eines Herzkatheters? Wo in Deutschland gibt es die meisten Sepsis-Toten? Um solche Fragen beantworten zu k\u00f6nnen, zahlt <a href=\"https:\/\/datenlabor15.sched.org\/speaker\/volkerstollorz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volker Stollorz<\/a> regelm\u00e4\u00dfig 200 Euro an das Statistische Bundesamt. Denn die Beh\u00f6rde herrscht \u00fcber die amtliche Krankenhaus-Statistik, einen riesigen Datensatz, der unter anderem alle in deutschen Krankenh\u00e4usern gestellten Diagnosen und alle vorgenommenen Eingriffe erfasst. Stollorz, Leiter des 2015 gegr\u00fcndeten deutschen <a href=\"https:\/\/www.sciencemediacenter.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Science Media Center<\/a>, versucht mit Hilfe dieser Daten die Qualit\u00e4t der Gesundheitsversorgung auf regionaler Ebene transparent zu machen. Er will Fragen kl\u00e4ren, die f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit \u2013 insbesondere f\u00fcr potenzielle Patienten \u2013 relevant sind. Das Problem: Die Daten lassen sich nur bis auf Kreisebene aufschl\u00fcsseln. Einzelne Krankenh\u00e4user kann Stollorz nicht identifizieren, dort scheitert er am Datenschutz. Das eigentliche Ziel seiner Arbeit, n\u00e4mlich dass der Patient ein gutes Krankenhaus f\u00fcr seine Beschwerden findet, kann er also nicht erreichen \u2013 ein Beispiel daf\u00fcr, wie Datenschutz Journalisten ausbremst.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Datenschutz als vorgeschobener Grund?<\/strong><\/p>\n<p>Der Verein Netzwerk Recherche <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/informationsfreiheit-und-auskunftsrechte\/tools\/was-bringt-das-ifg-journalistinnen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">schreibt zu diesem Thema<\/a>: &#8220;[..] [man] erlebt als Journalist h\u00e4ufig, dass der Datenschutz von Beh\u00f6rden als willkommenes Argument genutzt wird, Informationen nicht freizugeben. Das mag manchmal berechtigt sein, vielfach ist es aber auch vorgeschoben.&#8221;<\/p>\n<div id=\"attachment_6339\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/correctiv.org\/blog\/2014\/10\/01\/ratgeber-behoerden-zur-auskunft-zwingen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6339\" class=\"size-medium wp-image-6339\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/corr_beho\u0308rden-300x187.jpg\" alt=\"Das Correctiv-Team will den Beh\u00f6rden mehr Daten entlocken. Dazu hat das Rechercheb\u00fcro einen Guide f\u00fcr Journalisten ver\u00f6ffentlicht. Bild: Screenshot Correctiv.de\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/corr_beho\u0308rden-300x187.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/corr_beho\u0308rden-768x478.jpg 768w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2016\/02\/corr_beho\u0308rden.jpg 1012w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6339\" class=\"wp-caption-text\">Das <em>Correctiv<\/em>-Team will den Beh\u00f6rden mehr Daten entlocken. Dazu hat das Rechercheb\u00fcro einen Ratgeber f\u00fcr Journalisten ver\u00f6ffentlicht. Bild: Screenshot Correctiv.org<\/p><\/div>\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160804015504\/https:\/\/correctiv.org\/correctiv\/geschaeftsfuehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">David Schraven<\/a>, Gr\u00fcnder des Recherchezentrums <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Correctiv<\/em><\/a>, stie\u00df bei einer Recherche zur Verschwendung bestimmter \u00f6ffentlicher Gelder auf eine solche Datenschutz-H\u00fcrde: Die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde gab zwar Dokumente zum Thema heraus, schw\u00e4rzte aber die Namen von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern und Oberb\u00fcrgermeistern. Da die Namen der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Handelsregister ver\u00f6ffentlicht werden m\u00fcssen und Oberb\u00fcrgermeister sogar auf Wahlzetteln stehen, h\u00e4tten die Journalisten die Informationen mit viel Aufwand aber ohne gr\u00f6\u00dfere H\u00fcrden wieder herstellen k\u00f6nnen. Doch diese Einw\u00e4nde des <em>Correctiv<\/em>-Teams gegen das Unkenntlichmachen lie\u00df die Beh\u00f6rde zun\u00e4chst nicht gelten. Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist laut Schraven, dass viele Beh\u00f6rden nicht wissen, welche Daten einem Schutz unterliegen und welche einer Ver\u00f6ffentlichungspflicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jura.uni-freiburg.de\/institute\/ioeffr4\/personen\/schoch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Friedrich Schoch<\/a>, Professor f\u00fcr \u00f6ffentliches Recht an der Universit\u00e4t Freiburg, weist diesen Vorwurf zur\u00fcck: &#8220;Alle belastbaren Erfahrungsberichte zeigen, dass der Topos &#8216;Datenschutz als Vorwand&#8217; ein ohne Faktenbasis hartn\u00e4ckig und vor allem von Journalisten gepflegtes Vorurteil ist.&#8221; Stattdessen k\u00f6nne davon ausgegangen werden, dass in etwa 80 Prozent der F\u00e4lle ein Informationszugang gew\u00e4hrt wird.<\/p>\n<p><strong>Ewiger Kampf mit den Beh\u00f6rden<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/der-aktivist\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stefan Wehrmeyer<\/a>, Mitarbeiter bei <em>Correctiv<\/em>, hat als fr\u00fcherer Aktivist der Open Knowledge Foundation schon \u00f6fters mit den Beh\u00f6rden zu k\u00e4mpfen gehabt. Er prangert vor allem ein Strukturproblem der Beh\u00f6rde f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) und deren Pendants auf L\u00e4nderebene an: Viele Datenschutzbeauftragte seien auch Beauftragte f\u00fcr die Informationsfreiheit. Die Beh\u00f6rde sei f\u00fcr beide Seiten der Medaille verantwortlich. Das hat nach Wehrmeyer Vor- und Nachteile. Einerseits w\u00fcrden sich nicht zwei Beh\u00f6rden dar\u00fcber streiten, welche Daten rausgegeben werden d\u00fcrfen, das w\u00fcrde intern gekl\u00e4rt. Andererseits behindere das die Transparenz, es werde kein \u00f6ffentlicher Diskurs gef\u00fchrt, sondern harmoniebed\u00fcrftig nach einer gemeinsamen Antwort auf Anfragen von Journalisten gesucht. Der Versuch, dennoch an Daten zu kommen ist laut Wehrmeyer daher ein ewiger Kampf.<\/p>\n<p>&#8220;Das behauptete Strukturproblem gibt es nicht&#8221;, sagt dagegen Friedrich Schoch. Er werde immer wieder mit Fragen dazu konfrontiert. Offenbar w\u00fcrden Journalisten die <a href=\"http:\/\/www.bfdi.bund.de\/DE\/Infothek\/Taetigkeitsberichte\/taetigkeitsberichte-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">T\u00e4tigkeitsberichte <\/a>der betreffenden Landes- und Bundesbeh\u00f6rden nicht zur Kenntnis nehmen. Diese w\u00fcrden die Probleme der Praxis darlegen und zeigen, wie Konfliktf\u00e4lle im Verh\u00e4ltnis Datenschutz und Informationsfreiheit gel\u00f6st werden. Es solle nicht eine &#8220;alles-oder-nichts-L\u00f6sung&#8221; angestrebt werden. Dadurch, dass Datenschutz und Informationsfreiheit beim BfDI in einer Hand l\u00e4gen, k\u00f6nne immer ein Ausgleich gefunden werden, sagt Rechtswissenschaftler Schoch.<\/p>\n<p><strong>Wenn Daten Aufschluss \u00fcber Einzelpersonen geben<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/datenlabor15.sched.org\/speaker\/mariomartini\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mario Martini<\/a>,\u00a0Jurist und Professor an der Deutschen Universit\u00e4t f\u00fcr Verwaltungswissenschaften Speyer, h\u00e4lt eine Entscheidung zugunsten des Datenschutzes zum Beispiel dann f\u00fcr sinnvoll, wenn Daten miteinander verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnten. In Zeiten von Big Data sei es f\u00fcr die Beh\u00f6rden allerdings immer schwieriger zu entscheiden, welche Daten personenbezogen sind und somit der Personenschutz ber\u00fchrt ist.<\/p>\n<p>Auf dieses Problem ist auch Volker Stollorz gesto\u00dfen: Gerne w\u00fcrde er Daten zum umstrittenen Mammographie-Screening in der Brustkrebs-Vorsorge auswerten. Doch das statistische Bundesamt gibt ihm den Datensatz f\u00fcr Brustkrebserkrankungen nicht heraus. Der Knackpunkt: Brustkrebs ist zwar <a href=\"http:\/\/www.krebshilfe.de\/wir-informieren\/ueber-krebs\/krebszahlen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mit Abstand die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei Frauen<\/a> in Deutschland, doch bei M\u00e4nnern ist die Krankheit extrem selten. Es gibt so wenige m\u00e4nnliche Brustkrebspatienten in der Bundesrepublik, dass Stollorz die Betroffenen theoretisch durch Datenaggregation identifizieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Guter Datenjournalismus in der Medizin? Extrem schwierig, sagt @Stollovo <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/datenlabor15?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#datenlabor15<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/rFrnu7Owzg\">pic.twitter.com\/rFrnu7Owzg<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Christina Elmer (@ChElm) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ChElm\/status\/657539684260827136?ref_src=twsrc%5Etfw\">October 23, 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Volker Stollorz interessieren die m\u00e4nnlichen Brustkrebspatienten gar nicht, geschweige denn deren Identit\u00e4t. Seiner Meinung nach sollte der Journalist entscheiden, welche Daten er wie nutzt und nicht eine Beh\u00f6rde. Dieser Ansicht ist auch Stefan Wehrmeyer. Journalisten m\u00fcssten sich dann allerdings bewusst sein, dass mit personenbezogenen Daten ein sensibler Umgang n\u00f6tig ist, gibt er zu Bedenken. Jurist Martini meint, dass an einen freieren Zugang zu Daten auch scharfe Sanktionen gekn\u00fcpft sein m\u00fcssten, damit Journalisten ihr Privileg nicht missbrauchten. Er glaubt jedoch, dass auch in Zukunft Beh\u00f6rden \u00fcber die pers\u00f6nlichsten Daten von B\u00fcrgern entscheiden werden und nicht Journalisten.<\/p>\n<p><strong>Auskunftsrecht mit Einschr\u00e4nkungen<\/strong><\/p>\n<p>Rechtliche Grundlage f\u00fcr die Diskussion darum, wer welche Daten von Bundesbeh\u00f6rden bekommen darf, ist das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Es besagt, dass B\u00fcrger grunds\u00e4tzlich das Recht haben, Ausk\u00fcnfte \u00fcber die Angelegenheiten des Bundes einzuholen. In zw\u00f6lf Bundesl\u00e4ndern gibt es \u00e4hnliche Gesetze, die den Zugang zu Informationen der Landesbeh\u00f6rden regeln. Doch das IFG besagt auch, dass die Auskunft verweigert werden kann, wenn personenbezogene Daten oder Gesch\u00e4fts- und Betriebsgeheimnisse gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Eine solche Entscheidung muss die Beh\u00f6rde allerdings begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Journalisten, die vom Informationsfreiheitsgesetz Gebrauch machen wollen, m\u00fcssen dank Wehrmeyer bei der Recherche &#8220;nicht erst den Paragraphendschungel mit der Machete durchk\u00e4mpfen&#8221;. Seine Internetplattform <a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FragDenStaat.de<\/a> vereinfacht die Anfrage bei Beh\u00f6rden. Verweigern diese die Informationen, bleibt allerdings machmal nur die M\u00f6glichkeit, die Entscheidung anzufechten und vor Gericht zu ziehen. <em>Correctiv<\/em> hat diesen Weg schon h\u00e4ufiger gew\u00e4hlt. Derzeit k\u00e4mpft das Rechercheteam vor Gericht um Daten eines Unternehmens, das Software an Kommunen verkauft und zugleich Beratervertr\u00e4ge mit einigen Beamten h\u00e4lt. Jetzt soll die Firma per Gericht zur Auskunft gezwungen werden. Oft seien diese Verfahren jedoch sehr langwierig, sagt Wehrmeyer.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">&quot;M\u00f6ge es Transparenzgesetze regnen&quot;<\/p>\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ProfMartini?ref_src=twsrc%5Etfw\">@ProfMartini<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/datenlabor15?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#datenlabor15<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Paul Blickle (@colorfuldata) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/colorfuldata\/status\/657551377401552896?ref_src=twsrc%5Etfw\">October 23, 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Aus Hamburg kommt die Transparenzwelle<\/strong><\/p>\n<p>Martini w\u00fcrde es gerne sehen, dass Beh\u00f6rden ihre Datens\u00e4tze in Zukunft im Internet f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich machen. Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung sei das <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/transparenzgesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Transparenzgesetz in Hamburg<\/a>. Es verpflichtet die Beh\u00f6rden, alle amtlichen Statistiken, Gutachten, Subventionen, Aktenpl\u00e4ne et cetera kostenlos online zur Verf\u00fcgung zu stellen. Das Transparenzgesetz sei zwar deutlich teurer geworden als gedacht, sagt Martini, auf lange Sicht mache es jedoch f\u00fcr die Beh\u00f6rden vieles einfacher, da sie einen Datensatz nur einmal ins Netz stellen m\u00fcssten, anstatt zehn verschiedene Anfragen zu beantworten. Martini glaubt, dass Hamburg erst der Anfang war: Er geht davon aus, dass in ein paar Jahren alle L\u00e4nder ein Transparenzgesetz haben werden.<\/p>\n<p>David Schraven sieht die Entwicklung der Datenfreiheit in Deutschland weniger optimistisch: &#8220;Wir sind von echtem Fortschritt ungef\u00e4hr so weit entfernt wie Sierra Leone von der Entwicklung einer Mondrakete.&#8221; Sein Paradebeispiel dazu: IFG-Anfragen an den Bundestag k\u00f6nnen zwar elektronisch gestellt werden, die Antwort kommt aber regelm\u00e4\u00dfig per Briefpost \u2013 ein Alptraum f\u00fcr die Weiterverarbeitung der Informationen. Doch auch Schraven sieht Deutschland grunds\u00e4tzlich auf dem richtigen Weg. Der \u00f6ffentliche Druck sei da: &#8220;Die Gesetze sind auf unserer Seite und am Ende steht das Ergebnis sowieso schon fest. Alle Informationen der Beh\u00f6rden werden eines Tages frei zug\u00e4nglich sein. Sie geh\u00f6ren sowieso uns allen.&#8221; Schraven erwartet allerdings, dass erst die \u00fcbern\u00e4chste Generation von den jetzigen M\u00fchen profitieren wird. In n\u00e4herer Zukunft werden Journalisten somit nach wie vor Anfragen stellen m\u00fcssen. Der ewige Kampf um die Daten geht f\u00fcr Stollorz, Wehrmeyer und Schraven erst einmal weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Katharina Schmitz Wo sterben die meisten Menschen nach dem Einsetzen eines Herzkatheters? Wo in Deutschland gibt es die meisten Sepsis-Toten? Um solche Fragen beantworten zu k\u00f6nnen, zahlt Volker Stollorz regelm\u00e4\u00dfig 200 Euro an das Statistische Bundesamt. 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