{"id":9344,"date":"2017-06-09T13:06:59","date_gmt":"2017-06-09T11:06:59","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=9344"},"modified":"2017-06-19T12:49:36","modified_gmt":"2017-06-19T10:49:36","slug":"journalistische-start-ups-innovation-ohne-gewinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/journalistische-start-ups-innovation-ohne-gewinn\/","title":{"rendered":"Journalistische Start-ups: Innovation ohne Gewinn?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Journalismus braucht neue Ideen. Aber welche Impulse liefern Start-ups daf\u00fcr? Das\u00a0 Katapult-Magazin zeigt, wie man mit innovativen Inhalten und trotz klassischem Gesch\u00e4ftsmodell Erfolg haben kann. <em>Von Leonard Kehnscherper, Uni Hamburg<\/em>.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Print statt online, Karten statt Bilder, Greifswald statt Berlin: Das <a href=\"http:\/\/www.katapult-magazin.de\/katapult-magazin\/\" target=\"_blank\">Katapult-Magazin<\/a> ist zweifelsohne ein besonderes Journalismus-Start-up. Seit zwei Jahren produziert das junge Redaktionsteam regelm\u00e4\u00dfig Hefte zu sozialwissenschaftlichen Themen \u2013 ohne Bilder, daf\u00fcr mit kreativen Grafiken. Nicht ohne Erfolg: Die n\u00e4chste Ausgabe erscheint in einer Auflage von 25.000 St\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Journalistischer Kerngedanke<\/strong><\/p>\n<p>Und die Blattmacher aus dem Uni-St\u00e4dtchen an der Ostsee bleiben ehrgeizig: \u201eWir wollen das Politmagazin Cicero einholen. Die haben eine monatliche Auflage von 80.000 St\u00fcck\u201c, sagt Benjamin Fredrich, Chefredakteur und Mitgr\u00fcnder. Vom Verkaufserl\u00f6s, Abonnements und Spenden k\u00f6nnen Fredrich und drei weitere festangestellte Redaktionsmitglieder mittlerweile leben. Damit haben sie erreicht, wovon viele Gr\u00fcnder tr\u00e4umen. Dass sie dabei auf ein ganz klassisches Gesch\u00e4ftsmodell setzen, ist sehr untypisch f\u00fcr die Szene. Aber was ist \u00fcberhaupt ein journalistisches Start-up?<\/p>\n<div id=\"attachment_9350\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2017\/06\/Startup.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9350\" class=\"wp-image-9350 size-medium\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2017\/06\/Startup-269x300.png\" alt=\"Grafik, in der europ\u00e4ische Staaten in L\u00e4nder oder Regionen mit \u00e4hnlicher Wirtschaftsleistung umbenennt werden\" width=\"269\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2017\/06\/Startup-269x300.png 269w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2017\/06\/Startup.png 685w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9350\" class=\"wp-caption-text\">Typisch f\u00fcr Katapult: gewitzte Grafiken wie diese, die europ\u00e4ische Staaten in L\u00e4nder oder Regionen mit \u00e4hnlicher Wirtschaftsleistung umbenennt.<\/p><\/div>\n<p>\u201eDiesen Begriff fasse ich sehr weit\u201c, sagt Lina Timm, Leiterin der Start-up-Schmiede <a href=\"http:\/\/medialab-bayern.de\/\" target=\"_blank\">Media Lab Bayern<\/a>. F\u00fcr sie z\u00e4hlen journalistische Medienprojekte genauso zu journalistischen Start-ups wie Marketing-Konzepte und Softwarel\u00f6sungen: \u201eDer Kerngedanke muss Journalismus helfen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas tun auch die niederl\u00e4ndische Kiosk-App Blendle und ihr deutsches Pendant pocketstory\u201c, sagt Michel Clement von der Uni Hamburg. Die Dienste helfen den Verlagen aber nur bedingt. So fand der Medien\u00f6konom heraus, dass Verlage die eigenen Bezahlkunden an die neuen Anbieter verlieren. Mehr Geld geben die Nutzer am digitalen Kiosk auch nicht aus.<\/p>\n<p><strong>Journalismus nur gemeinn\u00fctzig?<\/strong><\/p>\n<p>Neben szenetypischen Start-ups wie Blendle oder Chatbot-Apps wie Resi gibt es eine ganze Reihe prominenter Medienprojekte, die sich dank Stiftungen und\/oder Crowdfunding finanzieren. Prominente Beispiele sind das Rechercheb\u00fcro Correctiv, das Constructive-Journalism-Format Perspective Daily oder das Block-Magazin von Theresia Enzensberger.<\/p>\n<p>Journalismus braucht dennoch technologiegetriebene und stark umsatzorientierte Start-ups, findet Timm. \u201eWer sagt, Journalismus kann nur gemeinn\u00fctzig funktionieren, macht es sich zu einfach\u201c, sagt die Media-Lab-Leiterin. Werbekunden k\u00f6nnten immer noch daf\u00fcr sorgen, dass nicht Nutzer oder Stiftungen alleine ein Medium finanzieren m\u00fcssen. Technik steht auch f\u00fcr den Medien\u00f6konomen Clement im Zentrum der Innovation: \u201eEs gibt sehr viel guten Content, aber Nutzer m\u00fcssen ihn auch finden k\u00f6nnen. Das gilt auch f\u00fcr Non-Profit-Journalismus.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ein Erfolgsrezept steht fest<\/strong><\/p>\n<p>Jeden Trend m\u00fcssen Medienunternehmen deshalb aber nicht mitmachen. \u201eDerzeit springen viele H\u00e4user auf Virtual Reality (VR) auf. Dabei haben die Nutzer gar keine entsprechenden Ger\u00e4te\u201c, sagt Timm. F\u00fcr tagesaktuellen Journalismus sei VR schlicht zu teuer und aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p><strong>Auch im nestbeschmutzer<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel stammt aus dem nestbeschmutzer, der Tagungszeitung zur nr-Jahreskonferenz. Die gesamte Konferenzzeitung kann <a title=\"nestbeschmutzer 2017 issuu\" href=\"https:\/\/issuu.com\/netzwerkrecherche\/docs\/nestbeschmtzer_2017_web_einzelseite\" target=\"_blank\">online \u00fcber issuu eingesehen werden.<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journalismus braucht neue Ideen. Aber welche Impulse liefern Start-ups daf\u00fcr? Das\u00a0 Katapult-Magazin zeigt, wie man mit innovativen Inhalten und trotz klassischem Gesch\u00e4ftsmodell Erfolg haben kann. 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