{"id":9621,"date":"2017-06-10T12:47:12","date_gmt":"2017-06-10T10:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/?p=9621"},"modified":"2017-06-10T14:12:36","modified_gmt":"2017-06-10T12:12:36","slug":"investigativ-recherchieren-im-radio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/investigativ-recherchieren-im-radio\/","title":{"rendered":"Investigativ recherchieren im Radio"},"content":{"rendered":"<p><strong>Recherche und investigative Recherche sind f\u00fcr die Zukunft des Radio \u00fcberlebenswichtig. Warum aber findet investigative Recherche trotzdem kaum im Radio statt? Und warum sehen Radioredaktionen investigative Recherchen nicht als treibende Kraft? Diese Frage diskutierten Inge Seibel (Jurymitglied beim Deutschen Radiopreis), Johannes Nichelmann (Deutschlandfunk Kultur), Tom Schimmeck (freier Journalist) und Benedikt Strunk (NDR). <\/strong><em>Von Minh Thu Tran, DJS<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcnf Erkenntnisse aus der Diskussion:<\/p>\n<p><strong>Journalistische Anspr\u00fcche im Radio sind eher niedrig.<\/strong><br \/>\n\u201eInvestigative Recherche ist, wenn man eine eigene Fragestellung hat\u201c, sagte Tom Schimmeck. Aber sollte das nicht die Devise von jeder Recherche sein? Da sind wir wahrscheinlich schon beim Grundproblem: Recherche wird in lokalen Radios kaum betrieben &#8211; sondern eher \u201eHof- und Terminberichterstattung\u201c. Geldmangel, Zeitmangel, personeller Mangel &#8211; im Lokalradio gibt es h\u00e4ufig nicht das Umfeld, das investigative Recherchen schafft. Positive Gegenbeispiele schaffen nur sehr engagierte Reporter*innen, die auch bereit sind, unbezahlte \u00dcberstunden f\u00fcr recherchengetriebenen Journalismus zu machen.<\/p>\n<p><strong>Starre Senderstrukturen sind oft Gift f\u00fcr Rechercheprojekte.<\/strong><br \/>\nDie starre Organisation der Sendeh\u00e4user verhindert zum Beispiel Zusammenarbeiten von unterschiedlichen Ressorts und verkompliziert die Verteilung der Gelder f\u00fcr lange Recherchen. Das frustriert engagierte Journalist*innen, die auch investigatives Radio machen wollen. Sie wechseln dann zu anderen Medien.<\/p>\n<p><strong>Bezahlungsmodelle f\u00fcr freie Journalisten macht f\u00fcr langfristige Recherchen keinen Sinn.<\/strong><br \/>\nFreie Journalist*innen werden meistens immer noch pro Beitrag entlohnt &#8211; und nicht f\u00fcr die Zeit, die sie in den Beitrag stecken. Das kann Freie nicht motivieren, in ihre Beitr\u00e4ge viel Arbeitszeit zu investieren. Weiteres Problem: Spesen werden fast nie bezahlt. Vor allem bei Recherchen im Ausland m\u00fcssen Freie finanzielle Risiken auf sich nehmen.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentlich-rechtliche Sender bem\u00fchen sich nicht um investigative Recherche.<\/strong><br \/>\nSender wie der Deutschlandfunk ruhen sich h\u00e4ufig auf ihren guten Ruf als Qualit\u00e4tsmedium aus &#8211; und bem\u00fchen sich kaum selbst um Innovation. Dass \u00f6ffentlich-rechtliche Sender nicht innovationstr\u00e4ge sein m\u00fcssen, zeigt die BBC. Das Selbstverst\u00e4ndnis des BBC, als leitender Sender auch Impulsgeber sein zu wollen, w\u00fcnschen sich viele auch von den \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Radio ist f\u00fcr investigativ arbeitende Freie h\u00e4ufig lediglich die \u201eResterampe\u201c.<\/strong><br \/>\nRadioredaktionen sind f\u00fcr freie Journalisten nicht die erste Wahl f\u00fcr ihre investigativen Geschichten. Die meisten bieten ihre investigativen Recherchen erst Print- oder TV-Redaktionen an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Recherche und investigative Recherche sind f\u00fcr die Zukunft des Radio \u00fcberlebenswichtig. Warum aber findet investigative Recherche trotzdem kaum im Radio statt? Und warum sehen Radioredaktionen investigative Recherchen nicht als treibende Kraft? Diese Frage diskutierten Inge Seibel (Jurymitglied beim Deutschen Radiopreis), Johannes Nichelmann (Deutschlandfunk Kultur), Tom Schimmeck (freier Journalist) und Benedikt Strunk (NDR). 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