{"id":968,"date":"2014-07-15T14:52:56","date_gmt":"2014-07-15T12:52:56","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wordpress\/blog14\/?p=968"},"modified":"2020-10-21T15:01:35","modified_gmt":"2020-10-21T13:01:35","slug":"deutschland-in-der-nachholphase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/blog\/deutschland-in-der-nachholphase\/","title":{"rendered":"Deutschland in der Nachholphase"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vier Fragen an\u2026 Patrick Stotz<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_22786\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22786\" class=\"wp-image-22786 size-medium\" src=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464-300x200.jpg 300w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464-768x512.jpg 768w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464-272x182.jpg 272w, https:\/\/netzwerkrecherche.org\/nr-termine-archive\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2020\/10\/mapping_data_br_z_0464.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-22786\" class=\"wp-caption-text\">Patrick Stotz (Foto: Benjamin Richter)<\/p><\/div>\n<p><em>1. Welche besonderen Herausforderungen stellen sich f\u00fcr Datenjournalisten in Deutschland?<\/em><br \/>\nZuallererst: die Verf\u00fcgbarkeit von Daten. Es gibt in Deutschland im internationalen Vergleich nicht allzu viele offene Datens\u00e4tze \u2013 die USA und Gro\u00dfbritannien sind zum Beispiel hier viel weiter. Au\u00dferdem fehlen in Deutschland h\u00e4ufig Vorkenntnisse, und die Infrastruktur in den Redaktionen ist noch nicht da, beziehungsweise im Entstehen. Es gibt Journalisten, die das Thema f\u00fcr sich entdeckt haben. Sie sehen sich dann vielen Tools gegen\u00fcber, haben aber nur geringe Erfahrung in ihrem Umgang. Gesellschaftlich habe ich nicht das Gef\u00fchl, dass die Leute Datenjournalismus stark nachfragen \u2013 insbesondere nicht jenen, der \u00fcber die Standardkarten und -grafiken hinausgeht. Insgesamt ist Deutschland in einer Nachholphase. Man muss gucken, was in den anderen L\u00e4ndern passiert und davon lernen. <!--more--><em>2. Wo k\u00f6nnten Datenjournalisten mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten?<\/em><br \/>\nIn vielen Punkten, angefangen bei Fragen der Datenverf\u00fcgbarkeit. Wissenschaftler sind es gewohnt, sich f\u00fcr ihre Forschungsarbeit bei Beh\u00f6rden Daten zu besorgen und mit Datenbanken zu arbeiten. Neben der Hilfe bei der Datenrecherche k\u00f6nnen Wissenschaftler auch bei der Datenanalyse helfen. Etwa klassisch als Experte, der Daten einordnet. Wissenschaftler k\u00f6nnen Zwischenschritte der Analyse kommentieren, eine Pr\u00fcfungsinstanz sein, aber in den Daten auch Ausgangspunkte f\u00fcr eine journalistische Geschichte entdecken. Im Grunde ist ja die Vorgehensweise, Fragen zu stellen, Themen zu finden, auf beiden Seiten \u2013 Wissenschaft und Journalismus \u2013 \u00e4hnlich. Wissenschaftler sind allerdings Komplexit\u00e4t gew\u00f6hnt und haben oft Schwierigkeiten, Dinge zu vereinfachen und sie anderen knapp zu erkl\u00e4ren. Journalisten haben hingegen nur begrenzt Zeit beziehungsweise Zeilen um ihre Geschichte zu erz\u00e4hlen. Diese Kommunikation, in aller K\u00fcrze richtig zu sein, ist eine Herausforderung.<\/p>\n<p><em>3. Wie sollte man den Datenjournalismus in Deutschland f\u00f6rdern?<\/em><br \/>\nDas ist f\u00fcr mich schwer zu beurteilen, da ich die Binnenperspektive nicht habe. Ein Austausch wie bei der Netzwerk Recherche-Tagung ist sehr hilfreich, au\u00dferdem Ausbildung und Training, die Vermittlung von F\u00e4higkeiten. Wichtig sind dabei praktische Projekte zum Reinfinden in den Datenjournalismus. Dabei muss es sich nicht um Riesen-Vorzeigeprojekte handeln, sondern um einen Anfang im Kleinen. Was aber institutionell ge\u00e4ndert werden muss, kann ich aus meiner Perspektive nicht beurteilen.<\/p>\n<p><em>4. Wo sind die Grenzen des Datenjournalismus vor dem Hintergrund j\u00fcngster Datenschutzdebatten?<\/em><br \/>\nIch sehe keinen Widerspruch zwischen Datenjournalismus und Datenschutz. Bereits jetzt m\u00fcssen sich Journalisten fragen: Wo ist die Grenze zur Verletzung der Pers\u00f6nlichkeitsrechte? Zudem beruhen die meisten datenjournalistischen Projekte noch auf Open Data, die bereits \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich ist. Mit der Zeit werden Datenschutzfragen zunehmen, aber im Grunde gilt immer dieselbe Sorgfaltspflicht an denselben Stellen: bei der Anonymisierung und der Frage, wie sich eine Zur\u00fcckverfolgbarkeit von pers\u00f6nlichen Informationen vermeiden l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Fragen an\u2026 Patrick Stotz 1. Welche besonderen Herausforderungen stellen sich f\u00fcr Datenjournalisten in Deutschland? Zuallererst: die Verf\u00fcgbarkeit von Daten. Es gibt in Deutschland im internationalen Vergleich nicht allzu viele offene Datens\u00e4tze \u2013 die USA und Gro\u00dfbritannien sind zum Beispiel hier viel weiter. 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