Helpline vor Ort - Workshops für Redaktionen

Die Helpline unterstützt Journalist:innen nicht nur am Telefon, sondern auch vor Ort in den Redaktionen. In unseren interaktiven Workshops sprechen wir mit den Teams über Belastungen im Redaktionsalltag und legen den Schwerpunkt auf Selbstfürsorge, Prävention und kollegiale Unterstützung.

 

Helpline-Workshop (2 Stunden)

Unser allgemeiner Einführungs-Workshop zu Themen wie Selbstfürsorge, kollegiale Unterstützung und Prävention mit interaktiven Übungen sowie Vor- und Nachgesprächen.

Inhalte

  • wissenschaftlicher Überblick zu mentalen Belastungen im Journalismus
  • typische Belastungsfaktoren/Berufsrisiken
  • Frühwarnzeichen erkennen und richtig deuten
  • Die Basics der Selbstfürsorge
  • Was bewirkt kollegiale Unterstützung und wie gelingt sie?
  • Schutzfaktoren bei Journalist:innen (Resilienz)
  • interaktive Übungen

Kosten

  • Soli-Preis (Normalpreis plus Unterstützung der Helpline): 800€ (zzgl. 19% MwSt.)
  • Normalpreis: 600€ (zzgl. 19% MwSt.)
  • zzgl. Reisekosten (bei Anreise von mehr als 2 Std. wird zusätzlich eine Reisedauer-Pauschale fällig)

Intensiv-Workshop (4 Stunden)

Einführungs-Workshop + individuelle Bedürfnisse: Ergänzend zu unserem Einführungs-Workshop können wir auf individuelle Bedürfnisse von Redaktionen eingehen und thematisch vertiefende Workshops anbieten. Dafür bitte eine unverbindliche Anfrage mit den gewünschten Themen an die Helpline stellen.

Beispielhafte Inhalte

  • Selbstwahrnehmung, Selbstfürsorge und Resilienz im Redaktionsalltag
    Journalist:innen arbeiten häufig unter Zeitdruck, mit hoher Verantwortung und in schwer planbaren Situationen. In diesem Workshop geht es darum, eigene Belastungsgrenzen früher wahrzunehmen und konkrete Entlastungsstrategien für den Arbeitsalltag zu entwickeln. Themen können sein: Umgang mit Perfektionismus, Grenzen setzen, Nein-Sagen, Erreichbarkeit, Dauerstress, Pausen- und Regenerationsroutinen sowie Warnzeichen bei sich selbst und Kolleg:innen erkennen. Ziel ist ein realistischer, professioneller Umgang mit Belastung.
  • Wie nah ist zu nah? Nähe, Distanz und belastende Recherchen
    Recherchen zu Leid, Gewalt, Tod, Diskriminierung, Krieg, Krise oder existenziellen Konflikten können Reporter:innen, Redakteur:innen, Fotograf:innen und CvDs stark belasten. Der Workshop vermittelt Grundlagen zu Trauma, sekundärer Traumatisierung und Re-Traumatisierung und überträgt sie auf journalistische Arbeitssituationen. Besprochen werden unter anderem traumasensible Interviewführung, der Umgang mit Protagonist:innen in Ausnahmesituationen, professionelle Nähe und Distanz, Nachsorge nach belastenden Terminen sowie redaktionelle Verantwortung bei Planung, Abnahme und Veröffentlichung.
  • Umgang mit Hatespeech, Drohungen und anderen Anfeindungen
    Anfeindungen gegen Journalist:innen sind für viele Redaktionen Alltag: in Kommentaren auf Social Media, per Mail, auf Social Media, bei Demonstrationen oder nach kontroversen Veröffentlichungen. Der Workshop hilft, unterschiedliche Formen von Angriffen einzuordnen und konkrete Reaktions- und Schutzmöglichkeiten zu entwickeln. Themen können sein: emotionale Erstreaktion, Dokumentation, interne Meldewege, Schutz der Betroffenen, Moderations- und Eskalationsregeln, Umgang mit massenhaften Angriffen, Rollenklärung zwischen Redaktion, Führung, Community-Management und Rechtsabteilung sowie Nachsorge nach Bedrohungslagen.
  • Gute Führung in belasteten Teams
    Führungskräfte prägen maßgeblich, ob Belastungen in Redaktionen offen angesprochen oder tabuisiert werden. Dieser Workshop richtet sich an Redaktionsleitungen, CvDs, Teamleitungen, Ausbildungsbeauftragte und Projektverantwortliche. Im Mittelpunkt stehen konkrete Führungsaufgaben: Belastungen erkennen, Gespräche mit betroffenen Kolleg:innen führen, Wertschätzung zeigen, Grenzen der eigenen Rolle kennen, Feedback geben, Konflikte moderieren, Überlastung im Team thematisieren und eine Kultur schaffen, in der Hilfe früh gesucht werden kann.
  • Psychischo-soziale Belastungen im Volontariat
    Volontär:innen und andere Berufseinsteiger:innen erleben häufig eine Mischung aus Leistungsdruck, Unsicherheit, befristeten Perspektiven, hoher Sichtbarkeit und noch wenig Routine im Umgang mit schwierigen Themen. Viele Auszubildene stehen unter hohem Leistungsdruck. Der Workshop unterstützt Volontärsgruppen dabei, Belastungen früh zu erkennen und Handlungsstrategien zu entwickeln. Themen können sein: gesunder Umgang mit Fehlern und Feedback, Umgang mit belastenden Einsätzen, Rollenklarheit, Ansprechstrukturen, Redaktionsroutinen, Auftritte bei Konferenzen und Terminen. Zielgruppe können auch Ausbilder:innen in Redaktionen sein.
  • Transformation, Digitalisierung und Change-Prozesse
    Digitalisierung, KI, Plattformdruck, Sparrunden und veränderte Arbeitsabläufe erzeugen in vielen Redaktionen dauerhafte Unsicherheit. Der Workshop schafft Raum, diese Belastungen professionell zu benennen und in konkrete Handlungsoptionen zu übersetzen. Themen können sein: Veränderungsdruck, Kontrollverlust, Rollenkonflikte, Umgang mit KI und daraus erwachsende Sorgen, Arbeitsverdichtung, Kommunikation in Change-Prozessen. Ziel ist nicht Change-Kommunikation als Durchhalteparole, sondern eine realistische Auseinandersetzung mit Belastung, Verantwortung und Gestaltungsspielräumen.
  • Redaktionelle Nachsorge nach belastenden Ereignissen
    Nach schweren Unfällen, Gewalttaten, Katastrophen, Gerichtsverfahren, Suizid-Berichterstattung oder extremen Rechercheerfahrungen brauchen Teams oft mehr als eine kurze Abschlussrunde. Der Workshop vermittelt, wie Redaktionen Nachsorge strukturieren können: Was sollte direkt nach einem Einsatz passieren? Wer spricht mit wem? Welche Warnsignale sind ernst zu nehmen? Wann braucht es externe Unterstützung? Und wie lässt sich verhindern, dass einzelne Kolleg:innen mit belastenden Eindrücken allein bleiben? Das Format eignet sich besonders für Teams, die regelmäßig mit Krisen-, Polizei-, Gerichts-, Kriegs-, Auslands- oder investigativer Berichterstattung befasst sind.
  • Weitere Themen nach Bedarf
    Die Workshops können auf konkrete Anliegen einer Redaktion, eines Teams oder einer Aus- und Fortbildungseinrichtung zugeschnitten werden. In einem Vorgespräch klären wir Fragen zu Zielgruppe, Belastungslage, gewünschte Tiefe und passende Formate.

Kosten

  • Soli-Preis (Normalpreis plus Unterstützung der Helpline): 1.200€ (zzgl. 19% MwSt.)
  • Normalpreis: 1.000€ (zzgl. 19% MwSt.)
  • zzgl. Reisekosten (bei Anreise von mehr als 2 Std. wird zusätzlich eine Reisedauer-Pauschale fällig)

Individueller Workshop (Dauer nach Absprache)

Ganztages-Workshop? Deep dives in spezielle Themen? Wir versuchen, alles möglich zu machen. Für individuelle Workshop-Anfragen bitte eine Nachricht ans Helpline-Team schreiben.

Weitere Infos

Die Zahl der Teilnehmenden ist nicht gedeckelt. Gruppengrößen von bis zu 20 Leuten haben sich bewährt. Außerdem ist es sinnvoll, zwischen Führungskräften und „normalen“ Mitarbeitenden zu trennen, weil sonst das Machtgefüge im Raum die Offenheit der Teilnehmenden negativ beeinflussen kann.

Unsere Trainer:innen (Auswahl)

Dagmar Möbius Helpline
Ute Korinth Helpline
Emma Thomasson Helpline
Nea Matzen_Helpline

Dagmar Möbius

Dagmar Möbius ist freie Journalistin mit Schwerpunkt Gesundheit und Soziales für Print- und Online-Medien. Sie kommt aus einem Gesundheitsfachberuf, hat über 20 Jahre im ambulanten und klinischen Gesundheitswesen sowie im Rettungsdienst gearbeitet und ist u.a. als Psychologische Fachberaterin für Krisenintervention und Notfallnachsorge sowie als Yoga-Lehrerin ausgebildet. Sie hat außer ihrer journalistischen Ausbildung ein Studium für Interprofessionelle Gesundheitsversorgung absolviert. Als pflegende Angehörige kennt sie berufsfremde Belastungen aus eigener Erfahrung und hat gelernt, an der richtigen Stelle „nein“ zu sagen.

Ute Korinth

Ute Korinth ist Journalistin, Resilienztrainerin und Autorin. Sie ist seit über 20 Jahren stellvertretende Leiterin einer Online-Redaktion und gibt seit mehr als 15 Jahren freiberuflich Seminare und Trainings zu Kommunikation, mentaler Gesundheit, agilen Methoden, Führung und seit zwei Jahren auch zu KI. Sie hat ein 8-wöchiges Programm für Resilienz und wertschätzende Zusammenarbeit entwickelt und das Buch "Der Buddha liebt Rafting" geschrieben. Sie ist Mitglied im Vorstand des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).

Emma Thomasson

Emma Thomasson ist Journalistin, Beraterin und Moderatorin. Sie ist Expertin für Führung, Strategie und Kommunikation sowie für europäische Politik, Technologie und Wirtschaft. Sie ist außerdem Coach für Führungskräfte und engagiert sich für mehr psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Zuvor arbeitete sie für Reuters als Korrespondentin und Büroleiterin in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Südafrika und Großbritannien. Bei Reuters hat sie auch ein Peer-Netzwerk mit aufgebaut, das Journalist:innen mit Stress und Traumata unterstützt.

Nea Matzen

Vom Volontariat bei einer Lokalredaktion über freies Arbeiten für Print, Radio und TV bis zum Arbeiten unter Zeitdruck in einer Nachrichtenredaktion - die Herausforderungen im Journalismus kenne ich aus vielen Perspektiven. Als Trainerin für Themen rundum Digitalisierung und KI begleite ich Redaktionen in Transformationsprozessen - auch zu Themen wie Feedback, Rollenverständnis und Teamentwicklung. An der Universität Hamburg habe ich als Career Counselor im internationalen Erasmus-Mundus-Programm zehn Jahre lang junge Journalist*innen beraten. Grundlage für diese Seminare und Coachings sowie für meine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Helpline ist die Ausbildung in Kommunikationspsychologie am Schulz-von-Thun-Institut Hamburg. Ich bin überzeugt, dass miteinander reden hilft und der erste wichtige Schritt für gemeinsame und individuelle Weiterentwicklung sein kann.

Infos
Menu