SEED Nr.4

Dezember 2020

SEED Newsletter zum Nonprofitjournalismus
Der Newsletter zum Nonprofitjournalismus
von Netzwerk Recherche

HERZLICH WILLKOMMEN BEIM SEED-NEWSLETTER!

Liebe Leser:innen,

vor ziemlich genau drei Jahren wurde unter der Sonne Südafrikas eine Idee geboren, die bis in diesen trüben deutschen Corona-Dezember strahlt. Eine Delegation von Netzwerk Recherche war 2017 zur Global Investigative Journalism Conference (GIJC) nach Johannesburg gereist und hatte eine Pause im Tagungsprogramm genutzt, um die auf der Konferenz versammelten News-Nonprofits zu einem Lunch-Meeting einzuladen. Bei mariniertem Seehecht und Linsen-Moussaka stellten die rund zwei Dutzend Teilnehmer:innen fest, dass man auf allen Kontinenten über ähnliche Fragen nachdachte, etwa Fact Checking, Finanzierung und Fundraising.

Vor allem den europäischen Vertreter:innen des gemeinnützigen Journalismus fehlten damals Vernetzungsangebote. Der mittägliche Gedankenaustausch von Johannesburg reifte in den beiden Jahren bis zur nächsten GIJC in Hamburg zu einem fixen Plan heran: Ein europäisches Netzwerk für gemeinnützigen Journalismus muss her!

Dafür weitete NR sein Grow-Stipendium für Gründer:innen im gemeinnützigen Journalismus zum Grow-Fellowship aus und lud fünf Journalist:innen aus europäischen Nonprofit-Redaktionen zum Welt-Muckraker-Treffen an die Elbe ein. In den Veranstaltungen eines speziell auf gemeinnützige Medienorganisationen zugeschnittenen Konferenz-Tracks und in den Gesprächen mit den Kolleg:innen aus aller Welt stach wieder der Bedarf nach Austausch und Vernetzung heraus. Ein vom Geist der Konferenz beseelter Grow-Fellow schrieb noch auf dem Heimflug nach Athen: „it’s about time to start thinking about how the network could develop further“.

Gesagt, getan. Zu Jahresbeginn, als wir tatsächlich noch glaubten, uns bei Branchentreffen wie der Dataharvest oder der NR-Jahreskonferenz real über den Weg zu laufen, fassten wir den Entschluss, das Nonprofit-Netzwerk Wirklichkeit werden zu lassen – und fanden in Arena for Journalism in Europe einen wunderbaren Mitstreiter. Die Macher:innen hinter der Dataharvest nahmen den Punkt in das Programm der digitalen Konferenz auf und arbeiteten mit uns kräftig am Konzept.

Zur Session im Oktober präsentierten wir Prototypen einer Karte und einer Datenbank, die als Basis für die spätere Gründung eines Netzwerks dienen sollen. Die enge (steuerrechtliche) Definition von Gemeinnützigkeit haben wir im Zuge der Diskussion mit den Kolleg:innen ausgeweitet auf alle Redaktionen mit einem „nonprofit state of mind“. In einem nächsten Schritt soll eine Mailing-Liste eingerichtet werden, um den Austausch mit den Kolleg:innen voranzutreiben.

Bei der Sammlung der Daten für unsere Europa-Karte des Nonprofitjournalismus arbeiten wir übrigens auch mit Forscher:innen aus dem DFG-geförderten Forschungsprojekt „Pioneer Journalism“ vom Leibniz-Institut für Medienforschung und dem ZeMKI der Universität Bremen zusammen. Die untersuchen die deutsche Szene der Medien-Startups, die wir auf unserer Karte zum Teil auch abbilden wollen.

Wie wichtig Vernetzung gerade für die vielen jungen, innovativen und auf neue Finanzierungsmodelle setzenden Medienunternehmen ist, zeigen auf nationaler Ebene die Bemühungen des Forums Gemeinnütziger Journalismus und des jüngst entstandenen Arbeitskreises Digitale Publisher. Beide arbeiten darauf hin, dass nicht nur die traditionellen Verlage von der geplanten staatlichen Presseförderung profitieren (dazu mehr in den Meldungen). Gemeinsam geht mehr!

Dieses ernüchternde Jahr hat uns einiges abverlangt. Wir bleiben dennoch optimistisch. Dabei hilft uns die Gewissheit: Die Idee von Johannesburg ist lebendiger denn je. Auch dank Euch!

Schöne Weihnachten. Bleibt gesund. Bis nächstes Jahr.

Herzliche Grüße

Malte Werner

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STIPENDIEN FÜR GEMEINNÜTZIGEN JOURNALISMUS VON NETZWERK RECHERCHE UND SCHÖPFLIN STIFTUNG

Update aus den von uns geförderten Projekten:

All I want for Christmas is… Reflekt. Das Schweizer Recherche-Kollektiv Reflekt hat pünktlich zu Weihnachten eine neue Mitglieder-Kampagne gestartet. Wer noch auf der Suche nach einem sinnstiftenden Weihnachtsgeschenk ist, kann eine Jahresmitgliedschaft verschenken.

Neue Folgen Karakaya Talks: Nach ihrer Steady-Kampagne arbeitet die Redaktion der Talkshow an neuen Folgen. Am 17. Dezember gibt es einen Jahresrückblick und Ende Januar soll die nächste reguläre Folge auf Youtube zu sehen sein.

Große Veränderungen kündigen sich in Nürnberg an: Der Lokalblog soll einen neuen Namen und einen runderneuerten Webauftritt bekommen. Wer up-to-date bleiben möchte, sollte den Newsletter abonnieren.

NEWS

+++ Kritik an beschlossener Presseförderung: Die vom Wirtschaftsministerium (BMWi) geplante Ausschüttung von bis zu 220 Millionen Euro an Zeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblätter stößt auf breites Unverständnis. Medienwissenschaftler Christopher Buschow nannte das an die Auflage gekoppelte Konzept zur Unterstützung der Verlage bei der digitalen Transformation eine „vertane Chance“, weil damit nicht „Qualität und Innovation“ gefördert würden. Vielmehr „konserviert [es] die Vergangenheit“, meint auch Krautreporter-Herausgeber Sebastian Esser, der mit seiner Online-Redaktion leer ausgeht. Netzwerk Recherche hatte sich über das Forum Gemeinnütziger Journalismus (bislang vergeblich) beim BMWi dafür eingesetzt, auch moderne Formen von Journalismus in die Förderung aufzunehmen. +++

+++ Digitale Publisher wehren sich: Aus Wut über die Ausgestaltung der Presseförderung (siehe oben) haben sich rund 40 Online-Medien zum Arbeitskreis Digitale Publisher zusammengeschlossen. In einem Aufruf werfen sie dem Wirtschaftsministerium Wettbewerbsverzerrung zugunsten „ausgewählter Medien“ vor und fordern „sämtliche Verbreitungskanäle […] gleich zu behandeln“. Auch das Forum Gemeinnütziger Journalismus pocht darauf und fordert zusätzlich die Entstehung eines „Labors für digitalen Journalismus“, in dem klassische Medienhäuser mit digitalen Publishern an gemeinsamen Projekten arbeiten können. +++

+++ Aus für The Correspondent: Der englischsprachige Ableger der niederländischen Website De Correspondent stellt seinen Betrieb zum Jahresende ein. Nach einem erfolgreichen Crowdfunding irritierte das 2019 gestartete Projekt mit der Entscheidung, anders als erwartet keinen eigenen US-Newsroom aufzubauen, sondern von Holland aus zu arbeiten. Weil die Erträge aus den Mitgliedsbeiträgen offenbar nicht für einen profitablen Betrieb ausreichen, entschlossen sich die Verantwortlichen nun, das Angebot einzustellen. Das US-amerikanische Nieman Lab dokumentiert das Schreiben, mit dem die Mitarbeiter:innen über das Aus informiert wurden. +++

+++ Premiere in der Schweiz: Wie erwartet (SEED Nr. 3) hat die Stiftung Aventinus die Zeitung Le Temps vom Verlag Axel Springer Ringier übernommen. Die neuen Besitzverhältnisse sind ein Novum für die Schweiz: „Noch nie ist hier eine Qualitätszeitung in die Hände philanthropisch motivierter Geldgeber übergegangen“, berichtet der SRF. Aventinus hat überdies angekündigt, auch das Internet-Portal Heidi.news übernehmen zu wollen. +++

+++ Klein, online, (einigermaßen) krisensicher: Eine Befragung von 165 unabhängigen Medienorganisationen weltweit zeichnet ein düsteres Bild der Corona-Auswirkungen auf den Journalismus. Das Reuters Institute sieht jedoch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Mit am besten durch die Krise kommen demnach kleine Online-Redaktionen, von denen einige gemeinnützig sind. +++

+++ Unter Druck: Das Online-Magazin „Deine Korrespondentin“ sucht zum Jahresende neue Unterstützer:innen. Gründerin Pauline Tillmann schreibt in einem offenen Brief an alle Interessierten: „Es ist unfassbar schwer, als kleines Medien-Startup zu wachsen und dauerhaft mehr Menschen davon zu überzeugen, 5 oder 10 Euro im Monat zu geben für ein Projekt, das vermeintlich ‚nice to have‘ ist.“ Ihr Aufruf sei ein letztes Aufbäumen, um die Finanzierungslücke zu schließen. +++

+++ Hosen runter: Die Krautreporter machen sich nackig und gewähren Einblick in die Bücher der genossenschaftlich organisierten Redaktion. Die Transparenz-Offensive ist Teil einer (mittlerweile erfolgreich abgeschlossenen) Mitglieder-Kampagne, um die Zukunft des Projekts zu sichern. Die großen Verlage können sich mit Blick auf die umstrittene Presseförderung ruhig eine Scheibe davon abschneiden. +++

+++ Pioniere im Interview: Das neue Youtube-Format Journalistic Pioneers stellt Startups aus der deutschen Medienszene vor. Die journalistischen Gründer:innen erklären darin ihre Projekte und sprechen über Herausforderungen im Arbeitsalltag eines jungen Medienunternehmens. Die zunächst auf acht Folgen angesetzte Serie wird von den Innovationsförderern Journalismus Lab NRW, Media Lab Bayern, Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) und nextMedia.Hamburg finanziert. +++

+++ Mit 25.000 norwegischen Kronen ins neue Jahr starten: Rechercheprojekte zu Umweltzerstörung in Entwicklungsländern können sich um eines von vier Stipendien der norwegischen Nonprofit-Organisation GRID-Arendal bewerben. Die Höhe der Förderung beträgt umgerechnet rund 2.300 Euro. Bewerbungsschluss ist der 22. Januar 2021. +++

DREI FRAGEN

Das Journalisten-Netzwerk Hostwriter hat Großes vor: Neben der Plattform, auf der mehr als 5.000 Journalist:innen angemeldet sind, soll eine Redaktion entstehen, die in ihrer Berichterstattung einen besonderen Fokus auf Diversität legt. Hostwriter-Gründerin Tabea Grzeszyk skizziert die Pläne für das kommende Jahr.

Liebe Tabea, Du hast soeben angekündigt, dass Hostwriter im Frühjahr 2021 einen Cross-Border Newsroom einrichten wird. Wie genau soll das dann ablaufen: Wer wählt die Themen, wer produziert die Beiträge, wer veröffentlicht die Recherchen?

Tabea Grzeszyk: Das stimmt, wir sind im Team sehr gespannt, diesen nächsten Schritt zu gehen! Wir wollen mit dem Newsroom einen Beitrag leisten, vielfältigere Stimmen und Perspektiven in den Journalismus zu bringen. Dabei setzen wir auf grenzüberschreitende Kollaboration: Meine Kollegin Tina Lee stellt gerade ein Redaktionsteam mit Journalist:innen von unterschiedlichen Kontinenten zusammen. Diese rufen im Hostwriter-Netzwerk zu Themeneinreichungen auf und entscheiden anschließend, welche Recherchen beauftragt werden. Die Geschichten werden über Hostwriter veröffentlicht und sie könnten (beispielsweise in unterschiedlichen Sprachen) für internationale Publikationspartner zur Verfügung stehen.

In einer Befragung der über den Globus verteilten Hostwriter-Community hat sich gezeigt, dass viele Teilnehmer:innen einen westlichen Blick auf Themen im Journalismus kritisieren. Hostwriter selbst ist allerdings auch in der westlichen Welt entstanden, das gemeinnützige Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin. Wie wollt Ihr derartigen Verzerrungen vorbeugen?

Wir haben unseren Sitz in Deutschland – das kann strategisch von Vorteil sein, wenn wir Recherchen beauftragen, die in Ländern mit weniger Pressefreiheit kaum Chancen auf eine Veröffentlichung hätten. Gleichzeitig legen uns der eigene Anspruch und die Rückmeldung aus unserer Community natürlich eine Verpflichtung auf: Wenn wir eine westliche Nachrichtenblase durchbrechen wollen, geht das nur, wenn redaktionelle Entscheidungen eben nicht von westlichen Journalist:innen dominiert werden. Daher liegt die Entscheidungsmacht bei einem kollaborativen Redaktionsteam, dessen Mitglieder sich voraussichtlich zu je einem Drittel aus Afrika, Asien und Europa/USA zusammensetzen werden. Wir können Verzerrungen nur mit Transparenz, konsequent kollaborativen Entscheidungsprozessen und einer fortlaufenden Bereitschaft begegnen, uns selbst zu hinterfragen.  

Wie wird der Newsroom zur Finanzierung von Hostwriter beitragen – und wie profitieren die Autor:innen im Newsroom?

Oh, die 1-Million-Dollar Frage! Im Falle der Autor:innen kann ich das einfacher beantworten: Alle Autor:innen werden für ihre journalistische Arbeit bezahlt. Dafür erarbeiten wir gerade transparente und einheitliche Regelsätze. Dank einer Projektförderung der Robert Bosch Stiftung und einer institutionellen Förderung durch die Adessium Stiftung haben wir jetzt das nötige Startkapital zusammen, um den Newsroom auf den Weg zu bringen. Die Herausforderung wird sein, von Beginn an zusätzliche Einnahmequellen aufzubauen, damit wir langfristig weitermachen können. Neben Stiftungen setzen wir dabei auf den Start eines Mitgliedschaftsmodells, bezahlte Workshops und Trainings, internationale Publikationspartnerschaften und Veranstaltungen. Unterm Strich erhoffen wir uns durch die Arbeit des Newsrooms mehr Sichtbarkeit und Wirkung für unsere Mission: Vielfalt im Journalismus ist keine Frage der politischen Korrektheit, sondern eine Frage der Qualität!

Tabea Grzeszyk ist Mitgründerin und Geschäftsführerin der Hostwriter gUG. In diesem Beitrag stellt sie weitere Ergebnisse der Community-Befragung vor. (ts)

RENDEZVOUS

Kennst Du schon? Die Neue Norm

„Schau mal, da ist wieder der kleine Mann im Rollstuhl!“ Ganz schön oft haben meine Kinder das gesagt, wenn wir in Berlin-Kreuzberg unterwegs waren. Ich stand dann immer etwas verlegen dabei, denn ich wusste: Der kleine Mann im Rollstuhl, das war Raúl Aguayo-Krauthausen. Und der ist ein ganz schön Großer. Medienmacher, Autor, Aktivist für Inklusion.

Mit seinem gemeinnützigen Verein Sozialhelden hat er vor einem Jahr ein neues Medienangebot geschaffen: Es heißt „Die Neue Norm“ und ist eine Kombination aus Online-Magazin, Podcast und Newsletter. „Normen hinterfragen, Normen aufbrechen – das möchten wir mit ‚Die Neue Norm‘,“ sagt Aguayo-Krauthausen. Ein kleines Team aus behinderten und nichtbehinderten Menschen bilde die Redaktion, dazu kämen viele freie Autor:innen. In den Beiträgen des Online-Magazins geht es um Chancen auf dem Arbeitsmarkt, um Diskriminierung in der Gesellschaft, um Barrierefreiheit im Alltag. Denn defekte Aufzüge an U-Bahn-Stationen, fehlende Rampen vor Cafés und Geschäften, kaum Leichte Sprache in den Medien – das sind Hürden, die das Leben echt kompliziert machen können.

Wer den Podcast hört, der gemeinsam mit Bayern 2 produziert wird, versteht plötzlich, wie klischeebeladen unsere Sprache oft ist. „An den Rollstuhl gefesselt“ – was für eine unsinnige Floskel. Der Rollstuhl bedeute vielmehr Freiheit und Selbstbestimmung, erklärt Aguayo-Krauthausen. Das Schwesterprojekt Leidmedien, das ebenfalls von den Sozialheld:innen ins Leben gerufen wurde, hat Tipps für Journalist:innen und Positivbeispiele zur Berichterstattung über Behinderung gesammelt.

Übrigens: Aguayo-Krauthausen hat in einem Text aufgeschrieben, wie Eltern aus seiner Sicht reagieren sollten, wenn ihre Kinder behinderten Menschen begegnen: „10 Dinge, die alle Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen sollten“. Und in Folge 2 des Podcasts „Die Neue Norm“ geht es um dieselbe Frage. Reinhören! (ts)

Die Neue Norm

 

LESE-TIPPS

INTERESSENKONFLIKTE VON ÄRZT:INNEN

Erste Veröffentlichung aus der datenjournalistischen Recherche „Follow the Grant“  

Im vergangenen Jahr hat Netzwerk Recherche den freien Wissenschaftsjournalisten Hristio Boytchev und sein Team mit einem Grow-Stipendium unterstützt. Jetzt hat BuzzFeed News erste Ergebnisse der geförderten Datenrecherche veröffentlicht. Sie zeigt, wie Ärzt:innen Kontakte zur Pharma-Industrie und mögliche Interessenkonflikte verschweigen und so die eigene Glaubwürdigkeit untergraben. In einem Making-of-Beitrag erzählt das Team, wie aufwändig die Entwicklung des Recherche-Tools war und wie mehrere Förderungen geholfen haben, die Idee umzusetzen. Eine sehr gute Nachricht verraten sie ganz am Ende des Artikels: Mit einer neuen Förderung können die Datenbank erweitert und europäische Veröffentlichungen geplant werden.

AUS DER WISSENSCHAFT

Interview zu Forschungsergebnissen aus dem Nonprofitjournalismus

Im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Hamburg hat Anna Driftschröer Journalist:innen von gemeinnützigen Medienorganisationen sowie Stiftungsvertreter:innen befragt, wie Stiftungsförderung im Journalismus funktioniert, wer davon profitiert und welche Themen gefördert werden. Im Gespräch mit dem Magazin Fachjournalist fasst sie ihre Forschungsergebnisse zusammen.

NURSES FOR SALE

Cross-Border Recherche über die Ausbeutung ausländischer Pflegekräfte

In Deutschland herrscht ein Mangel an Pflegekräften. Krankenhäuser suchen händeringend nach Fachpersonal – auch im Ausland. Das ruft dubiose Vermittler:innen auf den Plan, die Pflegekräfte aus Südamerika, Asien oder vom Balkan mit falschen Versprechen nach Deutschland locken. Correctiv deckt mit fünf internationalen Partnermedien ihre ausbeuterischen Geschäftspraktiken auf.

GUCK-TIPP

Erfahrungsaustausch über Stiftungsfinanzierung

Im letzten SciCon-Panel des Jahres sprechen Deborah Blum vom Knight Science Journalism Program am MIT, Thomas Lin vom Wissenschaftsmagazin Quanta sowie Volker Stollorz vom Science Media Center Germany über funktionierende Geschäftsmodelle und ihre Erfahrungen mit Stiftungsfinanzierung.

HÜHNCHEN AUS DEM SUPERMARKT ZERSTÖREN BRASILIENS NATUR

Warum eines der größten Biotope Brasiliens langsam verschwindet

Den Amazonas kennt jeder, Brasiliens riesige Savannenlandschaft Cerrado kaum jemand. Vielleicht konnten internationale Agrarunternehmen deshalb bis jetzt nahezu unbemerkt große Teile des einzigartigen Biotops zerstören, um dort Soja für Tierfutter anzubauen. Das britische Bureau of Investigative Journalism hat gemeinsam mit internationalen Partnern, darunter Greenpeace Unearthed, nachgeforscht und herausgefunden, was ein Hühnchen aus dem Supermarkt mit der Umweltzerstörung in Brasilien zu tun hat.

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Hast Du kürzlich eine spannende Recherche von einer gemeinnützigen Redaktion gelesen? Hast Du Ideen, wie wir SEED weiterentwickeln können? Fehlt etwas? Schreib uns dazu eine E-Mail, wir freuen uns über Hinweise und Feedback.

IMPRESSUM

Herausgegeben von Netzwerk Recherche e.V.

Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

Telefon: 030 49854012
www.netzwerkrecherche.org

Kontakt: seed@netzwerkrecherche.de

Vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder: Julia Stein, Cordula Meyer, Renate Daum

Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgericht Charlottenburg, Vereinsnummer VR 32296 B.

Redaktion:
Dr. Thomas Schnedler (ts),
Malte Werner (mw)

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Der SEED-Newsletter ist Teil des NR-Projekts zum Nonprofitjournalismus, das von der Schöpflin Stiftung gefördert wird.