Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 133, 25.01.2016

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

als im vergangenen Sommer die Zahl der Fluechtlinge massiv zunahm und pro Tag mehrere Tausend Menschen ueber die Grenzen in Bayern kamen, stieg auch die Zahl der Leserbriefe, die Redaktionen von Tageszeitungen, Magazinen und Sendern erreichten. Die Schreiber warnten vor dramatischen Folgen einer massenhaften Einwanderung, der angeblichen Verantwortungslosigkeit Angela Merkels und kaum loesbaren Problemen mit den Neuankoemmlingen. Eine ganze Reihe dieser Briefe war unertraeglich im Ton. Der Vorwurf, den sie an uns, die Journalisten richteten, war es, dass wir diese Probleme verschweigen wuerden, oft tauchte das Wort Luegenpresse auf. Viele dieser Schreiber unterstellten, wir waeren ein PR-Kartell, dessen Ziel es sei, die Politik der Kanzlerin medial zu flankieren. Diese Briefe kamen offensichtlich nicht nur von Pegida-Freunden, sondern auch aus dem buergerlichen Leser- und Zuschauermilieu, immer wieder erreichten mich Briefe mit der Frage, warum wir Straftaten von Fluechtlingen verschweigen wuerden. Vielleicht noch besorgniserregender: Auch die andere Seite glaubte dies. In Hintergrundgespraechen lobten hohe Repraesentanten des Staates, wie verantwortungsbewusst es doch sei, dass Medien Straftaten ignorierten, bei denen Fluechtlinge als Vergewaltiger oder Gewalttaeter aufgefallen waren. Umfragen bestaetigen, dass ein erheblicher Teil unserer Leser das Vertrauen in unsere Objektivitaet verloren hat. Weiterlesen

Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 132, 21.12.2015

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Es fing schrecklich an, das journalistische Jahr 2015: am Morgen des 7. Januar riefen zwei schwerbewaffnete maskierte Maenner „Allah ist gross“, dann erschossen sie elf Menschen. Mit ihrem Kugelhagel beerdigten sie auf einen Schlag eine ganze Redaktion, sie quaelten ein ganzes Land und erschuetterten Journalistinnen und Journalisten weltweit. Ueberwaeltigend war die Solidaritaet mit Charlie Hebdo: „Je suis Charlie“ – einer fuer alle, alle fuer einen! Aber die Wunde klafft bis heute – und keine Solidaritaet dieser Welt kann sie schliessen. Allenfalls uebertuenchen liessen sich die Schreckensmeldungen von damals, von neuen Nachrichten – so zynisch ist es. Weiterlesen

Stipendium abgeschlossen: Waldprojekt verdrängt Bauern

Susanne Götze hat ihr von der Olin gGmbh finanziertes und von nr betreutes Projekt abgeschlossen und auf Spiegel Online veröffentlicht. Sie besuchte ein Aufforstungsprojekt in Kikonda/Uganda und macht an diesem Beispiel deutlich, wie fragwürdig solche Vorhaben des Klimaschutzes sind. In Kikonda entstand eine Kiefernplantage, eine Monokultur, nicht einmal ein Wald, als Kompensation für Kohlendioxid-Ausstoß in anderen Regionen der Welt. Die Bäume stehen kilometerlang in Reih und Glied. Da es zwischen ihren kahlen Stämmen kaum schützendes Gras gibt, hat sich die Wildfauna zurückgezogen. „Die Viehhirten klagen, dass ihre Tiere in den Plantagen erkranken und Kühe missgebildete Kälber zur Welt bringen“, sagt Götze. Das könne an dem Herbizid liegen, dass rund um die Jungbäume versprüht werde.

Recherchestipendium abgeschlossen: Der Schmuggel mit Markenzigaretten

Robert Schmidt und Mathieu Martiniere haben ihre mit einem nr-Stipendium geförderten Recherchen zum internationalen Zigarettenschmuggel abgeschlossen und in einem Beitrag für den Tagesspiegel veröffentlicht. Sie untersuchen die Rolle der Tabakkonzerne auf dem Schwarzmarkt in Montenegro. Über das kleine Land auf dem Balkan gelangen viele unversteuerte Zigaretten in die Europäische Union. Fazit der beiden Autoren: Die Hersteller profitieren durchaus von den Geschäften der Tabakmafia.

Zum Artikel im Tagesspiegel

Transparenzgesetz: Rheinland-Pfalz verabschiedet fortschrittliche Regelungen und Niedersachsen will nun nachziehen

Der Landtag in Rheinland-Pfalz hat mit den Stimmen der rot-grünen Regierungskoalition am 11. November ein fortschrittliches Transparenzgesetz verabschiedet. Es wird zum kommenden Jahr in Kraft treten. Nachdem Hamburg sein Informationsfreiheitsgesetz zu einem Transparenzgesetz mit automatischen Veröffentlichungen im Internet weiterentwickelt hatte, ist Rheinland-Pfalz nun das erste Flächenland, das diesem Beispiel folgt und den Schritt von der Freigabe von Behördeninformationen auf Antrag zur nutzerfreundlichen automatischen Internet-Veröffentlichung geht. Die Reform war in einem breiten Beteiligungsverfahren diskutiert worden, mit öffentlichen Diskussionsveranstaltungen und Online-Feedback-Möglichkeiten, ergänzend zu den üblichen Sachverständigenanhörungen. Netzwerk Recherche hatte dieses Vorgehen ausdrücklich begrüßt und sich mit einer ausführlichen Stellungnahme an dem Prozess beteiligt.

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Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 131, 23.11.2015

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Olin-Stipendien: Zusammenarbeit verlängert

UmweltstipendienSlider-verlaengertDie gemeinnützige Olin gGmbH in Berlin, die sich der Förderung von Umweltprojekten verschrieben hat, wird netzwerk recherche auch im Jahre 2016 Fördermittel für die Vergabe von Stipendien zur Verfügung stellen. Mit insgesamt 30.000 € sollen 6 bis 8 Recherchevorhaben aus dem Naturschutz- und Umweltbereich unterstützt werden.

Wer sich um ein Olin-Stipendium bewerben möchte, kann sich mit einem formlosen Antrag an die Geschäftsstelle von netzwerk recherche wenden. Der Vorstand entscheidet dann nach Rücksprache mit Olin über die Vergabe der Mittel. netzwerk recherche stellt den Stipendiaten auch einen erfahrenen Mentor zur Seite, der das jeweilige Projekt betreut.

Zu den Informationen über das Stipendium Umwelt/Ökologie.

Ein Überblick über bereits geförterte Projekte erhalten Sie hier.

Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 130, 20.10.2015

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Fachkonferenz: Recherchieren mit Profis

ProRechercheErst-Werkstatt der Lehrredaktion PRORECHERCHE

Fachkonferenz vom 23. bis 27. November 2015

Thema: Geheimgeschäfte mit Cross Border Leasing – Licht ins Dunkel bringen und den Schleier lüften
Termin: 23. bis 27. November 2015
Ort: Geschäftsstelle netzwerk recherche, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

Zur Konferenz-Website

Mit Stipendium und Mentor zur Recherche

Beitrag von Christian Schweppe im Spiegel 42/2015.

Beitrag von Christian Schweppe im Spiegel 42/2015.

„Speeddating mit Diplomaten“ – im aktuellen Spiegel (42/2015) berichtet Christian Schweppe über die offiziell gemeinnützige Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik, die ihre zahlenden Mitglieder aus der Rüstungsbranche mit einflussreichen Militärattachés zur Geschäftsanbahnung zusammenbringt.

Christian Schweppe recherchierte mithilfe eines Recherche-Stipendiums von netzwerk recherche. Die von uns geförderten Recherchen werden von einem Mentor begleitet – in diesem Fall war es Meinrad Heck, Mitgründer der Lehrredaktion ProRecherche. Bei Vocer hat Christian Schweppe seine Recherchewege skizziert.

Von 23. bis 27. November findet bei uns die erste ProRecherche-Werkstatt statt. Nähere Informationen auf der Website der Lehrredaktion.

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