Berliner Stammtisch Sonderausgabe: Mini-GIJC mit Hacks Hackers Berlin

Datum: Mittwoch, 13.11.2019 ab 19 Uhr
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Gastgeber: Netzwerk Recherche und Hacks/Hackers

Das Treffen am 13. November versteht sich als Miniversion der Global Investigative Journalism Conference (GIJC), welche Netzwerk Recherche zusammen mit dem Global Investigative Journalism Network und der Interlink Academy for International Dialog and Journalism Ende September in Hamburg veranstaltet hat.

Referenten:

Zu dem Treffen in Berlin laden Hacks/Hackers und Netzwerk Recherche Referenten aus Berlin ein, um ihre aktuellen Projekte an der Schnittstelle zwischen Technologie und Journalismus vorzustellen. Als Referent bereits zugesagt hat:

Markus – (nosconte)
Berlins Start-Up NOSCONTE AG is experimenting with a new tool for crowdsourcing and information sharing. How do we address privacy of informants? What about quality and traceability of the provided information? Is “realtime” transparency of the collected information a plus? What other features could enhance participation of the crowd? How do we try to improve the contextualization of information? Weiterlesen

Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 178, 23.10.2019

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

ein Editorial ist ja eher ein Ort, an dem es darum geht, nach vorn zu blicken. Aber dieses Mal lohnt es sich, in die Vergangenheit zu schauen: Unsere große globale Konferenz liegt hinter uns, 1700 Journalisten aus 130 Ländern waren da, mehr als 400 Referenten berichteten von ihrer Arbeit und teilten ihre Erfahrungen. Für uns als Geschäftsstelle und Vorstand von netzwerk recherche war es ein einmaliges Erlebnis, so eine Riesenveranstaltung auszurichten – und wir sind überwältigt von den begeisterten Rückmeldungen, die wir bislang bekommen haben. Besonders froh waren wir, dass auch viele Vereinsmitglieder und regelmäßige Gäste unserer Jahreskonferenz dabei waren, als Referenten und als Teilnehmer.

Jeder Konferenzbesucher hat wohl Momente, die ihn besonders bewegt haben. Von den Kolleginnen und Kollegen aus den Philippinen und aus Pakistan, aus Osteuropa, aus Lateinamerika zu hören, mit welchen Problemen sie kämpfen, wie sie mit Rechtspopulisten, Autokraten und Regierungen umgehen müssen, die die Pressefreiheit mit Füßen treten und die recherchierende Journalisten diffamieren, macht zwei Dinge klar: Einerseits, unter welchen ungleich schwierigeren Umständen viele Kollegen arbeiten müssen, etliche in berechtigter Sorge um die eigene Sicherheit. Und dass andererseits die Struktur der Probleme, mit denen die Kollegen kämpfen, durchaus denen ähnelt, mit denen der Journalismus auch in Deutschland konfrontiert ist: ein Vertrauensverlust in Medien, gezielte Desinformation, eine auch durch soziale Medien fragmentierte Öffentlichkeit.

Die charismatische philippinische Chefredakteurin Maria Ressa sprach in ihrer Rede zur Verleihung des Shining Global Light Award über die großen Fragen, die unsere Branche berühren: “den Kampf um die Wahrheit, die Rolle der amerikanischen Plattformen der sozialen Medien und was wir tun können”. Der Kampf um die Wahrheit, so sagte Ressa, sei der Kampf unserer Generation, einer in dem es letztlich darum gehe, die Demokratie zu bewahren. “Mit Technologie als Beschleuniger wird eine Lüge, die eine Million Mal erzählt wird, zur Wahrheit.” Sie erklärte, dass Philippinos mehr Zeit in sozialen Medien verbrächten, als Bürger aller anderen Nationen und man deswegen dort etwas über “die dystopische Zukunft der Demokratie” lernen könne. Es lohnt sich diese Rede zu lesen oder noch besser anzuschauen, weil es klar macht, wo auch für deutsche Journalisten eine ganz große Frage liegt.

Eine zweite wichtige Erfahrung der Konferenz: Uns verbinden weltweit nicht nur die Probleme, uns verbindet auch unser Handwerk. Das wurde zum Beispiel klar, als Musikilu Mojeed, Chefredakteur der Premium Times aus Nigeria, darüber sprach, was einen guten Ressortleiter ausmacht und wie man eine investigative Geschichte druckreif bekommt. Oder als Marina Walker vom Konsortium ICIJ, das die Panama Papers enthüllte, auf demselben Panel erzählte, welche Fragen sie stellt, um herauszufinden, ob es sich lohnt, eine aufwendige Recherche zu beginnen. Unsere Werte und Grundprinzipien sind überall auf der Welt gleich und es begeistert, an den Erfahrungen der Kollegen teilhaben zu können. Und nicht zuletzt hat angespornt, wie viele kleine Redaktionen, manche mit weniger als zehn Journalisten, von ihren großartigen Enthüllungen berichten konnten.

Beim netzwerk machen wir jetzt weiter mit unserer Fachkonferenz am 29. und 30. November in Tutzing, “Was Journalismus aus den Täuschungsfällen lernen muss”. Dort wollen wir den Blick auf unsere eigenen Schwachstellen lenken und diskutieren, was wir aus den Skandalen in der Branche lernen können. Anmeldungen sind noch willkommen.

Es grüßen

Cordula Meyer,
Albrecht Ude Weiterlesen

Áine Kelly-Costello: Here’s what I learned when the muckrakers united

Áine Kelly-Costello ist Journalistin aus Aotearoa (Neuseeland), derzeit studiert sie Investigative Journalism an der Universität Göteborg. In folgendem Beitrag beschreibt sie, wie sie die 11. Global Investigative Journalism Conference als blinde Teilnehmerin erlebt hat:

Áine Kelly-Costello (2.v.l.) mit anderen Teilnehmer*innen der GIJC19. Foto: Raphael Hünerfauth

I stood or sat, phone in hand note-taking or exchanging contact info, in a sea of reporters listening to each other. I perched on cramped benches, sometimes on the floor, a chair if I was more punctual and decisive than usual about session selection.

There we were, 1700 investigative journalists, academics, non-profit directors, students, others connected to the field, converging into a noticeably finite amount of space. The vibe was disconcertingly friendly, and networking sessions were timetabled in for you. I sometimes remembered to eat.

In the blur of four days in Hamburg at the 11th Global Investigative Journalism Conference, here’s a snapshot of what jumped out for me.

1. Collaboration is the future. It’s also a tangle of logistics

Collaboration was a buzz-word, and I think it contributed to the sense of openness, and the lack of hierarchy that came across during the conference. As a blind journalist, collaboration is more a survival strategy than a nice idea for me, so this literal assurance that I was not alone was encouraging. Weiterlesen

An attack on one is an attack on all: 1.700 Journalisten auf der Global Investigative Journalism Conference 2019

Maria Ressa mahnte: “An attack on one is an attack on all.” Foto: Nick Jaussi

Maria Ressa hatte noch kein Wort gesagt, da erhielt sie schon tosenden Beifall. Gerührt und mit Tränen in den Augen begann die Gründerin von Rappler, der furchtlosen philippinischen Nachrichten-Website, ihre Rede (Video | Volltext) – und setzte damit den Höhepunkt der Global Investigative Journalism Conference 2019. „Der Kampf um die Wahrheit ist der Kampf unserer Generation“, machte sie den Zuhörern deutlich – und appellierte an Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt, zusammenzustehen: “An attack on one is an attack on all“, mahnte die 56-Jährige. „Wenn wir nicht die richtigen Schritte nach vorne machen, ist die Demokratie, wie wir sie kennen, tot.“

Vom 25. bis 29. September 2019 hatten sich 1.700 Journalist*innen aus 130 Ländern in Hamburg versammelt, um Erfahrungen auszutauschen, von Experten zu lernen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und neue Partner für ihre nächsten Recherchen zu finden. Es war das vielfältigste und größte internationale Treffen von investigativen Journalisten – und ein perfekter Ort, um sich für neue Enthüllungen und Recherchen motivieren und inspirieren zu lassen. Eunice Au vom Global Investigative Journalism Network hat die Höhepunkte auf der Konferenz-Website zusammengefasst.

Die Konferenz fand erstmals in Deutschland statt, organisiert vom Global Investigative Journalism Network, Netzwerk Recherche und der Interlink Academy for International Dialog and Journalism. Veranstaltungorte waren u.a. die HafenCity Universität Hamburg, das SPIEGEL-Haus, das Cruise Center HafenCity, das soziokulturelle Veranstaltungsschiff MS Stubnitz, das Designzentrum Designxport – sowie der der Audimax der Universität Hamburg, wo am letzten Konferenzabend die Global Shining Light Awards für herausragende Investigationen in Entwicklungs- und Schwellenländern verliehen wurden. Ermöglicht wurde die Konferenz von namhaften Partnern, Förderern und Sponsoren und 400 Referent*innen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen ehrenamtlich und honorarfrei teilten. 48 Prozent der Speaker und 50 Prozent der Teilnehmer*innen waren Frauen.

Zur Konferenz-Dokumentation

Global Investigative Journalism Conference in Hamburg: Mehr als 1.500 Journalisten erwartet

Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche e.V. freut sich auf mehr als 1.500 Kollegen aus 131 Staaten, die in dieser Woche zur 11. Global Investigative Journalism Conference (GIJC) nach Hamburg reisen. Die Konferenz mit rund 250 Programmpunkten beginnt am 26. September und dauert vier Tage. Sie findet in der HafenCity Universität und dem Spiegel-Gebäude statt, weitere Veranstaltungsorte sind das Kreuzfahrtterminal in der HafenCity, das Schiff MS Stubnitz sowie die Universität Hamburg, wo am Samstagabend die Shining Light Awards für herausragende Recherchen verliehen werden.

Weiterlesen

Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 177, 20.09.2019

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nun sind es nur noch wenige Tage und Nächte, dann endet ein langer Weg für uns, alle Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder von netzwerk recherche.

Mehr als 1500 Investigativ-Journalisten aus der ganzen Welt kommen dann nach Hamburg zur Global Investigative Journalism Conference, um gemeinsam Neues zu lernen, sich auszutauschen und um bei 250 Panels und Workshops handwerklich noch besser zu werden. Wir freuen uns auf jede Kollegin und jeden Kollegen!

Mit diesen Andrang – geradezu einem Ansturm – hatte keiner gerechnet, auch nicht unsere erfahrenen Partner vom Global Investigative Journalism Network (GIJN). Alle zwei Jahre richten sie diese Konferenz irgendwo auf der Welt aus, mit ortsansässigen Partnern, dieses Mal also mit der Interlink Academy und dem netzwerk recherche. Nie war die Nachfrage so groß. Die GIJC war quasi in Null Komma nichts ausverkauft, schon in der Early-Bird-Phase gingen die Karten aus. Mehr als 400 Kolleginnen und Kollegen standen zuletzt noch auf der Warteliste. Es brach einem das Herz, wie GIJN-Executive Director Dave Kaplan sagte, sie abweisen zu müssen, denn eigentlich wollen wir ja Rechercheure zusammenbringen und vernetzen, – so steht es geschrieben auch in unserem Namen.

Die guten Nachrichten aber überwiegen: Aus Entwicklungs- und Schwellenländern kommen mit Hilfe von Stipendien 450 Journalistinnen und Journalisten zur Konferenz, ausgewählt aus 1800 Bewerbungen. Möglich ist das dank einer überwältigenden Unterstützung von 65 Stiftern, Partnern und Sponsoren. Allen möchten wir herzlich danken – auch dafür, dass wir irgendwann keine schlaflosen Nächte mehr hatten, weil wir fürchten mussten, dass irgendwann das Geld nicht reichen würde. Weiterlesen

nr-Stammtisch in Köln mit Cristina Helberg (Correctiv)

Datum: Mittwoch, der 18. September 2019 ab 19:30Uhr
Ort: Lounge in der Comedia Wagenhalle, Vondelstr. 4-8, 50677 Köln (Nähe Clodwigplatz). ACHTUNG: Der Stammtisch findet in der Lounge statt.
Gast: Cristina Helberg, Faktencheckerin und Trainerin für Recherche und Verifikation bei Correctiv

Wir freuen uns, als Gast für den nächsten Stammtisch am 18. September in Köln Cristina Helberg begrüßen zu dürfen. Sie ist Faktencheckerin und Trainerin für Recherche und Verifikation bei Correctiv. In Ihrem Vortrag wird Cristina Helberg über ihre Arbeit berichten und auch ein paar Übungen zum Mitmachen dabei haben. Bitte bringt daher eure Laptops/Tablets mit.

Zur Person: Cristina Helberg arbeitet als Faktencheckerin und Trainerin für Recherche und Verifikation. Im CORRECTIV.Faktencheck-Team recherchiert sie zu Desinformation im Netz und deckt fast täglich Falschnachrichten auf. Für die NRW-Redaktion von CORRECTIV recherchierte sie zum Medizinskandal um unterdosierte Krebsmedikamente aus Bottrop und begleitete den anschließenden Gerichtsprozess, oft als einzige Journalistin im Saal. 2019 absolvierte Cristina Helberg eine Weiterbildung in Investigativer Recherche an der Columbia University in New York. 2018 wurde sie vom Medium Magazin als „Top 30 bis 30“ – Nachwuchsjournalistin ausgezeichnet. Vorher reiste sie um die Welt, studierte Lateinamerikanistik und Sozialwissenschaften auf Kuba und in Köln, absolvierte die Zeitenspiegel Journalistenschule und arbeitete als freie Journalistin.

Das Treffen steht auch nicht-NR-Mitgliedern offen. Bitte gern weitersagen.

Herzliche Grüße
Die Kölner Stammtisch-Organisatoren
Nicole Graaf mit Catrin Behlau

‘Todeslisten’: Offener Brief an Innenminister Seehofer

Meldungen darüber, dass Journalist*innen von Rechtsextremisten bedroht werden, häufen sich. Sechs Vereinigungen von Medienschaffenden, darunter Netzwerk Recherche, wenden sich in einem offenen Brief an den Bundesinnenminister und fordern ihn auf, Vorkehrungen für ihre Sicherheit zu treffen. Eine Entwarnung wegen einzelner ‚Todeslisten‘ reiche nicht.

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister Seehofer,

wie Sie wissen, beschreibt der Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention die Verpflichtung des Staates, Leben zu schützen. Laut Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte beinhaltet dies die Bringschuld der Behörden, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um eine identifizierte Person zu schützen, deren Leben durch kriminelle Akte einer anderen Person gefährdet ist. Dies bedeutet, dass der Staat jede Person über jegliche aktenkundige Bedrohung ihres Lebens informieren sowie aktiv weitere Maßnahmen ergreifen muss, wenn die Bedrohung real und unmittelbar ist.

Weiterlesen

Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 176, 27.08.2019

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wieviele Adapter halten wir bereit für all diejenigen Journalisten, die sich in Deutschland plötzlich wundern, dass ihr Stecker gar nicht passt? Müssen wir zu jeder Mahlzeit Reis anbieten, wo doch ein großer Teil unserer Gäste aus Asien kommt? Und – wird es den ausländischen Journalistinnen und Journalisten gelingen, sich frei in Hamburg von A nach B zu bewegen, ohne durchgehend im Bus durch die Gegend gekarrt zu werden?

Es sind nicht unbedingt Fragen der Recherche und des Journalismus, mit denen wir uns gerade vorrangig beschäftigen, in unserer netzwerk recherche-Geschäftsstelle. Die Vorbereitung der Global Investigative Journalism Conference (GIJC19) vom 25.-29. September in Hamburg ist dennoch ein Abenteuer und lehrreich. Es ist kurios, welches Journalistenbild hinter all den Fragen steckt, die uns auch mal von unseren erfahrenen Konferenzpartnern des Global Investigative Journalism Network gestellt werden. Journalisten in der Gruppe scheinen demnach nicht unbedingt die Besten darin, sich in der Fremde oder mit Veränderungen zurecht zu finden. Weiterlesen

GIJC19

Illustration: Vincent Burmeister

Die 11. Global Investigative Journalism Conference  findet vom 26. bis zum 29. September 2019 in Hamburg statt (mit Pre-Conference-Programm am 25. September). Die Konferenz wird von netzwerk recherche, dem GIJN und der Interlink Academy veranstaltet. Auf Grund der hohen Nachfrage ist die Konferenz bereits ausverkauft. Wir erwarten mehr als 1.000 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Welt zum größten internationalen Treffen für journalistische Recherche in der Hansestadt.

Auf der Konferenz-Website findet sich ein Überblick über das geplante Programm mit mehr als 150 Workshops, Panels und Spezialveranstaltungen. Zu den Schwerpunkten zählen u.a. Datenjournalismus und Online-Recherche, investigative Methoden und Informationsfreiheit, Cross-Border-Journalismus und internationale Vernetzung, Exiljournalismus und Pressefreiheit ebenso wie Nonprofitjournalismus und alternative Finanzierungsmodelle für Recherche. Die Liste der Speaker ist hier einsehbar [wird noch ergänzt].

# Global Shining Light Awards auf der Global Conference in Hamburg .

Auf der Global Investigative Journalism Conference in Hamburg werden die Global Shining Light Awards verliehen. Das Global Investigative Journalism Network (GIJN) hat die Finalisten bereits bekanntgegeben:
12 Investigative Projects Named as Finalists in 2019 Global Shining Light Awards

Weitere Informationen auf der Konferenzhomepage unter https://gijc2019.org

 

Weiter