Jetzt bewerben: Freiraum für Recherchen mit dem Fellowship Lokale Recherche

veröffentlicht von Maria-Mercedes Hering | 21. Juli 2026 | Lesezeit ca. 4 Min.

Gute Nachricht für alle investigativ interessierten Lokaljournalist:innen: Netzwerk Recherche schreibt das Fellowship Lokale Recherche erneut aus. Ein zweites Mal schaffen wir damit Freiraum, damit freie und festangestellte Lokaljournalist:innen sich weiterbilden und ein eigenes Recherche-Projekt umsetzen können. Bewerbungsschluss ist am 16. September 2026. Das Fellowship wird ermöglicht von der Madsack Stiftung, der Olin gGmbH sowie durch Einzelspenden.

Kernzeitraum: Februar bis April 2027
Bewerbungsschluss: 16. September 2026
Bewerbung: Hier geht es zum Bewerbungsformular

Wer tagesaktuell arbeitet und tiefer in eine Recherche einsteigen möchte, braucht dafür Zeit und Expertise. Doch nicht immer ist es im Redaktionsalltag möglich, Tage oder Wochen an einer aufwendigen Recherche zu arbeiten oder sich Zeit für eine intensive Fortbildung zu nehmen. Hier setzt das Fellowship Lokale Recherche an: Es schafft den nötigen Freiraum zum Lernen und Recherchieren. Mit dem Fellowship Lokale Recherche können bis zu sechs Fellows gefördert werden.

Die Dauer des Fellowships wird individuell festgelegt und kann zwischen zwei und sechs Monate betragen, je nach Herausforderung und Aufwand. Die Fellows erhalten eine Lebenshaltungskostenpauschale von 3.500 Euro pro Monat, zusätzlich können bis zu 2.500 Euro für Reise-​ und Recherchekosten übernommen werden.

Der Kernzeitraum des Fellowships umfasst drei Monate zwischen Februar und April 2027. In dieser Zeit finden parallel zur individuellen Recherche Fortbildungen zu den Themen statt, die sich die Fellows wünschen – für ihre Recherche, aber auch für ihr weiteres investigatives Arbeiten. Im Mittelpunkt der Fortbildungen können zum Beispiel Rechercheplanung, Quellenarbeit, OSINT und Konfrontation stehen. Außerdem wird jede:r Fellow beim Rechercheprojekt individuell durch ein:e erfahrene:n Mentor:in betreut. Mehr zur Bewerbung und zum Ablauf des Fellowships findest Du in unserem FAQ.

Enorm viel dazugelernt

2025 hat Netzwerk Recherche das Fellowship zum ersten Mal ausgeschrieben. Viele Recherchen sind mittlerweile abgeschlossen, zum Beispiel zur Ausbeutung in der 24-Stunden-Pflege am Bodensee, zu einer völkisch-esoterischen Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern, fränkischen Rechtsextremen im Kampfsport, Maskenlieferanten aus Baden-Württemberg und dem Geschäft mit maroden Wohnblöcken in Münster. Das sagen die Fellows des ersten Jahrgangs über ihr Fellowship:

„Für mich war das Fellowship ein Privileg. Währenddessen hatte ich Zeit zu recherchieren, tief ins Thema einzusteigen, Fachliteratur zu lesen und mit Menschen zu sprechen – all das ohne den Druck, schnellstmöglich eine verwertbare Geschichte daraus zu machen. So konnte ich auch mithilfe der Fortbildungen meine investigativen Fähigkeiten verbessern. Darüber hinaus konnte ich wunderbare Menschen kennenlernen und mich vernetzen.“ – Alexander Kalski, Ostsee-Zeitung

„Durch dieses Fellowship habe ich handwerklich enorm viel dazugelernt und dadurch auch an Selbstsicherheit gewonnen. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, die mit derselben Begeisterung und in derselben Rolle in ihrer Redaktion arbeiten. Vor allem aber hat es mich darin bestärkt, investigative Recherche im Lokalen weiter voranzutreiben — auch dann, wenn es mühsam und ungemütlich wird.“ – Anna-Sophie Kächele, Stuttgarter Zeitung und Nachrichten

„Durch das Fellowship konnte ich konzentriert an einem der größten sozialen Themen unserer Zeit arbeiten: das Wohnen. Ich habe unglaublich viel gelernt und konnte mich bestens mit Fachleuten vernetzen. Ich hatte Zeit für das, was oft auf der Strecke bleibt: nah dran sein an den Leuten, mehr als nur einmal hinfahren, zuhören, Gespräche führen, noch mal nachfragen. Ich weiß durch das Fellowship jetzt, dass ich mehr kritischen Wirtschaftsjournalismus machen will, am liebsten investigativ.“ – Sebastian Fobbe, RUMS

Fellowship Lokale Recherche: So geht es weiter

Im Herbst 2026 wird eine fachkundige Jury über die Vergabe der Fellowships entscheiden. Die Jury besteht aus Stefanie Dodt (Netzwerk Recherche/ARD-TV-Korrespondentin, Studio Genf. – Vorsitzende der Jury), Jan Hollitzer (Thüringer Allgemeine), Silja Kummer (Heidenheimer Zeitung), Antonie Rietzschel (Leipziger Volkszeitung), Jonathan Sachse (Redaktionsnetzwerk Deutschland) und Oliver Schmetz (Aachener Zeitung). 

Du hast Fragen zum Fellowship Lokale Recherche? Dann schau in unser FAQ zum Fellowship. Deine Frage ist nicht dabei? Schreib uns Deine Fragen an lokales@nrch.de 

Info-Call für Interessierte

Am 27. Juli 2026 um 12 Uhr beantworten Georg Mascolo und Maria-Mercedes Hering außerdem alle Fragen zum Fellowship in einem Zoom-Call. Zur Anmeldung geht es hier.

Das Fellowship wird ermöglicht durch:

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