Newsletter Netzwerk Recherche 262 vom 23.10.2026

veröffentlicht von Lena Wrba | 23. Oktober 2026 | Lesezeit ca. 17 Min.

Editorial

Liebe Kolleg:innen,

vor gut einer Woche haben wir einen weiteren Meilenstein beim Ausbau unseres Engagements im Lokaljournalismus erreicht: Wir konnten als Jury bereits zum zweiten Mal die Fellows für das Stipendium Lokale Recherche auswählen. Das ist in Zeiten von Sparzwängen in den Redaktionen alles andere als selbstverständlich und wird durch die Unterstützung der Madsack Stiftung, von Olin und durch Einzelspenden möglich. Mit dieser Förderung wollen wir Lücken schließen, indem wir intensive investigative Recherche auch in Lokalmedien unterstützen – und damit die Geschichten erzählbar machen, für die sonst Zeit und Geld fehlen. 

Aus insgesamt 50 Bewerbungen haben wir uns für sechs Fellows entschieden, deren Namen wir bald bekannt geben können. Nur so viel: Sie verteilen sich geographisch über ganz Deutschland und es sind sowohl Festangestellte als auch Freiberufler:innen darunter. Ihre vielfältigen Themen entstammen Finanzkrisen in Städten, Missständen in Verwaltungen oder Problemen durch Wohnungsnot – und gehen bis hin zu möglichen neuen #Metoo-Fällen. Das Fellowship dauert zwischen zwei und sechs Monate und wird mit monatlich 3.500 Euro gefördert. Es umfasst sowohl ein umfassendes Fortbildungsangebot als auch engmaschiges Mentoring. 

Ich freue mich schon jetzt auf die neuen Lokal-Recherchen – einige Beispiele der bisher geförderten Projekte gibt es auf der NR-Website.

Sehr glücklich bin ich auch darüber, dass wir nun seit 9 Monaten unter der Leitung von Maria-Mercedes Hering den neuen Support Desk für Lokaljournalismus betreiben – mit Unterstützung der Zeit Stiftung Bucerius. Hier melden sich schon jetzt zahlreiche Lokaljournalist:innen, wenn sie bei einer Recherche nicht weiterkommen oder einfach Fragen zu Handwerk, Tools oder journalistischer Ethik haben. Bei über 50 Beratungsanliegen ging es schon oft um Verdachtsberichterstattung im Lokalen, die Suche nach der passenden Recherchefrage oder nach Informationen in Registern. Erzählt es gern weiter und helft uns dabei, unseren Desk noch bekannter zu machen!

Herzliche Grüße
Stefanie Dodt

Stefanie Dodt, Verfasserin des Editorials und NR-Vorstandsmitglied.

Stefanies Tipps des Monats

BR-Recherche zu Upskirting-Videos vom Oktoberfest

Ein Rechercheteam des BR identifizierte mehrere Akteur:innen, die Frauen auf dem Oktoberfest systematisch filmen und Aufnahmen mit sexualisierten Titeln verbreiten oder verkaufen. Ein Mann aus Bayern konnte mit zahlreichen Accounts in Verbindung gebracht werden, deren meistgesehene Videos zusammen mehrere hundert Millionen Aufrufe erzielten. Nach Anfragen des BR wurden zahlreiche Inhalte gelöscht. 

Erfolgreiche Recherche mit Community-Tool

Mehr als 6.000 Menschen in Europa investierten rund 216 Millionen Euro in Teakbäume, die eine Nidwaldner Gesellschaft verkaufte und bis zum Verkauf des Holzes hätte bewirtschaften sollen. Nach der Insolvenz des Unternehmens ist unklar, was aus den Investitionen wird. Correctiv Schweiz hat gemeinsam mit der SRF Rundschau recherchiert und die Schweizer Anlegenden mithilfe des CrowdNewsrooms befragt – und das sehr erfolgreich: 130 Anlegende haben sich gemeldet und teils vertrauliche Dokumente geschickt. 

Druck und mögliche Gewalt im Basler Ruder-Club

Aktive und ehemalige Athlet:innen des erfolgreichen Basler Ruder-Clubs berichten über massiven psychischen Druck, mutmaßlichen Machtmissbrauch und sektenartige Strukturen – das hat Valerie Zaslawsk von der Schweizer Lokalseite Bajour recherchiert. Im Zentrum der Vorwürfe steht der Umgang des Headcoachs mit jungen Leistungssportler:innen.

NR-insights zum Thema "Wenn Streamer provozieren". Mit Ann-Katrin Müller und Markus Wölk. Am Donnerstag, 5. November, ab 20 Uhr. Teilnahme nur für NR-Mitglieder. Bis zum 2. November NR-Mitglied werden und teilnehmen.
Stark unter Druck – Praxisleitfaden zum Umgang mit Belastungen im Redaktionsalltag

Aus dem Netzwerk Recherche

Save the Date: Termin für die NR27 steht fest

Die Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche ist die größte Journalismuskonferenz in Deutschland. Seit über 20 Jahren bringt sie Journalist:innen zusammen, ermöglicht Wissensaustausch und bietet Raum für Vernetzung und Inspiration. Nun steht der Termin für die Jahreskonferenz 2027 fest. Sie findet am 18. und 19. Juni 2027 beim NDR Fernsehen in Hamburg statt. Der Call for Participation startet im Dezember, Tickets sind ab März 2027 erhältlich. Alle Updates gibt es in diesem Newsletter oder frühzeitig im exklusiven Mitgliederbrief für NR-Mitglieder.

NR-insights: Wenn Streamer provozieren

Sie treten als Pressevertreter:innen auf – missachten mitunter jedoch grundlegende journalistische Standards: Immer häufiger treffen Journalist:innen bei politischen Veranstaltungen und Demonstrationen auf Streamer aus dem Umfeld der AfD, die Politiker:innen der Partei hofieren und deren Botschaften verbreiten, während sie kritische Reporter:innen ins Visier nehmen. Bei unserem NR-insights am 5. November sprechen wir mit Ann-Katrin Müller (Der Spiegel) und Markus Wölk (Altmark Zeitung) über ihre Erfahrungen mit Streamern. Gemeinsam diskutieren wir unter anderem die Fragen, wie Journalist:innen mit Provokation und Einschüchterungsversuchen umgehen können und wie die journalistische Glaubwürdigkeit in dem zunehmend konfrontativen Umfeld gewahrt werden kann. Moderiert wird der Abend von Sebastian Erb (Süddeutsche Zeitung).

NR-insights ist ein digitales Angebot für NR-Mitglieder. NR-Mitglieder können sich bis zum 3. November anmelden (Link siehe Mitgliederbrief). Wer noch kein Mitglied ist, kann bis zum 2. November einen Mitgliedsantrag stellen, um teilnehmen zu können.

Netzwerk Recherche in den Medien

Wir engagieren uns für starke Recherchen – und sprechen darüber. In den vergangenen Wochen sind dabei einige spannende Medienbeiträge entstanden. Im Fachmagazin Journalist etwa analysiert unser Vorsitzender Daniel Drepper die Entwicklung des investigativen Journalismus und erklärt, wie Community und Content Creation wichtige Impulse geben können. Der Deutschlandfunk stellt den Helpline-Leitfaden „Stark unter Druck“ zum Umgang mit Belastungen im Redaktionsalltag vor. Vorstandsmitglied Christina Elmer hat zum Auftakt der Hamburger Woche der Pressefreiheit im NDR Fernsehen über die Frage „Wie schützen wir uns – und unsere Demokratie – vor Desinformation?“ diskutiert. Im Fachmagazin Journalist gibt sie außerdem ein Interview zur Nutzung von KI im Journalismus. Co-Geschäftsführer Thomas Schnedler spricht in einem Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung über das Verschwinden der Lokalzeitung im ländlichen Raum und Maria-Mercedes Hering stellt im Verdi-Magazin die Unterstützungsangebote von Netzwerk Recherche für lokale Recherchen vor.

Aus dem GIJN

Recherche des Monats: Weltweite Abschiebungen aus den USA

Iraner:innen in Panama oder Venezolaner:innen in Liberia. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2025 hat seine Regierung mit 35 Ländern bilaterale Abkommen geschlossen, um Menschen auch in Staaten abschieben zu können, aus denen sie ursprünglich nicht stammen. Seither wurden rund 25.000 Menschen in Länder abgeschoben, zu denen sie keinerlei Verbindung haben. Die Abläufe bei Abschiebungen in Drittländer sind von administrativer, diplomatischer und finanzieller Geheimhaltung umgeben. In dieser Recherche von Forbidden Stories hat sich ein internationales Team aus Journalist:innen die Prozesse genauer angeschaut.

Website zur GIJC27 ist online

Die internationale Journalismuskonferenz GIJC findet vom 20. bis 23. Oktober 2027 in Rotterdam statt. Nun hat das Global Investigative Journalism Network (GIJN) die Website zur GIJC27 gelaunched. Hier erfahren Interessierte nicht nur mehr über die bevorstehende Veranstaltung und den Veranstaltungsort, sondern haben in den kommenden Wochen auch die Möglichkeit, Ideen für Podiumsdiskussionen vorzuschlagen, sich für Stipendien zu bewerben, Beiträge für den „Global Shining Light Award“ (GSLA) einzureichen und sich zur Teilnahme anzumelden. 

Masterclass: Investigative Recherche zu Kriegsverbrechen

In diesem Masterclass-Video gibt Charles Adeogun-Phillips praktische Einblicke dazu, wie Journalist:innen Kriegsverbrechen und Völkermord untersuchen können. Adeogun-Phillips ist Anwalt und ehemaliger leitender Ankläger einer Völkermordklage am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda. Er gibt unter anderem Tipps zur sinnvollen Kombination digitaler und menschlicher Quellen und erklärt, wann bei speziellen Gewalttaten lokale Ermittler:innen und Spezialist:innen hinzugezogen werden sollten.

Save the Date: Der Termin zur NR27 steht fest. Am 18. und 19. Juni treffen wir uns in Hamburg auf dem NDR-Gelände.

Nachrichten

Beschlagnahme von Recherchematerial: Der Fall „House of Block”

Für Aufsehen sorgte am 12. Oktober die Androhung einer Durchsuchung der Zeit-Redaktion und der Privatwohnung der Journalistin Anne Kunze. Die Justiz wollte damit an Audioaufnahmen zum Entführungsfall in der Familie Block gelangen. In einem Übermedien-Artikel (€) kritisiert Daniel Moßbrucker das Vorgehen der Hamburger Behörden, das den Schutz journalistischer Arbeit gefährde. Zugleich erläutert er, warum selbst recherchiertes journalistisches Material rechtlich weniger stark geschützt ist als die Identität vertraulicher Quellen. Diese von ihm als „Zwei-Klassen-Logik des Informantenschutzes” bezeichnete Unterscheidung zeichnet er anhand früherer Fälle und wegweisender Gerichtsentscheidungen nach. Moßbrucker kritisiert aber auch, dass die Zeit ihre sensiblen Daten nicht besser geschützt habe. Eine Verschlüsselung hätte den Zugriff der Ermittler:innen auf die Aufnahmen erheblich erschwert und der Redaktion zumindest Zeit verschafft. Für Moßbrucker wäre dies effektiver und sogar eine „Sternstunde für den Investigativjournalismus” gewesen, wenn die Zeit das Material nur auf verschlüsselten Festplatten hätte präsentieren können.

Ressource zur Berichterstattung über El Niño und Initiative für neue Klimaredaktion 

Der Sommer in Europa war von extremen Hitzewellen und Trockenheit geprägt. Bis zum Ende der Saison waren rekordverdächtige 52 Prozent des Kontinents sehr starkem Hitzestress ausgesetzt. Expert:innen warnen nach dem Hitzesommer nun auch vor einem extremen Winter. Verantwortlich dafür ist das Phänomen El Niño, das in diesem Jahr besonders stark ausgeprägt sein könnte. Für fundierte Berichterstattung gibt die Plattform Covering Climate Now einen Überblick über mögliche Auswirkungen. Um in Zukunft mehr fundierte Recherchen und Berichterstattung zu Klima- und Umweltthemen zu ermöglichen, will Investigativjournalist und Erster Vorsitzender von NR, Daniel Drepper, eine neue Redaktion gründen. „Otter News“ soll sie heißen und Videos, Podcasts und Newsletter zur Klimakrise veröffentlichen. Bis Ende des Jahres braucht er dafür 3.000 Unterstützer:innen. Alle Infos zur Initiative gibt es auf der Website von Otter News.

Israel verweigert Journalistin die Einreise

Einer Korrespondentin der Zeitung Taz, Serena Bilanceri, wurde die Ausstellung eines Arbeitsvisums und damit die Einreise nach Israel verweigert. Die Taz wertet das in einer Stellungnahme als „erheblichen Eingriff in die Pressefreiheit“. Auch Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiert das Vorgehen der israelischen Einwanderungsbehörde: „Wenn Journalist:innen wegen kritischer Berichterstattung oder Kommentaren an ihrer Arbeit gehindert werden, ist das mit demokratischen Grundsätzen und der Verpflichtung zum Schutz der Pressefreiheit unvereinbar“. Israelischen Medien zufolge begründet die Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde die Einreiseverweigerung damit, dass Bilanceri Sanktionen gegen Israel gefordert und somit zum Boykott des Staates aufgerufen habe. Die Chefredaktion der Taz weist die Vorwürfe zurück. Eine aktuelle Befragung von Medienschaffenden durch die Freie Universität Berlin ergab, dass die Mehrheit der Befragten die Pressefreiheit in der Nahost-Berichterstattung als eingeschränkt empfindet. Dabei spielten neben äußerem Druck aber auch Konflikte und Hierarchien innerhalb von Redaktionen eine Rolle.

IFG: Neue Ressource für länderübergreifende Recherchen

Die Journalist:innen Alexander Fanta und Jelena Prtorić haben eine Übersicht zu den Informationszugangsrechten auf EU-Ebene sowie in den EU-Ländern erstellt. Der Leitfaden soll bei grenzüberschreitenden Recherchen unterstützen und Journalist:innen mit sämtlichen Informationen zu den Auskunfts- und Informationsfreiheitsgesetzen in den jeweiligen Ländern versorgen. Darin enthalten sind unter anderem Tipps zur Beantragung von Auskünften und Dokumenten in 39 Ländern sowie bei den EU-Institutionen. Darüber hinaus finden Journalist:innen im Leitfaden weitere praktische Informationen, etwa zu häufig angewendeten Ausnahmeregelungen oder gängigen Ablehnungsgründen zu Auskunftsanträgen, sowie eine Übersicht über hilfreiche Ansprechpartner:innen für Recherchen. 

Leitfaden zu Cybersicherheit von Journalist:innen 

Reporter ohne Grenzen Schweiz (RSF Schweiz) hat einen Leitfaden zur Cybersicherheit veröffentlicht, in dem Journalist:innen praktische Maßnahmen zum digitalen Schutz ihrer Privatsphäre finden. Zur Begründung schreibt RSF: „Medienschaffende sind bevorzugte Ziele der Überwachung, sei es durch staatliche Akteure, kriminelle Gruppen oder Unternehmen, die ihre Interessen durchsetzen wollen.“ Den gesamten Leitfaden gibt es sowohl interaktiv auf der Homepage von RSF Schweiz oder zum Download als pdf.

Stark unter Druck - Praxisleitfaden zum Umgang mit Belastungen im Redaktionsalltag
Stark unter Druck – Praxisleitfaden zum Umgang mit Belastungen im Redaktionsalltag

Veranstaltungen, Preise & Stipendien

Podiumsdiskussion: Warum KI die Medienkrise nicht lösen wird

KI verspricht Schnelligkeit, Reichweite und geringere Kosten. Einige erfolgreiche Medienplattformen wie Zetland stellen zunächst eine andere Frage: Welche neuen Beziehungen zu unseren Zielgruppen werden durch KI möglich? Bei der Veranstaltung „Publix Thursday“ wird am 29. Oktober im Publix in Berlin genau diese Frage diskutiert: mit Zetland-CEO Tav Klitgaard, der Medienforscherin Prof. Wiebke Loosen und Publix-Direktorin Maria Exner. Tickets gibt es ab 6 Euro.

Weiterbildung zu KI im Journalismus

Das Vocer Institut für Digitale Resilienz bietet erneut eine Fortbildung für Journalist:innen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz an. Die Weiterbildung startet im Dezember und geht bis Ende März 2027. Insgesamt umfasst sie vier Module, von denen drei Module als eintägige Online-Workshops angelegt sind, ein weiteres als zweitägiger Präsenz-Workshop in Lübeck. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Bewerbung ist noch bis zum 30. Oktober möglich.

Seminar zu Klimajournalismus in Zeiten multipler Krisen

Die Stiftung Forum für Verantwortung bietet im November ein Präsenzseminar zum Thema „Herausforderungen für den Klimajournalismus in Zeiten multipler Krisen” an. Das Seminar richtet sich an Medienschaffende und vermittelt Grundlagen des konstruktiven Journalismus, liefert fundiertes Hintergrundwissen zum Klimawandel, vertieft Themen in Workshops und zeigt, wie komplexe Zusammenhänge verständlich aufbereitet werden können. Das Seminar geht über drei Tage vom 12. bis 14. November. Kosten für die Teilnahme, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen. Insgesamt können 25 Medienschaffende teilnehmen. Bewerbungen sind noch möglich.

Medienakademie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Vom 3. bis 4. Dezember lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung zur Konferenz „#MedienAkademie26: Unsere Recherche. Eure Reichweite.“ in Berlin ein. In Workshops und Vorträgen geht es um die Frage, wie Journalismus unter dem Einfluss von Big Tech und KI unabhängig und finanzierbar bleiben kann und zudem weiterhin sein Publikum erreicht. Die Veranstaltung richtet sich an Journalist:innen, Medienpolitiker:innen und medienpolitisch Interessierte. Die Teilnahmepauschale beträgt 120 Euro und beinhaltet auch Übernachtung und Verpflegung. Weitere Infos zur Anmeldung und zum Programm gibt es auf der Website der Friedrich-Ebert-Stiftung. 

Erinnerung: Recherche-Stipendien zu Nutztieren

Der Journalismfund Europe hat ein neues Förderprogramm gestartet, das Recherchen zu den Lebensbedingungen von Nutztieren fördert. Ab sofort können sich Teams aus Journalist:innen und Nachrichtenredaktionen mit Sitz in mindestens zwei verschiedenen Ländern bewerben. Das Förderprogramm wird in diesem Jahr zunächst als Pilot getestet. Es gibt zwei Ausschreibungsrunden, für die je ein Gesamtbudget von 150.000 Euro zur Verfügung steht. Das Gesamtbudget wird auf die geförderten Beiträge verteilt. Die zweite und letzte Bewerbungsfrist endet am 29. Oktober.

Fellowship für angehende Wissenschaftsjournalist:innen

Die Online Plattform The Open Notebook bietet ein Fellowship für angehende Wissenschaftsjournalist:innen an. Im Rahmen der Förderung arbeiten die Fellows gemeinsam mit Mentor:innen an Pitches und Artikeln, die im Anschluss bei The Open Notebook veröffentlicht werden sollen. Das Fellowship findet remote statt und beinhaltet wöchentliche Telefon- oder Videogespräche mit den Mentor:innen sowie Support bei der Recherche und beim Schreiben. Eine Bewerbung ist noch bis zum 31. Oktober möglich.

Training für (angehende) Klimajournalist:innen 

Das Informed Climate Journalism Network ist ein Training des Oxford Climate Journalism Network, an dem insgesamt 100 internationale Journalist:innen teilnehmen können. Teil des Online-Programms sind Vorträge von führenden Wissenschaftler:innen und Expert:innen, Workshops mit Klimajournalist:innen sowie Gespräche und Vernetzung unter den Teilnehmenden. Das Programm startet ab Januar 2027 und ist auf ein halbes Jahr ausgelegt. Eine Bewerbung ist noch bis zum 1. November möglich.

Förderung für Teams aus Medien und Wissenschaft

Das Förderprogramm science x media Tandem der Charité geht in eine neue Runde. Im Rahmen der Förderung arbeiten Medienschaffende im Team mit Personen aus der Wissenschaft an einem Vorhaben im Bereich Wissenschaftskommunikation. Die Förderung beträgt insgesamt maximal 100.000 Euro pro Vorhaben und wird für einen Zeitraum von bis zu neun Monaten gezahlt. Am 11. November findet eine digitale Informationsveranstaltung statt. Die Bewerbungsfrist endet am 25. Januar 2027.

Auslandsstipendien der Internationalen Journalisten Programme

Mit einem Stipendium der Internationalen Journalisten Programme (IJP) erhalten Journalist:innen die Möglichkeit, zwei Monate lang als Gastredakteur:innen in einer ausländischen Redaktion zu arbeiten oder eine eigene Recherche umzusetzen. Bis zum 15. November können sich Interessierte für das Deutsch-Nordeuropäische Programm bewerben, das Stipendienaufenthalte in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden sowie Estland, Lettland oder Litauen ermöglicht. Die finanzielle Förderung beträgt 3.800 Euro. Der Auslandsaufenthalt ist für April bis Juni 2027 geplant. Eine Übersicht über weitere Programme gibt es auf der Homepage der IJP.  

Tech-Journalismus-Fellowship

Das Publix in Berlin vergibt erneut das Tech-Journalismus-Fellowship – ein vierwöchiges Weiterbildungsprogramm, das Journalist:innen die Möglichkeit gibt, ihr Wissen in den Bereichen Technologie und Technologiepolitik zu vertiefen. Das Schwerpunktthema 2027 ist die Digitale Souveränität der EU. Teil des Programms sind Reisen nach Berlin, Brüssel und zu weiteren Stationen in Europa. Die Weiterbildung findet in zwei Phasen vom 12. bis 23. April und vom 13. bis 24. September 2027 statt. Bewerbungsschluss ist der 15. November.

Fellowships für Fotoprojekte zu Umwelt- und Naturschutz

Die NGO Vital Impacts vergibt 2027 diverse Fellowships für Umwelt-Fotograf:innen. Darunter: ein Stipendium in Höhe von 20.000 US-Dollar für etablierte Umweltfotograf:innen, sechs Stipendien in Höhe von jeweils 5.000 US-Dollar für Nachwuchskünstler:innen aus aller Welt und zehn Mentoring-Programme für Fotograf:innen, deren Arbeit großes Potenzial zeigt und die von zusätzlicher Beratung und professioneller Unterstützung profitieren können. Inhaltlich sollen sich die Arbeiten mit Communities beschäftigen, die etwas zum Schutz und Erhalt der Umwelt beitragen. Eine Bewerbung ist noch bis zum 1. Dezember möglich.

Fortbildungen

Zum Schluss

Für Netzwerk Recherche beim Breakwater Festival (v.l.n.r.): Choni Flöther, Christina Brause, Thomas Schnedler, Malte Werner, Annelie Naumann.

Foto: Breakwater Festival / Magdalena Wojtas

Für Netzwerk Recherche beim Breakwater Festival (v.l.n.r.): Choni Flöther, Christina Brause, Thomas Schnedler, Malte Werner, Annelie Naumann

Netzwerk Recherche beim ersten Breakwater Festival  

Netzwerk Recherche war gleich mit mehreren Sessions beim ersten Breakwater Festival für investigativen Journalismus in Danzig vertreten. Unsere Vorsitzende Annelie Naumann war Teil eines internationalen Panels über die polarisierende Wirkung journalistischer Berichterstattung. Außerdem waren Vertreter:innen unserer Geschäftsstelle Teil von Workshops zu psychischer Gesundheit im Journalismus, Neugründungen im Medienbereich und Datenjournalismus. Darüber hinaus bot das Konferenzprogramm mit Gästen aus Mittel- und Osteuropa sowie aus den nordischen Ländern vielen interessanten Redner:innen eine Bühne, die auf internationalen Konferenzen bisher wenig vertreten sind. Fotos und weitere Ressourcen gibt es auf der Festival Homepage. 

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