Newsletter Netzwerk Recherche 261 vom 30.09.2026
Editorial
Liebe Kolleg:innen,
Journalist:innen werden im Wahlkampf eingeschüchtert und bedrängt, dem Informationsfreiheitsgesetz droht der Schredder, RTL baut weitere 500 Stellen ab, Medienvertreter:innen wird der Zugang zum VW-Werksgelände verwehrt, Kulturstaatsminister Weimer will das ZDF privatisieren – und natürlich vor allem: Bei zwei Landtagswahlen erhält die AfD die meisten Stimmen und wird stärkste Kraft im Parlament. Keine leichten Zeiten für den Journalismus.
Der Umgang mit den Rechtsextremist:innen und -populist:innen bleibt ein Dilemma: Die Erzählung vom Niedergang Deutschlands, von der Erosion und dem Ausnahmezustand der Gesellschaft wird auch von Medien verbreitet. Damit werden Zukunftsängste verstärkt, die als Beschleuniger für rechtsextreme Positionen wirken. Die journalistische Fokussierung auf Negativität kann man also durchaus als Problem betrachten.
Die naheliegende Lösung des Problems könnte man darin sehen, nicht mehr so stark Missstände, Konflikte und Versagen in den Fokus zu rücken. Auch wenn konstruktiver Journalismus natürlich toll ist und seine Berechtigung hat: Es bleibt weiterhin die ureigene Aufgabe der Medien, über Missstände ausführlich zu berichten. Ich denke sogar, dass die Benennung von Problemen wichtiger denn je ist – aber der Maßstab sollten vor allem Relevanz und empirisch belegte Not sein, nicht anekdotisch belegte Gefühle und Empörungsbewirtschaftung.
Fast ein Fünftel der 18- bis 24-Jährigen in Deutschland informiert sich ausschließlich in sozialen Medien über Nachrichten und Politik. Wenn sie überhaupt Journalismus konsumieren, dann also nur durch eine undurchsichtige Wand aus US-amerikanischen und chinesischen Tech-Algorithmen. Die Gatekeeper-Funktion ist längst Geschichte. Unabhängiger Journalismus muss dafür sorgen, dass er bei den Menschen trotzdem ankommt – nicht nur technisch, sondern auch auf der Vertrauensebene.
Journalismus muss Menschen in der Demokratie ermöglichen, ihre Entscheidungen auf Basis von unabhängigen Fakten zu treffen. Ohne politischen Spin, ohne wirtschaftliche Hintergedanken, ohne populistische Verdrehung. Und natürlich muss der Journalismus für die Demokratie und die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten, rechtsextreme und rassistische Talking Points dürfen nicht weiter normalisiert werden.
Herzliche Grüße
Christian Deker
Christians Tipps des Monats
„Die AfD ist nicht mehr allein auf TikTok“
Die Zeit analysiert in dieser Recherche (€) zwei Tage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt die TikTok-Reichweiten von Parteien und Politiker:innen. Zwischen dem 20. Juni und dem 20. August entfiel bundesweit rund ein Drittel aller Aufrufe politischer Accounts auf den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, in Sachsen-Anhalt allein sogar 66,2 Prozent. Siegmund sei ein „geschickter Kommunikator“. Seit der Bundestagswahl 2025 ziehen die übrigen Parteien aber nach.
Ein Nobody gegen Putin
Die Kremlpartei „Geeintes Russland“ hat die Duma-Wahl mit dem höchsten Ergebnis ihrer Geschichte gewonnen. In seinem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2025 dokumentiert der Lehrer Pawel Talankin, wie die Propaganda nach dem Überfall auf die Ukraine auch ins Alltagsleben seiner Schule in der russischen Kleinstadt Karabasch eindringt: militärische Übungen, Rekrutierung ehemaliger Schüler, „patriotische Darbietungen“ und Nationalismus. Er kommt damit kaum zurecht und flieht 2024 mit dem gefilmten Material nach Europa, wo gemeinsam mit David Borenstein der oscarprämierte 90-minütige Dokumentarfilm entstand. Bedrückend und gleichzeitig sehr interessant.
„A Recurring Pattern“: Civilians Paying the Price in Mali’s Drone Campaign
Wenn das Militär im Norden von Mali Drohnen einsetzt, werden auch immer wieder Zivilist:innen in Wohngebieten getötet. Nach Militärangaben sollen Separatisten und islamistische Gruppen bekämpft werden, tatsächlich sterben aber auch Kinder. Die gemeinsame Recherche von „Bellingcat“ und dem panafrikanischen Magazin „Jeune Afrique“ analysiert die Angriffsmuster mit Open-Source-Methoden wie Geolokalisierung und der Auswertung von Satellitenbildern. So reichen offenbar schlicht der Aufenthaltsort oder der Transport von Benzin aus, um ins Visier zu geraten.

Aus dem Netzwerk Recherche
Praxisleitfaden: So sorgst Du für Entlastung in der Redaktion
Journalistische Arbeit findet unter Dauerbelastung statt. Netzwerk Recherche wollte herausfinden, wie man im stressigen Redaktionsalltag für Entlastung sorgen kann – als Redakteur:in, als Führungskraft im mittleren Redaktionsmanagement, als Mitglied der Chefredaktion. Unser neuer Praxisleitfaden „Stark unter Druck“ zeigt: Auf allen Hierarchie-Ebenen gibt es Hebel, um Entlastung zu ermöglichen. Unsere konkreten Handlungsempfehlungen sind das Ergebnis einer Gesprächsreihe mit 90 redaktionellen Führungskräften, Betriebsrät:innen und Personaler:innen. Aus ihren Erfahrungen und Praxisbeispielen haben wir die besten Tipps zur Prävention und zum Umgang mit Drucksituationen zusammengestellt. Zum Nachahmen, Weiterentwickeln, Ausprobieren.
Wer noch besser verstehen möchte, wo und wie Belastungen im Redaktionsalltag entstehen, kann sich auf das im kommenden Jahr erscheinende Buch „Resilienz in Redaktionen” (transcript Verlag) freuen, aus dem dieser Praxisleitfaden stammt.
NR bei der Hamburger Woche der Pressefreiheit
Das Programm der diesjährigen Hamburger Woche der Pressefreiheit umfasst mehr als 80 kostenfreie Veranstaltungen. Darunter etwa offene Redaktionen, Faktencheck-Workshops und Gespräche mit Journalist:innen. Gleich zum Auftakt spricht unser kooptiertes Vorstandsmitglied Christina Elmer unter anderem mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales über Desinformation. Außerdem beleuchtet ein von NR mitorganisiertes Panel, wie stark der Journalismus unter Druck von rechts steht. Die Hamburger Woche der Pressefreiheit ist eine Initiative der Körber-Stiftung und der Zeit Stiftung Bucerius, getragen von über 45 Partner:innen. Sie findet vom 11. bis 17. Oktober statt.
Rückblick und Dokumentation der SciCAR
Vom 17. bis 18. September hat in diesem Jahr die zehnte Konferenz für Datenjournalismus & Wissenschaft – kurz SciCAR – in Dortmund stattgefunden. Mehr als 100 Teilnehmende und rund 40 Referierende haben in 25 Workshops, Panels, Keynotes und Präsentationen diskutiert, voneinander gelernt und sich miteinander vernetzt. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der SciCAR war in diesem Jahr die Frage, wie eine fundierte Ausbildung von Datenjournalist:innen gelingen kann. Eine umfangreiche Dokumentation inklusive Fotos und Präsentationen ist ab jetzt auf unserer Homepage verfügbar und wird weiter ergänzt.
Aus dem GIJN
Recherche des Monats: Enge Verbindungen zwischen FPÖ-Jugend und Identitären
Eine Recherche der österreichischen Tageszeitung Der Standard schildert Verbindungen zwischen der Jugendorganisation der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und der Identitären Bewegung (IB). Die Recherche legt Gewaltfantasien und Frauenhass der Identitären offen und zeigt die enge Verstrickung mit Jungfunktionären der FPÖ. Nach den Enthüllungen des Standard prüft das Bundeskanzleramt in Österreich aktuell, ob auch finanzielle Förderungen der FPÖ-Jugend an die IB geschleust wurden.
IJ-Week: Online-Fortbildungen im Herbst
Nur noch knapp ein Monat, dann findet die IJ-Week des Global Investigative Journalism Network (GIJN) statt. Vom 26. bis 30. Oktober sprechen mehr als 100 Speaker:innen online in über 35 Sessions und Workshops über Tools, Methoden und vorbildhafte Recherchen weltweit. Tickets kosten regulär 130 US-Dollar, für Studierende nur 60 US-Dollar.
Masterclass: Recherchen strukturieren, Geschichten entdecken
In diesem Masterclass-Video der GIJN Academy vermittelt Datenjournalistin Helena Bengtsson grundlegende Kenntnisse zum Umgang mit Tabellen zur Planung, Strukturierung und Dokumentation von Recherchen. Bengtsson erläutert wichtige Techniken (Sortieren, Filtern, Verknüpfen von Datensätzen), die Reporter:innen nicht nur dabei helfen, Daten zu strukturieren, sondern auch darin verborgene Geschichten zu entdecken.

Nachrichten
Pink Slime: Neue Studie warnt vor Pseudojournalismus
Der Lokaljournalismus steht vor einem neuen Problem: Er bekommt Konkurrenz durch kostenlose Nachrichtenangebote, die nur vorgeben, Journalismus zu sein. Eigentlich dienen sie aber ökonomischen oder politischen Interessen und verschleiern diese Ziele, wie Forscherinnen der FH Graubünden in einem Report analysieren. Sie beschreiben anhand von Fallbeispielen aus Deutschland und der Schweiz, wie diese Pseudomedien arbeiten. Da diese Entwicklung den öffentlichen Diskurs verzerren und die gesellschaftliche Polarisierung begünstigen könne, empfehlen die Autorinnen u.a. mehr Medienkompetenzangebote und ein systematisches Monitoring des Phänomens. Netzwerk Recherche hat sich im Lückenfüller-Report ebenfalls mit dem Thema beschäftigt.
Angriffe auf Medienschaffende vor Wahlen in Sachsen-Anhalt
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hat im Zusammenhang mit dem AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt einen massiven Anstieg von Übergriffen auf Medienschaffende festgestellt. Zwischen Anfang Mai und Anfang September registrierte die dju über 30 Vorfälle im Zusammenhang mit AfD-Veranstaltungen, bei denen mindestens 47 Medienschaffende betroffen waren. Zum Vergleich: In der Statistik von Reporter ohne Grenzen kamen in Sachsen-Anhalt im gesamten Jahr 2025 nur insgesamt fünf solcher Fälle zusammen. Bei den registrierten Vorfällen im Vorfeld der Wahlen handelt es sich vor allem um verbale Diffamierung, gezielte Arbeitsbehinderung, Nachstellungen und Doxing sowie körperliche An- und Übergriffe. Betroffen waren sowohl nationale wie internationale Journalist:innen, TV-Teams und politische Influencer.
BigBrother Awards 2026 verliehen
Seit dem Jahr 2000 verleiht der Verein Digitalcourage die Big Brother Awards an Firmen, Organisationen und Personen, die in besonderer Weise die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen, persönliche Daten verkaufen oder gegen ursprüngliche Interessen verwenden. Die Negativauszeichnung wird in mehreren Kategorien verliehen. In der Kategorie Technik ging sie in diesem Jahr an Apollo Optik und Fielmann für den Vertrieb der Ray-Ban-/Meta-Brille, die heimliche Bild- und Tonaufnahmen im Alltag ermöglicht. Die Jury sieht hierin eine Gefahr der Totalüberwachung aller Lebensbereiche. Darüber hinaus wird die Deutsche Telekom präventiv für ihr Vorhaben ausgezeichnet, mit der US-amerikanischen T-Mobile US zu fusionieren und damit potentiell den Datenschutz zu schwächen. Die Preise wurden am 25. September verliehen. Eine Übersicht über alle Preisträger:innen gibt es auf der Homepage der Awards.
Leitfaden zur Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine
Reporter ohne Grenzen hat für ausländische Reporter:innen, die aus der Ukraine berichten möchten, einen Leitfaden erstellt, der ihnen helfen soll, sich auf ihre Arbeit im Kriegsgebiet vorzubereiten und diese erfolgreich durchzuführen. Der Leitfaden ist in Zusammenarbeit mit zwei erfahrenen ukrainischen Fixern entstanden und enthält unter anderem Ratschläge zu Akkreditierung, Sperrzonen und nützlichen Kontakten vor Ort.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien
n-Ost Konferenz zu Journalismus und Rechtsextremismus in Europa
„A small conference for big questions“ – so bezeichnet das Netzwerk internationaler Journalist:innen n-Ost seine Konferenz zum Thema Rechtsextremismus. Die Konferenz findet vom 2. bis 3. Oktober in Berlin statt und beschäftigt sich mit der Frage, wie Journalismus auf den Aufstieg rechtsextremer und autoritärer Kräfte in Europa reagieren sollte. Erfahrungen von Journalist:innen aus Mittel- und Osteuropa sollen die deutsche Perspektive auf das Thema erweitern. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Online-Veranstaltung: Israel vor den Wahlen
Am 27. Oktober wählt die israelische Bevölkerung ein neues Parlament. In einer Onlineveranstaltung des Verbands jüdischer Journalistinnen und Journalisten ordnet die Historikerin und Herausgeberin des Onlinemagazins Ha Galil, Dr. Andrea Livnat, die Lage und Stimmung vor der Wahl ein. Welche Themen bewegen die Menschen vor Ort? Und steht Israel vor einer politischen Wende? Die Veranstaltung findet am 8. Oktober statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Konferenz für Wissenschaftsjournalismus
Die Konferenz für Wissenschaftsjournalismus „Wissenswerte“ findet in diesem Jahr vom 14. bis 16. Oktober in Hannover statt. 2026 wird das Programm der Wissenswerte mit der European Conference of Science Journalism zusammengeführt, sodass es einen internationalen und einen nationalen Part geben wird. Mehr Informationen dazu und das gesamte Programm gibt es auf der Homepage. Tickets gibt es regulär ab 80 Euro. Early-Bird-Tickets ab 70 Euro gibt es nur noch heute (30. September).
Medien Zukunft Festival
Am 17. Oktober findet das Medien Zukunft Festival 2026 an der Hochschule der Medien in Stuttgart statt. Das Festival bietet Workshops und Talks für Medienschaffende zu Themen wie Newsfluencing, Lokaljournalismus, Gaming und Kulturjournalismus, Medienkritik und Desinformation. Darüber hinaus wird es Raum für Austausch und Vernetzung geben. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung allerdings erforderlich. Auch Studierende, Volontär:innen sowie Schüler:innen und alle, die sich für die Zukunft der Medien interessieren, sind willkommen.
Veranstaltungsreihe: Journalismus im Zeitalter der KI
Die Deutsche Welle und das Institut für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität zu Köln laden in Kooperation mit der Allianz zur Fortsetzung ihrer Veranstaltungsreihe „Global Media Law“ ein. Bei der Veranstaltung „Who owns the news? Journalismus im Zeitalter der KI“ am 5. November ab 18 Uhr geht es um die Frage, wie sich Qualität, Vielfalt und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Journalismus in Zeiten von KI sichern lassen. Vertreter:innen aus Politik, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren gemeinsam mit den Teilnehmenden etwa, wie Innovation und gesellschaftliche Verantwortung in Einklang gebracht werden können und welche regulatorischen Maßnahmen es dafür bedarf. Eine Anmeldung ist erforderlich.
International Live Journalism Festival
Nach ersten Ausgaben in Helsinki (2022), Toronto (2023) und Tilburg (2025) kommt das International Live Journalism Festival nun zum ersten Mal nach Berlin. Am 19. November findet das Event im Publix statt. Live-Journalismus bringt Reporter:innen und Künstler:innen auf der Bühne zusammen, um dem Publikum spannende Geschichten und Recherchen in einer neuen Form zu präsentieren. Tickets für den ganzen Tag gibt es für 95 Euro, Tickets für die Abendveranstaltung kosten 15 Euro.
Tag des Satellitenjournalismus
Am 20. November findet in Düsseldorf zum ersten Mal der „Tag des Satellitenjournalismus“ statt. Die Veranstaltung wird von der Wirtschaftswoche organisiert und bringt Interessierte mit führenden Expert:innen der Erdbeobachtung sowie internationalen Satellitenjournalist:innen zusammen. Die Veranstaltung soll Recherchemöglichkeiten mit Satellitendaten bekannter machen und Journalist:innen die Möglichkeit bieten, mit Weltraumexpert:innen in Austausch zu kommen. Tickets kosten 195 Euro, junge Journalist:innen können kostenlos teilnehmen.
IJP-Stipendium für Arbeitsaufenthalt in den Niederlanden
Mit dem Deutsch-Niederländischen Journalistenprogramm der Organisation Internationale Journalisten-Programme (IJP) können sich Journalist:innen für zwei Monate einer niederländischen Redaktion anschließen und gleichzeitig als Korrespondent:in aus dem jeweiligen Land für ihr Heimatmedium berichten. Das Stipendium umfasst 3.500 Euro sowieso einen Sprachkurs, eine Einführungstagung und eine Abschlusskonferenz. Die Redaktionsaufenthalte finden von Mitte Februar bis 5. Mai 2027 statt. Bewerbungen sind noch bis zum 4. Oktober möglich.
Projektstipendium des DJV Bremen
Der Landesverband Bremen im Deutschen Journalisten-Verband (DJV) schreibt zum zweiten Mal das Marie-Mindermann-Stipendium aus. Das Stipendium ist als Projektstipendium für einen Zeitraum von zwölf Monaten ausgelegt und fördert die Stipendiat:innen mit 5.000 Euro, die stufenweise über das Jahr ausgezahlt werden. Das Stipendium unterstützt professionelle oder ehemalige Journalist:innen bei der Anfertigung einer journalistischen Arbeit. Die Darstellungsform ist dabei frei wählbar. Bewerbungen sind noch bis zum 15. Oktober möglich.
Stipendium zur Berichterstattung über traumatische Ereignisse
Verantwortungsbewusst und glaubwürdig über traumatische Ereignisse zu berichten, ist eine große Herausforderung. Mit dem Ochberg Stipendium fördert das Global Center for Journalism and Trauma etablierte Journalist:innen, die bereits erfolgreich über Traumata und deren Auswirkungen auf Einzelpersonen, Familien oder Gemeinschaften berichtet haben. Die Stipendiat:innen nehmen an einem einwöchigen Seminar teil, zu dem unter anderem Vorträge von renommierten Expert:innen aus den Bereichen Trauma und psychische Gesundheit, Gespräche mit Kolleg:innen sowie diverse Austauschmöglichkeiten gehören. Eine Bewerbung ist noch bis zum 20. Oktober möglich.
Stipendien der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (SdpZ) fördert deutsche und polnische Journalist:innen, die mit ihrer Arbeit Wissen zum jeweiligen Nachbarland fördern. Das Stipendium umfasst die finanzielle Unterstützung für Recherchekosten in Deutschland, Polen oder deren Nachbarländern. Insgesamt beträgt die Förderung maximal 2.500 Euro. Eine Bewerbung ist noch bis zum 22. Oktober möglich.
Stipendium für junge Wirtschaftsjournalist:innen
Die Johanna-Quandt-Stiftung vergibt für 2027 erneut ein Stipendium an angehende Wirtschaftsjournalist:innen. Die Förderung richtet sich an Journalist:innen und Medienschaffende bis 35 Jahre, „die Wirtschaftsjournalismus neu denken, Themen gemeinsam entwickeln, kreative Formate erproben und eigene Recherchen voranbringen möchten“. Das Programm umfasst drei Seminarveranstaltungen und eine mehrmonatige Praxisphase. Jedes Projekt wird mit bis zu 5.000 Euro gefördert. Darüber hinaus unterstützen erfahrene Wirtschaftsredakteur:innen bei der Entwicklung der Projekte. Bewerbungen sind noch bis zum 31. Oktober möglich.
Förderung für innovative Software mit gesellschaftlichem Mehrwert
Der Prototype Fund unterstützt die Entwicklung von Open-Source-Software mit gesellschaftlichem Mehrwert. Einzelentwickler:innen und Teams können sich mit ihren Projekten für eine Förderung von bis zu 79.167 Euro bzw. 158.000 Euro bewerben. Dazu gibt es Coaching- und Beratungsangebote sowie Vernetzungsmöglichkeiten und die Option auf eine viermonatige Anschlussförderung. Die Bewerbungsphase startet am 1. Oktober und geht bis zum 30. November.
Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik
Der Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik zeichnet Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler:innen aus, die neue Antworten auf aktuelle wirtschafts- und gesellschaftspolitische Herausforderungen geben. Der Preis wird in verschiedenen Kategorien verliehen, darunter auch ein Buch- und ein Medienpreis. Der Buchpreis ist mit 12.000 Euro dotiert. Der Medienpreis zeichnet Arbeiten in Print, Online, TV und weiteren Formaten aus und ist mit 8.000 Euro dotiert. Autor:innen können sich nicht selbst bewerben, sondern müssen nominiert werden. Das ist noch bis zum 15. Oktober über das Nominierungsformular möglich.
Fortbildungen
- Starke Videos in drei Tagen, Seminar der Berliner Journalistenschule, 5. bis 7. Oktober
- Newsletter schreiben – erfolgreich kommunizieren, Webinar der Berliner Journalistenschule, 8. Oktober
- Doku-Podcast: Von der Idee zur erfolgreichen Serie, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 12. bis 13. Oktober
- Investigative Recherche, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 12. bis 13. Oktober
- KI in der Recherche, Seminar der ARD.ZDF Medienakadmie, 12. bis 13. Oktober
- Online-Recherche: besser, schneller, effizienter, Webinar der ARD.ZDF Medienakademie, 14. bis 15. Oktober
- KI, Rechte und Risiken: Was Sie zu Ihrer Sicherheit wissen müssen, Webinar der Berliner Journalistenschule, 16. Oktober
- Update zum Einsatz von KI in der redaktionellen Praxis, Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 20. bis 21. Oktober
- Doxing – Wenn Daten von Journalist*innen im Netz landen, Webinar der ARD.ZDF Medienakademie, 21. Oktober
- Wirtschaftsjournalismus kompakt, Seminar der Bayerischen Presse Akademie, 21. bis 23. Oktober
- Social Media Videos: Souverän sprechen und auftreten, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 22. bis 23. Oktober
- Konstruktiver Journalismus im Lokalen: Lösungen statt Daueralarm, Webinar der Bayerischen Presse Akademie, 27. Oktober
- Grundlagen der journalistischen Recherche, Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 29. bis 30. Oktober
- Social Media Werkstatt, Seminar des Pressenetzwerks für Jugendthemen, 30. Oktober bis 1. November
- VERGÜNSTIGT FÜR NR-MITGLIEDER: Starterpaket: Freier Journalismus, Webinar der Freischreiber, 5. November
Zum Schluss

Foto: MIZ Babelsberg | Beata Böttcher-Sisak
Inspiration und neue Ideen
Das war der Inspiration Day 2026 – mit lokalen Innovationen, verdeckten Recherchen, kollegialer Fallberatung und ganz vielen neuen Ideen. Für Netzwerk Recherche waren die Lokalfellows Anna-Sophie Kächele (Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, Foto) und Alexander Kalski (Ostsee-Zeitung) sowie Lokaljournalismus-Projektleiterin Maria-Mercedes Hering bei der Veranstaltung, die Netzwerk Recherche mit der Medienanstalt Berlin Brandenburg und dem Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) organisierte. Auf der Seite des MIZ gibt es ein ausführliches Recap der Veranstaltung – inklusive wichtiger Takeaways und weiterer Fotos.
