„Chance für intensiven Prozess der Reflexion“

Auf die Einladung zur Preisverleihung – an der er selbst zu seinem Bedauern nicht teilnehmen konnte – schickte Christian Garrels, Leiter Externe Kommunikation ADAC e.V., folgende

ADAC-Gegenrede

Wie bereits erläutert, kann ich am kommenden Samstag leider nicht persönlich in Hamburg mit dabei sein, obwohl ich die Gelegenheit zur “Gegenrede” gerne genutzt hätte. Potenzial zur Klar- und Richtigstellung gäbe es genug. Beim nächsten Mal macht ein entsprechender Hinweis mit mehr als nur einer Woche Vorlauf eventuell Sinn.

Lassen Sie mich dennoch zu einigen Punkten Ihres Schreibens Stellung nehmen:

Aus Sicht des netzwerk recherche in einer Reihe mit dem IOC, der Kirche oder der FIFA zu stehen, will auch erst einmal vollbracht sein. Aber ernsthaft: Wir nehmen Ihre “Auszeichnung” gerne an, vor allem aber ernst. D.h. wir sind selbstkritisch genug anzuerkennen, dass in der ADAC-Vergangenheit viele, teilweise nicht entschuldbare Fehler gemacht worden sind. Das betrifft eine Reihe von Dingen, mit Blick auf unsere beider Disziplin aber natürlich vor allem den Umgang und die Kritik mit bzw. an der Presse. Ich erinnere an dieser Stelle nur an den Januar-Auftritt des damaligen ADAC-Geschäftsführers im Rahmen der Preisverleihung. Weiterlesen

Leuchtturm 2014

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Recherchen zu ADAC-Manipulationen: netzwerk recherche vergibt Recherchepreis „Leuchtturm“
an SZ-Journalisten Bastian Obermayer und Uwe Ritzer.
Der „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen“ der Journalistenvereinigung netzwerk recherche geht in diesem Jahr an Bastian Obermayer und Uwe Ritzer für ihre Recherchen über den ADAC. Die beiden Journalisten der Süddeutschen Zeitung deckten in ihrem Bericht am 14. Januar 2014 auf, dass der ADAC seine Zahlen für die Vergabe des „Gelben Engels“ manipuliert hatte. Obwohl der ADAC alles abstritt und die Rechercheure öffentlich kritisierte, blieben sie hartnäckig. Schließlich räumte der ADAC nach und nach Fehler ein und zog weitreichende personelle und strukturelle Konsequenzen.

Die akribische und umsichtige Recherche der beiden Journalisten war der Beginn zahlreicher Enthüllungen über den ADAC – auch anderer Medien. Ob fragwürdige Provisionsgeschäfte, Tricksereien im Versicherungsgeschäft, Bevorzugung von Fremdkunden, Rettungshubschrauber fuer Dienstreisen, gezielter Verkauf von Autobatterien oder interne Querelen – im Laufe weniger Wochen wurden ungezählte Missstände beim ADAC aufgedeckt.

Leuchtturm_WR_K1_367„Obermayer und Ritzer haben durch ihre Recherchen eines der wichtigsten Themen des Jahres ins Rollen gebracht. Bis zur letzten Schraube haben sie fast jedes Teilchen der ADAC-Mechanik in den Händen gehalten, unter die Lupe genommen und dem Druck des ADAC standgehalten“, so Julia Stein, zweite Vorsitzende von netzwerk recherche. „Auch als der Medienschwarm schon wieder weitergezogen war, haben die beiden SZ-Kollegen nicht nachgelassen, immer neue Ungereimtheimten beim ADAC ans Tageslicht zu bringen – bis zum heutigen Tag.“

Der „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen“ wird in diesem Jahr im Rahmen der zweitägigen Jahrestagung von netzwerk recherche beim NDR in Hamburg vergeben. Die Verleihung findet am Freitag, den 4. Juli, um 13:45 Uhr statt.

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