Online-Stammtisch nr-insights

Online-Stammtisch nr-insights

Ab Januar 2021 veranstaltet netzwerk recherche regelmäßig digitale Stammtische. Der Name des neuen Formats „nr-insights“ ist dabei Programm: Mitglieder von netzwerk recherche erhalten Einblicke in relevante und aktuelle journalistische Themen und können Erkenntnisse untereinander teilen. Wir werden den digitalen Raum nutzen, um überregionale Vernetzung zu fördern sowie nationale wie internationale Journalisten einladen – einmal im Monat, immer mittwochs, nach der Tagesschau.

Die Zugangsdaten zur Online-Veranstaltung werden den Mitgliedern von netzwerk recherche zeitnah zugeschickt. Wir freuen uns über rege Teilnahme!

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nr-insights: Unter Rechtsradikalen – Recherchen im braunen Sumpf

Datum: 17. März 2021, ab 20.15 Uhr
Thema: Unter Rechtsradikalen – Recherchen im braunen Sumpf
Referentin: Annette Ramelsberger (Süddeutsche Zeitung) und Astrid Geisler (Zeit)
Moderation: Kuno Haberbusch

Hanau, Lübcke, NSU – eine Stadt, ein Name, eine Killertruppe. Alle drei Wörter (und noch viele mehr) stehen für schlimmste Verbrechen von Rechtsradikalen. Nach jeder Tat das gleiche Ritual: Entsetzen, Beileid – und das Versprechen, alles restlos aufzuklären. Nicht nur die Angehörigen der Opfer müssen immer wieder erfahren: Es ist ein leeres Versprechen. Zu viele Fragen werden nicht geklärt, zu viele Hintergründe nicht ausgeleuchtet – oder gar verdrängt.

Umso wichtiger, dass Journalist:innen recherchieren, Strukturen und Verbindungen enthüllen, das Versagen, manchmal auch das Vertuschen der Ermittlungsbehörden offenlegen. Es ist erfreulich, dass es hierzulande einige Kolleg:innen gibt, die an diesem Thema dranbleiben. Auch wenn es nicht gerade die Schlagzeilen bestimmt.

Annette Ramelsberger (SZ) und Astrid Geisler (ZEIT) beweisen seit Jahren durch ihre Kompetenz, ihre Hartnäckigkeit und bisweilen auch ihre Leidensfähigkeit, was Journalismus im besten Sinne leisten kann: Aufklärung und Einordnung. Sie haben dafür schon viel Respekt und Anerkennung erhalten – und auch viele Preise.

Über ihre Erfahrungen reden sie jetzt in der neuen Ausgabe von nr-insight am 17. März ab 20.15 Uhr. Es ist ein Austausch über Gefahren bei der Recherche, über Anfeindungen, über Erkenntnisse hinter den Kulissen, über das Innenleben der rechtsradikalen Szene, über Erlebnisse mit Behörden – und über Erfahrungen im Gerichtssaal, wenn über die Täter verhandelt wird.

 

Annette Ramelsberger hat in München Journalistik, Recht und Politik studiert und die Deutsche Journalistenschule besucht. Nach Stationen bei der Nachrichtenagentur AP in der damaligen DDR, bei der Berliner Zeitung und dem Spiegel berichtet sie seit 20 Jahren für die Süddeutsche Zeitung über Terrorismus, Rechtsradikale und die CSU. Sie war Korrespondentin in Berlin und Ressortleiterin Bayern und ist seit 2012 Gerichtsreporterin der SZ (u.a. der NSU-Prozess).

 

Astrid Geisler ist Redakteurin im gemeinsamen Investigativ-Ressort von ZEIT ONLINE und der ZEIT. Sie recherchiert seit Jahren in der rechtsextremen Szene. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Recherchen zu Gesellschaftsthemen wie der Diskriminierung von Frauen, Kita-Qualität oder sexueller Gewalt. Ihre Artikel wurden mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet.

 

Haben Sie schon erste Fragen, die wir in Vorbereitung zu diesem Online-Stammtisch berücksichtigen und während der Veranstaltung klären sollten? Dann schreiben Sie uns gern eine Mail an insights@netzwerkrecherche.de

Die Zugangsdaten zur Online-Veranstaltung werden den Mitgliedern von netzwerk recherche Anfang März zugeschickt. Wir freuen uns über rege Teilnahme!

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nr-insights zum Thema Rechercheteams im Lokaljournalismus

Datum: 17. Februar 2021, ab 20.15 Uhr
Thema: Rechercheteams im Lokaljournalismus
Referentin: Silja Kummer (Heidenheimer Zeitung), Ulrich Wolf (Sächsischen Zeitung) sowie Stephan Mohne und Oliver Schmetz (beide Aachener Zeitung)
Moderation: Marc Widmann

Am 17. Februar 2021, ab 20.15 Uhr beschäftigen wir uns mit neuen Impulsen im Lokaljournalismus: Warum investiert die baden-württembergische Heidenheimer Zeitung ab Ende 2020 in ein sechsköpfiges Rechercheteam? Wie funktioniert das Recherche-/ Autorenteam mit dem Schwerpunkt investigative Recherche im lokalen und regionalen Bereich bei der Aachener Zeitung und den Aachener Nachrichten? Welche Aufgaben und Erwartungen wurden an die investigativen Lokalrechercheteam herangetragen? Welche Erfolge bereits erzielt? Und wo sind die Grenzen von investigativer Recherche im Lokalen?
Antworten darauf geben uns Silja Kummer, Chefreporterin der Redaktion Heidenheim, Ulrich Wolf von der Sächsischen Zeitung sowie Stephan Mohne und Oliver Schmetz von der Aachener Zeitung.

Silja Kummer ist seit über 20 Jahren Journalistin und arbeitet bei der Heidenheimer Zeitung mit dem Schwerpunkt Lokales. Besonders gerne beschäftigt sie sich mit kontroversen und komplexen Themen, in letzter Zeit waren das Rockerkriminalität, die AfD, Psychiatrie, Klinikfinanzierung oder obdachlose Jugendliche. Ihre Leidenschaft gilt der Recherche und der Themenvielfalt im Lokalen. Für eine Serie über das umstrittene Cross-Border-Leasing der Stadt Heidenheim wurde sie 2015 mit dem 2. Preis beim Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus ausgezeichnet.

Stephan Mohne begann 1989 als „Freier“ bei der damaligen Aachener Volkszeitung, 1993 bis 1995 Volontariat ebendort. Von 1995 bis 2018 Redakteur in der Lokalredaktion Aachen der Aachener Zeitung.
Seit Mitte 2018 bildet Stephan Mohne mit seinem Kollegen Oliver Schmetzfür die Aachener Zeitung und die Aachener Nachrichten ein Recherche-/ Autorenteam mit dem Schwerpunkt investigative Recherche im lokalen und regionalen Bereich aus. Gemeinsam waren beide 2010 in der Kategorie Investigation mit ihren Recherchen über skandalöse Vorgänge rund um einen spektakulären Gefängnis-Ausbruch in Aachen für den Henri-Nannen-Preis nominiert. 2019 haben beide den Nannen Preis im Bereich Investigation/Lokal für ihre Recherchen über dubiose Gehälter von Personalräten erhalten.

Oliver Schmetz ist seit Beginn der 1990er-Jahre freiberuflich journalistisch tätig, vor allem für die damalige Aachener Volkszeitung, später Aachener Zeitung. 1998/99 Volontariat bei der Aachener Zeitung, danach bis 2018 Redakteur in der Lokalredaktion Aachen der Aachener Zeitung.

Ulrich Wolf hat Journalistik, Politik und Soziologie an den Katholischen Universitäten in Eichstätt und in Rio de Janeiro studiert. Seit 2000 ist er bei der Sächsischen Zeitung, zunächst als Freier, später Seite 3-Reporter. Im Jahr 2015 wird er vom Medium Magazin zum regionalen „Journalisten des Jahres“ gewählt. Für sein Schwerpunktthema »Pegida-Bewegung« erhält er 2016 den Wächterpreis. Für die Kooperationsgeschichte mit der Lokalredaktion Bautzen über einflussreiche neurechte Akteure in Bautzen erhält er den 2. Preis für kritischen Journalismus 2019 der Otto Brenner Stiftung.

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nr-insights mit Klaus Ott (SZ) und Holger Stark (Zeit)

Datum: 20. Januar 2021, ab 20.15 Uhr
Thema: Journalistischer Umgang mit Informant:innen und Quellen
Referenten: Klaus Ott (Süddeutschen Zeitung) und Holger Stark (Die Zeit)
Moderation: Kuno Haberbusch

Der erste Online-Stammtisch widmet sich der journalistischen Praxis in etlichen Redaktionen: Wie gewährleisten wir einen verantwortungsbewussten Umgang mit Informant:innen und Quellen?

Die erste Herausforderung: Wie gewinnt man überhaupt Informant:innen, wie erschließt man seriöse Quellen? Wie kann man die Glaubwürdigkeit überprüfen? Und was bedeutet der immer wieder zitierte Grundsatz, dass man vor jeder Veröffentlichung eine „zweite Quelle“ haben muss? Und immer wichtiger: Wie schützen wir die Informant:innen und die Quellen? Wie garantieren wir die zugesicherte Anonymität? Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es, um diesen Schutz zu gewährleisten?

Im virtuellen Gespräch möchten wir klären, wie es aktuell in den Redaktionen aussieht: Gilt der Grundsatz, dass über Quellen und Informant:innen grundsätzlich nicht geredet wird noch immer? Oder ist diese Leitlinie nicht mehr opportun, wenn man in gemeinsamen Teams und Kooperationen recherchiert? Tauscht man sich da über Quellen aus, um die Kontrolle für seriöse Recherchen zu gewährleisten? Oder aber: Kann ein:e Chef:in, ein:e Justiziar:in von Journalist:innen die Namen einer Quelle verlangen, wenn es um brisante Enthüllungen geht? Wie können wir da noch der Quelle und den Informant:innen absolute Vertraulichkeit zusichern?

Für investigativ arbeitende Kolleginnen und Kollegen sind das wichtige Fragen ihrer täglichen Arbeit. Als Gäste haben wir dazu Klaus Ott (Süddeutschen Zeitung) und Holger Stark (Die Zeit) eingeladen.

Holger Stark ist stellvertretender Chefredakteur und Ressortleiter »Investigation und Recherche« bei der Zeit. Er absolvierte die Deutsche und Berliner Journalistenschule, ist Diplom-Politologe und war Ressortleiter und Washington-Korrespondent beim Spiegel. Seit Februar 2017 arbeitet Holger Stark bei der Zeit.

 

Klaus Ott arbeitet bereits seit 1984 für die Süddeutsche Zeitung, erst als freier Mitarbeiter, später als Redakteur. Er gehört dem SZ-Investigativ-Ressort an, zu seinen Schwerpunkt zählen alle Formen von Wirtschaftskriminalität: von der Abgasaffäre bis hin zu Banken- und Schmiergeldskandalen. Daneben ist er als Dozent in Sachen Recherche an der Deutschen Journalistenschule und anderen Ausbildungsinstituten tätig.

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