Vernetzen für eine bessere Sozialpolitik-Berichterstattung

Die Berichterstattung über Sozialpolitik und Ungleichheit in Deutschland ist ausbaufähig. Nicht viele Journalist:innen hierzulande haben einen entsprechenden Schwerpunkt – im Unterschied zu anderen Bereichen wie Außen- oder Wirtschaftspolitik. Dabei gibt es nicht erst seit der Corona-Pandemie, die das Ausmaß der in den vergangenen Jahren gewachsenen Ungleichheit einer breiten Öffentlichkeit offenbarte, viel zu berichten. Es gibt zwar immer wieder Berichte über Armut oder andere Aspekte dieses großen Themenbereichs, oft geht es aber um Statistiken („Kinderarmut/Altersarmut wächst“) oder Einzelschicksale. Dabei stehen dahinter ein System und Strukturen, die nicht immer ausreichend beleuchtet werden.

Im Februar 2022 hat Politikjournalist und NR-Mitglied Okan Bellikli deshalb das Netzwerk Sozialjournalismus gegründet, das als Fachgruppe inzwischen ein Teil von Netzwerk Recherche ist. Es soll dem regelmäßigen Austausch von Journalist:innen untereinander dienen, aber auch jenem zwischen Medien und Fachwelt sowie Betroffenen, die noch immer nur selten ausführlich zu Wort kommen. Aktuell organisiert sich die nach dem Vorbild des Netzwerks Klimajournalismus entstandene Gruppe in Slack und trifft sich einmal im Monat virtuell. In der Regel ist zu Beginn dann immer eine Expertin oder ein Experte zu Gast und erzählt von der eigenen Arbeit. Einmal im Monat gibt es zudem einen Newsletter mit Recherchen, Studien, Veranstaltungen und anderen Hinweisen. In Zukunft sind auch Podiumsdiskussionen, Konferenzen und andere Präsenzveranstaltungen geplant. Hier findet ihr die Fachgruppe auf Twitter.

So verstehen wir Sozialjournalismus

Der Begriff ist weit zu verstehen und umfasst zunächst einmal all die verschiedenen Aspekte von Sozialpolitik von Arbeit und Rente über Familie, Kinder und Jugendliche bis hin zu Gesundheit und Pflege. Dazu kommen Bereiche wie Bildung, Wohnen und Obdach-/Wohnungslosigkeit, Gleichstellung und Teilhabe/Inklusion sowie Flucht, Migration und Integration. Im weitesten Sinne können weitere Aspekte, die das gesellschaftliche Miteinander betreffen, natürlich ebenfalls darunter fallen.

Das bieten wir

Neben dem inhaltlichen Austausch sprechen wir in der Fachgruppe auch über andere wichtige Fragen und bieten entsprechende Hilfestellungen zu diesen: Wie gehe ich mit Betroffenen um? Was sollte ich beachten, damit meine Berichterstattung beispielsweise nicht voyeuristisch oder stigmatisierend wirkt? Wo finde ich seriöse Informationen und passende Gesprächspartner:innen zu meinem Thema?

Beitritt zur Fachgruppe

Mitglieder von Netzwerk Recherche schicken eine kurze Mail an sozialjournalismus@netzwerkrecherche.de – mehr braucht es nicht!

Alle anderen können sich direkt mit dem Mitgliedsantrag fürs Netzwerk Recherche auch der Fachgruppe zuordnen – dafür genügt ein Häkchen in der Checkbox “Fachgruppe Sozialjournalismus”.

Ansprechpartner

Ansprechpartner ist Okan Bellikli, der aktuell in der Redaktion von GMX/Web.de arbeitet. Die Fachgruppe ist erreichbar unter sozialjournalismus@netzwerkrecherche.de.