Newsletter Netzwerk Recherche 259 vom 31.07.2026
Editorial
Liebe Kolleg:innen,
nach dem Jubiläum ist vor dem Jubiläum: Während viele von Euch sich bestimmt noch gut an die NR-Geburtstagsfeier im Juni erinnern, folgt im September das nächste NR-Highlight – die 10. SciCAR-Konferenz in Dortmund. In 24 Sessions dreht sich alles um datenbasierten Journalismus, Recherchemethoden und die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Behörden. Eine kleine Auswahl: Welche Datenquellen helfen bei Projekten zu Energiewende, Rüstung oder Kommunalpolitik? Wie können historische Datenbanken wie die NSDAP-Mitgliederkartei aufbereitet werden? Und wie werden die Daten großer Online-Plattformen für den Journalismus nutzbar?
Besonders freuen wir uns in diesem Jahr auf mehrere internationale Referent:innen. Den Auftakt macht die italienische Journalistin und Gründerin Elisabetta Tola mit der Eröffnungskeynote der SciCAR. Im Fokus steht dabei die Zusammenarbeit mit Forschenden, gerade auch in investigativen Recherchen. Ein weiterer Schwerpunkt der SciCAR ist die Ausbildung im Datenjournalismus in Zeiten der KI-Transformation: Wie verändern KI-Systeme die datenjournalistische Arbeit – und welche Kompetenzen sind von Beginn an wichtig, um KI kompetent und kritisch einzusetzen? Antworten darauf geben gleich mehrere Sessions, unter anderem zu KI-Agenten, Bilderkennung und automatisierten Workflows.
„Nerdig, offen und ehrlich“ – so beschrieb ein Teilnehmer die Atmosphäre auf der SciCAR im vergangenen Jahr. Das trifft es ziemlich gut: Wer zur Konferenz nach Dortmund kommt, sollte auf jeden Fall Sympathie für Daten, Wissenschaft und systematische Recherchen mitbringen. Viel Erfahrung ist aber nicht notwendig, ebenso wenig eine Mitgliedschaft in unserer NR-Fachgruppe. Im Gegenteil: Auch Einsteiger:innen sind herzlich eingeladen, am 17. und 18. September auf dem Campus der TU Dortmund dabei zu sein. Das Programm ist online, die Anmeldung bereits möglich. Und wir freuen uns sehr darauf, möglichst viele von Euch beim SciCAR-Jubiläum zu sehen!
Herzlichen Grüße
Christina Elmer
Christinas Tipps des Monats
„Nachgeliefert“: Daten von FragDenStaat
Elf Millionen Wörter umfasst die offene Datenbank, die FragDenStaat zu den Regierungspressekonferenzen der vergangenen zwölf Jahre aufgebaut hat. Das Projekt „Nachgeliefert“ hat nun die PKs der ersten 400 Tage der Bundesregierung Merz analysiert. In neun von zehn Terminen ging es um die Ukraine, in jedem dritten um Migration oder Grenzkontrollen. Die Klimakrise war hingegen nur in jeder fünften PK zwischen Mai 2025 und Juni 2026 Thema – deutlich seltener als noch vor drei Jahren. Die Datenbank lässt sich nach Suchbegriffen filtern, Trends sind chronologisch nachvollziehbar.
KI bei Grenzkontrollen
Wird Künstliche Intelligenz bei Grenzkontrollen eingesetzt, ist das für die Betroffenen häufig intransparent, fehlerhafte Ergebnisse können zudem schwerwiegende Folgen haben. So auch in Großbritannien, wo KI-Systeme bald dabei helfen sollen, das Alter von Geflüchteten zu schätzen. Laut einer Recherche von Lighthouse Reports, Wired und The Independent zeigen interne Tests, dass die Algorithmen das Alter von Jugendlichen tendenziell überschätzen und bei weiblichen Gesichtern sowie bei Menschen aus Subsahara-Afrika besonders hohe Fehlerraten produzieren.
Serientipp: „The Hack“
Mehr als 15 Jahre sind seit dem Phone-Hacking-Skandal vergangen, der zur Schließung der UK-Boulevardzeitung „News of the World“ durch Rupert Murdoch führte. Die Redaktion der Zeitung hatte sich gemeinsam mit beauftragten Privatdetektiven Zugang zu Handy-Mailboxen verschafft, um an exklusive Informationen zu kommen. Eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung des Skandals hatten investigative Recherchen des „Guardian“ unter Chefredakteur Alan Rusbridger gespielt. Davon erzählt die siebenteilige Serie „The Hack“ – mit David Tennant als Reporter Nick Davies in der Hauptrolle, abrufbar in der arte-Mediathek.

Aus dem Netzwerk Recherche
IFG: Offener Brief, Petition und Medienbeiträge
Seit dem 2. Juli werden zunehmend Details zu den Plänen der Bundesregierung bekannt, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) zu ändern. Netzwerk Recherche hat auf verschiedenen Kanälen zu den geplanten Änderungen Stellung bezogen. So haben wir gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen einen Offenen Brief verfasst. Zudem informieren wir auf unserer Homepage ausführlich über die Pläne des Koalitionsausschusses und die Auswirkungen für Journalist:innen (Stichwort „Informationsfreiheit und Auskunftsrechte”). Eine ausführliche Einordnung nimmt Daniel Drepper im Übermedien-Podcast sowie im WDR-5-Interview (Minute 1:33 – 11:00) vor. Über Aktuelles zum IFG informieren wir auch weiterhin über unsere Social-Media-Kanäle (Instagram und LinkedIn). Darüber hinaus empfehlen wir, die von FragDenStaat initiierte Online-Petition zur Rettung des Informationsfreiheitsgesetzes zu unterzeichnen.
Jetzt bewerben: Fellowship Lokale Recherche
Für Recherchen mit Tiefgang brauchen Lokaljournalist:innen Freiraum. Doch gerade Zeit ist in Lokalredaktionen oft knapp. Hier setzt das Fellowship Lokale Recherche von Netzwerk Recherche, der Madsack Stiftung und Olin an, mit dem sowohl freie als auch angestellte Lokaljournalist:innen eine umfassende Recherche umsetzen können. Das Fellowship dauert zwischen zwei und sechs Monaten und umfasst eine Lebenshaltungskostenpauschale von 3.500 Euro pro Monat, ggf. Kostenübernahme von Reise- und Recherchekosten, zudem Fortbildungsangebote und ein Mentoring. Bewerbungsschluss ist am 16. September. Mehr Infos zum Fellowship und zur Bewerbung gibt es hier.
Programm für die SciCAR veröffentlicht
Wie recherchiert man mit KI-Agenten, ohne ihnen blind zu vertrauen? Wie entstehen Geschichten aus Satellitendaten, offenen Quellen oder Forschungsdaten? Und welche Werkzeuge helfen wirklich im Redaktionsalltag? Diesen und weiteren Fragen widmen wir uns auf der zehnten Ausgabe der SciCAR-Konferenz am Donnerstag, 17. September, und Freitag, 18. September, in Dortmund. Wir laden Journalist:innen, Entwickler:innen und Forschende ein, sich praxisnah, kritisch und in zahlreichen Hands-on-Sessions auszutauschen. Ob Lokalredaktion, Investigativteam, Wissenschafts- oder Politikressort, Volontariat oder freie journalistische Tätigkeit: Wenn Du wissen möchtest, wie Journalismus morgen funktioniert, bist Du hier richtig. Organisiert wird die Konferenz von Netzwerk Recherche, der TU Dortmund, der WPK und dem Science Media Center Germany. Hier geht’s zum Programm. Weitere Infos und Tickets gibt es hier.
Helpline-Workshops für Entlastung im Redaktionsalltag
Die Helpline unterstützt mental belastete Journalist:innen nicht nur am Telefon (030 – 7543 7633) und via Signal-Chat (journalisten_helpline.26), sondern auch vor Ort in den Redaktionen. In interaktiven Workshops suchen wir nach den Ursachen von Belastungen, entwickeln gemeinsam Ideen zum richtigen Umgang damit und gehen auf individuelle Anliegen und Bedürfnisse der Teilnehmenden ein. Neben einem zweistündigen Einführungs-Workshop zu Themen wie Selbstfürsorge, kollegiale Unterstützung und Prävention bieten die erfahrenen Trainer:innen auch vierstündige (oder ganztägige) Intensivkurse für Redaktionen, kleinere Teams und Ausbildungsinstitutionen an. Die inhaltliche Ausgestaltung der Workshops richtet sich nach dem konkreten Bedarf. Beispielhafte Workshop-Themen haben wir auf unserer Website gesammelt. Neugierig geworden? Dann unverbindlich anfragen!
Jetzt anmelden für den Inspiration Day
Wie kann ich mit Live-Formaten meine Community begeistern oder gut vernetzt lokale Recherchen umsetzen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es beim Inspiration Day am 9. September in Babelsberg. Das MIZ Babelsberg, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg und Netzwerk Recherche wollen gemeinsam neue Impulse für den Lokaljournalismus der Zukunft geben und präsentieren in Workshops acht Projekte, Tools und Methoden aus ihren Förderprogrammen. Die Teilnahme am Inspiration Day ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
Geförderte Recherche: Das Geschäft mit den Affen
In einer von NR und Olin geförderten Recherche verfolgen Nathalie Bertrams und Tristen Taylor auf Mauritius und in Spanien den Handel mit Langschwanzmakaken für Tierversuche – von Affenfallen im Wald über Zuchtanlagen bis zu Europas größter Primatenfarm. Sie sprechen mit Wissenschaftler:innen, Whistleblower:innen, Zuchtbetrieben und Aktivist:innen und zeigen nicht nur die Missstände im Handel, sondern auch, warum immer mehr Forschende den Einsatz von Makaken grundsätzlich infrage stellen. Warum der Handel mit Versuchsmakaken trotz moderner Alternativmethoden weiter wächst, gibt es hier zu lesen: Süddeutschen Zeitung (€).
„Unterstützung zu suchen, ist ein Zeichen von Stärke“
Auf der Homepage der Zeit Stiftung Bucerius ist ein Interview mit der Leiterin des NR Support Desk Lokale Recherche, Maria-Mercedes Hering, erschienen. Der Support Desk berät Lokaljournalist:innen kostenlos, vertraulich und praxisnah, wenn sie bei einer Recherche nicht weiterkommen. Im Interview berichtet die Projektleiterin, mit welchen Anliegen Lokaljournalist:innen sich an sie wenden und wie sich gemeinsam Hürden für die Berichterstattung überwinden lassen. „Wenn man sich Unterstützung sucht, dann ist das für mich ein Zeichen von Stärke”, so Maria-Mercedes Hering. Das gesamte Interview gibt es hier.
Aus dem GIJN
Recherche des Monats: Wie die Fossilindustrie Klimaforschung verzerrt
Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie haben seit mehr als 30 Jahren die Klimaforschung an renommierten US-amerikanischen Universitäten entscheidend beeinflusst. Sie finanzierten Forschungszentren, zahlten Gehälter der Forschernden und hatten in einigen Fällen sogar ein Vetorecht bei Projekten. Das Ziel: Die Arbeit von Wissenschaftler:innen stärken, die die Vorstellung vertreten, dass wir die Klimakrise stoppen können, ohne unsere Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle zu durchbrechen. Eine Recherche im Onlinemagazin Drill macht deutlich, wie das sowohl globale Klimamodelle als auch die politischen und technologischen Lösungsansätze der vergangenen Jahre beeinflusst hat.
IJ-Week: Online-Fortbildungen im Herbst
Wer nicht mehr bis zur Global Investigative Journalism Conference (GIJC) im kommenden Jahr in den Niederlanden warten möchte, kann die Zeit bis dahin mit einem neuen Online-Event des Global Investigative Journalism Network (GIJN) überbrücken. Bei der IJ Week vom 26. bis 30. Oktober sprechen mehr als 100 Speaker:innen online in über 35 Sessions und Workshops über Tools, Methoden und vorbildhafte Recherchen weltweit. Early-Bird-Tickets für die IJ Week kosten 100 US-Dollar.
GIJN-Masterclass: Wie man ein internationales Recherche-Team aufbaut
In diesem Masterclass-Video gibt Marina Walker Guevara, Chefredakteurin beim Pulitzer Center, umfassende Einblicke in den Aufbau eines internationalen Teams für erfolgreiche investigative Recherchen. Das Video hilft zu verstehen, warum Projektmanager:innen eine Schlüsselrolle spielen, warum Gleichberechtigung zu einem guten Ergebnis beiträgt, und warum Freiberufler:innen für den Erfolg der Recherche besonders wichtig sein können.

Nachrichten
IFG soll weiter ausgehöhlt werden
Recherchen des MDR zeigen, dass das IFG noch weiter ausgehöhlt werden soll, als zunächst bekannt war. Demnach soll das Amt des Informationsfreiheitsbeauftragten abgeschafft werden und Journalist:innen sollen sich in Veröffentlichungen nicht mehr auf das IFG berufen dürfen. Neu ist auch die Absicht des Innenministeriums, Papiere nur noch dann rauszugeben, wenn sie bei der Stelle beantragt werden, in der sie entstanden sind. Bisher genügt es, dass die Unterlagen der Stelle vorliegen, an die der Antrag gerichtet wird. „Offenbar tut das Ministerium alles, um Anfragen zu erschweren und die Behörden abzuschotten“, bilanziert NR-Auskunftsrechtsexperte und zivilgesellschaftlicher Mitinitiator des Bundes-IFG, Manfred Redelfs, gegenüber Netzwerk Recherche. „Das ist keine Reform, das ist ein massiver Angriff auf eine demokratische Errungenschaft“.
Einschränkungen für ausländische Journalist:innen in den USA
Bisher durften ausländische Medienschaffende in der Regel über mehrere Jahre in den USA bleiben. Ab Mitte September will die Trump-Regierung den Zeitraum auf 240 Tage begrenzen – mit Option auf Verlängerung. Internationale Medienorganisationen wie Reporter ohne Grenzen stufen die verschärften Visa-Regelungen für ausländische Journalist:innen als Gefahr für die Pressefreiheit ein und fürchten eine Verschlechterung der US-Berichterstattung in Qualität und Quantität.
Rechte, rassistische und antisemitische Angriffe: Auch Journalist:innen betroffen
Der Dachverband der unabhängigen Fachberatungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) dokumentiert jedes Jahr entsprechende Angriffe. In seiner Jahresbilanz für 2025 hält der Verein insgesamt 3.167 Fälle von Gewalt fest – mehr als die Hälfte davon rassistisch motiviert. Im Durchschnitt wurden im vergangenen Jahr täglich zwölf Menschen Opfer rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt. Zwei Menschen wurden infolge rechter Gewalt getötet. Außerdem wurden 35 Angriffe auf Journalist:innen dokumentiert. Die Zahlen basieren auf dem Monitoring der unabhängigen Fachberatungsstellen des VBRG in 13 Bundesländern. Mehr Informationen gibt es auf der Website des Dachverbands.
Botgesteuerte Manipulation in Kommentarspalten
Die internationale Recherchekooperation „Eurovision News Spotlight“, zu der mehrere europäische öffentlich-rechtliche Sender gehören, hat eine systematische Manipulation in den Kommentaren zu Postings der Sender auf Instagram und Facebook aufgedeckt. Die Recherche ergab, dass botgesteuerte Hassreden, politische Kampagnen und kommerzieller Spam in den Kommentarspalten reichweitenstarker Posts gezielt eingesetzt werden, um den Diskurs zu beeinflussen. Das Rechercheteam vermutet ein professionelles Netzwerk hinter den Kommentaren. Der Großteil der koordinierten Kommentare, die im Zeitraum von April 2025 bis März 2026 untersucht wurden, bezog sich auf die Krise in Iran.
Offener Brief: Journalismus braucht Wissenschaft
Wegen „Sparzwängen“ sind bei ARD und Deutschlandfunk Umstrukturierungen geplant, die auch den Wissenschaftsjournalismus betreffen. Unter anderem soll das Ressort Wissen der Tagesschau gestrichen werden. Der Berufsverband der Wissenschaftsjournalist:innen (WPK) mahnt Ende Juni in einem Offenen Brief an die Chefredaktion von ARD-Aktuell und die Programmdirektorin des Deutschlandfunks: „Die geplanten Umstrukturierungen und Reformen bedrohen […] die Sichtbarkeit und Qualitätssicherung von Wissenschaftsthemen in einer neuen Dimension. Das wäre für eine Gesellschaft, deren Debatten und Diskurse fast immer einen wissenschaftlichen Kern haben, ein ausnehmend schlechtes Zeichen“.
Fonds für investigative Recherchen im Bereich Sport
Korruption, Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen sind ein Teil der Welt des (Leistungs-)Sports. Allzu oft bleiben diese Themen jedoch verborgen oder werden nicht ausreichend beleuchtet. Unabhängiger Sportjournalismus spielt eine entscheidende Rolle dabei, genau diese Themen sichtbar zu machen. Ein Fonds der Plattform „Play the Game“ des Danish Institute for Sports Studies (Idan) soll diese Lücke schließen. Der Fonds soll durch öffentliche Spenden gefüllt werden und langfristig freiberufliche Journalist:innen und Forscher:innen fördern, um zeitaufwendige Recherchen in diesem Bereich möglich zu machen.
Ressourcen zur Klimaberichterstattung im Hitzesommer
Die Brände und Hitzewellen des Sommers machen deutlich: Fundierte Klimarecherchen sind so wichtig wie eh und je. Einige aktuelle Ressourcen, die für Recherchen nützlich sein können, sind u. a. der „GIJN Guide on investigating extreme heat“ sowie die Guides zur Berichterstattung rund um Umwelt und Klima des Earth Journalism Network. Das European Journalism Centre bietet ein KI-basiertes Tool an, das Klimastudien präsentiert und in Zusammenhang stellt. Und für die nächste Hitzewelle zeigt der European Heat Tracker tagesaktuell, wie viele Menschen in Europa von Hitze betroffen sind.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien
DJV-Konferenz „Besser Online“
Wie stärken wir unsere digitale Souveränität gegenüber Big Tech, um unabhängiger zu arbeiten? Wie bringen wir Journalist:innen und Medienhäuser in erfolgreiche Kooperationen? Und wie können wir die wachsende Sehnsucht der Nutzer:innen nach analogen Begegnungen und menschlichen Marken erfüllen? Diesen Fragen widmet sich die Digitalkonferenz „Besser Online“ des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), die dieses Jahr am 5. September in Bremen stattfindet. Tickets gibt es bereits ab 30 Euro.
Online-Fortbildungsreihe zu Antisemitismus
Die Akademie für Anitsemitismusprävention (AKADAS) bietet ab September eine mehrteilige Online-Fortbildung mit dem Titel „Antisemitismus. Dynamiken in Krisen und Konflikten mit Fokus Nahost“ für interessierte Medienschaffende an. Die Reihe umfasst eine E-Learning-Phase, vier Online-Module und ein abschließendes, digitales Kamingespräch. Die Teilnehmendenzahl ist auf 15 begrenzt, eine Anmeldung ist noch bis zum 31. Juli möglich. Die Anmeldung erfolgt per Mail an unter info@akadas.de.
Mercator-Journalists in Residence
Medienschaffende, die sich mit gesellschaftlichen und politischen Fragen des Finanzsektors beschäftigen, können sich aktuell zum letzten Mal auf das Mercator-Journalists in Residence-Programm bewerben. Im Rahmen des Projekts „Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors“ bieten das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (Zevedi) und die Stiftung Mercator eine vierwöchige Residenz an. Die Stipendiat:innen erhalten 4.000 Euro und können sich in der Zevedi-Geschäftsstelle an der TU Darmstadt einem Forschungs- oder Praxisvorhaben widmen, das den digitalen Wandel des Finanzsektors und damit verbundene gesellschaftliche Probleme thematisiert. Bewerbungen sind fortlaufend möglich. Wegen der begrenzten Anzahl an Plätzen ist eine zeitnahe Bewerbung ratsam.
Förderung von Recherchen zu Umweltthemen in Europa
Der Journalismfund Europe unterstützt mit seinem „Environmental Investigative Journalism“ Programm länderübergreifende Teams, die investigative Projekte zu Umweltfragen in Europa umsetzen. Pro Ausschreibung stehen rund 400.000 Euro zur zur Verfügung, die auf alle geförderten Projekte aufgeteilt werden. Die Bewerbungsphase für die nächste und letzte Ausschreibungsrunde 2026 läuft noch bis zum 6. August.
Stipendium für Klimarecherchen
Trotz Extremwetter und spürbarer Folgen der Klimakrisen, haben es Klimathemen in Redaktionen zunehmend schwer. Damit Journalist:innen dennoch investigative und aufwändige Klimarecherchen umsetzen können, vergibt das Netzwerk Klimajournalismus in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Stipendium in Höhe von bis zu 4.000 Euro. Bei Bedarf stellt das Netzwerk außerdem eine:n erfahrene:n Mentor:in zur Seite. Bewerben können sich festangestellte und freie Journalist:innen bzw. Teams mit Wohnsitz in Deutschland und Themenideen für jegliche Ressorts. Die Veröffentlichung muss in einem deutschsprachigen Medium mit Sitz in Deutschland erfolgen. Die Bewerbungsfrist endet am 15. August. Weitere Infos gibt es hier.
Dialogwerkstatt zu Klimaberichterstattung im Lokalen
Die Klimakrise ist ein globales Phänomen, am besten greifbar wird sie allerdings im Lokalen. Da braucht es kritischen Lokaljournalismus, der genau hinschaut und Fragen stellt: Wie gut sind Kommunen auf die Klimakrise vorbereitet? Wer verhindert Klimaschutz? Eine Dialogwerkstatt von Correctiv und der Mercator Stiftung bringt Lokaljournalist:innen zusammen, schafft Raum für Austausch und unterstützt bei der Entwicklung neuer Formate. Teilnehmen können alle Journalist:innen, die frei oder angestellt für eine deutsche Lokal- oder Regional-Redaktion arbeiten. Das Auftakttreffen findet im Rahmen der Correctiv Lokalkonferenz vom 16. bis zum 18. Oktober in Magdeburg statt. Eine Bewerbung ist noch bis zum 15. August möglich.
Stipendien für Recherchen zu Lebensbedingungen von Nutztieren
Der Journalismfund Europe hat ein neues Förderprogramm gestartet, das Recherchen zu den Lebensbedingungen von Nutztieren fördert. Ab sofort können sich Teams aus Journalist:innen und Nachrichtenredaktionen mit Sitz in mindestens zwei verschiedenen Ländern bewerben. Das Förderprogramm wird in diesem Jahr zunächst als Pilot getestet. Es wird zwei Ausschreibungsrunden geben, für die je ein Gesamtbudget von 150.000 Euro zur Verfügung steht. Das Gesamtbudget wird auf die geförderten Beiträge verteilt. Die erste Bewerbungsfrist endet am 27. August, die zweite voraussichtlich am 29. Oktober.
Akademie Finanzjournalismus
Journalist:innen, die das Geschehen auf den Finanzmärkten für Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen, Online-Medien und Rundfunksender einordnen und kritisch begleiten, erhalten in der Akademie Finanzjournalismus Tipps von renommierten Finanzjournalist:innen. Das Seminar wird von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgerichtet und ist für die Teilnehmenden kostenfrei. Die Akademie Finanzjournalismus findet vom 5. bis 9. Oktober in Mainz statt, eine Bewerbung ist noch bis zum 31. August möglich.
Daphne Caruana Galizia Preis
Der Daphne Caruana Galizia Preis des Europäischen Parlaments zeichnet jährlich herausragende journalistische Leistungen aus, die die Grundprinzipien und Werte der Europäischen Union wie Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte fördern oder verteidigen. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird im Oktober verliehen. Bewerbungen sind noch bis zum 31. Juli möglich.
Voices-Awards für Medienfreiheit und qualitativen Journalismus
Im Rahmen des „Voices Festival“ für Journalismus und Medienfreiheit, das im November in Thessaloniki stattfindet, werden 25 „Voices Awards“ vergeben. Die Preise würdigen Journalist:innen und Initiativen, die sich für Medienfreiheit und journalistische Qualität einsetzen. Sie sind mit je 1.200 Euro dotiert. Die Kosten für Anreise und Teilnahme am Festival werden allerdings nicht zusätzlich finanziert. Bewerbungsschluss ist am 23. August.
Weddingweiser sucht preiswürdige Texte über den Wedding
Seit 15 Jahren erzählt die Berliner Weddingweiser-Redaktion Geschichten aus den Stadtteilen Wedding und Gesundbrunnen. Im Jubiläumsjahr lobt das Team nun den „Wordding“-Preis für unveröffentlichte Texte aus, die sich mit dem Stadtteil beschäftigen und neue Perspektiven darauf eröffnen. Maria-Mercedes Hering, Projektleiterin Lokaljournalismus bei Netzwerk Recherche, wird Teil der Jury sein. Der Preis wird in drei Kategorien vergeben: Reportagen, Porträts, sowie die offene Kategorie „Text mit alles“. Gemeint sind damit freie Textformen wie Kurzgeschichte, Prosa, Utopie, Fantasy oder Essay mit nicht-fiktivem Bezug zum Wedding. Die Gewinnertexte der drei Kategorien sind mit je 200 Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist am 31. August, zur Ausschreibung geht es hier.
German Renewables Award
Der German Renewables Award zeichnet mit dem Medienpreis Beiträge aus, die Energiewende-Themen ausgewogen und verständlich darstellen. Der Medienpreis wird in zwei Kategorien vergeben: Print und audio-visuell. Das Gesamtpreisgeld beträgt 1.000 Euro. Einsendeschluss ist der 3. September. Mehr Infos gibt es hier.
Fortbildungen
- VERGÜNSTIGT FÜR NR-MITGLIEDER Starterpaket Audiojournalismus, Webinar der Freischreiber, 31. Juli (Warteliste)
- Ich-Geschichten schreiben, Webinar der Akademie für Publizistik Hamburg, 3. bis 4. August
- Multimedia Storytelling, Seminar der Bayerischen Presseakadamie, 5. August
- Erfolgreiche Social Media-Strategie für Fortgeschrittene, Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 18. bis 19. August
- Community-Journalismus, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 20. bis 21. August
- Mit KI Workflows automatisieren: No Code, Low Code, Vibe Coding, Webinar der Berliner Journalistenschule, 24. August
- VERGÜNSTIGT FÜR NR-MITGLIEDER Sachbuch-Coaching: Von der Idee zum Exposé und Vertrag, Webinar der Freischreiber, 24. August
- Canva für Fortgeschrittene, Webinar der Leipzig School of Media, 24. August
- Wissenschaftsjournalismus – verstehen, prüfen, schreiben, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 24. bis 25. August
- Redigieren unter Zeitdruck, Webinar der Akademie für Publizistik Hamburg, 24. bis 25. August
- Live-Schalte vor der Kamera, Seminar der ARD.ZDF Medienakademie, 24. bis 26. August
- Ein Sachbuch schreiben, Seminar der Berliner Journalistenschule, 27. bis 28. August
- Sicherheitspolitische Themen fundiert bearbeiten und einordnen, Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 8. bis 9. September
- Modul Recherche, Seminar des Institut für publizistische Ausbildung (ifp), 27. September bis 2. Oktober (Bewerbungsschluss: 14. August)
Zum Schluss

Sommer, Sonne, Zukunftsgedanken
Wie lief die NR26 und was können wir bei der NR27 besser machen? Welche Projekte stehen an und wie begeistern wir in unserem Jubiläumsjahr noch mehr Menschen für eine Mitgliedschaft bei Netzwerk Recherche? Diese und viele weitere Fragen hat das Team der Geschäftsstelle zuletzt bei einer Teamklausur im Grünen besprochen. Auf der Rückreise im Gepäck: viele neue Ideen und jede Menge Vorfreude auf die zweite Jahreshälfte!
