Am kommenden Freitag, 9. Juni, beginnt auf dem NDR-Gelände in Hamburg die Jahreskonferenz der Journalistenvereinigung netzwerk recherche. Es ist der größte Branchentreff für Medienschaffende, die sich für Recherche-Journalismus interessieren. Mehr als 700 Teilnehmer werden an zwei Tagen in rund 120 Veranstaltungen über die Probleme, aber auch die Chancen der aktuellen Medienwelt diskutieren.

An den Gesprächen beteiligen sich in diesem Jahr u.a. Hans-Georg Maaßen (Präsident Bundesamt für Verfassungsschutz), Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund), Ralf Stegner (SPD-Bundesvorstand), Jörg Kachelmann (Moderator) und Lutz Marmor (NDR-Intendant). Auf den Podien vertreten sind auch viele bekannte Journalisten wie Armin Wolf (ORF-Moderator), Klaus Brinkbäumer (Chefredakteur Der Spiegel), Franziska Augstein (Publizistin), Julia Friedrichs (Autorin), Anja Reschke (Panorama), Hans Leyendecker (SZ), Carolin Emcke (Publizistin), Stefan Niggemeier (Blogger), Jakob Augstein (Publizist) oder Hajo Seppelt (Sportjournalist).

Unter dem Eindruck der Inhaftierung und Verfolgung von Journalisten, aber auch der zunehmenden Hetze gegen die Medien hat netzwerk recherche die Tagung unter das Motto „Leiden schafft Recherche“ gestellt. Deshalb sind auch zahlreiche Teilnehmer aus anderen Ländern wie der Türkei, den USA, Syrien und Russland an den Diskussionen beteiligt. Zu Gast sind ferner Journalistinnen und Journalisten, denen die Flucht aus ihren Heimatländern gelungen ist.

Eines der zentralen Themen auf der Konferenz wird der journalistische Umgang mit Rechtspopulisten sein. Darüber werden z.B. Kai Gniffke (Chefredakteur ARD-aktuell) und Melanie Amann (Der Spiegel) mit dem AfD-Spitzenfunktionär Alexander Gauland diskutieren.

Zu anderen wichtigen Themen wie Fakenews, Hasspostings, Paid Content, Presserecht oder Storytelling wird es praxisorientierte Workshops geben. Weitere Gespräche gibt es zu Radio- und Lokaljournalismus und über die Arbeitsbedingungen für freie Journalisten. Zudem liefern prominente Reporter/innen vertiefende Einblicke in ihre aktuellen Recherchen.

Auf der Tagung wird auch wieder der „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen“ verliehen. Dieses Jahr erhält ihn der ORF-Moderator Armin Wolf für seine hartnäckigen und deshalb so informativen Fernsehinterviews. Außerdem wird in diesem Jahr Hans Leyendecker für sein Lebenswerk mit einem „Ehren-Leuchtturm“ gewürdigt. Der Preisträger für den Negativ-Preis „Verschlossene Auster“ wird erst am Veranstaltungstag bekannt gegeben.

Die Jahrestagung von netzwerk recherche findet bereits zum 16. Mal statt – wie immer beim NDR in Hamburg, der als Gastgeber diese Veranstaltung in all den Jahren sehr umfangreich unterstützt hat. Der Kongress wird zum großen Teil ehrenamtlich organisiert – von Journalisten für Journalisten.

Eine Teilnahme für nicht angemeldete Interessierte ist nur noch begrenzt möglich, da die meisten der verfügbaren Tickets bereits vergriffen sind.

Das gesamte Programm ist auf der Konferenz-Seite einsehbar.