Medienvielfalt in Europa: Report und Karte erschienen

The New Sector“ – so nennen wir die lebendige journalistische Szene in Europa, bei der gemeinwohlorientierte Medien für mehr Vielfalt und Recherchejournalismus sorgen. Heute präsentiert Netzwerk Recherche die Ergebnisse einer europaweiten Befragung des neuen Sektors bei der Datahavest-Konferenz in Mechelen (Belgien), der europäischen Konferenz für investigative Recherche und Datenjournalismus.

Eine Europakarte und eine Datenbank fassen auf einen Blick zusammen, wo welche Medien entstanden sind und welches Profil sie haben. Zudem analysieren wir in einem Report die Charakteristika und Entwicklung des neuen Sektors. Die Daten wurden mit Hilfe einer Online-Befragung gewonnen. 100 Medien beteiligten sich daran, 80 Antworten aus 26 Ländern gingen in die Datenauswertung ein. Dabei zeigte sich u.a.: Weiterlesen

New Report: The New Sector – How independent public interest journalism is filling gaps in the European media landscape

A new generation of venturous news organisations is rising all over Europe. One that is strongly committed to serve its audience and democracy alike through public interest journalism. We call it: The New Sector.

In a new report, Netzwerk Recherche (Germany’s association of investigative journalists) – for the first time – outlines this emerging innovative media scene and takes a closer look at how The New Sector reclaims journalistic terrain that has (at least partly) been neglected by traditional media in the past. Weiterlesen

Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger bei “Journalismus macht Schule” über Nachrichtenkompetenz: „Da müssen wir besser werden“

150 Gäste aus dem Bildungsbereich und dem Mediensektor diskutieren bei „Journalismus macht Schule“ zwei Tage über die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz im Unterricht – Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger fordert frühere Lernangebote – Praktische Beispiele für Unterrichtseinheiten zum Krieg in der Ukraine vorgestellt

Journalismus macht Schule Konferenz am 1./2. April 2022 - veranstaltet von Netzwerk Recherche e. V. und Deutsche Telekom Stiftung - Foto: Raphael Hünerfauth

Journalismus macht Schule Konferenz am 1./2. April 2022 – veranstaltet von Netzwerk Recherche e. V. und Deutsche Telekom Stiftung – Foto: Raphael Hünerfauth – https://www.huenerfauth.ch

Der Krieg in der Ukraine wirft bei vielen Schülerinnen und Schülern Fragen auf: Wo finde ich verlässliche Informationen über den Konflikt? Wie erkenne ich „FakeNews“ in meinem Insta-Feed? Und wie schütze ich mich gegen die ungefilterte Flut grausamer Bilder auf Tiktok? Das Beispiel Ukraine zeigt: Nachrichtenkompetenz ist für Schülerinnen und Schüler mindestens so wichtig wie Bio oder Mathe und gehört deshalb auf den Stundenplan.

Nur sind die Curricula schon voll und die Akkus vieler Lehrkräfte nach zwei Jahren Pandemie ziemlich leer. Deshalb forderte Jörg Sadrozinski, erster Vorsitzender des neugegründeten Vereins „Journalismus macht Schule“ auf der gleichnamigen Konferenz am Freitag in Berlin: „Mit der Vermittlung von Nachrichtenkompetenz dürfen wir die Schulen und Lehrkräfte nicht alleine lassen!“

Auf der zweitägigen Veranstaltung, die die Journalist:innenvereinigung Netzwerk Recherche e. V. mit dem Kooperationspartner Deutsche Telekom Stiftung veranstaltete, diskutierten am 1. und 2. April 2022 deshalb rund 150 Teilnehmende, wie sich die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz mittelfristig in den Lehrplänen verankern lässt und welche praktischen Möglichkeiten zur Umsetzung im Unterricht es heute schon gibt. Weiterlesen

FragDenStaat überprüft Einhaltung von Regierungsversprechen – NR ist dabei!

Die Auskunftsrechteplattform FragDenStaat schaut der Regierung mit dem neuen Koalitionstracker auf die Finger – und wir machen mit. Welche Vorhaben setzt die Ampel-Koalition um? Wo wird gebremst? Auf der Plattform lassen sich die Fortschritte in 13 Themenbereichen verfolgen.

Netzwerk Recherche nimmt in Kooperation mit FragDenStaat zwei Punkte in den Blick: Zum einen das angekündigte Bundespressegesetz, das die presserechtlichen Auskunftsansprüche regeln soll. Zum anderen beobachten wir, wie die Ampel die im Koalitionsvertrag angekündigte Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus schaffen will.

 

Freie Reporter:innen in der Ukraine brauchen Schutz und angemessene Bezahlung

Das Netzwerk Recherche fordert deutsche Redaktionen auf, freien Reporter:innen in der Ukraine bestmöglichen Schutz zu gewähren und sie angemessen zu bezahlen.

Die Kolleg:innen vor Ort sorgen derzeit unter höchstem persönlichen Risiko dafür, dass wir alle so gut wie möglich informiert werden – und damit auch für die Fakten, auf denen weitreichende politische Entscheidungen getroffen werden.

Umso wichtiger ist es, dass sie ausreichend Unterstützung erhalten. Dies gilt sowohl für Kolleg:innen, die von Deutschland aus ins Kriegsgebiet gereist sind, als auch für lokale Journalist:innen, die für aktuelle Recherchen, Reportagen und Analysen zur Verfügung stehen.

In den vergangenen Tagen haben das Netzwerk Recherche öffentlich und in vertraulichen Gesprächen gleich mehrere Fälle erreicht, in denen deutsche Auftraggeber entweder keine Honorare für Beiträge gezahlt haben oder ihre beauftragten Reporter:innen nicht versichert, geschweige denn mit überlebenswichtiger Schutzausrüstung ausgestattet haben.

„Diese mangelnde Unterstützung ist völlig inakzeptabel und gefährdet die Kolleg:innen vor Ort massiv“, sagt Daniel Drepper, Vorsitzender des Netzwerks Recherche.

„Redaktionen sind für freie Reporter:innen und lokale Journalist:innen genauso verantwortlich wie für ihre angestellten Mitarbeiter:innen. Im Moment der Beauftragung müssen sie sich darüber im Klaren sein. Sie müssen diesen Kolleg:innen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Versicherungen und persönlicher Schutzausrüstung gewähren“, sagt Pascale Müller, Vorstandsmitglied des Netzwerks Recherche und zuständig für die Belange freier Kolleg:innen sowie für die Arbeitsbedingungen im Journalismus. Weiterlesen

Wir trauern um Peter Merseburger

Hans Leyendecker, Peter Merseburger und Thomas Leif bei der Verleihung des NR-Leuchtturms 2008 beim SWR in Mainz. Foto: Imago/Hoffmann

Netzwerk Recherche trauert um den Journalisten Peter Merseburger, der am 15. Februar 2022 im Alter von 93 Jahren gestorben ist. 2008 verlieh ihm unser Verein den Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen. Merseburger erhielt den Preis für seine Biografie über Rudolf Augstein und für sein journalistisches Lebenswerk. Die Laudatio von Hans Leyendecker ist auf der NR-Website nachzulesen.

Merseburger war von 1967 bis 1975 Leiter des NDR-Politikmagazins Panorama: „Vielen Dank für viele Jahrzehnte aufrechten und unabhängigen Journalismus. Wachsam und kritisch, aber fair. Peter Merseburger wird fehlen“, schreibt die Redaktion in ihrem Nachruf.

Grow-Report über Pioniere im gemeinnützigen Journalismus

Wie die Grow-Stipendien von Netzwerk Recherche und Schöpflin Stiftung seit gut fünf Jahren für Medienvielfalt und eine Stärkung des gemeinnützigen Recherche-Journalismus sorgen

Der Journalismus steht seit Jahren unter Druck: Da werden Redaktionen verkleinert oder umstrukturiert, Geschäftsmodelle bröckeln, gerade freie Journalist:innen kämpfen mit prekären Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig gibt es aber auch Nachrichten, die Mut machen: Unabhängige Medienprojekte experimentieren mit innovativen Recherchemethoden, im Lokaljournalismus entstehen digitale Start-ups und neue Netzwerke, grenzüberschreitende Kooperationen und internationale Recherchen bekommen größeres Gewicht.

Viele dieser Initiativen stellen nicht die Maximierung des Gewinns in den Vordergrund, sondern orientieren sich am Gemeinwohl, einige erreichen trotz rechtlicher Hürden den Status der Gemeinnützigkeit. Damit entsteht nach und nach ein dritter Sektor im Mediensystem, neben den privatwirtschaftlichen Medien und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Genau diese vielfältige Szene hatte Netzwerk Recherche im Auge, als der Verein im Jahr 2016 mit Unterstützung der Schöpflin Stiftung das erste Stipendienprogramm für gemeinnützigen Journalismus in Deutschland ins Leben rief.

Jetzt ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Fünf Förderrunden wurden abgeschlossen, der sechste Jahrgang arbeitet seit Herbst 2021 an der Realisierung der Projekte. Was konnte bislang mit dem Stipendienprogramm und der Arbeit der Journalist:innen erreicht werden? Wo liegen die Herausforderungen? Was brauchen die Projekte, um Innovationen voranzutreiben und den (Recherche-)Journalismus nachhaltig zu bereichern? Im Evaluationsreport “Pioniere im gemeinnützigen Journalismus” gehen wir diesen Fragen nach und fassen unsere Erfahrungen zusammen. Weiterlesen

Der Fall Assange betrifft uns alle

Führende Journalist:innen- und Pressefreiheitsorganisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz fordern gemeinsam die sofortige Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus seiner Haft in Großbritannien und seine Nichtauslieferung an die USA. Reporter ohne Grenzen, der Deutsche Journalisten-Verband, die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di und Netzwerk Recherche haben am Montag (31.01.) in Berlin in einer Solidaritäts-Pressekonferenz an die deutsche Bundesregierung appelliert, dass diese die Tragweite des Falls anerkennt und sich dafür einsetzt, dass Julian Assange unverzüglich freikommt. Bundeskanzler Olaf Scholz muss sich deshalb bei seinem am 07.02. anstehenden Besuch bei US-Präsident Joe Biden in Washington mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die USA die Anklage gegen Assange fallenlassen. Der Österreichische Journalist:innen Club und der Club Suisse de la Presse/Geneva Press Club erklärten per Video zugeschaltet ihre Solidarität und appellierten an ihre jeweiligen Regierungen, sich ebenfalls für Assange einzusetzen. Weiterlesen

Journalisten- und Pressefreiheitsorganisationen zeigen Solidarität mit Julian Assange

Solidaritäts-Pressekonferenz am 31. Januar

Der Fall Julian Assange hat Auswirkungen auf die Pressefreiheit weltweit, auch in Deutschland. Ein Londoner Gericht hat zwar am Montag (24.01.) dem Berufungsantrag von Assanges Anwälten zugestimmt und die Entscheidung darüber, ob eine Auslieferung an die USA rechtmäßig wäre, an den britischen Supreme Court verwiesen. Doch dies bedeutet nur einen kurzen Moment des Aufatmens. Die USA verfolgen den Wikileaks-Gründer mit unnachgiebiger Härte; laut Anklage nach dem US-Spionagegesetz drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. In Großbritannien harrt er bereits seit über 1000 Tagen ohne Verurteilung in Einzelhaft in einem Hochsicherheitsgefängnis aus. Sein einziges „Verbrechen“: Er hat Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen der USA aufgedeckt. Dass er für diese Beiträge zu journalistischer Berichterstattung von größtem öffentlichen Interesse verfolgt wird, ist ein gefährliches Vorzeichen für Journalist*innen und Whistleblower*innen überall auf der Welt.

Erstmals haben sich deshalb auf Initiative des Journalisten Okan Bellikli nun führende Journalisten- und Pressefreiheitsorganisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz für eine Solidaritäts-Pressekonferenz für Julian Assange zusammengefunden. Darin werden Reporter ohne GrenzenDeutscher Journalisten-VerbandDeutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.diNetzwerk Recherche, der Österreichische Journalist*innen Club und der Club Suisse de la Presse/Geneva Press Club die sofortige Freilassung von Julian Assange und seine Nichtauslieferung an die USA fordern. Nach Ansicht der Organisationen muss auch die neue deutsche Bundesregierung die Tragweite des Falls erkennen und sich ebenfalls dafür einsetzen, dass Julian Assange freikommt. Weiterlesen

„Gefährliches Signal für alle Journalist:innen“: Netzwerk Recherche kritisiert Assange-Urteil

Netzwerk Recherche kritisiert die Entscheidung des Londoner High Court, das Auslieferungsverbot für Julian Assange aufzuheben, als Angriff auf die Pressefreiheit. Daniel Drepper, der Vorsitzende von Netzwerk Recherche, erklärt dazu:

„Die nun näher rückende Auslieferung von Julian Assange in die USA ist ein gefährliches Signal für alle Journalist:innen. Das Netzwerk Recherche verurteilt die Entscheidung des Londoner High Court und appelliert an das britische Innenministerium, Assange nicht in die USA auszuliefern. Die seit Jahren andauernde Verfolgung von Assange durch die US-Behörden ist maßlos. Die mögliche Verurteilung des Wikileaks-Gründers zu 175 Jahren Haft ist eine reale Gefahr für die Pressefreiheit – nicht nur in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten, sondern angesichts der zunehmenden Vernetzung für alle recherchierenden Journalist:innen weltweit. Wir fordern die neue Bundesregierung auf, im Dialog mit internationalen Partnern alles daran zu setzen, eine Auslieferung zu verhindern.“

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