Wir bringen das Grow Greenhouse an den Start

+++ Netzwerk Recherche baut Zentrum für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt auf. +++ Neue Ausschreibung: Greenhouse Fellowship 2022 widmet sich dem spendenfinanzierten Journalismus. +++ Förderkosmos Journalismus: Jetzt für unsere Fortbildung registrieren. +++

Netzwerk Recherche baut mit Unterstützung der Schöpflin Stiftung ein Zentrum für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt auf: das Grow Greenhouse. Damit soll der Journalismus, der das Gemeinwohl und die Recherche in den Mittelpunkt stellt, noch stärker gefördert werden. „Ein Greenhouse ist ein Ort, der Pflanzen Schutz bietet und der für ein günstiges Klima sorgt. Wir schaffen einen solchen Schutzraum für den gemeinnützigen Journalismus“, sagt Thomas Schnedler, Projektleiter bei Netzwerk Recherche. Das Grow Greenhouse wird vier Arbeitsschwerpunkte haben: Information & Beratung, Fortbildung & Wissen, Vernetzung & Events sowie Gründung & Innovation. Weiterlesen

Arndt Ginzel erhält den Leuchtturm-Preis 2022

Netzwerk Recherche verleiht den Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen 2022 an Arndt Ginzel. Die Journalist:innenvereinigung würdigt damit seine Berichterstattung aus der Ukraine während des russischen Angriffskrieges.

„Arndt Ginzel ist mit seinen Recherchen wie kaum jemand sonst vor Ort russischen Kriegsverbrechen nachgegangen und hat damit dem deutschen Publikum auf herausragende Weise die Schrecken dieses Krieges Nahe gebracht. Wir freuen uns sehr, ihn mit dem diesjährigen Leuchtturm des Netzwerk Recherche auszuzeichnen“, sagt Daniel Drepper, Vorsitzender von Netzwerk Recherche.

Reporter Arndt Ginzel. Foto: ZDF/Gerald Gerber

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Tagung: “Hass begegnen. Wie Medienschaffende mit Angriffen on- und offline umgehen (können)”

Hass und Gewalt gehören zum Alltag von Medienschaffenden: online in Kommentarspalten und sozialen Netzwerken genauso wie offline, z. B. bei der Berichterstattung über Demonstrationen. Die Bedrohung von Medienschaffenden ist eine fundamentale Gefahr für freie und pluralistische Gesellschaften. Die von Netzwerk Recherche in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Technischen Universität Dortmund sowie der Fachhochschule und der Universität Bielefeld veranstaltete Tagung soll die verschiedenen Phänomene und Ausprägungen von Hass und Gewalt gegen Medienschaffende analysieren, den Austausch von Betroffenen ermöglichen, die Debatte über mögliche Regulierungsschritte vorantreiben und Journalist:innen Rüstzeug an die Hand geben, um mit Attacken und Bedrohungen besser umgehen zu können. Die Tagung richtet sich an anwendungsorientierte Forschende, Ausbilder:innen von Medienschaffenden sowie angehende und bereits berufstätige Journalist:innen.

Nähere Infos im Programm.

Ort: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Schlossplatz 4, Raum SP4 201
Zeit: Freitag, 24.6.2022, 9:00 – 17:00 Uhr
Anmeldung: https://wwuindico.uni-muenster.de/event/1377/

Bundestransparenzgesetz: Online-Beteiligungsphase startet

Jetzt mitschreiben am Transparenzgesetz, Symbolbild Lupe vor Bundestag, Logos der BündnispartnerGemeinsam mit Mehr Demokratie, FragDenStaat, Transparency International Deutschland, der Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit, Lobbycontrol und abgeordnetenwatch.de legt Netzwerk Recherche am 7. Juni einen Entwurf für ein Bundestransparenzgesetz vor.

Ein zivilgesellschaftliches Expertengremium hat einen Gesetzesentwurf für ein Bundestransparenzgesetz erarbeitet, der ab 7. Juni einen Monat lang (bis zum 8. Juli) von allen Bürger:innen online kommentiert werden kann. Die Ampel-Regierung hatte sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, in dieser Legislaturperiode ein Transparenzgesetz für die Bundesebene auf den Weg zu bringen. Mit der Beteiligungsphase soll nun allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Meinungen und Wünsche zum Gesetz zu äußern.

Ein Transparenzgesetz ermöglicht allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Unterlagen der Verwaltung, mit Ausnahme von besonders geschützten Informationen, für die z.B. der personengebundene Datenschutz greift. Im Unterschied zu Informationsfreiheitsgesetzen verpflichten Transparenzgesetze die Behörden nicht nur zur Freigabe auf Antrag, sondern zur bürgerfreundlichen automatischen Veröffentlichung im Internet.

„Normalerweise schreibt die Ministerialbürokratie die Gesetzentwürfe. Aber die ist es ja gerade, die transparenter werden soll“, erklärt Dr. Manfred Redelfs von der Journalistenorganisation Netzwerk Recherche. „Deshalb ist es gut, wenn die Zivilgesellschaft die Ausarbeitung eines Entwurfs nicht allein denen überlässt, die sich in der Vergangenheit an das Prinzip des Amtsgeheimnisses gewöhnt haben.“ Weiterlesen

Medienvielfalt in Europa: Report und Karte erschienen

The New Sector“ – so nennen wir die lebendige journalistische Szene in Europa, bei der gemeinwohlorientierte Medien für mehr Vielfalt und Recherchejournalismus sorgen. Heute präsentiert Netzwerk Recherche die Ergebnisse einer europaweiten Befragung des neuen Sektors bei der Datahavest-Konferenz in Mechelen (Belgien), der europäischen Konferenz für investigative Recherche und Datenjournalismus.

Eine Europakarte und eine Datenbank fassen auf einen Blick zusammen, wo welche Medien entstanden sind und welches Profil sie haben. Zudem analysieren wir in einem Report die Charakteristika und Entwicklung des neuen Sektors. Die Daten wurden mit Hilfe einer Online-Befragung gewonnen. 100 Medien beteiligten sich daran, 80 Antworten aus 26 Ländern gingen in die Datenauswertung ein. Dabei zeigte sich u.a.: Weiterlesen

New Report: The New Sector – How independent public interest journalism is filling gaps in the European media landscape

A new generation of venturous news organisations is rising all over Europe. One that is strongly committed to serve its audience and democracy alike through public interest journalism. We call it: The New Sector.

In a new report, Netzwerk Recherche (Germany’s association of investigative journalists) – for the first time – outlines this emerging innovative media scene and takes a closer look at how The New Sector reclaims journalistic terrain that has (at least partly) been neglected by traditional media in the past. Weiterlesen

Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger bei “Journalismus macht Schule” über Nachrichtenkompetenz: „Da müssen wir besser werden“

150 Gäste aus dem Bildungsbereich und dem Mediensektor diskutieren bei „Journalismus macht Schule“ zwei Tage über die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz im Unterricht – Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger fordert frühere Lernangebote – Praktische Beispiele für Unterrichtseinheiten zum Krieg in der Ukraine vorgestellt

Journalismus macht Schule Konferenz am 1./2. April 2022 - veranstaltet von Netzwerk Recherche e. V. und Deutsche Telekom Stiftung - Foto: Raphael Hünerfauth

Journalismus macht Schule Konferenz am 1./2. April 2022 – veranstaltet von Netzwerk Recherche e. V. und Deutsche Telekom Stiftung – Foto: Raphael Hünerfauth – https://www.huenerfauth.ch

Der Krieg in der Ukraine wirft bei vielen Schülerinnen und Schülern Fragen auf: Wo finde ich verlässliche Informationen über den Konflikt? Wie erkenne ich „FakeNews“ in meinem Insta-Feed? Und wie schütze ich mich gegen die ungefilterte Flut grausamer Bilder auf Tiktok? Das Beispiel Ukraine zeigt: Nachrichtenkompetenz ist für Schülerinnen und Schüler mindestens so wichtig wie Bio oder Mathe und gehört deshalb auf den Stundenplan.

Nur sind die Curricula schon voll und die Akkus vieler Lehrkräfte nach zwei Jahren Pandemie ziemlich leer. Deshalb forderte Jörg Sadrozinski, erster Vorsitzender des neugegründeten Vereins „Journalismus macht Schule“ auf der gleichnamigen Konferenz am Freitag in Berlin: „Mit der Vermittlung von Nachrichtenkompetenz dürfen wir die Schulen und Lehrkräfte nicht alleine lassen!“

Auf der zweitägigen Veranstaltung, die die Journalist:innenvereinigung Netzwerk Recherche e. V. mit dem Kooperationspartner Deutsche Telekom Stiftung veranstaltete, diskutierten am 1. und 2. April 2022 deshalb rund 150 Teilnehmende, wie sich die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz mittelfristig in den Lehrplänen verankern lässt und welche praktischen Möglichkeiten zur Umsetzung im Unterricht es heute schon gibt. Weiterlesen

FragDenStaat überprüft Einhaltung von Regierungsversprechen – NR ist dabei!

Die Auskunftsrechteplattform FragDenStaat schaut der Regierung mit dem neuen Koalitionstracker auf die Finger – und wir machen mit. Welche Vorhaben setzt die Ampel-Koalition um? Wo wird gebremst? Auf der Plattform lassen sich die Fortschritte in 13 Themenbereichen verfolgen.

Netzwerk Recherche nimmt in Kooperation mit FragDenStaat zwei Punkte in den Blick: Zum einen das angekündigte Bundespressegesetz, das die presserechtlichen Auskunftsansprüche regeln soll. Zum anderen beobachten wir, wie die Ampel die im Koalitionsvertrag angekündigte Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus schaffen will.

 

Freie Reporter:innen in der Ukraine brauchen Schutz und angemessene Bezahlung

Das Netzwerk Recherche fordert deutsche Redaktionen auf, freien Reporter:innen in der Ukraine bestmöglichen Schutz zu gewähren und sie angemessen zu bezahlen.

Die Kolleg:innen vor Ort sorgen derzeit unter höchstem persönlichen Risiko dafür, dass wir alle so gut wie möglich informiert werden – und damit auch für die Fakten, auf denen weitreichende politische Entscheidungen getroffen werden.

Umso wichtiger ist es, dass sie ausreichend Unterstützung erhalten. Dies gilt sowohl für Kolleg:innen, die von Deutschland aus ins Kriegsgebiet gereist sind, als auch für lokale Journalist:innen, die für aktuelle Recherchen, Reportagen und Analysen zur Verfügung stehen.

In den vergangenen Tagen haben das Netzwerk Recherche öffentlich und in vertraulichen Gesprächen gleich mehrere Fälle erreicht, in denen deutsche Auftraggeber entweder keine Honorare für Beiträge gezahlt haben oder ihre beauftragten Reporter:innen nicht versichert, geschweige denn mit überlebenswichtiger Schutzausrüstung ausgestattet haben.

„Diese mangelnde Unterstützung ist völlig inakzeptabel und gefährdet die Kolleg:innen vor Ort massiv“, sagt Daniel Drepper, Vorsitzender des Netzwerks Recherche.

„Redaktionen sind für freie Reporter:innen und lokale Journalist:innen genauso verantwortlich wie für ihre angestellten Mitarbeiter:innen. Im Moment der Beauftragung müssen sie sich darüber im Klaren sein. Sie müssen diesen Kolleg:innen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Versicherungen und persönlicher Schutzausrüstung gewähren“, sagt Pascale Müller, Vorstandsmitglied des Netzwerks Recherche und zuständig für die Belange freier Kolleg:innen sowie für die Arbeitsbedingungen im Journalismus. Weiterlesen

Wir trauern um Peter Merseburger

Hans Leyendecker, Peter Merseburger und Thomas Leif bei der Verleihung des NR-Leuchtturms 2008 beim SWR in Mainz. Foto: Imago/Hoffmann

Netzwerk Recherche trauert um den Journalisten Peter Merseburger, der am 15. Februar 2022 im Alter von 93 Jahren gestorben ist. 2008 verlieh ihm unser Verein den Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen. Merseburger erhielt den Preis für seine Biografie über Rudolf Augstein und für sein journalistisches Lebenswerk. Die Laudatio von Hans Leyendecker ist auf der NR-Website nachzulesen.

Merseburger war von 1967 bis 1975 Leiter des NDR-Politikmagazins Panorama: „Vielen Dank für viele Jahrzehnte aufrechten und unabhängigen Journalismus. Wachsam und kritisch, aber fair. Peter Merseburger wird fehlen“, schreibt die Redaktion in ihrem Nachruf.

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