Netzwerk Recherche kritisiert die Akkreditierungspraxis beim Prozess um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). „Es ist absurd, dass infolge eines bürokratischen Vergabeverfahrens türkische Medienvertreter keine Akkreditierung erhalten haben“, erklärt Oliver Schröm, Vorsitzender der Journalistenvereinigung. Gleichzeitig begrüßte er den Vorstoß des Kollegen Christian Fuchs, seinen Platz mit der türkischen Zeitung Hürriyet teilen zu wollen: „So viel Kollegialität ist nicht selbstverständlich. Ich würde mich freuen, wenn andere Kollegen diesem Beispiel folgen.“ 

Dennoch seien Verbesserungen beim Zugang für Journalisten unausweichlich. Notfalls müsse eine Übertragung des Prozesses in einen zweiten Gerichtssaal ermöglicht werden: „Das Gericht darf sich nicht weiter hinter dem Gerichtsverfassungsgesetz und eventuellen Revisiongründen verstecken“, so Schröm. „Das Gesetz verbietet nur die öffentliche Vorführung und Verbreitung von Aufnahmen. Hier geht es aber lediglich um eine Vergrößerung des Gerichtssaals mit technischen Mitteln.“ Unter der Kontrolle der Justiz bleibe die Übertragung strikt gerichtsöffentlich.