Die Journalistenvereinigung netzwerk recherche fordert Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und den Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, dazu auf, die Medaillen-Zielvorgaben für die deutschen Athleten bei den Olympischen Spielen ohne weitere Verzögerung offenzulegen. Die Journalisten Daniel Drepper und Niklas Schenck hatten im Rahmen einer Recherche für die WAZ-Mediengruppe vor dem Verwaltungsgericht Berlin erstritten, dass das Innenministerium die Medaillenziele offenlegen muss.

„Das Gericht hat zweifelsfrei erklärt, dass die Auskünfte jetzt erteilt werden müssen. Die Offenlegung hinauszuzögern, bis die Spiele in London vorbei sind, wäre in höchstem Maße unsportlich“, erklärt Oliver Schröm, Vorsitzender von netzwerk recherche. Mehr als 10 Millionen Euro an Steuergeldern werden jährlich über die Zielvereinbarungen an die Sportverbände verteilt. „Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, zu erfahren, unter welchen Voraussetzungen dies geschieht“, so Schröm.

Die Recherchen von Drepper und Schenck wurden von der Otto Brenner Stiftung und netzwerk recherche mit einem Recherchestipendium gefördert. Im Erfolg der Journalisten beim Einfordern von Informationen sehen beide Organisationen einen Ansporn für weitere Recherchevorhaben.

Weiterführende Links:

Bericht von Drepper/Schenck im WAZ-Rechercheblog
Bericht von Drepper/Schenck auf stern.de
Beitrag von Christina Elmer auf stern Investigativ
Informationen zu Recherche-Stipendien: netzwerk recherche / Otto Brenner Stiftung