Leuchtturm 2013 (von links): Egmont R. Koch (Vorstand netzwerk recherche), Moises Saman (Preisträger), Oliver Schröm (1. Vorsitzender netzwerk recherche).  Foto: Franziska Senkel.

Leuchtturm 2013 (von links): Egmont R. Koch (Vorstand netzwerk recherche), Moises Saman (Preisträger), Oliver Schröm (1. Vorsitzender netzwerk recherche).
Foto: Franziska Senkel.

Köln/Berlin, 22. November 2013

Der „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen” der Journalistenvereinigung netzwerk  recherche geht in diesem Jahr an den Journalisten Michael Obert und den Fotografen Moises  Saman. In ihrer außergewöhnlichen Reportage “Im Reich des Todes”, erschienen im Juli im Magazin  der Süddeutschen Zeitung, berichten sie über weitgehend unbekannte Foltercamps auf der Sinai-  Halbinsel. Dort haben Beduinenstämme einen mörderischen Entführungsapparat aufgebaut,  gezeichnet von Gesetzlosigkeit und Unmenschlichkeit. Obert und Saman rekonstruieren das  Schicksal eines verstümmelten Opfers aus Eritrea, spüren die Lager in der Wüste auf und  recherchieren unter Lebensgefahr in einem Gebiet, in dem kein Rechtsstaat existiert.

“In seiner beeindruckenden Reportage beleuchtet Michael Obert einen Missstand, vor dem die Welt  die Augen verschließt. Dazu zeigt Magnum-Fotograf Moises Saman mit erdrückenden Bildern,  welche Misshandlungen die Überlebenden ertragen haben”, so Laudator Egmont R. Koch, Mitglied  im Vorstand von netzwerk recherche. “Die Reportage von Obert und Saman ist geradezu ein  Paradebeispiel für aufrüttelnden und mutigen Journalismus.”

In diesem Jahr verleiht netzwerk recherche außerdem einen Sonderpreis an den Journalisten  Jochen Wagner. Der freie Journalist klagte gegen den Bonner “General-Anzeiger”, für den er knapp 20 Jahre als freier Journalist gearbeitet hat, auf angemessene Vergütung seiner freiberuflichen Arbeit. Und bekam in erster Instanz Recht. Mit seiner Klage nahm er in Kauf, in Zukunft keine Aufträge mehr zu bekommen.

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Sonderpreis zum Leuchtturm 2013 (von links): Oliver Schröm (1. Vorsitzender netzwerk Recherche); Jochen Wagner (Preisträger Sonderpreis), Ulrike Maercks-Franzen (Vorstand netzwerk recherche). Foto: Franziska Senkel

“Den Leuchtturm-Sonderpreis erhält Jochen Wagner stellvertretend für alle Honorarkläger”, bekräftigt Laudatorin Ulrike Maercks-Franzen, Vorstandsmitglied von netzwerk recherche. “Die freien Kolleginnen und Kollegen zeigen Mut, für qualitativen Journalismus eine angemessene Bezahlung einzufordern.”

Der “Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen” wird am 22. November um 18.15 Uhr im Rahmen der Weitblick-Konferenz von netzwerk recherche beim WDR in Köln verliehen. Die Fachkonferenz “Weitblick – Die lange Form, die ganze Geschichte” widmet sich den langen Formen wie beispielsweise Feature, Dokumentarfilme und Dossiers und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen für lange Recherchen im Journalismus.

netzwerk Recherche e.V. ist der Verein zur Förderung der Recherche in Deutschland, dem 600 Journalisten aus allen Bereichen der Medien angehören. Zu seinen Kernaufgaben zählt, Recherche zu fördern und zu fordern. Dazu veranstaltet das Netzwerk Fachtagungen und Konferenzen, gibt Publikationen heraus und vergibt Recherche-Stipendien.

Pressefotos:

Foto der Preisträger in druckfähiger Auflösung:

Oliver Schröm und Moises Saman (Abdruck honorarfrei bei Nennung der Fotografin: Franziska Senkel).

Jochen Wagner und Ulrike Maercks-Franzen (Abdruck honorarfrei bei Nennung der Fotografin: Franziska Senkel).

Berichte zum Leuchtturm:

taz „Zwei Leuchttürme”

Magnum Photos „Moises Saman Receives Receives 2013 Leuchtturm Award”

Schreiben als Beruf „netzwerk recherche verleiht zwei Leuchttürme 2013”