Newsletter Netzwerk Recherche 255 vom 27.03.2026
Liebe Kolleg:innen,
Netzwerk Recherche wird in wenigen Tagen 25 Jahre alt! Bei der Netzwerk Recherche Konferenz im Juni in Hamburg wollen wir das auch mit Euch groß feiern (pssst… die begehrten Party-Tickets gibt es hier).
Gründe zum Anstoßen gibt es viele. Was war das auch bitte für ein Vierteljahrhundert! Im April 2001, als recherchebegeisterte Journalist:innen diesen Verein gründeten, fand Journalismus noch primär in Print, Radio und Fernsehen statt. „SPON“, der Platzhirsch unter den Medien-Webseiten, war gerade mal ein paar Jahre alt und die deutsche Wikipedia sogar erst wenige Wochen online.
Überhaupt war online gehen damals noch ein echter Akt, Modems waren laut und langsam, die Minuten im Internet kostbar und teuer. Das Handy war zwar schon populär, aber SMS und Redeminuten waren noch knapp. In der S-Bahn scrollte noch niemand durch Kurzvideos und Kopfhörer hatten Kabel.
Als ich knappe zehn Jahre später meinen ersten Job beim Tagesspiegel antrat und direkt irgendwo zwischen Banken- und Eurokrise landete, waren der Verein und die jährliche Konferenz schon eine Institution. „Journalisten machen keine PR“ – über den Medienkodex von NR wurde seit seiner Veröffentlichung 2006 zwar immer wieder heftig gestritten, mir aber diente er als eine wichtige Leitplanke.
Ich selbst durfte 2018 das erste Mal eine NR-Konferenz mitgestalten. US-Präsident Donald Trump, dem wir das damalige Motto „Alternative:Fakten“ zu verdanken hatten, hielt ich für einen Ausrutscher der Geschichte. Dabei standen wir damals erst am Anfang einer wahren Desinformationsschwemme, die bis heute immer weiter zunimmt.
Aber auch als dann Covid Rechercheräume auf Wohnungsgröße schrumpfte und der Angriff Russlands auf die Ukraine den Krieg wieder nach Europa brachte, stand NR Rechercheur:innen stets zur Seite: mit inzwischen über 120 Recherchestipendien, Fellowships für mehr als 50 Journalist:innen, stetigem Einsatz für die Informationsfreiheit, zahlreichen (Online-)Stammtischen, KI-Leitlinien, Daten- und Klimatracks.
Der Verein stellt sich dem Ringen um Fakten und Relevanz in Zeiten von ChatGPT. Gerade auch weil die Arbeitsbedingungen für Journalist:innen immer prekärer werden und das gesellschaftliche Klima rauer wird, braucht es diese laute Stimme für den recherchestarken Journalismus mehr denn je.
In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, liebes Netzwerk Recherche, und vielen Dank an die rund 1.300 NR-Mitglieder sowie an alle ehemaligen und aktuellen Mitwirkenden. Auf (mindestens) weitere 25 Jahre!
Eure
Elisa Simantke
Elisas Tipps des Monats
Spiegel-Recherche zu digitaler Gewalt
Die Recherche, über die gerade ganz Deutschland spricht, kommt vom Spiegel. Was ich in diesem Fall neben der Recherche an sich besonders gelungen fand: wie Juliane Löffler mit ihrer ganzen Erfahrung in der #MeToo-Berichterstattung von Anfang an in begleitenden Videos den Hintergrund der Recherche transparent erklärt hat. Und damit auch im Medienecho breit die journalistischen Standards aufgegriffen wurden: Christian Ulmen, der von Fernandes beschuldigt wird, in ihrem Namen Fake-Profile mit sexuellen Inhalten betrieben zu haben, wurde vom Spiegel die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Seine Anwälte haben sich im Hintergrund geäußert, der Spiegel darf aber nicht aus diesem Gespräch zitieren. Da auch dieser Fall viele weitere Berichte nach sich ziehen wird, ist es umso wichtiger, dass von Anfang an gezeigt wird, wie sauber journalistisch gearbeitet wurde. Und auch klargemacht wird, dass es hier um ein größeres Thema geht: digitale Gewalt gegen Frauen.
„Akten des Missbrauchs“
Correctiv hat eine große Recherche zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche veröffentlicht. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Verantwortung des Vatikans, der nicht nur Bescheid gewusst haben, sondern Fälle strukturell vertuscht haben soll. Correctiv zeigt eine akribische Rechercheleistung, aufbereitet im bereits bekannten, ganz eigenen Correctiv-Stil: Buch und Theaterstück sind bereits mitgedacht.
Podcast: „Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt“
Und nach zwei sehr schweren Themen noch eine Hör-Empfehlung vor den Landtagswahlen im Osten Deutschlands, die mich nachdenklich und froh zugleich zurückgelassen hat. Ein Podcast von Jana Kalms und Henrike Möller, erschienen bereits im vergangenen Jahr beim rbb – dank toller Protagonistinnen aber zeitlos empfehlenswert. Mit viel Empathie lässt die Buchautorin und Host Ruth-Maria Thomas hier Frauen zu Wort kommen, denen der Mauerfall alles abverlangt hat, die daran gewachsen sind und offen darüber sprechen. Von einer ehemaligen Kulturfunktionärin bis hin zur vietnamesischen Kantinenbetreiberin im Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen gibt es hier geballte Lebenserfahrung von Frauen, deren Stimmen sonst nie zu hören sind.

Aus dem Netzwerk Recherche
Netzwerk Recherche wird 25 – und wünscht sich etwas Besonderes!
25 Jahre Netzwerk Recherche – das bedeutet 25 Jahre unermüdliche Arbeit für starke Recherchen und journalistische Qualität. Eine Arbeit, die meist im Hintergrund passiert. Denn das Rampenlicht überlassen wir in der Regel lieber anderen. Zu unserem Jubiläum machen wir eine kleine Ausnahme und wenden uns direkt an Euch. Denn klar ist auch: Gerade in Zeiten von Desinformation und schrumpfenden Ressourcen für tiefe Recherchen braucht es Strukturen, die unabhängigen Journalismus möglich machen. Jede einzelne Mitgliedschaft hilft, unsere Arbeit langfristig abzusichern und unabhängig zu bleiben. Zum Geburtstag haben wir deshalb einen besonderen Wunsch: 250 neue Mitglieder in unserem Jubiläumsjahr! Vielleicht möchtet Ihr selbst Teil der NR-Community werden? Hier findet Ihr alle Infos zu einer Mitgliedschaft. Oder Ihr kennt jemanden, der unsere Arbeit unterstützen möchte? Erzählt davon, ladet andere ein, Mitglied zu werden, und helft uns, dieses Ziel zu erreichen. Wir freuen uns über jede Unterstützung – heute und in Zukunft.
Ticketverkauf für die NR-Geburtstagsyparty
Der 25. Geburtstag von Netzwerk Recherche ist ein Grund zu feiern! Hierfür lädt NR herzlich zu einer Party am 12. Juni ab 20 Uhr im Grünen Jäger in Hamburg ein. Es wird ein besonderer Abend mit guter Musik, zwei Tanzflächen, einem Biergarten, leckeren Drinks und vielen Begegnungen. Tickets kosten 10 Euro und beinhalten ein Freigetränk. Die Party ist auch offen für Nicht-Mitglieder. (Wir empfehlen eine frühzeitige Buchung; dieses Ticket gilt nur für die Geburtstagsparty, nicht für die Teilnahme an der NR26.)
Report: Lückenfüller – Was kommt, wenn die Lokalzeitung geht?
Die Menschen haben ein großes Bedürfnis nach Informationen aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Ausgerechnet die Lokalzeitung kann davon nicht profitieren. In einem Dialogprojekt haben wir mit 50 Bürger:innen aus der Region Greiz in Thüringen darüber gesprochen, wie sie sich informieren und was sie sich vom Lokaljournalismus wünschen. Die Ergebnisse haben wir im Greenhouse Report Nr. 4 zusammengefasst. Darin zeigen wir, wie wichtig den Menschen Nähe und Tiefgang in der Berichterstattung sind, wie die junge Generation den Bezug zu verlässlichen Informationsquellen zu verlieren droht und wie Rechtsextreme die entstehenden Informationslücken füllen.
NR-insights: Archivrecherche für Journalist:innen
Beim nächsten NR-insights am 15. April 2026 zeigen Adrian Oeser und Dagmar Hovestädt, wie journalistische Archivrecherche funktioniert. Sie geben einen Überblick, welche Möglichkeiten Archive für Recherchen bieten, wie sich die richtigen Bestände finden lassen und welche Fallstricke dabei beachtet werden sollten. Gezeigt werden auch praktische Tipps für die eigene Recherche – von der richtigen Anfrage bis zur Einordnung von Dokumenten aus unterschiedlichen Quellen. Auch individuelle Rechercheinteressen der Teilnehmenden sollen Raum bekommen. Für die Teilnahme sind eine NR-Mitgliedschaft sowie die Anmeldung bis zum 13. April erforderlich. Jetzt noch Mitglied werden!
Offener Brief zum Berliner Informationsfreiheitsgesetz
Der Berliner Senat plant, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) deutlich einzuschränken und zehn neue Ausnahmevorschriften einzuführen. Diese könnten den Zugang zu staatlichen Informationen erheblich begrenzen. In einem offenen Brief fordert Netzwerk Recherche gemeinsam mit zahlreichen Organisationen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD im Berliner Abgeordnetenhaus auf, die Informationsfreiheit zu stärken statt abzubauen. Auch eine Petition von FragDenStaat mit aktuell über 19.000 Unterzeichner:innen zeigt den breiten öffentlichen Widerstand gegen die geplanten Einschränkungen.
Thema für nächsten Lokal-Austausch gesucht
In der Veranstaltungsreihe „Wie macht ihr das eigentlich?” bringt der Support Desk Lokale Recherche Lokaljournalist:innen aus ganz Deutschland zusammen. Wenn Ihr Wünsche und Vorschläge für die nächsten Zoom-Gespräche habt, sendet sie an supportdesk@nrch.de.
Vergünstigte Freischreiber-Webinare für NR-Mitglieder
Eine Mitgliedschaft bei Netzwerk Recherche lohnt sich aus vielen Gründen. Seit dem 1. März 2026 ist ein weiterer hinzugekommen: Eine Kooperation mit dem Berufsverband Freischreiber ermöglicht NR-Mitgliedern eine vergünstigte Teilnahme an Webinaren des Verbands. Dazu gehören unter anderem das Webinar „Starterpaket Freier Journalismus“ am 27. April sowie der „Crashkurs Mehrfachverwertung“ am 12. Mai. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung gibt es auf der Website von Freischreiber.
Letzter Aufruf für Recherchestipendien und Preise
Am 31. März endet die Frist für die erste Ausschreibungsrunde der NR-Recherchestipendien 2026. Netzwerk Recherche fördert originäre, investigative Vorhaben zu allgemeinen Themen und gemeinsam mit Olin und Ecosia Vorhaben mit einem besonderen Fokus auf Umwelt, Klima und Biodiversität. Stipendiat:innen erhalten eine Förderung von bis zu 5.000 Euro und eine Begleitung durch erfahrene Mentor:innen. Außerdem sammelt NR bis Ende des Monats Vorschläge für Preisträger:innen des Leuchtturms und der Verschlossenen Auster. Der Leuchtturm würdigt herausragende publizistische Leistungen, während die Verschlossene Auster besonders hartnäckige Informationsblockierer:innen auszeichnet.
Aus dem GIJN
Recherche des Monats: Endlose Ressourcen in der Tiefsee?
Können Bohrungen in der Tiefsee tatsächlich endlose Ressourcen an wertvollen Metallen ausschöpfen und so die grüne Energiewende retten? Das behaupten zumindest Befürworter:innen von Tiefsee-Minen. Diese investigative Recherche des cross-border Newsrooms Unbias the News hat sich nun der Frage angenommen: Sollte man Tiefsee-Minen anlegen? Ergebnis ist eine ansprechend visualisierte Recherche, die insbesondere die Kosten für Länder des globalen Südens in den Blick nimmt.
Kostenlose GIJN Masterclass: Recherchen zu Tech und KI
Als Teil der Tech & AI Focus Week veröffentlicht das Global Investigative Journalism Network (GIJN) ab dem 23. März fortlaufend insgesamt sechs Masterclass Videos mit internationalen Expert:innen. Im Interview mit der ehemaligen GIJN Deutsch-Redakteurin Sarah Ulrich geben Journalist:innen wie die Nobelpreisträgerin Maria Ressa, KI-Expertin Karen Hao oder Gabriel Geiger von Lighthouse Reports darin wichtige Tipps zu Recherchen rund um Tech und KI. Die Videos bilden den Anfang einer Reihe weiterer Masterclass Videos, die das GIJN in den kommenden Monaten veröffentlichen wird.
Mit Zahlen konfrontieren: Anna Behrend (NR Vorstand) im Interview
Anna Behrend hat sich ihre Expertise im Datenjournalismus selbst beigebracht. Das Wissen aus ihrem akademischen Hintergrund kombiniert sie klug mit journalistischer Herangehensweise – und hat es so geschafft, wichtige datenjournalistische Recherchen maßgeblich zu prägen. Das GIJN hat Behrend, die auch Vorstandsmitglied bei Netzwerk Recherche ist, zu ihrer Arbeit und Herangehensweise befragt. In diesem Interview gibt sie Tipps und Tricks für Datenjournalismus und mehr.

Nachrichten
Neues Projekt zur Klimaberichterstattung online
Das gemeinnützige Netzwerk Klimajournalismus hat ein neues Projekt zur Verbesserung der Klimaberichterstattung gelauncht. „Brandmelder“ heißt die Website, auf der man seit dem 16. März unter anderem Analysen von typischen Fehlern in der aktuellen Klimaberichterstattung, aber auch konkrete Tipps zur Verbesserung und Best Practice Beispiele finden kann. Das Projekt richtet sich an Medienschaffende, Wissenschaftler:innen und Endnutzer:innen.
Empfehlungen für die Einbindung von KI in Medienorganisationen
In einem Whitepaper zum Thema „KI-Resilienz im Journalismus“ zeigt das Vocer-Institut für Digitale Resilienz, wie Medienorganisationen KI strategisch in ihre Prozesse einbinden können, ohne dabei ethische Prinzipien zu verletzten. Zu den Empfehlungen gehören u. a. klare Verantwortlichkeiten, systematischer Kompetenzaufbau durch die Weiterbildung von Mitarbeitenden, menschliche Kontrolle, Transparenz gegenüber dem Publikum, Verifikation und Daten- sowie Quellenschutz.
Infos über NSDAP-Mitglieder online zugänglich
Das Nationalarchiv der USA hat seit Kurzem digitalisierte Mikrofilme der NSDAP-Mitgliederkartei auf seiner Internetseite veröffentlicht. Sie lässt sich online durchsuchen und bietet Informationen zu Personen, die während der NS-Zeit Mitglied der NSDAP waren und in der nicht vollständig erhaltenen Kartei gelistet sind. Die originale Mitgliederdatei in hoher Auflösung liegt weiterhin beim deutschen Bundesarchiv und ist bisher nicht online zugänglich. Zugang zu den Inhalten ist bisher nur nach einer schriftlichen oder digitalen Anfrage an das Bundesarchiv möglich. Sobald die Schutzfristen der Personen in der Kartei abgelaufen sind, sollen aber auch die Originale aus dem Bundesarchiv online zugänglich werden. Passend zum Thema findet am 15. April ein NR-insights zu Archivrecherche für Journalist:innen statt.
Erneute Abstimmungen über sogenannte freiwillige „Chatkontrolle”
Am 3. April 2026 läuft die befristete EU-Ausnahmeregelung, die es Online-Diensten und Messenger-Anbietern erlaubt, freiwillig private Kommunikation automatisiert auf Hinweise von Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder zu überprüfen, offiziell aus. Über eine mögliche Nachfolgeregelung wird auf EU-Ebene verhandelt. Eine erneute Abstimmung zur Verlängerung der Ausnahmeregelung erfolgte am gestrigen Donnerstag.
Personelle Veränderungen im Presserat
Moritz Döbler (Rheinische Post) wurde zum Sprecher des Deutschen Presserats gewählt und ersetzt Manfred Protze (Selbstständig), der nun stellvertretender Sprecher ist. Dr. Jost Müller-Neuhof (Tagesspiegel) kehrt als Mitglied ins Plenum zurück und folgt auf Negin Behkam (nd), die nach drei Jahren ausscheidet.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien
Redaktionen und Rechtsextremismus: Tagung in Tutzing
Wie können Journalist:innen über extremistische, populistische oder systemfeindliche Akteur:innen berichten, ohne deren Narrative ungewollt zu verbreiten? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich die Tagung „Redaktionen und Rechtsextremismus. Wie berichtet man über demokratiefeindliche Akteure?“ der Tutzinger Journalistenakademie in Zusammenarbeit mit der Katholischen Journalistenschule (ifp) und dem Bayerischen Journalisten-Verband (BJV). Die Veranstaltung findet vom 17. bis 19. April in Tutzing statt und richtet sich an Medienschaffende und Neueinsteiger:innen im Journalismus. Eine Teilnahme ohne Übernachtung kostet 120 Euro, ermäßigte Tickets gibt es ab 75 Euro.
Journalisti:in in Residence an der Uni Münster
Das Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“ (EViR) an der Universität Münster sucht ein:e Journalist:in für einen Gastaufenthalt von vier Wochen. Der Gastaufenthalt ermöglicht Einblicke in aktuelle Forschungsthemen des Kollegs und die Umsetzung eines eigenen Recherche- oder Schreibprojekts. Das Programm soll das gegenseitige Verständnis zwischen Wissenschaft und Journalismus fördern. Der Beginn des Aufenthalts ist zwischen dem 2. und 16. November 2026 geplant. Während des Programms wird ein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt und eine Vergütung von 3.500 EUR brutto gezahlt. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März. Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Uni Münster.
Journalistinnenbund unterstützt Einstieg und Neuorientierung
Im Mentoringprogramm des Journalistinnenbunds (jb) unterstützen Journalistinnen ehrenamtlich Mentees bei der (Neu-)Ausrichtung ihres journalistischen Werdegangs. Das Tandem-Programm richtet sich an Journalistinnen, die am Beginn ihrer Karriere stehen oder nach einer Pause Unterstützung beim Wiedereinstieg brauchen. Eine Bewerbung ist bis zum 31. März möglich.
Internationale Journalisten Programme vergeben Stipendien in Polen und der Türkei
Über die Internationalen Journalisten Programme (IJP) ist bis Ende März die Teilnahme an gleich zwei internationalen Stipendien möglich. Das Deutsch-Polnische Journalistenstipendium ermöglicht Journalist:innen aus Polen und Deutschland, zwei Monate als Gastredakteur:in im jeweils anderen Land zu arbeiten. Eine Bewerbung ist bis zum 30. März möglich. Für einen Aufenthalt über das Bundespräsident Johannes Rau-Stipendium als Gastredakteur:in in der Türkei endet die Bewerbungsfrist am 31. März. Beide Stipendien umfassen eine einmalige Zahlung von 4.000 Euro für einen Teil der Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Anreise.
Stipendien für deutsche und polnische Journalist:innen
Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (SdpZ) vergibt Stipendien an Journalist:innen mit festem Wohnsitz in Polen oder Deutschland. Die Förderung richtet sich an Medienschaffende, die Recherchen zu einschlägigen Themenfeldern wie etwa der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Europa oder dem ökologischen Bewusstsein in der europäischen Energiepolitik planen. Die genauen Themenvorgaben sind auf der Homepage der SdpZ aufgelistet. Die Förderung beträgt bis zu 2.500 Euro. Eine Bewerbung ist noch bis zum 10. April möglich.
Lokaljournalismus-Workshop
Im Rahmen eines Nachwuchsworkshops lädt die taz Panter Stiftung junge Journalist:innen ein, Lokaljournalismus neu zu denken. Der Workshop ist hybrid aufgebaut und läuft von April bis Oktober. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Format-Ideen weiter, testen neue Ansätze und bekommen Feedback von erfahrenen Journalist:innen. Eine Bewerbung ist noch bis zum 8. April möglich. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der taz.
Journalismfund Europe: Förderung für Umweltjournalismus
Der Journalismfund Europe hat erneut zwei Stipendien für Umweltjournalismus ausgeschrieben. Länderübergreifende Teams aus Journalist:innen und/oder Medienunternehmen, die Recherchen zu Umweltthemen in Europa umsetzen möchten, können sich für das Environmental Investigative Journalism Programme bewerben und eine Förderung von bis zu 400.000 Euro erhalten. Bewerbungsschluss für die erste von drei Förderrunden in diesem Jahr ist der 23. April. Darüber hinaus können sich Unternehmen und Organisationen, die ein Vorhaben zur strukturellen Förderung von Umwelt-Journalismus umsetzen möchten, für das Professional Development Grants for Environmental Journalism Programme bewerben. Pro Ausschreibung werden bis zu 75.000 Euro Förderung vergeben. Bewerbungsschluss ist auch hier der 23. April 2026.
Förderung und Weiterbildung: Journalismus-Lab Biodiversität
Die Riff freie Medien gGmbH bietet 2026 erneut ein „Journalismus-Lab Biodiversität“ an. Es besteht aus einem kooperativen Weiterbildungsprogramm sowie zwölf Förderungen für Rechercheprojekte zu je 5000 Euro. Themenschwerpunkt ist der „Wert der Natur“. Eine Bewerbung ist bis zum 25. April möglich.
taz Panter-Preis
Die Panter Stiftung vergibt erneut den taz Panter-Preis in zwei Kategorien – dieses Jahr unter dem Motto „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“. Verliehen wird ein Leser:innenpreis und ein Jurypreis – beide sind je mit 5.000 Euro dotiert und richten sich an unabhängige Medienprojekte wie „Freie Radios, Lokal- und Bürgermedien, […] sowie genossenschaftliche und gemeinwohlorientierte Plattformen“. Eine Bewerbung ist noch zum 29. März möglich.
Holtzbrinck-Preis: Auszeichnungen für Wissenschaftsjournalismus
Der Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus würdigt jährlich herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Wissenschaftsjournalismus und zeichnet Arbeiten aus den Kategorien Text, Elektronische Medien, Short Form (inkl. Social Media) und Nachwuchs aus. Die eingereichten Arbeiten sollen allgemeinverständlich sein und „zur Popularisierung wissenschaftlicher Sachverhalte beitragen“. Die Preise in den einzelnen Kategorien sind mit jeweils 5.000 bis 10.000 Euro dotiert. Das Bewerbungsportal ist bis zum 31. März geöffnet.
Fortbildungen
- Interviews führen, Seminar der Grimme Akademie, 09. bis 10. April
- Grundlagen der Klimaberichterstattung, Seminar der Berliner Journalistenschule, 13. April
- Wissenschaft kommunizieren: Erkenntnisse aus der Forschung richtig nach außen tragen, Webinar der Leipzig School of Media, 13. bis 14. April
- Reportage und Magazingeschichte, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 13. bis 17. April
- Faire Honorare verhandeln, Webinar der Akademie der bayerischen Presse, 14. April
- Rhetorik – einfach eindrucksvoll reden, Seminar der Berliner Journalistenschule, 15. bis 16. April
- Radiopraxis für Einsteiger, Seminar der Berliner Journalistenschule, 15. bis 17. April
- Online-Recherche kompakt, Webinar der ARD.ZDF Medianakademie, 17. April
- Datenjournalismus kompakt, Webinar der Akademie der bayerischen Presse, 21. bis 22. April
- Next-IJ Cross-Border Investigative Training, Online-Training der Initiative Next-Level Data and Tools for Investigative Journalism, 22. April
- VERGÜNSTIGT FÜR NR-MITGLIEDER: Mittagspause mit der ZEIT: So arbeiten Ressort X und ZEIT-Dossier, Webinar der Freischreiber, 23. April
- Aus Afrika nichts Neues? Anleitung für die Berichterstattung aus dem Globalen Süden, Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 23. April
- Seminare für Frauen: Moderation, Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 24. und 25. April
- VERGÜNSTIGT FÜR NR-MITGLIEDER: Starterpaket Freier Journalismus, Webinar der Freischreiber, 27. April
- Online-Recherche für Profis – besser, schneller, effizienter, Seminar derARD.ZDF Medienakademie, 27. bis 28. April
- IT-Sicherheit und Datenschutz: Recherche? Aber sicher!, Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 28. bis 29. April
- Fakten finden in Zeiten von Desinformation und KI, Seminar der ARD.ZDF Medienakademie, 28. bis 29. April
- Medientraining: Journalisten verstehen, Kontrolle behalten, Seminar der Berliner Journalistenschule, 29. bis 30. April
- Medienrecht kompakt, Seminar der Grimme Akademie, 30. April
Zum Schluss

Lokaljournalismus in schwerem Fahrwasser
Steigende Kosten, sinkende Abo-Zahlen, eine veränderte Mediennutzung durch Social Media, Konkurrenz durch nicht-journalistische Informationsangebote und populistischen „Pink Slime“ – die Herausforderungen für den Lokaljournalismus sind riesig. Wunderbar in Szene gesetzt hat sie Illustratorin Ute Lederer. Ihre Karikaturen bereichern unseren Greenhouse Report Nr. 4.
