Newsletter Netzwerk Recherche 256 vom 24.04.2026

veröffentlicht von Lena Wrba | 24. April 2026 | Lesezeit ca. 17 Min.

Liebe Kolleg:innen,

im Grunde nehme ich die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump in sozialen Medien oft nur noch mit einem Schulterzucken zur Kenntnis, schlimmer geht nimmer. Empören vermag ich mich zumindest kaum noch. 

Ausgerechnet am Ostersonntag drohte er nun allerdings damit, im Iran die „Hölle“ auszulösen, wenn das Regime die Straße von Hormus nicht wieder öffnen würde. In einem auch für seine Standards erschreckenden Post auf seinem Netzwerk „Truth Social“ kündigte er an, den folgenden Dienstag zu einem sogenannten „Power Plant Day“ und einem „Bridge Day“ in einem zu machen, also zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken anzugreifen und zu zerstören. Zwei Tage später drohte er, eine „ganze Zivilisation werde sterben und niemals zurückkommen“. Nicht dass er das wolle, schrieb er, aber es werde wahrscheinlich passieren, wenn Iran seinen Forderungen nicht Folge leiste.

Das ließ mich doch einigermaßen fassungslos werden: Ein US-Präsident, der ganz offen ankündigt, Kriegsverbrechen begehen zu wollen. Nichts anderes sind solche Angriffe und das weiß Trump natürlich auch. Verwundert war ich aber darüber, dass ich die Benennung dessen in der aktuellen deutschen Berichterstattung dann doch lange suchen musste: Da wurde munter geeilt, aber meist nur Trump zitiert, ohne Einordnung. Was spricht gegen die Überschrift: „Trump will gegen Völkerrecht verstoßen“ oder: „Trump kündigt Kriegsverbrechen an“?

Deutlicher kann Trump selbst nicht werden. Bilden wir es in Zukunft doch auch einfach genauso ab. 

Wegen der Internetsperre dringt nur wenig von dem nach außen, was der amerikanische und israelische Angriff in dem Land anrichtet. Die Folgen für Iraner:innen bleiben angesichts dieses Weltereignisses zwangsläufig seltsam blass, stattdessen zig Reportagen von deutschen Tankstellen. Natürlich bemühen sich viele beeindruckende Kolleg:innen um die Stimmen aus dem Land, zuletzt Gilda Sahebi für den Spiegel (€).

Umso wichtiger werden Open Source Recherchen, wie sie die New York Times systematisch betreibt. Die Kolleg:innen haben mehrere Angriffe detailliert anhand von Satellitenbildern, Videos und Fotos aus sozialen Medien untersucht (unter anderem in dieser Recherche – mehr dazu unter „Aus dem GIJN”) und Beweise für Kriegsverbrechen gefunden, die Trump eben nicht nur ankündigt, sondern demnach auch begeht. 

Eure 
Lena Kampf

Lenas Tipps des Monats

Recherche zu mutmaßlicher Vergewaltigung in Berliner Jugendclub

Wochenlang wird in Berlin anhand mutmaßlicher sexueller Übergriffe und einer Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendzentrum Politik gemacht. Angeblich habe man dort mutmaßlich migrantische Täter schützen wollen und daher keine Anzeige erstattet. Eine These, die Welt, Nius etc. unbelegt verbreiteten. Hannes Schrader und Florian Kistler haben für den Spiegel nun anhand der Akten des Falls nüchtern die Abläufe und auch Widersprüche rekonstruiert.

Dokumentation zum „Windkraftschwindler“

Die ARD-Dokumentation „Holt – Der Windkraftschwindler“ zeichnet den Aufstieg und Fall des Betrügers Hendrik Holt nach. Faszinierend ist der Film, weil die Mechanismen von Macht und Money deutlich werden. Und weil Hendrik Holt selbst mitwirkt, gedreht bei seinen Freigängen im offenen Vollzug.

Zweifel an Generationenforscher Rüdiger Maas

Detailliert recherchiert und fein aufgeschrieben haben Johanna Schoener und Martin Spiewak die Zweifel an der Biografie und Qualifikation von „Deutschlands bekanntestem Generationenforscher“ Rüdiger Maas. Der Text hinterfragt nicht nur Maas selbst, sondern analysiert auch, warum so lange niemand genau hingeschaut hat.

Gewinne ein Ticket für die NR26! Jetzt Mitglied werden und automatisch in den Lostopf kommen. Unter allen Neumitgliedern verlost Netzwerk Recherche jede Woche ein Ticket für die NR26. Die Aktion läuft noch bis zum 10. Juni.

Aus dem Netzwerk Recherche

Verlosung: Die letzten NR26-Tickets für Neumitglieder

Stabile Mitgliedschaften bilden die Basis für unsere Arbeit. Deshalb wünschen wir uns zu unserem 25. Geburtstag 250 neue Mitgliedschaften. Werde auch Du Mitglied und sichere Dir nicht nur Zugang zu einem großen journalistischen Netzwerk, Hilfe bei Recherchefragen und Vergünstigungen bei unseren Veranstaltungen, sondern zusätzlich auch noch die Chance auf ein Ticket für die ausverkaufte NR26! Bis zum 10. Juni verlosen wir jede Woche unter allen neuen Mitgliedern ein Ticket! Ausgenommen sind reaktivierte Mitgliedschaften oder Mitgliedschaften, deren Kündigung weniger als ein Jahr zurück liegt. Die ersten Gewinner:innen stehen schon fest – sieben Tickets haben wir noch zu vergeben. Also: Schnell Mitglied werden und automatisch im Lostopf landen! 

Erste Programmdetails zur Jahreskonferenz

Unter dem Motto „Superkraft Recherche“ treffen wir uns in rund zwei Monaten zur Jahreskonferenz in Hamburg. Unser Vorstand und unser Team arbeiten derzeit mit Hochdruck am Programm: mit der Keynote von Maya Göpel, spannenden Einblicken in die Recherchen von Direkt36 (die den ungarischen Wahlkampf geprägt hat), einem Gespräch mit Anne Will zu Podcasts als neues Leitmedium, sowie zahlreichen Sessions rund um Deepfakes und KI. Außerdem feiern wir 25 Jahre Netzwerk Recherche auch auf der Bühne – mit prägenden Stimmen aus der Geschichte unseres Vereins und der Konferenz. Die Nachfrage war in diesem Jahr so groß wie nie: Wie bereits erwähnt, ist die Konferenz bereits ausverkauft – so früh wie nie zuvor. Resttickets werden nun ausschließlich über die Warteliste vergeben. Zusätzliche Kontingente stehen nur noch Sponsoring-Partnern zur Verfügung. Weitere Informationen zu unseren Sponsoring-Angeboten findet ihr hier

Call for Papers: Die SciCAR-Konferenz geht in die zehnte Runde

Die zehnte Ausgabe der SciCAR-Konferenz findet am Donnerstag, 17., und Freitag, 18. September 2026, statt – wieder in Dortmund (der genaue Veranstaltungsort wird zeitnah bekannt gegeben). Die Konferenz lebt von Euren Ideen, deshalb freuen wir uns über Eure Vorschläge. Einreichungen sind bis zum 3. Mai um 23:59 Uhr möglich. 

Großes Interesse am „Lückenfüller“-Report

Die Veröffentlichung unseres Greenhouse-Reports zu der Frage „Was kommt, wenn die Lokalzeitung geht?“ hat großes mediales Interesse erzeugt. Neben dem MDR und Übermedien berichteten unter anderem die TazZapp und der Deutschlandfunk über die Befunde aus dem thüringischen Greiz. Dort hatte die Ostthüringer Zeitung in einigen Gemeinden die Zustellung der gedruckten Lokalausgabe durch Boten eingestellt. In Gesprächen mit Bürger:innen vor Ort stellten wir fest, dass nicht-journalistische Informationsangebote – darunter auch von AfD-Politiker:innen betriebene Medien – versuchen die Lücke zu füllen.

Die Investigativ-Fellows 2026 stehen fest

Das Investigativ-Fellowship von Netzwerk Recherche und den Neuen deutschen Medienmacher*innen fördert seit 2021 Journalist:innen mit Migrationsgeschichte, Armuts- oder Rassismuserfahrung, die Missstände aufdecken wollen. Neben einem Praktikum in einem Investigativressort erhalten die Fellows ein Stipendium, nehmen an exklusiven Workshops teil und besuchen die NR-Jahreskonferenz, die NdM-Medienkonferenz sowie weitere Journalismuskonferenzen. Jetzt stehen die Investigativ-Fellows 2026 fest! Aus knapp 150 Bewerbungen wurden sieben Journalist:innen ausgewählt. Mit dabei sind: Timur Vorkul (Taz), Konstantin Hadži-Vuković (Labo M), Leonie Kupferschmidt (SWR), Zain Salam Assaad (Zeit), Noel Urcan (Spiegel), Mascha Disman (Zdf), Shannon Bierwirth (SZ). Ein besonderer Dank geht an unsere Jury für die sorgfältige Vorauswahl.

Helpline-Team verstärkt

Um die neuen, zusätzlichen Helpline-Angebote (Redaktions-Workshops, Beratung auf Signal) auf mehrere Schultern zu verteilen, ist das Team der Helpline gewachsen. Wir haben vier neue Peer Supporter ausgebildet und das Team diverser aufgestellt. Das Ziel war, unter anderem unsere Kompetenzen im Umgang mit Diskriminierungserfahrungen von Betroffenen zu stärken. Die Helpline ist von Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr telefonisch unter 030 – 7543 7633 erreichbar. Außerhalb der Sprechzeiten erreicht man uns per Mail oder auf Signal (journalisten_helpline.26).

Beratung vor Ort: Support Desk Lokale Recherche in München

Du brauchst Unterstützung bei einer Recherche im Lokalen? Der Support Desk Lokale Recherche hilft kostenlos und praxisnah weiter – normalerweise per Telefon oder E-Mail. Im Mai kommt Leiterin Maria-Mercedes Hering mit der Beratung nach München. Bei „Press Ahead“, dem Ausbilder- und Newcomer-Camp des Bayerischen Journalisten-Verbands (BJV) am 7. Mai, bespricht sie gemeinsam mit allen Workshop-Teilnehmer:innen Geschichten, bei denen sie alleine nicht weiterkommen. Tickets sind noch auf der BJV-Website erhältlich. 

Übrigens: Mit der Reihe „Wie macht ihr das eigentlich?“ bringt der Support Desk Lokaljournalist:innen aus ganz Deutschland zum Austausch via Zoom zusammen. Du hast ein Thema, zu dem Du gerne die Erfahrungen anderer Lokaljournalist:innen hören möchtest? Dann schreib deinen Vorschlag an supportdesk@nrch.de

Geförderte Recherche: Das Geschäft mit vietnamesischen Pflege-Auszubildenden

Hoher Bedarf, große Hoffnung – und ein lukrativer Markt: Junge Menschen aus Vietnam zahlen teils enorme Summen für Sprachkurse, Visa und Ausbildungsplätze in Deutschland. Im Zentrum stehen vietnamesische Vermittlungsfirmen, deutsche Bildungsunternehmen und Pflegeschulen. Der Verdacht: unzureichende Kontrolle, mögliche Ausbeutung, ein System mit klaren Gewinnern auf Seiten von Wirtschaft und privaten Bildungsanbietern, während angehende Pflegekräfte finanzielle Risiken tragen. Die freie Journalistin Eva Hoffmann hat mit Hilfe eines NR-Stipendiums ein Jahr lang recherchiert – in Ausbildungsbetrieben, auf Branchentreffen und mithilfe eines Undercover-Reporters in Vietnam. Veröffentlicht wurde die Recherche am 1. April bei rbb im Podcast „Deep Doku”.

Aus dem GIJN

Recherche des Monats: Neue US-Rakete in Iran eingesetzt

Am 28. Februar trafen Raketen bei einem tödlichen Angriff in Iran eine Grundschule und eine Sporthalle. Bisher ist nicht abschließend geklärt, wie es dazu kommen konnte, dass diese zivilen Ziele getroffen wurden. Bei einer eindrücklichen Bildrecherche kommen Journalist:innen der New York Times zu dem Schluss, dass das US-amerikanische Pentagon Raketen eingesetzt hat, die bis dahin noch nicht im Kampfeinsatz getestet worden waren. Da die eingesetzte Waffe so neu ist, sei es schwieriger zu beurteilen, ob die Treffer beabsichtigt waren oder auf einen Fehler zurückzuführen sind. Die ganze Recherche gibt es hier (€).

GIJN startet neue „GIJN Academy“

Masterclasses, Trainingsprogramme, Webinare und Mentorship: Im April hat das Global Investigative Journalism Network (GIJN) die Global Academy of Investigative Journalism (GIJN Academy) gestartet. Die Academy hat sich zum Ziel gesetzt, investigative Journalist:innen in Zeiten politischer Herausforderungen zu unterstützen und ihre Widerstandsfähigkeit mittels Ressourcen und Weiterbildung zu stärken. Den Anfang macht eine Video-Serie, bei der namhafte Journalist:innen Recherchetipps geben, Lieblingstools und spannende Insights zu ihrer Arbeitsweise teilen. Die Masterclasses stehen kostenlos auf Youtube oder der Website des GIJN bereit. In den kommenden Monaten werden zahlreiche weitere Inhalte hinzukommen.

Tech Focus des GIJN: Recherchieren zu Datencentern 

Wie recherchiert man zu Wasserverschwendung und Stromverbrauch von Datenzentren oder zu Greenwashing und Missachtung von Umweltgesetzen durch Techkonzerne? Das GIJN hat auf der NICAR-Konferenz (National Institute for Computer-Assisted Reporting) Expert:innentipps für die Berichterstattung zu Rechenzentren von KI- und anderen Techunternehmen gesammelt und diese nun frei verfügbar zusammengestellt.

Präsentiert Eure Organisation zur NR26 Jahreskonferenz. Infos unter nrch.de/nr26mediadaten

Nachrichten

Bericht zur Pressefreiheit in Europa: Journalismus am Wendepunkt

Journalist:innen in ganz Europa arbeiten in einem zunehmend feindseligen Umfeld. Das geht aus einem Bericht zur Pressefreiheit in Europa 2025 von der Safety for Journalists Platform des Europarats hervor. Journalist:innen seien unter anderem mit körperlichen Angriffen, Einschüchterungen und rechtlichen Drohungen konfrontiert. Strategische Klagen gegen die Beteiligung der Öffentlichkeit (SLAPPs) sowie missbräuchliche Strafverfahren erschweren die Arbeit von Journalist:innen weiter. Darüber hinaus benennt der Report grenzüberschreitende Repressionen und Verleumdungskampagnen gegen kritische Medien als wachsende Herausforderungen.

Neues Glossar der Neuen deutschen Medienmacher*innen

Wie kann ich sensibel und sprachlich genau über eine vielfältige Gesellschaft berichten? Antworten liefert jetzt das Glossar der Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM). Es erklärt ausführlich Begriffe wie postmigrantisch, Dreadlocks, Gastarbeiter oder Clan, ordnet sie in den gesellschaftlichen Kontext ein und schlägt gegebenenfalls Alternativen zur Formulierung vor. Die neu gestaltete Website der NdM stellt außerdem eine Wissensdatenbank bereit. Hier geht es neben Diversität in Medienhäusern um Hass im Netz, Desinformation sowie Empowerment und den Schutz von Journalist:innen.

Studie zu Erwartungen der Gen Z an Journalismus (in Österreich)

Der Kontext Club, ein Projekt zur Förderung der Medienkompetenz in Österreich, hat eine Studie zur Gen Z und Journalismus veröffentlicht. Die Ergebnisse basieren auf qualitativen Interviews mit jungen Erwachsenen (18 bis 30 Jahre), Medienschaffenden und internationalen Expert:innen und sind demnach nicht repräsentativ. Dennoch geben sie einen Einblick in die Erwartungen der Gen Z an Nachrichtenjournalismus. Die Ergebnisse sollen Medienschaffende darin unterstützen, ihre Angebote so weiterzuentwickeln, dass sie gezielt auch junge Menschen ansprechen. 

SciCAR am 17. und 18. September 2026 in Dortmund. Call for Participation unter noch.de/scicar26cfp 
Noch bis 03. Mai Vorschläge einreichen.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien

Fachtag zu antimuslimischem Rassismus im Journalismus

Die Bildungsstätte Anne Frank veranstaltet am 28. April in Frankfurt am Main einen Fachtag mit dem Titel „Zwischen den Zeilen – antimuslimischer Rassismus im Journalismus“. Die Veranstaltung richtet sich an Medienschaffende und Interessierte. Das Programm beinhaltet Inputs, praxisnahe Workshops und eine abschließende Podiumsdiskussion. Das vollständige Programm und weitere Infos findet Ihr hier.

Diskussionsformat: Leipziger Mediengespräche

Zum ersten Mal veranstaltet das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK) gemeinsam mit der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig das Diskussionsformat „Leipziger Mediengespräche“. In einer Podiumsdiskussion besprechen Expert:innen öffentlich relevante Themen aus Journalismus und Medien. Bei der Auftaktveranstaltung am 29. April stehen „Strategien gegen Hass im Netz“ im Mittelpunkt. Die Veranstaltung findet in Leipzig statt und ist für die Teilnehmenden kostenlos. Um eine Anmeldung per Mail wird bis zum 27. April gebeten.

Vergünstigte Tickets für Berlin Investigative Summer School

Die Berliner Journalistenschule (BJS) lädt erneut zur Berlin Investigative Summer School (BISS) ein – in diesem Jahr vom 1. bis 11. Juni. Die ein- bis zweitägigen Workshops drehen sich um Techniken und Tools des investigativen Journalismus. Mit dabei sind renommierte (internationale) Referent:innen wie Henk van Ess, Jim Mintz und Stefanie Dodt, Luuk Sengers, Christina Brause, Daniel Moßbrucker – und viele weitere. Anmeldeschluss ist der 25. April. Alle Infos zum Programm und zur Anmeldung gibt’s hier. Für NR-Mitglieder gibt es vergünstigte Tickets (190 statt 280 Euro pro Tag).

Fire Greenlight Grant

Das Projekt Freelance Investigative Reporters and Editors (Fire) vergibt drei „Greenlight Grants“ in Höhe von jeweils 25.000 US-Dollar zur Förderung von freiberuflichen Journalist:innen, die eine Recherche zu einem gesellschaftlich relevanten Thema umsetzen möchten. Die Recherche muss in englischer Sprache veröffentlicht werden. Die Förderung ist aufgeteilt: 20.000 US-Dollar gehen an die Journalist:innen, 5.000 US-Dollar an die beteiligten Redaktionen, die die rechtliche Verantwortung für die Veröffentlichung übernehmen. Bewerbungsschluss ist der 27. April.

Journalist in Residence Fellowship vom Max-Planck-Institut

Das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG) bietet ein Fellowship für Medienschaffende an, die sich regelmäßig mit Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft beschäftigen. Im Rahmen eines Gastaufenthalts am MPIfG vertiefen die Fellows ein eigenes Recherchethema, gewinnen Einblicke in die aktuelle Grundlagenforschung zu wirtschaftssoziologischen und politökonomischen Fragen und führen Hintergrundgespräche mit Forschenden. Der Gastaufenthalt ist auf sechs Wochen bis drei Monate ausgelegt und soll zwischen Oktober 2026 und Juni 2027 stattfinden. Zur Deckung der Lebenskosten erhalten die Teilnehmenden bis zu 3.500 Euro pro Monat. Eine Anmeldung ist bis zum 30. April möglich.

Als Gastredakteur:in nach Osteuropa

Im Rahmen des Marion Gräfin Dönhoff-Journalistenstipendiums der Internationalen Journalisten-Programme erhalten deutsche Journalist:innen die Möglichkeit, für zwei Monate als Gastredakteur:innen in einer osteuropäischen oder baltischen Redaktion zu arbeiten. Die Aufenthalte werden 2026 vor allem in Armenien, Aserbaidschan, Georgien und der Republik Moldau stattfinden und sind für zwei Monate geplant. Die Höhe des Stipendiums beläuft sich auf eine einmalige Zahlung von 4.000 Euro. Die Bewerbungsfrist endet am 30. April

Journalismfund Europe: Förderung für Umweltjournalismus 

Der Journalismfund Europe hat erneut zwei Stipendien für Umweltjournalismus ausgeschrieben. Länderübergreifende Teams aus Journalist:innen und/oder Medienunternehmen, die Recherchen zu Umweltthemen in Europa umsetzen möchten, können sich für das Environmental Investigative Journalism Programme bewerben und eine Förderung von bis zu 400.000 Euro erhalten. Bewerbungsschluss für die erste von drei Förderrunden in diesem Jahr ist der 23. April. Darüber hinaus können sich Unternehmen und Organisationen, die ein Vorhaben zur strukturellen Förderung von Umwelt-Journalismus umsetzen möchten, für das Professional Development Grants for Environmental Journalism Programme bewerben. Pro Ausschreibung werden bis zu 75.000 Euro Förderung vergeben. Bewerbungsschluss ist auch hier der 23. April 2026.

Auslandsstipendium in Paris

Das Heinrich-Heine-Stipendium für Nachwuchsjournalist:innen bietet die Möglichkeit zu einem drei- bis sechsmonatigen Arbeitsaufenthalt in Paris. Die Ausschreibung richtet sich an junge Journalist:innen und Studierende verwandter Fachrichtungen. Im Rahmen des Stipendiums sollen die Teilnehmenden vor Ort selbständig recherchieren, Beziehungen zu französischen Medien und deutschen Korrespondent:innen aufbauen sowie die Öffentlichkeitsarbeit der Maison Heinrich Heine (MHH) unterstützen. Die Förderung umfasst 1.300 Euro monatlich sowie die kostenfreie Unterkunft in der MHH. Die Bewerbungsfrist endet am 30. April. 

Förderung für Recherchen zu Biodiversität

Die „Biodiversity Media Initiative“ des Earth Journalism Network (EJN) vergibt fünf bis zehn Förderungen in Höhe von je 1.000 bis 2.000 Euro für Recherchen zur Biodiversitätskrise. Die Recherchen sollen sich inhaltlich auf Länder konzentrieren, die von der Weltbank als Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen (einschließlich Länder mit oberem mittlerem Einkommen) eingestuft werden. Die Herkunft der Journalist:innen ist für die Bewerbung allerdings nicht relevant. Bewerbungsschluss ist der 1. Mai.

Recherchestipendium für Nachwuchsjournalistinnen

Das Hedwig-Dohm-Recherchestipendium des Journalistinnenbundes richtet sich an Nachwuchsjournalistinnen (ohne Altersbegrenzung), die eine Recherche zu einem Thema mit geschlechterpolitischer Relevanz planen. Die Förderung beträgt einmalig 2.000 Euro. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai.

Deutscher Preis für Klimajournalismus 2026

Das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland vergibt 2026 mit Unterstützung des Extremwetterkongresses zum dritten Mal den Deutschen Preis für Klimajournalismus. Der Preis zeichnet besonders gelungene Beiträge in der Klimaberichterstattung aus – egal ob diese in Print, Online, Video oder Audio veröffentlicht wurden. Der Preis in der Kategorie „Lokal“ sowie der erste Platz in der Kategorie „Hauptpreis“ werden mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Für den zweiten und dritten Platz gibt es 1.000 bis 1.500 Euro. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai

Madsack Awards für Lokaljournalismus

Die Madsack Stiftung zeichnet seit 2023 jährlich herausragende Leistungen im Lokaljournalismus aus. Es werden mehrere Preise vergeben, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind. Die eingereichten Arbeiten sollten vor dem 1. April veröffentlicht worden sein. Bewerbungen werden bis zum 31. Mai entgegengenommen. 

Fortbildungen

Zum Schluss

Torte zum 25. Geburtstag  von Netzwerk Recherche
Foto: Franziska Senkel

Happy Birthday, Netzwerk Recherche! 

Zur Feier unseres 25. Geburtstags gibt es nicht nur Ticket-Verlosungen für Neumitglieder, tolle Sticker und ein schickes neues Logo – es gab auch eine großartige Torte fürs Team. Gemeinsam mit Euch feiern wir dann bei der großen Geburtstagsparty in Hamburg weiter. Dort gibt es zwar keine Torte, aber ein Freigetränk für alle Gäste, gute Musik und jede Menge nette Menschen. Wir freuen uns drauf! 

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