Newsletter Netzwerk Recherche 257 vom 22.05.2026

veröffentlicht von Lena Wrba | 22. Mai 2026 | Lesezeit ca. 18 Min.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

21 Tage sind es nur noch bis zum Jahrestreffen in Hamburg. Ich weiß nicht, wie viele Stunden die Kollegen und Kolleginnen in der Geschäftsstelle im Moment arbeiten, aber es müssen sehr viele sein. Mehr als 100 Panels, Podien, Workshops undErzählcafés sind geplant, im Moment feilt die Geschäftsstelle daran, sie alle in den Räumen beim NDR unterzubringen, die Technik dafür zu klären, das Jahrestreffen zu einem journalistischen Erlebnis zu machen. Und für alle, die sich rechtzeitig angemeldet haben, steigt in Hamburg auch eine Party. 

Wir feiern 25 Jahre Netzwerk Recherche!

Falls Dich und Euch dieser Jubeleinstieg befremdet: Ich finde, es gibt im aktuellen politischen und medialen Umfeld sehr viele gute Gründe, die Stabilität und das Wirken von Netzwerk Recherche zu feiern. Gerade jetzt ist es wichtig, dass der Lokaljournalismus mit einem Support Desk und Stipendien unterstützt wird. Gerade jetzt ist es nötig, Kolleginnen und Kollegen dabei zu beraten, wie sie mit Hass, Diskriminierung und dem immensen Druck umgehen können. Datenjournalismus wird zum Backbone des kritischen Journalismus, die Vernetzung von Datenjournalistinnen und -journalisten bei Netzwerk Recherche über Treffen, Tagungen, Kongresse deshalb eine vielleicht sogar noch unterschätzte Ressource. Und Netzwerk Recherche fördert mit Stipendien auch den Klimajournalismus in einer Zeit, in der dieses kritische Thema auf breiter Front unterzugehen droht.

Im Mission Statement heißt es: „Eine lebendige Demokratie braucht eine kritische Berichterstattung, die überHintergründe aufklärt und Missstände aufdeckt. Deshalb verteidigen wir die Pressefreiheit als Fundament einer informierten und mündigen Gesellschaft.“ Ich denke, ich muss hier nicht allzu ausführlich wiederholen, warum all das gerade jetzt so wichtig ist.

Und jetzt freue ich mich auf die Konferenz, die vielen Kolleginnen und Kollegen, auf Euch, den Austausch und auf die Party. 

See you in Hamburg.

Eure 
Barbara Junge

Barbara Junge, Chefredakteurin der taz und Verfasserin des Editorials für den aktuellen Newsletter.

Barbaras Tipps des Monats

An einem Thema kommt im Moment praktisch niemand vorbei: KI. Was macht die KI mit meinem Alltag? Was mache ich mit KI in meinem Alltag? Wie komme ich bei all den Entwicklungen hinterher? Macht es meinen Arbeitsplatz kaputt? In unserer Branche, den Medien, fragen wir uns aber insbesondere, wie wir gesicherte Informationen und Nachrichten zu den Menschen bringen. Wie gelingt es uns, in einer Umwelt der KI-generierten Informationsfluten, Deepfakes und Desinformation mit seriösen, geprüften, demokratischen Inhalten sichtbar zu bleiben? 

Podcast zu Chancen und Risiken von KI für die Medienbranche

In dem Kontext bin ich über diesen Podcast gestolpert: Martin Fehrensen (Social Media Watch Blog) und Gregor Schmalzried (KI-Experte bei der ARD) sprechen über die Funktionsweisen von KI und über die Rolle, die den Medien künftig zukommt. Die meisten von uns kennen die Thesen zur künftigen Spaltung von Inhalten mit Recherche, Haltung, Persönlichkeit und Stimme auf der einen Seite, der KI-gestützten Massenproduktion auf der anderen Seite. Darum geht es natürlich in dem Podcast auch. Schmalzried formuliert aber außerdem spannende Thesen dazu, welche positiven Entwicklungen KI bringen könnte: KI habe das Potenzial, Filterblasen-Verstärkungen sogar zurückzudrängen. Er unterscheidet das aktive Suchen bei KI und die Ausgeliefertheit in den sozialen Medien. Und die beiden sprechen über die Gedankenschärfung durch das Prompten (und die falschen Antworten). Hier bin ich auch noch einmal auf den Reuters Report „Journalism and Technology Trends and Predictions 2026“ gestoßen.

ARD-Podcast zu KI: Gefahren, Potentiale und ein Crashkurs

Gregor Schmalzried hostet zusammen mit Marie Kilg und Fritz Espenlaub den KI-Podcast der ARD. Schon seit 2023 begleiten die drei die Entwicklungen von KI auf ganz verschiedenen Ebenen. Das ganze Spektrum dessen, worüber sie sprechen, ist schwer zu fassen. Es geht da ums Prompten, um den Datenhunger von KI, um Geopolitik oder auch um den technologischen Wettlauf zwischen China und den USA. Die drei Kolleg:innen liefern Annäherungen an KI und machen zugleich Gefahren sichtbar. Man kann die Podcast-Reihe von Beginn an durchhören und hat damit gleich einen Crashkurs KI absolviert.

„Kerngeschäft des Journalismus können weiterhin nur Menschen“

Und wenn wir schon bei den ARD-Festspielen sind, kann ich hier noch ein Interview mit Christian Stöcker empfehlen. Als Appetit-Happen und für den guten Start in den Tag lest diese eine Antwort von Christian Stöcker: „Ich glaube tatsächlich, dass der Journalismus in seinem Kern viel besser vor Ersetzt-werden-durch-KI geschützt ist als viele andere Berufsgruppen. Und zwar deshalb, weil Journalismus ja in seinem Kern Dinge herausfindet, erfahrbar macht und vermittelt, die neu sind. Wenn ich wissen will, was heute in Teheran vor sich geht, wird mir ChatGPT nicht helfen. Und die KI geht nicht zur Pressekonferenz, die KI führt nicht das Interview, die KI telefoniert nicht mit dem Informanten. Die KI hat nicht das Experten-Netzwerk, das im Zweifelsfall in der Lage ist einzuschätzen, ob eine neue Studie wirklich relevant ist oder totaler Quatsch. Und dazu kommt: Der KI kann man nicht trauen. Man kann sich nicht auf sie verlassen. Sie gibt falsche Antworten, sie halluziniert. Kurzum: Das absolute Kerngeschäft des Journalismus können weiterhin nur Menschen.“

Anzeige: Wie macht Ihr das eigentlich? Eine Veranstaltung vom Support Desk Lokale Recherche. Dieses Mal zu der Frage: Wie kommen Journalist:innen weg vom Schreibtischen hin zu den Menschen? Am 9. Juni ab 17 Uhr via Zoom. Alle Infos unter noch.de/schreibtisch

Aus dem Netzwerk Recherche

Otto Brenner Preis 2026: Preisverleihung in Kooperation mit NR

Mit dem Otto Brenner Preis zeichnet die Otto Brenner Stiftung bereits seit 2005 herausragenden investigativen Journalismus aus. In diesem Jahr findet die Preisverleihung erstmals in Kooperation mit Netzwerk Recherche statt. Die Preisträger:innen werden am 11. Juni – kurz vor Beginn der NR26 – in Hamburg ausgezeichnet. Ein guter Anlass für NR-Mitglieder, dabei zu sein, Kolleg:innen zu treffen und schon vor Beginn der NR26 exzellenten Journalismus zu feiern. Alle Infos zum Ablauf der Verleihung und zur Anmeldung gibt es hier

Ausgezeichnet werden in diesem Jahr: Caterina Lobenstein, David Furhmann und Leon Meckler sowie Clara Hoheisel. Außerdem werden vier Recherche-Stipendien an Nathalie Bertrams und Tristen Taylor, Enno Schöningh, Till Uebelacker sowie Bartholomäus Laffert, Olivia Samnick und Laila Sieber vergeben. Wer bei der Preisverleihung nicht dabei sein kann, findet alle Infos zu den ausgezeichneten Recherchen auf der Homepage der Otto Brenner Stiftung.  

Erste Veröffentlichungen aus dem Fellowship Lokale Recherche

Sechs Journalist:innen sind im Winter 2025/26 ins Fellowship Lokale Recherche gestartet. In den vergangenen Monaten haben sie für ihre Rechercheprojekte mit Protagonist:innen und Expert:innen gesprochen, Akten durchforstet, teilweise verdeckt recherchiert, sich über Webinare und Präsenzseminare weitergebildet. Jetzt sind die ersten Artikel erschienen: 

Benjamin Brumm hat sich für den Südkurier mit unmoralischen und teils rechtswidrigen Praktiken in der sogenannten 24-Stunden-Pflege beschäftigt. Sebastian Fobbe hat in einer Recherche für RUMS die mangelhaften Wohnbedingungen in einer Münsteraner Großwohnsiedlung beleuchtet und erklärt das Geschäft mit dem Verfall. Anna-Sophie Kächele aus Baden-Württemberg hat recherchiert, wie es Maskenlieferanten sechs Jahre nach der Corona-Pandemie und ihren Deals mit der Bundesregierung geht. Und Alexander Kalski hat für die Ostsee-Zeitung teilweise verdeckt recherchiert, wie die völkisch-esoterische Anastasia-Bewegung versucht hat, eine Schule in Mecklenburg-Vorpommern zu unterwandern.

In den nächsten Wochen werden weitere Fellows ihre Rechercheergebnisse veröffentlichen. Einen Überblick über die Beiträge gibt es hier

Hörtipp: DLF-Feature zum Informationsfreiheitsgesetz

Obwohl Behörden nach dem Informationsfreiheitsgesetz eigentlich dazu verpflichtet sind, Bürger:innen etwa durch Akteneinsicht und Auskünfte Zugang zu amtlichen Informationen aus Bundesbehörden zu geben, gilt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern als intransparent. Ausnahmen und Tricks der Beamt:innen verkomplizieren die Umsetzung des Rechts in der Realität. Im Podcast „Zeitfragen. Feature“ von Deutschlandfunk Kultur spricht Manfred Redelfs, NR-Beauftragter für Informationsfreiheit, über die Bedeutung des Informationsfreiheitsgesetzes für politische Teilhabe und das Vertrauen in den Staat. 

„Wie macht Ihr das eigentlich?“ Einladung für Lokaljournalist:innen

Wie kommen Lokaljournalist:innen weg vom Schreibtisch – hin zu den Menschen vor Ort? Das wollen wir bei unserem nächsten Zoom-Treffen unter dem Motto „Wie macht Ihr das eigentlich?“ diskutieren. Mit Anna Niere von RUMS aus Münster und Benjamin Brumm vom Südkurier aus Konstanz sprechen wir über neue Ideen und Formate. Außerdem wollen wir mit allen Teilnehmenden Tipps und Hinweise sammeln, wie Lokaljournalist:innen wieder mehr mit den Menschen vor Ort in Kontakt kommen. Die Veranstaltung findet am 9. Juni um 17 Uhr auf Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenlos, zur Anmeldung geht es hier. Weitere Informationen gibt es unter nrch.de/schreibtisch.

Inspiration Day: Neue Ansätze für den Lokaljournalismus

Innovationen und Best Practices für den Lokaljournalismus stehen beim Inspiration Day am 9. September im Zentrum. Das MIZ Babelsberg, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg und Netzwerk Recherche wollen gemeinsam neue Impulse für den Lokaljournalismus der Zukunft geben und präsentieren acht Projekte, Tools und Methoden aus ihren Förderprogrammen. Für Netzwerk Recherche wird Anna-Sophie Kächele vorstellen, wie verlagsweite Kooperationen bei lokalen investigativen Recherchen helfen. Alexander Kalski nimmt seine Workshop-Teilnehmer:innen mit auf eine Reise in die völkische Esoterik und zeigt, wie Lokaljournalist:innen verdeckt in geschlossenen Milieus recherchieren können. Mehr zum Inspiration Day und zur Teilnahme erfahrt ihr hier

Verlosung: Letzte NR26-Tickets für Neumitglieder

Stabile Mitgliedschaften bilden die Basis für unsere Arbeit. Werde auch Du Mitglied, unterstütze unsere Arbeit, sichere Dir Zugang zu einem großen journalistischen Netzwerk und nutze Deine Chance auf eines der letzten Tickets zur größten Journalismuskonferenz in Deutschland. Noch bis zum 7. Juni verlosen wir jede Woche unter allen neuen Mitgliedern ein Ticket zur NR26.* Die ersten Gewinner:innen stehen schon fest – fünf Tickets haben wir noch zu vergeben. Also: Schnell Mitglied werden und automatisch im Lostopf landen!
*Ausgenommen sind reaktivierte Mitgliedschaften oder Mitgliedschaften, deren Kündigung weniger als ein Jahr zurück liegt.

Aus dem GIJN

Recherche des Monats: Wie Russland Teenager aus der Ukraine als Propagandisten rekrutiert

Diese multimedial aufbereitete internationale Recherchekooperation deckt auf, wie Russland über das Programm „Junge Korrespondenten“ (russisch: Yunkor) Jugendliche in den besetzten ukrainischen Gebieten systematisch zu Kriegspropagandist:innen ausbildet. Mittels interner Dokumente und einem Zugang zu der Online-„Lernplattform“ des Programms konnten die Journalist:innen aufzeigen, wie Russland die Teenager dazu bringt, die Invasion zu propagieren und im Auftrag Moskaus einen Informationskrieg zu führen.

Masterclass für Freelancer im Investigativjournalismus

Zeitintensive Recherchen, wenig Absicherung und hohes Risiko: Freelancing ist besonders im Investigativjournalismus hart. Wie man sich als freie:r Investigativjournalist:in dennoch gut aufstellt, erklärt Freelancer Nithin Coca in diesem Masterclass-Video der GIJN Academy. Er gibt Tipps zu Rechercheförderungen, finanzieller Absicherung und Inhalten, die Redaktionen gerne lesen. 

Der Sommer kommt – Buchtipps vom GIJN

Vielleicht waren einige von Euch ja in Perugia beim International Journalism Festival. Wer nicht da war, bekommt beim GIJN in den kommenden Wochen noch ausgewählte Inhalte von Panels, Workshops und anderen Highlights zu lesen. Außerdem gibt es eine Auswahl an Buchtipps zu investigativer Recherche, die in Perugia heiß diskutiert wurden – von Sachbüchern bis zu Romanen findet Ihr in diesem Artikel tolle Empfehlungen. 


Bye-bye: Sarah Ulrich verlässt GIJN

Zweieinhalb Jahre lang durfte ich nun das Global Investigative Journalism Network bei Netzwerk Recherche repräsentieren und Ansprechpartnerin für Euch sein. Nach zwei Global Conferences, mehreren Webinaren und einer Videoreihe verabschiede ich mich nun als German Editor. In Zukunft widme ich mich wieder verstärkt meinen eigenen Recherchen. Danke für den tollen Austausch mit Euch! Lasst uns in Kontakt bleiben! Ich bleibe Netzwerk Recherche und dem GIJN verbunden. Wir sehen uns spätestens im Juni in Hamburg. (Sarah Ulrich)

Stipendium für freie Journalist:innen. Als freie Journalist:in beruflich durchstarten: Mit Stipendien in Höhe von 5.000 € unterstützt die Hamburg Media School gezielt freie Journalist:innen dabei, den berufsbegleitenden Master Digitaler Journalismus zu studieren.  Das Masterstudium bietet dir Strategien für die Zukunft, ein großes Netzwerk, individuelle Förderung und eine Kombination aus Wissenschaft und Praxis, die dich im journalistischen Alltag voranbringt.


Nachrichten

Situation der Pressefreiheit weltweit weiter verschlechtert

Seit 25 Jahren erstellt Reporter ohne Grenzen (RSF) jährlich eine Rangliste der Pressefreiheit. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation für Journalist:innen laut dieser Analysen weltweit zunehmend verschlechtert, 2026 fällt nun zum ersten Mal mehr als die Hälfte aller Länder in die beiden schlechtesten Kategorien „schwierig“ und „sehr ernst”. Laut RSF wird Journalismus weltweit immer häufiger kriminalisiert. Demokratische Länder sind von dieser Entwicklung nicht ausgenommen – das Recht auf Information wird zunehmend beschnitten. Deutschland belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit 2026 Platz 14.

Bundesarchiv: „Akten der Reichskanzlei“ erweitert und Plattform zu rechter Gewalt gestartet

Das Webportal des Bundesarchivs „Akten der Reichskanzlei“ stellt über 6.000 wissenschaftlich kommentierte Dokumente zur ersten deutschen Demokratie und zum NS-Staat online zur Verfügung. Neu hinzugekommen sind Dokumente, die die Zeit der Regierung unter Adolf Hitler von 1933 bis 1939 abdecken. Die erweiterte Online-Edition der Dokumente ermöglicht eine einfache Onlinerecherche sowie neue methodische Zugriffe, etwa zu Informationen über Parteidienststellen und staatlichen Behörden in der NS-Diktatur. Darüber hinaus hat das Bundesarchiv gemeinsam mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur eine neue digitale Plattform zu rechtsextremer und rechtsterroristischer Gewalt veröffentlicht. Das Portal dokumentiert Ereignisse rechter Gewalt in Deutschland und gibt einen Überblick über relevante Archivunterlagen.

Neue Plattform für Expert:innenvermittlung

Das Deutsche Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) versteht sich nicht nur als Forschungsinstitut. Es will auch Plattform für Vernetzung sein. Um künftig gezielt Kontakt zwischen Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis in zentralen Feldern der Sozialpolitikforschung vermitteln zu können, ist nun das Projekt SoPoNet gestartet. In diese Datenbank können sich Fachkundige aus den o.g. Bereichen eintragen. Auch Medienschaffende können darauf zugreifen und sich als Kontakt zur Verfügung stellen.

Datenbank für Politrecherchen in der Schweiz mit neuem Feature

Wer finanziert hier eigentlich wen? Darüber gibt für die Schweiz seit einiger Zeit das Portal „Das Geld und die Politik“ des WAV Recherchekollektivs und des Vereins Lobbywatch Auskunft. Nun wurde das Portal nochmal überarbeitet und stellt umfassende Netzwerkgrafiken in den Fokus, die die Beziehungen einzelner Akteur:innen untereinander abbilden. Die Grafiken lassen sich problemlos in jedes CMS einbauen, sodass sich Geschichten interaktiv oder grafisch erzählen lassen. Beim Aufbau der Webseite war auch das Schweizer Pendant zu Netzwerk Recherche, investigativ.ch, beteiligt.

Besondere Aufmerksamkeit für inklusive Redaktionen

Mit den Grow-Stipendien für gemeinnützigen Journalismus hat NR in den vergangenen Jahren auch zwei inklusive Redaktionen gefördert. Beide Medienprojekte verdienen in diesem Monat besondere Aufmerksamkeit. Da ist zum einen das Lokalmedium Einfach Heidelberg, das Nachrichten in Leichter Sprache publiziert und gerade seinen zehnten Geburtstag feierte. Netzwerk Recherche gratuliert dem Heidelberger Team, das Pionierarbeit geleistet hat, zum Jubiläum! Zu den Grow-Alumni gehört zum anderen das österreichische Magazin Andererseits. In der Redaktion arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen gleichberechtigt zusammen, ihre investigativen Recherchen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Mit einer Abo-Kampagne sucht Andererseits derzeit weitere Unterstützer:innen. 7.000 Abos sind das Ziel.

Helmut Schmidt Journalistenpreis 2026  Der mit insgesamt 30.000 € dotierte Preis wird für besondere Leistungen im Wirtschafts- und Finanzjournalismus vergeben.  HSJP Fellowship  Mit Mentoring durch den mehrfach ausgezeichneten Wirtschaftsjournalisten Felix Rohrbeck und einem Stipendium die eigene kritisch-konstruktive Rechercheidee umsetzen.  Informationen und Bewerbung (bis 30. Juni): www.hsjp.de  Stifter ist die ING Deutschland.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien

Breakwater Festival

Vom 24. bis 27. September findet zum ersten Mal das Breakwater Festival in Danzig (Polen) statt. Das Festival der Reporters’ Foundation – eine Initiative polnischer Investigativjournalist:innen – bringt Medienmacher:innen aus Polen, Mittel- und Osteuropa sowie den nordischen Ländern zusammen. Bis zum 31. Mai läuft der Call for Proposals für Workshops, Panels und Labs. Außerdem gibt es aktuell Early Bird Tickets ab 120 Euro. 

Podiumsdiskussion: „Berichten über Rechtsaußen”

Am Donnerstag, 25. Juni, findet im Publix in Berlin eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Berichten über Rechtsaußen: Wie covert man die AfD, im Osten und ganz Deutschland?“ statt. Über diese Frage spricht Publix-Intendantin Maria Exner mit der Spiegel-Politikredakteurin Ann-Katrin Müller. Müller berichtet seit 2019 kontinuierlich über die AfD und ist eine der profiliertesten AfD-Kennerinnen Deutschlands. Im Zentrum des Abends steht die Frage, wie man zu einer Partei recherchiert und veröffentlicht, die Journalist:innen instrumentalisiert und zum Feindbild erklärt. Beginn ist um 18:30, Tickets kosten zwischen sechs und 23 Euro.

Dreitägiger Workshop zu Undercover-Journalismus

Vom 26. bis 28. Juni veranstaltet Correctiv in Berlin einen dreitägigen Workshop zu Undercover-Journalismus. Im Zentrum stehen die Fragen: Wie und wann arbeitet man undercover? Was sind die ethischen und rechtlichen Voraussetzungen? Und was sind die technischen und psychologischen Mittel? Mit dabei sind erfahrene Undercover-Journalisten wie Julian Hessenthaler, Jean Peters und Ruben Neugebauer. Der Workshop richtet sich an Journalist:innen, die undercover arbeiten wollen. Die Teilnahmegebühr beträgt regulär 250 Euro. Menschen in Ausbildung zahlen einen ermäßigten Preis von 150 Euro. Die Bewerbungsfrist wurde verlängert und endet nun 26. Mai.

Recherchereise nach Armenien

Anlässlich der Parlamentswahlen und des Verfassungsreferendums in Armenien führt der Verein Deutsche Gesellschaft vom 21. bis 28. September eine Netzwerk- und Recherchereise für Journalist:innen nach Armenien durch. Geplant sind Treffen mit armenischen Journalist:innen, Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und politischen Entscheidungsträger:innen, um umfassende Einblicke in die politische Situation des Landes zu gewinnen. Im Austausch werden im November Journalist:innen aus Armenien nach Berlin reisen. Das Programm wird vom Auswärtigen Amt gefördert, wodurch die Reisekosten für die Teilnehmenden nahezu vollständig gedeckt sind. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai

Recherchereise, Webinare und Stipendium zum EU-Beitrittsprozess

Das Journalismus-Netzwerk n-Ost und das Online-Medium Newsmaker starten ein umfassendes Fortbildungs- und Rechercheprogramm zum EU-Beitrittsprozess. Teilnehmen können Journalist:innen aus Armenien, Georgien, Moldawien, der Ukraine, Deutschland und Polen. Teil des Programms sind unter anderem eine Recherchereise nach Polen, vier Webinare und finanzielle Unterstützung für die Recherche und Umsetzung der Geschichten. Eine Bewerbung ist bis zum 1. Juni möglich.

Coaching-Programm für Nachwuchsjournalist:innen aus Brandenburg 

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) fördert mit dem sechsmonatigen Coaching-Programm „Voices of Brandenburg” junge Brandenburger:innen, die perspektivisch als Journalist:innen bzw. in Medienberufen arbeiten möchten. Die Coachingteilnehmer:innen lernen journalistische Grundlagen, sammeln Arbeitserfahrung in verschiedenen Medienhäusern und werden von erfahrenen Journalist:innen begleitet. Zudem erhalten sie 1.400 Euro Unterstützung pro Monat. Das Programm startet im September 2026 und endet im März 2027. Interessierte können sich bis zum 1. Juni auf der Website der mabb bewerben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Vergünstigte Tickets für NR-Mitglieder zur BISS

Die Berliner Journalistenschule (BJS) lädt erneut zur Berlin Investigative Summer School (BISS) ein – in diesem Jahr vom 1. bis 11. Juni. Die ein- bis zweitägigen Workshops drehen sich um Techniken und Tools des investigativen Journalismus. Mit dabei sind renommierte (internationale) Referent:innen wie Henk van Ess, Jim Mintz und Stefanie Dodt, Luuk Sengers, Christina Brause und Daniel Moßbrucker – und viele weitere. Alle Infos zum Programm und zur Anmeldung gibt’s hier. Für NR-Mitglieder gibt es vergünstigte Tickets (190 statt 280 Euro pro Tag). 

Jugendmedienworkshop zur Weltklimakonferenz

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) ermöglicht das Pressenetzwerk für Jugendthemen (PNJ) fünf jungen Nachwuchsjournalist:innen im Rahmen eines Medienworkshops die Teilnahme an der Weltklimakonferenz (COP31) in Antalya. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in Pressekonferenzen und Verhandlungen, führen eigene Recherchen durch und werden von einer erfahrenen Journalistin begleitet. Bewerbungsschluss ist am 7. Juni

Auslandsstipendien der Internationalen Journalisten Programme

Mit einem Stipendium der Internationalen Journalisten Programme (IJP) erhalten Journalist:innen u.a. aus Deutschland die Möglichkeit, zwei Monate lang als Gastredakteur:innen in einer ausländischen Redaktion zu arbeiten oder eine eigene Recherche umzusetzen. Aktuell sind mehrere entsprechende Förderungen ausgeschrieben, deren Bewerbungsfrist am 15. Juni endet. Mit dabei sind zum Beispiel das Deutsch-Japanische Programm und das Deutsch-Nahost-Prorgamm. Die Höhe der Stipendien variiert zwischen 3.800 und 5.000 Euro. Eine Übersicht über weitere Programme gibt es auf der Homepage der IJP.  

Tadeusz-Mazowiecki-Medienpreis für Publikationen zu deutsch-polnischen Beziehungen

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit verleiht erstmals den Tadeusz-Mazowiecki-Medienpreis für journalistische Publikationen aus Deutschland oder Polen, die sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen befassen. Vergeben wird ein Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro sowie bis zu vier weitere Auszeichnungen in Höhe von je 2.000 Euro. Die Frist für Einsendungen endet am 29. Mai

Madsack Awards für Lokaljournalismus

Die Madsack Stiftung zeichnet seit 2023 jährlich herausragende Leistungen im Lokaljournalismus aus. Es werden mehrere Preise vergeben, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind. Die eingereichten Arbeiten sollten vor dem 1. April veröffentlicht worden sein. Bewerbungen werden bis zum 31. Mai entgegengenommen. 

Fortbildungen

Zum Schluss

Logo der NR26 zum Motto "Superkraft Recherche".

Superkraft Recherche

Im Juni kommen wir unter dem Motto „Superkraft Recherche“ zur NR26 zusammen. Passend dazu bildet das Logo der Konferenz einige der wichtigsten Superkräfte von Journalist:innen ab. Etwa: Informationen aus verschiedenen Quellen in Zusammenhang bringen, Inhalte für alle zugänglich machen, tiefgehend recherchieren und Informationen an die Oberfläche bringen. Wir freuen uns schon darauf, all diese Superkräfte auf der NR26 gemeinsam zu stärken! 

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