Sebastian Fobbe: Das Geschäft mit dem Verfall
© Nike Korioth
Wie sich deutschlandweit wichtige Themen im Lokalen recherchieren lassen, zeigt Sebastian Fobbe mit seiner Serie zu einer Münsteraner Großwohnsiedlung. Seit Jahren klagen Bewohner:innen über schlechte Wohnbedingungen, Schimmel, kaputte Aufzüge – und darüber, dass oft lange nichts passiert. Woran liegt das? Und wer profitiert davon? Dem ist Sebastian Fobbe für das Lokalmedium RUMS nachgegangen.
Zunächst wollte Fobbe wissen: Wie funktioniert das Geschäft mit dem Verfall? Wie kann ein Unternehmen aus maroden Wohnungen Geld machen – und was bedeutet das für die Menschen, die in diesen Wohnungen leben?
Im nächsten Teil seiner Serie stieg Fobbe noch tiefer ins Thema ein. Er vollzieht nach, wie sich die Eigentumsverhältnisse in dem Wohnkomplex – der sogenannten Schleife – seit dem Bau in den 1970ern veränderten und das Wohnen auch in Münster zur Ware wurde. Bis nach einigen Eigentümerwechseln nun sogar unklar ist, wem die Gebäude eigentlich gehören.
Schließlich zeigt Sebastian Fobbe an der Schleife, wer den Preis dafür zahlt, wenn Wohnen zur Ware wird. Er erklärt, was der Absturz des Immobilienfonds „Uni Immo Wohnen ZBI“ mit feuchten Wänden in Münster zu tun hat und wie die Chancen für einen neuerlichen Verkauf der Häuser in der Schleife stehen. In einem Interview fragt Sebastian Fobbe außerdem, nach welchen Regeln große Immobilienkonzerne eigentlich spielen und wie das den Mietmarkt verändert.
Das Thema Schleife wird Münster aber noch länger beschäftigen: Sebastian Fobbe fragte Anfang Juni, was nun aus den Wohnhäusern wird, falls sie tatsächlich verkauft werden sollten.
Die Recherche war Teil des Fellowships Lokale Recherche. Das Programm richtet sich an Lokaljournalist:innen und bietet die Möglichkeit, sich gezielt in investigativer Recherche weiterzubilden und ein eigenes Rechercheprojekt umzusetzen.
Die Artikel sind zwischen dem 4. Mai und dem 1. Juni 2026 erschienen.