khadija

Olympische Europaspiele in einem Land, das die Pressefreiheit missachtet? „Frau Ismayilova ist nicht alleine“, schreibt das Recherchebüro Correctiv.

Weltweit haben in den vergangenen Tagen Journalisten und Menschenrechtsorganisationen die Freilassung der aserbaidschanischen Investigativjournalistin Khadija Ismajilowa gefordert. Sie war am 5. Dezember aus fragwürdigen Gründen in Haft gekommen. “Die aserbaidschanischen Behörden versuchen offensichtlich mit allen Mitteln, eine weitere führende Kritikerin ihres autoritären Regimes zum Schweigen zu bringen”, kommentierte Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen die Inhaftierung. “Dieser Fall reiht sich nahtlos in die derzeitige Repressionswelle ein und muss spürbare diplomatische Folgen haben. Wenn Aserbaidschans Justiz noch einen Hauch von Unabhängigkeit hat, muss sie die Vorwürfe gegen Khadija Ismajilowa umgehend fallen lassen.” Ismajilowa ist seit Jahren Gerichtsverfahren und massivem Druck der Behörden ausgesetzt.

Inzwischen sind Protestschreiben bei Botschaften auf der ganzen Welt eingegangen, in denen das Regime aufgefordert wird, Ismajilowa freizulassen (zum Beispiel vom Recherchebüro Correctiv). Auch auf einer Facebook-Seite kann man sich dem Protest anschließen. Und über die Website von Reporter ohne Grenzen kann man Protestbriefe schicken. International berichten Medien über den Fall, darunter z.B. die New York Times. Das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), für das Khadija arbeitet, fasst alle Informationen auf der Website “Free Khadija Ismayilova” zusammen.

Christoph Strässer, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, erklärte: “Ich appelliere an die aserbaidschanische Regierung, ihre Maßnahmen gegen kritische Stimmen der engagierten Zivilgesellschaft unverzüglich zu beenden. Aserbaidschan ist Mitglied des Europarats und hat einschlägige UN-Menschenrechtskonventionen unterzeichnet. Daran muss es sich messen lassen.”

Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), zu deren Mitglieder Khadija zählt, schrieb in einem Protestbrief an die Staatsanwaltschaft: “Khadija arbeitet nicht allein. Sie arbeitet in Teams. Ihre Teammitglieder sind auf der ganzen Welt und werden Khadijas unvollendete journalistische Arbeit fortsetzen. Sie müssen uns im Vereinigten Königreich, in den USA, in Rumänien, in Schweden und mehr als 60 anderen Ländern verhaften, wenn sie Khadija Ismayilova zum Schweigen bringen wollen.”

netzwerk recherche schließt sich dem Aufruf des Global Investigative Journalism Network an und fordert die sofortige Freilassung von Khadija Ismajilowa.