Die verschlossene Auster ging dieses Jahr an Heckler & Koch. Foto: Raphael Hünerfauth

Der Preis für den Informationsblockierer des Jahres. Foto: Hünerfauth

Die Verschlossene Auster, der traditionelle Preis für den Informationsblockierer des Jahres, geht in diesem Jahr an das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch.

Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche würdigt damit den wohl bislang einzigartigen Umgang eines Unternehmens mit negativer Berichterstattung. Vertreter von Heckler & Koch waren beim Präsidenten des Militärischen Abschirmdienstes MAD vorstellig geworden, nachdem Medien wochenlang auch auf Grundlage vertraulicher Unterlagen kritisch über das Unternehmen und die Schwächen des Sturmgewehrs G36 berichtet hatten.

„Dass Heckler & Koch ungern auf Fragen aller Art antwortet, sondern stattdessen lieber eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, Journalisten abzubügeln und zu drohen, ist bekannt“, heißt es in der Begründung des netzwerks recherche. „Die in der Rüstungsbranche übliche Pressefeindlichkeit hat Heckler & Koch nun aber durch das Vorsprechen bei einem Geheimdienst zu einer ganz neuen Qualität gebracht.“

Eine Einladung des netzwerk recherche zur Jahreskonferenz in Hamburg und zu einer Gegenrede lehnte Heckler & Koch ab. In einer Stellungnahme gibt sich der Rüstungsbauer aus Oberndorf bescheiden: „Wir sind zuversichtlich, dass eine Klärung der Ereignisse durch eine unabhängige Stelle belegen wird, dass Heckler & Koch die Verschlossene Auster nicht verdient hat und wir deswegen auch nur das annehmen, was wir verdient haben.“ Heckler & Koch hatte sich gegen den Vorwurf, Journalisten durch den MAD ausspähen zu wollen, stets gewehrt, den Besuch beim Geheimdienst allerdings nicht bestritten.

Die Laudatio hielt Hauke Friederichs.