Im Lokalen über geschlossene Milieus berichten: Wie macht Ihr das eigentlich?
Das Austausch-Format „Wie macht Ihr das eigentlich?“ geht in eine neue Runde:
Im Lokalen über geschlossene Milieus berichten
Termin: Montag, 28. September 2026, 19 Uhr
Mit dabei: Patricia Huber (OVB Media), Alexander Kalski (Ostsee-Zeitung) und Steffen Krapf (freier Journalist)
Moderation: Maria-Mercedes Hering
Anmeldung: bis 27. September 2026, 19 Uhr, unter nrch.de/geschlossen
Rechtsesoterik, Neonazis im Kampfsport und eine völkische Bewegung: Wie können Lokaljournalist:innen dort recherchieren, wo man lieber unter sich bleibt? Wie können sie sich Zugang zu geschlossenen Milieus und intransparenten Strukturen verschaffen – offen oder auch verdeckt? Und was ist dabei gerade im Lokalen besonders wichtig? Drei Lokaljournalist:innen zeigen, wie ihnen das bei unterschiedlichen Gruppen gelungen ist und welche Tipps sie dazu geben können. Zu dieser Runde lädt Netzwerk Recherche Lokaljournalist:innen im Rahmen der Reihe „Wie macht Ihr das eigentlich?“ ein.
Drei Lokaljournalist:innen berichten von ihren Recherchen in geschlossenen Milieus
Reporterin Patricia Huber schreibt vor allem für ovb-online.de und rosenheim24.de unter dem Dach von OVB Media (u.a. Oberbayerisches Volksblatt). Für den Podcast „Die andere Wahrheit – zwischen Vernunft und Verschwörung“ (u.a. auf Podigee) hat sie sich mit gesellschaftlicher Spaltung beschäftigt und wollte wissen, wer die vermeintliche Kluft reißt – und wer sie wieder schließt. Dafür ist sie unter anderem beim sogenannten Glücksbringer-Kongress im bayerischen Bad Aibling in eine Welt voller Glücksversprechen eingetaucht. Sie konnte zeigen, wie das scheinbar harmlose Event durchaus Berührungspunkte mit der rechtsesoterischen Szene hat und was hinter den Begriffen der Szene steht.
Alexander Kalski von der Ostsee-Zeitung hat teilweise verdeckt gearbeitet, um herauszufinden, ob die völkisch-esoterische Anastasia-Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern eine Schule unterwandern wollte. Ausgangspunkt seiner Recherche ist eine freie Schule, die im Sommer den Betrieb aufnehmen sollte. Kalski konnte aufdecken, dass Verbindungen aus dem Planungsgremium der Schule offenbar direkt in die Anastasia-Bewegung hineinreichen. Die Recherche wurde mit dem Fellowship Lokale Recherche von Netzwerk Recherche ermöglicht, das gerade ein zweites Mal ausgeschrieben wird.

Steffen Krapf hat ebenfalls im Fellowship Lokale Recherche gezeigt, wie fränkische Neonazis die deutsche Kampfsportszene unterwandern. Dafür ist der freie Journalist tief in einen Sport eingetaucht, der als respektvoll und fair wahrgenommen werden möchte, den rechtsextremen Umtrieben aber offenbar kaum etwas entgegenzusetzen weiß. Steffen Krapf erklärt, warum das nicht nur ein Problem für den Sport, sondern für die gesamte Gesellschaft ist. Die Recherche ist unter anderem bei den Nürnberger Nachrichten erschienen.
Alle Lokaljournalist:innen sind eingeladen, sich am 28. September um 19 Uhr via Zoom über ihre Fragen und Hinweise zu geschlossenen Milieus auszutauschen. Außerdem werden Patricia Huber, Alexander Kalski und Steffen Krapf von ihrer Arbeit berichten. Sie erzählen, was sie bei ihren Recherchen bedenken mussten, welche Herausforderungen sie erlebt und wie sie diese überwunden haben.
Die Gesprächsrunde dauert etwa 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos und nur nach Anmeldung bis zum 27. September 2026 möglich. Zur Anmeldung geht es hier.

Die Veranstaltung gehört zum Angebot des Support Desks Lokale Recherche, gefördert von der Zeit Stiftung Bucerius. Der Support Desk ist eine Anlaufstelle für Lokaljournalist:innen mit Recherchefragen und organisiert unter dem Motto „Wie macht Ihr das eigentlich?“ Austauschrunden zu Themen, die Lokaljournalist:innen beschäftigen.
In der vergangenen Ausgabe von „Wie macht Ihr das eigentlich?“ haben wir darüber gesprochen, wie Lokaljournalist:innen sich wieder stärker vom Schreibtisch lösen und den direkten Kontakt zu den Menschen vor Ort suchen können. In einer kurzen Rückschau haben wir die wichtigsten Tipps aus der Runde zusammengefasst.