Newsletter Netzwerk Recherche 260 vom 28.08.2026

veröffentlicht von Lena Wrba | 28. August 2026 | Lesezeit ca. 16 Min.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

knapp sechs Jahre ist es her, dass sich unter dem Dach von Netzwerk Recherche die Fachgruppe Datenjournalismus gegründet hat. Das bestimmende Thema für die meisten unter uns, die mit Daten arbeiten, war damals Corona. Vor allem die Dashboard-Verantwortlichen werden sich erinnern, sofern sie die Nachtschichten nicht erfolgreich verdrängt haben. In einem Kress-Interview, auf das ich bei meiner Suche nach den Anfängen der Fachgruppe gestoßen bin, musste sich das Gründungsteam damals fragen lassen, ob das Interesse der Medienhäuser an Datenjournalismus nach Covid nicht wieder vorbei sei. Dass Datenjournalismus kein pandemiegetriebener Trend war, wussten wir schon damals. Wie wir Daten und Recherchen am besten verknüpfen, beschäftigt uns nach wie vor.

Ich arbeite als investigative Datenjournalistin selbst an dieser Schnittstelle, habe zuvor ein Investigativteam stellvertretend geleitet und bin heute bei North Data. Dort helfe ich Kolleginnen und Kollegen bei Recherchen und analysiere für eigene Geschichten Firmennetzwerke. Seit Juni bin ich nun die Beauftragte für Datenjournalismus bei Netzwerk Recherche und kümmere mich zusammen mit Christina Elmer um die Fachgruppe.

Unsere Mitgliederzahl ist mittlerweile stark gewachsen, genau wie der Bedarf an Austausch. Über unseren Discord-Server und feste Termine im Kalender wie die SciCAR oder die NR-Jahreskonferenz sind wir zwar schon eng vernetzt. Wir wollen über das gesamte Jahr hinweg jedoch noch mehr Formate anbieten: etwa mit mehr Datenschwerpunkten in den bewährten NR-insights-Abendrunden für Mitglieder und einer Neuauflage unseres Datendienstags als unkompliziertem Online-Treff.

Das soll kein Frontalprogramm von Christina und mir werden. Wenn ihr Formate mitplanen oder uns organisatorisch unterstützen wollt: Meldet euch. Die kleine Taskforce aus den Anfangsjahren der Fachgruppe hat sich damals bewährt. Aber ebenso, wenn ihr konkrete Themen, Tools oder Methoden vorschlagen wollt. Das gilt ausdrücklich nicht nur für Vollzeit-Programmierer:innen. Wir wollen die Formate auch für alle spannend machen, die an den Schnittstellen dazu arbeiten (ihr seid gemeint, OSINT-folks). Und für alle, die zwar selbst nicht coden, aber mehr über KI oder investigative Kooperationen mit Datenprofis lernen wollen. Ziel ist schlicht, unser Recherchewissen zusammenzuwerfen. Im besten Fall werden wir alle schlauer.

Herzliche Grüße
Christina Brause

Christinas Tipps des Monats

Wie der Staat die Kommunen verliert

In einer Woche wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Worum es geht, ist klar. Als jemand, die selbst aus dem Osten kommt, empfehle ich diesen Blick in den Altmarkkreis Salzwedel: Dort liegt Gardelegen, nach Berlin und Hamburg die flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands – allerdings mit gerade einmal rund 22.000 Einwohner:innen. Eine Arte-Doku zeigt, wie die Kommune mit Bürokratie und leeren Kassen kämpft und warum die Krankenhausfinanzierung auf dem Land an der Realität vorbeigeht.

Boss Class

KI wird den Arbeitsmarkt wahlweise verändern, revolutionieren oder ruinieren. Wer jenseits dieser Binsenweisheiten den echten Stand der Dinge sucht, wird in der dritten Staffel des Economist-Podcasts Boss Class fündig. Darin sprechen Forschende und Praktiker:innen über reale Erfahrungen. Hörempfehlung für alle, die noch nie gevibecodet haben und wissen wollen, ob man sich danach dumm oder allmächtig fühlt – und wo die Technologie an ihre Grenzen stößt.

IFG im Alltagstest

Für sein neues Format „Dein Thema, Deine Meinung“ hat der MDR 15.000 Nutzer:innen über das Thema der Auftaktsendung abstimmen lassen. Mehr als die Hälfte hat dafür gestimmt, mit Arne Semsrott von FragDenStaat und dem Journalisten Marcus Engert über das Informationsfreiheitsgesetz zu sprechen. Neben den Profis kommt auch das Publikum zu Wort und gibt einen Einblick, wie das IFG außerhalb von Redaktionen genutzt wird.

Aus dem Netzwerk Recherche

Nächste Ausschreibungsrunde für NR-Recherchestipendien

Netzwerk Recherche fördert mit seinen Stipendien Recherchevorhaben mit einem originären und investigativen Ansatz mit einem Schwerpunkt auf Umwelt und Ökologie. Die Stipendien sind mit bis zu 5.000 Euro dotiert und werden von Mentor:innen begleitet. Die zweite und letzte Ausschreibungsrunde in diesem Jahr endet am 30. September. Nicht verpassen: Am 4. September findet ein Infocall zu unseren Stipendien statt. Einige Beispiele zu Recherchen, die bereits mit dem Stipendium umgesetzt wurden, gibt es auf der NR-Website.

Bewerbung und Info-Call zum Fellowship Lokale Recherche

Noch bis zum 16. September können sich freie und festangestellte Lokaljournalist:innen auf das Fellowship Lokale Recherche bewerben, bei dem die Fellows eine aufwendige Recherche umsetzen und dabei Fortbildungen, ein Mentoring und die Möglichkeit zur Vernetzung im Investigativjournalismus erhalten. Das Fellowship dauert zwei bis sechs Monate. Für jede:n Fellow gibt es eine Kostenpauschale von 3.500 Euro pro Monat, ggf. können auch Reise- und Recherchekosten übernommen werden. Das Fellowship wird ermöglicht durch die Madsack Stiftung und Olin. Am Mittwoch, 2. September, laden Lokaljournalismus-Projektleiterin Maria-Mercedes Hering und Journalist Georg Mascolo zu einem Info-Call ein, bei dem sie Fragen zum Fellowship und zur Bewerbung beantworten (hier anmelden zum Info-Call).

In knapp drei Wochen: SciCAR-Konferenz in Dortmund

Am 17. und 18. September findet die zehnte Ausgabe der SciCAR statt. In 24 Sessions mit rund 40 Speaker:innen aus Journalismus, Wissenschaft und Entwicklung/Programmierung kannst Du neue Methoden ausprobieren, frische Perspektiven kennenlernen und praktische Werkzeuge für Deinen Redaktionsalltag mitnehmen. Den Auftakt macht die italienische Wissenschaftsjournalistin Elisabetta Tola. In ihrer Keynote zeigt sie, wie Journalist:innen und Forschende bei investigativen Recherchen zusammenarbeiten können. Die zweite Keynote hält Rahul Bhargava, US-amerikanischer Professor mit dem Schwerpunkt „Journalismus, Art and Design“, zur Ausbildung von Datenjournalist:innen im Zeitalter der KI. Fünf Schwerpunkte ziehen sich durch das Programm: Recherchieren mit KI, Daten verstehen, Grenzen überwinden, Politik übersetzen und Workflows automatisieren. NR-Mitglieder zahlen 50 statt 100 Euro, Verpflegung inklusive. Weitere Infos und Tickets gibt es hier.

Weiterer Hörtipp zum IFG

In der 45. Folge des DJV-Podcasts „Ohne Block und Bleistift“ sprechen der erste Vorsitzende von Netzwerk Recherche, Daniel Drepper, und Jonas Seufert von FragDenStaat über die geplanten Änderungen des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG). Im Gespräch benennen sie nicht nur die Gefahren, die durch die geplanten Einschränkungen entstehen, sie erläutern auch die Bedeutung des IFG für investigativen Journalismus und verweisen auf wichtige Recherchen zur staatlichen Kontrolle, die in der Vergangenheit erst mithilfe des Gesetzes möglich wurden.  

Online-Austausch: Berichterstattung über geschlossene Milieus 

Der Support Desk Lokale Recherche lädt zu einer neuen Austauschrunde in der Reihe „Wie macht Ihr das eigentlich?“ ein. Am Montag, 28. September, um 19 Uhr können Lokaljournalist:innen in diesem Format über die Berichterstattung zu geschlossenen Milieus diskutieren. Mit dabei sind Patricia Huber (OVB Media), Alexander Kalski (Ostsee-Zeitung) und Steffen Krapf (freier Journalist), die bereits über Rechtsesoterik und Neonazis in der Kampfsportszene berichtet haben. Nach einem kurzen Input zu diesen Recherchen sind alle Lokaljournalist:innen eingeladen, ihre Erfahrungen und Tipps zu teilen. Zur Anmeldung geht es hier, mehr Informationen zur Veranstaltung stehen hier.

Jetzt anmelden für den Inspiration Day

Wie kann ich mit Live-Formaten meine Community begeistern oder gut vernetzt lokale Recherchen umsetzen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es beim Inspiration Day am 9. September in Babelsberg. Das MIZ Babelsberg, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg und Netzwerk Recherche wollen gemeinsam neue Impulse für den Lokaljournalismus der Zukunft geben und präsentieren in acht Workshops Projekte, Tools und Methoden aus ihren Förderprogrammen. Die Teilnahme am Inspiration Day ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Aus dem GIJN

Recherche des Monats: Femizide in Afghanistan

Die Medienorganisation Zan Times hat in Kooperation mit dem Guardian 231 Femizide in Afghanistan untersucht. Die Recherche verdeutlicht die dramatische Lage, in der Verbrechen von Männern durch den Staat vertuscht werden. Zan Times ist eine von afghanischen Frauen geführte Medienorganisation im Exil. Ihr Ziel: über Menschenrechtsverletzungen im von den Taliban kontrollierten Afghanistan zu berichten. Dabei arbeitet Zan Times mit einem Netzwerk afghanischer Journalistinnen sowohl innerhalb Afghanistans als auch im Exil zusammen.

Recherche-Leitfaden zu Kryptowährungen

Das GIJN hat in Zusammenarbeit mit dem International Consortium of Investigative Journalists einen umfassenden Leitfaden für die Berichterstattung zu Kryptowährungen erstellt. Der Leitfaden erläutert die Grundlagen der Blockchain und ihre Funktionsweise, bietet Tipps und Tools für die Nutzung von Open-Source-Netzwerken zur Rückverfolgung von Schwarzgeld und enthält zahlreiche Fallstudien aus aller Welt.

GIJN Masterclass: Historische Archive nutzen

In diesem Masterclass-Video vermittelt Journalist Tristan Ahtone praktische Techniken zur Nutzung historischer Archive und kolonialer Dokumente im investigativen Journalismus. Dabei gibt er Einblick in wichtige Strategien, um relevante Unterlagen zu finden, die passenden Archive zu nutzen und historische Dokumente mit aktuellen Daten zu verknüpfen.

Nachrichten

Reform des Nachrichtendienstrechts

Durch eine geplante Reform des Nachrichtendiensts sollen der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) neue Befugnisse erhalten. Reporter ohne Grenzen kritisiert in einer Stellungnahme u. a., dass der Schutz von Journalist:innen und ihren Quellen systematisch abgebaut werde. Zudem befürchtet die Organisation, dass die weitreichenden Befugnisse zur automatisierten Datenanalyse des BND den Quellenschutz gefährden könnten. Die Reform muss noch vom Bundestag beschlossen werden.

Pressefreiheit verteidigen – Correctiv startet Petition

Mit drei Forderungen wendet sich Correctiv an die Bundesregierung: Das Medienhaus mahnt erstens einen besseren Schutz vor digitaler Gewalt für Medienschaffende an. Zweitens fordert Correctiv, dass der Quellenschutz in der aktuellen Reform des Nachrichtendienstrechts gewahrt wird. Der dritte Punkt ist schon fast ein Evergreen der Medienpolitik: Die Regierung solle endlich Rechtssicherheit für den gemeinnützigen Journalismus schaffen – so wie es auch im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Um den wichtigen Anliegen Nachdruck zu verleihen, sammelt Correctiv mit einer Online-Petition auf seiner Webseite Unterschriften.

Handbuch gegen Einschüchterungsklagen

„No-SLAPP“ ist ein Netzwerk von journalistischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich gegen sogenannte SLAPPs (Strategic Lawsuits against Public Participation), also missbräuchliche Klagen, einsetzen. Ende 2026 erscheint ein Handbuch des Netzwerks zum Umgang mit SLAPPs. Bis dahin veröffentlicht die Initiative bereits einzelne aufeinander aufbauende Kapitel auf ihrer Website. Das Handbuch richtet sich an Betroffene, die konkrete Handlungsoptionen suchen, an Journalist:innen und Rechercheteams, die über SLAPPs berichten, und Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich gegen rechtliche Einschüchterung schützen wollen. 

Studie: Klassismus im Journalismus 

Eine von der Otto Brenner Stiftung geförderte Studie hat systematisch die soziale Herkunft von Volontär:innen und Journalistenschüler:innen in Deutschland untersucht und deren Bedeutung für die Rekrutierung und das berufliche Rollenverständnis analysiert. Grundlage der Studie ist eine bundesweite Online-Befragung von 250 Nachwuchsjournalist:innen. Die Ergebnisse zeigen: Personen aus akademischen Elternhäusern sind im journalistischen Nachwuchs überrepräsentiert, während solche aus nicht-akademischen Herkunftsgruppen seltener vertreten sind. Außerdem sind zentrale Ressourcen beim Berufseinstieg wie Praktika, freie Mitarbeit, Netzwerke und finanzielle Unterstützung sozial ungleich verteilt.

Inspiration Day 2026

Veranstaltungen, Preise & Stipendien

Tag des Auslandsjournalismus

Am 9. und 10. September kommen in München, im Redaktionsgebäude der Süddeutschen Zeitung, rund 200 Korrespondent:innen, Auslandsredakteur:innen und außenpolitische Fachleute zusammen, um aktuelle Fragen im Auslandsjournalismus zu diskutieren: Wie umgehen mit wachsendem Spardruck in den Redaktionen, der zunehmend schwierigen Sicherheitslage sowie den Einschränkungen der Pressefreiheit in vielen Teilen der Welt? Das gesamte Programm der Tagung gibt es hier. Tickets kosten 69 Euro, für Journalistenschüler:innen, Studierende und Volontär:innen ist die Teilnahme kostenlos.

Tutzinger Radiotage

Seit über 20 Jahren begleiten die Tutzinger Radiotage die Entwicklung des Radios. Auch in diesem Jahr geht es um aktuelle Fragen der Branche: Wie behält man den Überblick in Zeiten von Informationsüberlastung, KI-Transformation und gesellschaftlicher Polarisierung? Und: Wie bleibt man eine verlässliche Stimme für das Publikum? Die Tagung richtet sich an Medienschaffende in Praxis und Ausbildung aus den Bereichen Audio und Radio. Die Radiotage finden vom 14. bis 16. September in Tutzing statt. Zur Anmeldung geht es hier

Weiterbildung für Führungskräfte im Lokaljournalismus

Die neue Runde der VOCER Local Innovation News Academy (LINA) hat das Leitthema: Journalismus zwischen KI, Öffentlichkeit und Demokratie. Das Weiterbildungsprogramm richtet sich an journalistische Führungskräfte und Redaktionsverantwortliche im Lokaljouranlismus, um sie durch eine Phase wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Umbrüche zu begleiten. Das Programm findet in Kooperation mit dem Lokaljournalistenprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung statt und beinhaltet drei Online-Module sowie einen mehrtägigen Präsenzworkshop. Die Kosten für die Teilnahme betragen 200 Euro. Bewerbungen sind bis zum 18. September möglich. Bei hoher Nachfrage wird das Bewerbungsverfahren eventuell früher eingestellt.

Konferenz für Medienschaffende im Exil

Die Zahl der Journalist:innen, die im Exil in Deutschland leben und arbeiten, steigt. Einmal im Jahr lädt die Körber Stiftung deshalb zum Exile Media Forum, einer Konferenz für Medienschaffende im Exil, ein. Wie arbeiten Medienschaffende im Exil? Wie überprüfen sie ihre Quellen? Wie schützen sie sich im Exil vor physischen und digitalen Bedrohungen? Die Veranstaltung bietet Raum, um über Zukunftsthemen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Die Konferenz findet vom 13. bis 14. Oktober in Hamburg statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. 

Medien Zukunft Festival in Stuttgart

Am 17. Oktober findet das Medien Zukunft Festival der Hochschule der Medien Stuttgart statt. Das Festival richtet sich an Journalist:innen, Medienschaffende, Studierende, Volontär:innen sowie Schüler:innen und weitere Interessierte. Geplant sind Workshops, Talks und Networking rund um Journalismus, Storytelling, Podcasts, Video und Medienkompetenz. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Tickets für Podcast-Konferenz

Bei der Podcast-Konferenz „So Many Voices“ kommen Podcast-Macher:innen für Workshops zusammen und diskutieren zudem aktuelle und Zukunfts-Fragen der Branche. Die Konferenz findet am 20. und 21. November in München statt. Tickets gibt es ab 50 Euro.  

Stipendium für Journalist:innen mit Migrationsbiografie

Die Deutschlandstiftung Integration und Der Spiegel vergeben erneut das Geh-deinen-Weg-Journalismus-Stipendium. Das Stipendium richtet sich an deutschsprachige Nachwuchsjournalist:innen mit eigener oder familiärer Migrationsbiografie. Das einjährige Stipendium ist eine ideelle Förderung. Stipendiat:innen erhalten Unterstützung in Form von Mentoring, Seminaren und Hospitationen. Bewerbungsschluss ist der 31. August.

Förderung für etablierte Medienunternehmen

Der Transition Accelerator des International Press Institute ist ein achtmonatiges Programm für etablierte, redaktionell unabhängige Medien in Europa, die u. a. neue Einnahmequellen erschließen, ihre Strategie weiterentwickeln oder den Einsatz neuer Technologien testen möchten. Für entsprechende Investitionen stellt das Programm Fördermittel in Höhe von bis zu 25.000 Euro zu Verfügung. Darüber hinaus werden die Redaktionen acht Monate lang von Expert:innen geschult und individuell beraten. Eine Bewerbung ist noch bis zum 9. September möglich. 

Fellowship für internationale Meeres-Recherchen

Die Norwegian Development Aid Agency vergibt zusammen mit dem Pulitzer Centerdas Ocean Reporting Network Fellowship für freie oder festangestellte Journalist:innen, die über ein Jahr hinweg eine fundierte investigative Recherche zu Meeres- und Küstenthemen durchführen möchten. Bis zu acht Fellows erhalten ein erfahrungsabhängiges Gehalt sowie bis zu 10.000 US-Dollar für Recherchekosten. Hinzu kommen redaktionelle Begleitung, Trainings und Unterstützung durch das Data-and-Research-Team des Pulitzer Center. Bewerber:innen benötigen die Unterstützung einer Redaktion. Eine Bewerbung ist bis zum 14. September, 5:59 Uhr MESZ möglich. Eine „Ask Me Anything“-Session zum Fellowship findet am 1. September um 18 Uhr MESZ statt.

Geld vom Fund for Investigative Journalism

Der Fund for Investigative Journalism vergibt Fördermittel für Recherchevorhaben, die Missstände wie Korruption, Amtsvergehen oder Machtmissbrauch im öffentlichen oder im privaten Sektor aufdecken. Am 14. September endet die Bewerbungsfrist für zwei fortlaufende Förderprogramme. Mit den Regular Grants werden Recherchen mit bis zu 10.000 US-Dollar gefördert. Bis zu 2.500 US-Dollar gibt es im Rahmen des Seed Funding für Vorrecherchen, die zu umfassenden Untersuchungen führen können. Weitere Infos zu den Förderungen und zur Bewerbung gibt es hier.

Förderung für gemeinwohlorientierte Medienorganisationen

Der Media Forward Fund vergibt Growth Grants von bis zu 400.000 Euro an gemeinwohlorientierte Medienorganisationen, die ihre finanzielle Tragfähigkeit stärken und ihre Arbeit mit dem Schwerpunkt Wissenschafts- oder Datenjournalismus nachhaltig weiterentwickeln möchten. Ziel der Förderung ist das Wachstum eines bei der Medienorganisation bereits bestehenden Angebots, Formats, Vertriebswegs oder einer Erlösquelle. Der Bewerbungszeitraum ist vom 7. bis 18. September 2026. Alle Informationen zu den Fördervoraussetzungen und dem Bewerbungsprozess findet ihr hier. Am 7. September findet zudem ein Online-Info-Event statt.

Studienbegleitende Journalismusausbildung des ifp

Das Institut für publizistische Ausbildung (ifp) in München unterstützt mit einer studienbegleitenden Ausbildung Studierende, die parallel zu ihrem Studium berufspraktische Erfahrungen im Journalismus sammeln möchten. Begleitend zum Studium absolvieren Teilnehmende des Programms eine fundierte Ausbildung in den Bereichen Audio, Video und Text. Das Programm ist für alle Studierenden unabhängig vom Studienfach offen. Interessierte können sich bis zum 20. September bewerben.

Förderung für Innovationen in der Medienbranche 

Das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) fördert innovative technische Ideen für den Journalismus oder die Medienbranche. Projekte werden mit bis zu 40.000 Euro gefördert. Darüber hinaus gehören individuelle Coachings, die Integration in das Netzwerk des MIZ, ein Co-Working-Space und Zugang zu Online- und Audiostudios zum Programm. Eine Bewerbung ist noch bis zum 27. September möglich. 

Medienpreis zu Tuberkulose

Das Deutsche Zentralkomitee gegen Tuberkulose (DZK) zeichnet herausragende journalistische und künstlerische Arbeiten zum Thema Tuberkulose aus. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und würdigt Beiträge, die sich darum bemühen, das Verständnis für die Krankheit zu fördern. Zu den Kriterien für eine Auszeichnung zählen aktuelle gesellschaftliche oder fachliche Relevanz sowie eine medizinisch und sachlich korrekte Darstellung des Themas. Die Beiträge können bis zum 31. Oktober beim DZK eingereicht werden.

Fortbildungen

Zum Schluss

All Eyes On: Lokaljournalismus im September

Bereits zum zweiten Mal lobt Netzwerk Recherche gemeinsam mit der Madsack Stiftung und Olin gGmbH ein Fellowship für Lokale Recherchen aus. Am 2. September findet hierzu ein Info-Call statt, der Raum für Fragen bietet. Wer Lust auf Austausch mit anderen Lokaljournalist:innen hat, kann am Montag, 28. September, an der nächsten Online-Veranstaltung der Reihe „Wie macht Ihr das eigentlich?“ teilnehmen. Nach einem Input von Kolleg:innen steht der Raum für Diskussion und Austausch zu Berichterstattung in geschlossenen Milieus offen. 
Zusätzlich gibt es jederzeit die Möglichkeit, den Support Desk Lokale Recherche – unsere Anlaufstelle für Lokaljournalist:innen – zu kontaktieren. 
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