24. Mai 2012 – Wolfram Weimer

Das Grundproblem des heutigen Journalismus: Gefallsucht und Mitteismus

Wenn Bild und Süddeutsche Zeitung sich früher zankten, dann ging es um Politik, um rechts und links, um oben und unten in der Gesellschaft. Wenn sie sich heute streiten, dann geht es um einen Preis, um Ruhm und roten Teppich, um oben und unten – auf der Bühne. Die Debatte um den Henri-Nannen-Preis entlarvt weniger alte Ressentiments als neue Eitelkeiten.

Das Problem beginnt damit, dass wir Journalisten überhaupt Preise haben wollen. Im Grunde sollte uns das wesensfremd sein – so wie Polizisten, Richter und Notärzte auch keine Preise für ihre Arbeit wollen sollten. Wir sind eine Instanz der Unabhängigkeit, der Kritik, der Machtkontrolle, der Distanz zu Bühnen. Wir werden gebraucht, wenn wir Bühnenspiele hinterfragen und uns unbeliebt machen. In den letzten Jahren aber, wollen sich immer mehr von uns beliebt machen – auch jenseits der Preisverleihungen. Die Aufmerksamkeitsökonomie und ihre Währung „Beliebtheit“ ist für den politischen Journalismus ein süßes Gift. Wenn Giovanni di Lorenzo davon berichtet, dass man früher für die Talkshows nach den Schwachpunkten der Gäste und kritischen Ansätzen gefahndet habe, heute aber vor allem nach dem Unterhaltungs- und Stimmungswert frage, dann ist das ein Alarmsignal und verweist auf ein grundlegendes Problem.

Wir etablieren im Journalismus zusehends eine seltsame Hierarchie von Wichtigkeiten, die die kritische Intelligenz immer geringer schätzt, die affirmative höher und die inszenatorische am höchsten. Das Entlarvte ist uns zusehends weniger wert als das Erzählte und noch weniger als das Unterhaltende.
Reporter und Rechercheure, Kritikaster und Kämpfer gegen das Falsche – die konzentrierte Sphäre der journalistischen Integrität, die altmodischen Wahrheitssucher also haben Qualitätsmedien groß und vor allem wichtig gemacht. Es gab dereinst sogar einen Kampf um Wahrheit und Wirklichkeit, woraufhin Journalisten einander über Inhalte Feinde werden konnten. Vorbei. Heute wollen wir häufig eines: gefallen. Die Welt der Bühne hat die der Kulisse als Sehnsuchtsort abgelöst. Man mag die Possierlichkeit der Postmoderne, den Druck der Internetrevolution und den Triumph des Unterhaltungsjournalismus dafür schelten. Die Folgen sind jedenfalls unübersehbar. Unser Beruf wird zusehends von einer kulturellen Haltung des Spielerischen, des Unernstes, der Eitelkeiten geprägt, weil wir die Hierarchie der Wahrheiten durch eine Hierarchie der Gefälligkeiten ersetzen.

Wenn aber das Kleid des Marketings den Journalismus umschmeichelt, wenn wir immer weniger auf das hören, was einer zu sagen hat, als auf das, wie und wo und vor wie vielen er es sagt, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass der Journalismus eine ähnliche Glaubwürdigkeitskrise wie die Politik erleidet. Die Menschen durchschauen unser schillerndes Äußerlichkeitskleid als lichtes Nachthemd.

Die wichtigste Ursache der journalistischen Krise liegt in der Auflösung von Wahrheiten zu diskursiven Konsensen. Wir fragen immer weniger danach, was wir für richtig halten, sondern danach, was andere für richtig halten könnten. So stützt sich die Politik am liebsten auf Umfragen, die Wirtschaft orientiert sich an der Marktforschung und der Journalismus huldigt der Wohlfühl-Unterhaltungs-Quote. Alles nachvollziehbar – nur zahlen wir mit diesen chamäleonhaften Techniken der Vermittung unseres Bewusstseins einen Preis der opportunistischen Verflachung.

Die Mode der Wahrheitsfindung durch diesen Mitte-ismus schien anfangs eine erfrischende Befreiung von den bleiernen Kämpfen der ideologischen Zeit. Inzwischen ist sie für den Journalismus wie ein Verrat an sich selbst. Wenn sich nämlich in immer mehr Diskursen alle auf einem winzigen Fleck konsensualer Mitte versammeln, dann wird es argumentativ ziemlich eng, dann werden nötige Debatten durch Wohlfühlplatitüden ersetzt. Denn der Drang in die politisch korrekte Mitte erzeugt einen Journalismus, der sich massen- und mehrheitskonform seicht dahin biegt. Wir haben hernach in vielen Debatten von der SZ bis zur Bild, von der FAZ bis zum Spiegel gleiche Meinungen.

Abweichlertum, Originalität, Eigenheit wirken in dieser superkonformen Medienwelt der Vollkaskomeinungen wie Antiquitäten aus längst versunkenen Zeiten. Man gibt sich eben auch als Journalist lieber geschmeidigen Netzwerken hin, Meinungstrends und Stimmungs-Communities, weil sie kollektive Bande einer Welt sind, die die Wahrheit fürchtet wie der Chorknabe das Solo. Am Ende streitet man nicht mehr um eine Sache, sondern um eine Äußerlichkeit, nicht mehr um Politik, sondern um Preise. Schade eigentlich. Denn wenn Pestalozzi Recht hat („Die Masse und der Staat haben keine Tugend, nur das Individuum hat sie!“), dann wird der einzelne Journalist als kritische Instanz gebraucht. Egal ob er bei der Bild oder bei der SZ arbeitet und ob er bei Preisen leer ausgeht. Vielleicht sogar dann erst Recht.

Wolfram Weimer, 47, war Chefredakteur des Focus und ist heute Besitzer der Börse am Sonntag. Seine neues Buch „Heimspiel“ ist eine Realsatire auf den politisch-medialen Betrieb.

22. Mai 2012
 – Michael Fröhlingsdorf

Die Causa Wulff ist das Gegenteil einer 
erfolgreichen investigativen Recherche

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Zwei Journalisten erhalten vertrauliche Hinweise über merkwürdige Finanztransaktionen des berühmtesten Politikers im Land. Der Mann, so heisst es, sei pleite, und habe sich von einem Gönner aus der Wirtschaft kaufen lassen. Die knallharten und unbestechlichen Medienleute recherchieren und ecken den Fall auf. Der Politiker muss zurücktreten. Die Journalisten werden berühmt und erhalten den renommiertesten Journalistenpreis des Landes.
Die Wirklichkeit verhält sich in der Causa Wulff allerdings ganz anderes: Der vertrauliche Hinweis, dem „Bild“, aber auch „Stern“ und „Spiegel“ nachgingen, erwies sich als blanker Unfug. Die investigative Recherche scheiterte kläglich. Wulff trat auch nicht wegen der journalistischen Enthüllung zurück. Und selbst der „Henri“, mit dem die beiden „Bild“-Journalisten ausgezeichnet wurden, hat einen besseren Ruf als er tatsächlich verdient.
Die Nannen-Jury begründete die Auszeichnung der „Bild“-Recherche auch mit der „Fallhöhe“. Das klingt merkwürdig inkonsequent. 2011 ist beispielsweise eine Kollegin für eine Artikelserie ausgezeichnet worden, die in anderen Medien so gut wie keinerlei Widerhall gefunden hat. Schlimmer noch, der damalige Hauptinformant erschien Kollegen ls zu windig, um auf ihn eine Geschichte zu stützen.
Ebenso abenteuerlich war diesmal zumindest der Hinweis, der die Recherche auslöste. Christian Wulff soll sich sein eher bescheidenes Klinkerhaus in Grossburgwedel von Carsten Maschmeyer finanziert haben lassen. Dass Wulff knapp bei Kasse war, wussten in Hannover viele. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass er sich das Geld ausgerechnet vom schillerndsten Multimillionär ganz Niedersachsens schenken lassen würde?
Dennoch versuchten „Bild“, „Stern“ und „Spiegel“ diese Geschichte zu recherchieren. Doch schon beim Grundbuchamt war Schluss mit der investigativen Recherche. Die Behörde verweigerte jede Einsichtnahme. Der Spiegel klagte durch alle Instanzen, bekam schliesslich Recht – und war doch anschliessend so schlau wie zuvor. Das Grundbuch gab nichts her. Wulff hatte eine Buchgrundschuld auf seinen Namen eintragen lassen, immerhin höher als der Wert des Hauses, was dafür sprach, dass er über kein Eigenkapital verfügte. Später, so ging aus den Eintragungen hervor, kam die BW-Bank ins Spiel. Aber keine Spur von Maschmeyer oder einem anderen Gönner.
Was also tun? Verdeckt weiter recherchieren, auf andere Quellen hoffen? Oder den Beteiligten selber fragen – und so die bislang verdeckte Recherche gegenüber dem Betroffenen aufdecken? Der „Spiegel“ wartete ab, „Bild“ und „Stern“ entschieden sich fürs direkte Fragen. Sie fragten Wulff selber nach einem möglichen Geldgeber.
Ein solcher Weg ist eigentlich nur vielversprechend, wenn man gegen den Verdächtigten schon einige „Beweise“ in der Hand hat. Denn wieso sollte etwa Wulff einräumen, dass er sich von Maschmeyer hat kaufen lassen? Jedenfalls hatten „Bild“ und „Stern“ Glück, dass Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker einer fatalen Fehleinschätzung erlag. Er offenbarte den Namen des Geldgebers, weil er glaubte, damit die ganze Geschichte aus der Welt schaffen zu können. Denn mit Maschmeyer hatte die Finanzierung bekanntlich nichts zu tun.
„Bild“ wusste mit der Info nichts Richtiges anfangen. Sie schwurbelte dann in der Überschrift von „Wirbel um Privatkredit“, und schob den Artikel nur an den Rand der Titelseite. Ein Erfolg zwar, aber nicht der erhoffte.
Den Verdacht, dass die Eheleute Geerkens, die wohl tatsächlich bezahlt haben, von dem Geschäft profitierten, konnte niemand belegen. Auch, wie es zu der Umschuldung zur BW-Bank kam, blieb im Dunkel – wie fast alle weiteren Umstände im Fall Wulff.
Der Bundespräsident beklagte sich im Fernsehen, die Journalisten hätten hunderte Fragen gestellt. Nachprüfbar beantwortet hat er nur eine einzige: die Frage nach dem Kreditgeber Geerkens.
Auch sonst brachte die investigative Recherche nicht viel zustande. Mal beschäftigten sich die Medien miteinander, wie im Fall von Wulffs Mailbox-Anruf. Mal nahmen sie die Ex-Ehefrau Wulffs ins Visier, weil ihr ein ehemaliger Nachbar Wulffs einen Job verschafft habe. Als ob die arme Frau nicht auch in dem Haus gewohnt und den Mann ebenfalls gekannt hätte. Zu guter Letzt inszenierte sich „Bild“ noch selbst, als das Blatt mit Wulff nach Italien reisten und ihn über den „Rubikon“ begleiten konnte.
Ganz aus dem Blick geriet dabei, weshalb Wulff tatsächlich zurücktrat. Die zunächst zögerliche Staatsanwaltschaft Hannover beantragte die Aufhebung seiner Immunität. Den Schritt hatte aber nicht etwa ein „Bild“-Bericht ausgelöst. Die niedersächsische Staatskanzlei übergab den Ermittlern Akten über ein Bürgschaftsgeschäft mit dem Filmunternehmer Groenewold. Diese Papier hat kein Journalist aufgespürt oder je zu sehen bekommen. Für die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft war dies jedoch
ein Signal.
Die Wahrheit ist nämlich: Die Diskussion um Wulff wurde für seinen Nachfolger David McAllister im heraufziehenden Landtagswahlkampf zu riskant. Womöglich hätte ein Untersuchungsausschuss tatsächlich Unangenehmes herausfinden können.
Der letzte Akt blieb dennoch „Bild“ vorbehalten. Die Kollegen vom Boulevard schafften, woran anderen Medien zuvor scheiterten: Die drängten den ermittelnden Staatsanwalt, der eigentlich zu seinem Schutz anonym bleiben wollte, ein Foto von sich und seinen Lebenslauf preis zu geben. Hätte er das nicht getan, hätte Bild in seiner Nachbarschaft, bei Kollegen und Freunden recherchiert. So aber konnte das Blatt einen nicht gerade preisverdächtigten Bericht über den „mutigen Staatsanwalt“ bringen.

Michael Fröhlingsdorf ist Spiegel-Redakteur mit Schwerpunkt Niedersachsen.

21. Mai 2012 – 
Johannes Ludwig

Investigativ bedeutet: dranbleiben und nicht aufgeben

Was da derzeit an Auseinandersetzungen läuft, ist geradezu klassisch. Lernt jeder Management-Student im ersten Semester: Wenn man bei (sehr) unterschiedlichen Gruppenmitgliedern vorher keine klaren Spielregeln festlegt, kommt es (schnell) zum Streit.
So wie man Pressefreiheit nicht teilen kann, also etwa Freiheitsrechte nur für die ‚guten‘ Medien einräumt, nicht aber für die weniger guten oder gar für die ‚schlechten‘, und so wie unsere Karlsruher Verfassungshüter dies aus gutem Grund praktizieren, ist es auch mit dem „investigativen“ Journalismus. Oder auch anderen Genres. „Investigativ“ definiert sich über klare Kriterien – egal, wer sie anwendet. Trotz klarer Definition(en) kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten über deren Interpretation im Einzelfall geben. Wer sich beispielsweise anschaut, wer in den fragliche(n) Jury(s) sitzt und entscheiden darf, merkt schnell, dass diese unterschiedlicher nicht besetzt sein könnten. Allein Helmut Markwort und Georg Mascolo stehen für (sehr) unterschiedliche Nachrichtenmagazinkonzepte – Focus-Leser sind keine SPIEGEL-Leser und umgekehrt: Was für die Gesellschaft „relevant“ ist oder nicht, das definieren beide (sehr) unterschiedlich.
Genau das aber ist – zumindest in der Kommunikations- und Medienwissenschaft – ein weiteres, ganz entscheidendes Merkmal für „investigativen Journalismus“ – im Gegensatz zum Sensationsjournalismus oder Paparazzi-Praktiken.
Die Wulff-Affäre ist ganz ohne Zweifel „relevant“. Deswegen lässt sich die Frage, ob die BILD-Zeitung „investigativ“ recherchiert hat und zu Recht auf der Liste der Kandidaten stand, nur darüber festmachen, ob sie ordentlich „investigativ“ gearbeitet hat. Mir liegen die Rechercheprotokolle nicht vor. So wie ich das aber verstanden habe, war es der SPIEGEL, der sich durch alle Instanzen geklagt hat, um ein Recht einzufordern, mit dem die Wirtschaftswoche bereits im Jahr 2000 zuvor einen juristischen Sieg davongetragen hat, nämlich dass Journalisten in Grundbücher Einblick nehmen dürfen. Investigativ bedeutet eben auch: dranbleiben und nicht aufgeben, auch wenn’s schwierig oder zeitraubend wird.
Allenfalls hier könnte sich eine ‚Schwachstelle‘ verbergen, denn BILD war ja nicht von Anfang an auf der kritischen Spur von Wulff. Und über ihren Richtungswechsel hat sie wenig kommuniziert. Aber da sind wir wieder bei den Spielregeln der Jury, die es offenbar so nicht gibt. Und deshalb sollte diese Henri-„Affäre“ Anlass sein, hier Klarheit zu schaffen, auch wenn das regelmäßig schwieriger ist, so etwas a) im Nachhinein und b) auch noch im Konsens zu tun. Wenn selbiges nicht gelingen sollte, könnte man darüber nachdenken, die Gruppenmitglieder in Gestalt der Jury auszutauschen, einen Neustart sozusagen ausprobieren.
Zu solchen neuen Usancen könnte auch gehören, detaillierter zu begründen, auch Dritten gegenüber, warum der eine einen Henri zugesprochen bekommt und warum ein anderer nicht. Das muss nicht immer in der Ausführlichkeit geschehen, wie die Kandidaten dies der Jury gegenüber tun, schon aus Gründen des Informantenschutzes wegen. Aber trotzdem ist es auch für Außenstehende regelmäßig hochinteressant und spannend, nicht nur die Geschichte, sondern auch ihr Making-of zu kennen. Dies ist die Erfahrung, die wir seit fast zehn Jahren bei der (ausführlichen) Dokumentation des „Wächterpreises der Tagespresse“ machen (www.ansTageslicht.de/Waechterpreisarchiv). Mittels Transparenz bzw. besser gesagt: über die Vollständigkeit und das bessere Verstehen einer Geschichte durch Kenntnis, wie sie entstanden ist und warum dieses so schwierig war, sie zu recherchieren, ließe sich übrigens auch mehr Akzeptanz generieren: für solche Geschichten, aber auch für die Einsicht eines fairen Kostenbeitrags des Lesers oder Users. Aber das ist ein (ganz) anderes Thema …
Zurück zur Henri-„Affäre“: Ich denke, jene, die „Probleme“ haben, dass sie sich einen Preis mit der BILD teilen müssten, sollten dies journalistisch ein wenig sportlicher angehen. 2004 beispielsweise wurde der erste „Wächterpreis“ dem Berliner Tagesspiegel und der BILD-Zeitung (Redaktion Frankfurt/M.) zuerkannt – für eine Geschichte, an der beide gleichermaßen erfolgreich ‚dran‘ waren (www.ansTageslicht.de/Folterdrohung).
An diesem Umstand haben sich damals weder der Tagesspiegel gestört noch Leyendecker und Richter, als letztere drei Jahre später, 2007, einen Wächterpreis zugesprochen bekamen (www.ansTageslicht.de/CIA). Und ihn (sogar) in Empfang genommen hatten.

Johannes Ludwig, Jahrgang 1949, ist Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg.

18. Mai 2012 – Christoph Schwennicke

Bild ging die entscheidenden fünf Meter weiter

Es ist eine sehr seltsame Debatte, die da geführt wird zur Frage, ob es per se sein kann, dass die Bild-Zeitung einen renommierten Recherchepreis bekommen darf. Die Argumente der Gegner lassen sich so zusammenfassen: Erstens darf ein Schmutzblatt wie Bild nie einen ehrwürdigen Preis bekommen, und zweitens war das keine große Rechercheleistung, sondern ein geschnorrter Scoop.

Beide Argumente sind großer Unsinn. Bild ist nicht für seine Lebensleistung ausgezeichnet worden, sondern für die Meldung über einen fragwürdigen Hauskredit von Christian Wulff. Diese Geschichte löste eine weitere Recherchelawine aus, die den Bundespräsidenten am Ende unter sich begrub.

Ja, es ist richtig, dass der Spiegel die Tür aufgestoßen hatte, durch die die Bild-Leute dann gegangen sind. Ja, der Spiegel hatte lange und akribisch recherchiert und sich und damit auch anderen auf dem Rechtswege Einsicht in die entscheidenden Unterlagen verschafft.

Aber dann hat der Spiegel aufgehört, weil ihm die Sache mit dem anonymen Kreditgeber nicht komisch vorkam. Bild aber, Blut in der Nase, setzte nach und hatte Erfolg, sprich: fand heraus, dass es sich um Geld von Herrn Geerkens, einem befreundeten Unternehmer Wulffs handelte.

Ja, der Spiegel hatte hundert Meter mühsam, zurückgelegt, die entscheidenden fünf Meter weiter aber ging Bild. Diesem Umstand die Rechercheleistung abzusprechen ist schäbig. Wenn es einem Forscher eines Tages gelingt, Krebs zu heilen, dann hat er den Nobelpreis für Medizin sofort verdient, obwohl sein Forschungsdurchbruch auf hunderten von Jahren vorangegangener Forschung und den Erkenntnissen tausender Kollegen fußt.

Und das Argument, Bild sei zu schäbig, um einen ehrwürdigen Preis fällt auf jene zurück, die es aussprechen. Übrigens sind es durch die Bank Vertreter eine Generation und einer Geistesschule, die bei Bild und Springer immer noch Schaum vorm Mund haben wie tollwütige Hunde.

Auch gegen dieses Argument, nennen wir es das Vollmer-Argument, hilft ein einfaches Gedankenspiel. Nehmen wir an, ein verurteilter Mörder kommt nach seiner Entlassung an einen Unfallort und rettet einem Schwerverletzten per Erster Hilfe das Leben. Ist er nun ein Lebensretter, oder kann er das gar nicht sein?

Die Geschichte über Wulffs Haus in Großburgwedel war der Scoop des vergangenen Jahres. Bild hat diesen Preis zwangsläufig und zu Recht bekommen. Der Preis geht nicht in erster Linie an Bild als Zeitung, sondern an die Rechercheure und Autoren dieser Geschichte. Das ist alles völlig in Ordnung so. Wäre die Geschichte in den St-Pauli-Nachrichten gestanden oder in Super Illu, dann hätten die St-Pauli-Nachrichten oder die Super Illu diesen Preis ebenso zwangsläufig bekommen müssen.

Christoph Schwennicke, 46, ist Cicero-Chefredakteur.

17. Mai 2012 – Nicolas Richter

Warum wir abgelehnt haben

Im vergangenen Jahr hat der Schauspieler Ottfried Fischer in einem Interview von seinen Erlebnissen mit Bild erzählt. Als er einmal eine Affäre hatte, meldete sich ein Bild-Reporter bei ihm und sagte sinngemäß: „Wir haben hier ein paar Fotos, die Sie mit einem Bikini-Mädchen zeigen. Wir haben das jetzt erst mal vom Markt genommen. Was machen wir denn jetzt?“. Fischer sagte, da mache man jetzt gar nichts, denn sonst sei seine Ehe kaputt. Der Reporter soll nach Fischers Erinnerung geantwortet haben: „Das schreiben wir schon so, dass Ihre Frau nicht so einen großen Schreck bekommt.“

Die Bild gibt sich gerne nett. Wer es mit ihren Reportern zu tun bekommt, berichtet von höflichen, zuweilen sogar vorgeblich fürsorglichen Menschen. Ob man ein Exklusiv-Interview haben, oder gemeinsam eine schöne „home story“ machen könne, heißt es dann ganz unschuldig. So ähnlich hat Bild auch unlängst bei Fischer angefragt. Ob er sich nicht zu einem Abenteuer mit Prostituierten äußern wolle, bei dem er betrogen worden war und das Bild öffentlich gemacht hatte. In diesem Zusammenhang wies der Bild-Redakteur laut Anklage der Staatsanwaltschaft München darauf hin, dass er einen Film aus der Unterwelt besitze, der Fischer mit den Prostituierten zeige.

Fürsorge? Oder Nötigung? Oder eine Art journalistische Schutzgelderpressung? Schutzgelderpresser drohen nie offen. Sie kommen mit einem Goldfisch ins chinesische Lokal und erkundigen sich beim Wirt, ob er nicht gegen viel Geld den Fisch haben möchte. Das Restaurant sei doch so schön und der Fisch freue sich auch.

Ähnlich läuft es in manchen Niederungen des „People-Journalismus“: Niemand droht offen, aber die  Zwischentöne, Andeutungen oder guten Ratschläge werden von Prominenten immer wieder eindeutig verstanden – so, dass Gefahr im Verzug ist. Wenn Bild jemanden fallen lässt, dann fällt der oft sehr tief.

Ich habe es mit meinen Kollegen Hans Leyendecker und Klaus Ott abgelehnt, den Henri-Nannen-Preis für die beste Rechercheleistung mit Bild zu teilen, weil ich bestimmte Recherchemethoden der Bild ablehne. Ich möchte nicht mit einem Blatt geehrt werden, das im Privatleben von Prominenten oder Halbprominenten wildert, das die Schwächen oder Fehltritte von Schauspielern und anderen Sternchen ausnutzt, um an sogenannte Exklusiv-Interviews zu gelangen. Es geht nicht darum, sich moralisch oder intellektuell über „den Boulevard“ zu erheben, noch über alle Kollegen, die bei Bild arbeiten. Wir möchten uns aber von Recherchetechniken distanzieren, die zum Beispiel im Fall Fischer nach Strafprozessen in drei Instanzen noch immer unter dem Verdacht stehen, kriminell gewesen zu sein. Viele ähnliche Fälle soll es geben, aber sie erreichen die Justiz meist gar nicht. Fischer hat den Bild-Reporter vielleicht nur deswegen angezeigt, weil ihm die Huren-Artikelserie ohnehin schon seine Würde genommen hatte.

Bild gibt sich immer nett, und  neuerdings auch seriöser. Das nackte Mädchen ist von der ersten Seite verschwunden, Recherchen zu Afghanistan oder zum Bundespräsidenten wirken wie ein Bemühen, politisch ernst genommen zu werden. Manche behaupten jetzt, ein Journalistenpreis ermutige die Bild, auf diesem Weg voranzuschreiten. Sie übersehen, dass solche Preise kein Geschäftsmodell in Frage stellen, sondern es stärken. Das Geschäftsmodell der Bild ist es, mit Indiskretionen ohne jede gesellschaftliche Relevanz Geld zu verdienen. Auch mit Vorverurteilung, Häme, Bloßstellung. Zuweilen auch damit, dass Bild auf Leute eintritt, die schon am Boden liegen. Als das CIA-Entführungsopfer Khaled el-Masri Straftaten beging, nannte Bild ihn „irre“ und einen „durchgeknallten Schläger“. Das Landgericht Berlin hat Bild vorgeworfen, in der Redaktion suche man seinen wirtschaftlichen Vorteil bewusst darin, dass man die Persönlichkeitsrechte anderer verletze. Ähnliches steht in etlichen, stets folgenlosen Rügen durch den deutschen Presserat.

Investigativer Journalismus kann weh tun, er kann Karrieren beenden, er kann Mächtige stürzen, er kann Manager ihr Vermögen kosten, kann sie sogar ins Gefängnis bringen. Aber er darf Menschen nie ihrer Ehre, ihre Würde berauben.

Vorbildlich sind deswegen die Recherchen des britischen Kollegen Nick Davies, der im Guardian die hochgradig kriminelle Ausforschungs- und Bloßstellungsmaschinerie der Murdoch-Presse offengelegt hat. Davies hat den Henri-Nannen-Preis für Pressefreiheit verdient. Das ist eine tiefe, ganz persönliche Überzeugung. Eine ganz persönliche Entscheidung war es auch, den Recherche-Preis nicht zusammen mit Bild anzunehmen.

Nicolas Richter, 38, ist stellvertretender Ressortleiter für investigative Recherche bei der Süddeutschen Zeitung in München.

16. Mai 2012 – Christian Bommarius

Die Bild-Zeitung ist kein Journalismus

Manche Zeitungen leben von Exklusivberichten, andere von ihrem interessanten Lokalteil, die Bild-Zeitung ernährt sich von Rufmord, Manipulation und Lüge. Gäbe es keine Leser, die auf ihrer täglichen Ration üble Nachrede und Häme, nackte Brüste und Nutten-Inserate bestehen, bräche das Geschäftsmodell des Blattes schlagartig zusammen. Das ist kein polemisches Werturteil über die größte Zeitung der Republik, sondern die umgangssprachliche Übersetzung eines Revisionsurteils des Bundesgerichtshofs (BGH) von 1981, in dem die Richter im Boulevard-Blatt „Fehlentwicklungen eines Journalismus“ erkannten, der die Aufgabe der Presse und deren Verantwortung aus dem Auge verloren habe. Die Entscheidung – obwohl über dreißig Jahre alt – ist noch immer aktuell. Es genügt ein Blick in eine beliebige Ausgabe, um sofort zu erkennen, dass alle tatsächlichen oder vermeintlichen Versuche des Springer-Verlags und der Chefredaktion, dem Blatt den Gossengeruch auszutreiben, zum Scheitern verurteilt sind. Denn die Gosse ist – wie es Gerhard Henschel vor ein paar Jahren eindrücklich beschrieb – nicht nur die Geschäftsgrundlage und das Hauptbetätigungsfeld der Bild-Zeitung, sondern ihre Herkunft, von der man sich im besten Falle distanzieren, aber niemals lösen kann. Mit anderen Worten: Die Bild-Zeitung ist kein Journalismus, sondern seine Perversion.

Daran ändert, nur nebenbei bemerkt, auch nichts der Hinweis, die gesamte Branche sei mittlerweile von der Liebe zum Boulevard ergriffen und die Bild-Zeitung in weiten Kreisen der bürgerlichen Welt als Tageszeitung anerkannt wie der Pornofilm als Betthupferl. Was das Letztere betrifft, so besagt das nichts über die gestiegene Qualität der Bild-Zeitung, aber einiges über die herabgesunkene Qualität des deutschen Bürgertums. Und was die Annäherung der gesamten Branche an den Boulevard betrifft: Die Entwicklung etlicher Medien – nicht nur im Fernsehen, zunehmend auch in Zeitungen – lässt sich kaum bestreiten, aber ebensowenig bestreiten lässt sich der Unterschied von Boulevard und Gosse. Auf dem Boulevard flaniert, wer dem Schmutz des Rinnsteins entkommen will.

Es gäbe überzeugende Gründe, die Bedingungen für die Teilnahme am Henri-Nannen-Preis um den Satz zu ergänzen: „Ausgeschlossen von der Teilnahme sind Mitglieder der Redaktion der Bild-Zeitung.“ Warum das nicht geschehen ist, kann nur vermutet werden. Denkbar ist die begründete Befürchtung der Preis-Ausrichter, sich mit einer „Lex Bild“ eben dem Vorwurf auszusetzen, den sie bei anderer Gelegenheit dem „Drecksblatt“ (Leyendecker) machen – unliebsame Personen und Einrichtungen bedenkenlos öffentlich in die Tonne zu treten. Wahrscheinlich aber spielte vor allem die Erwartung eine Rolle, kein Bild-Redakteur würde jemals eine journalistische Arbeit in einer der fünf Kategorien zustande bringen, die einer Jury, der Lichtgestalten und Sprachathleten wie Ulrich Reitz und Helmut Markwort angehören, preiswürdig erscheinen könne. Wäre es so, dann hätte sich die Hybris in diesem Jahr fürchterlich gerächt.

Ob der von der Jury ausgezeichnete Beitrag zweier Bild-Redakteure tatsächlich die „Beste investigative Leistung“ des deutschen Journalismus im Jahr 2011 gewesen ist, steht hier nicht zur Debatte. Anders die Frage, ob die Teilnahme am Henri-Nannen-Preis Bild-Redakteuren erlaubt, ihre Auszeichnung aber allein mit der Begründung verweigert werden kann, ihr Beitrag sei in der Bild-Zeitung erschienen. Das ist natürlich Unsinn, vor allem aber handelt es sich offensichtlich um ein Scheinproblem. Würde ein Literaturpreis ohne besondere Teilnahmebeschränkungen zu dem Thema ausgelobt „Innenansichten eines Mörders“ und stellte sich später heraus, dass der poetischste, empathischste, kompromissloseste, überzeugend brutalste und deshalb von der Jury mit dem ersten Preis bedachte Beitrag von der Hand eines Mörders im Dunkel einer Zelle geschrieben worden ist, würde das Feuilleton die Authentizität des Textes und den Mut der Jury loben, und niemand – ausgenommen der Bund der Strafvollzugsbediensteten – würde die Preiswürdigkeit des Gerühmten bezweifeln. Warum sollte für Bild-Redakteure anderes gelten? Sie sind zuhause in der Welt der Lüge, des Zwielichts und der Manipulation, hier haben sie sich umgesehen und nach Ansicht der Jury am Beispiel Christian Wulffs Bemerkenswertes herausgefunden und beschrieben. Rühmen wir also die Authentizität des prämierten Beitrags und den Mut der Jury.

Christian Bommarius, Jahrgang 1958, ist Autor der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.

12. Mai 2012 – Oliver Schröm und Markus Grill

Nach Nannen-Eklat: Zeit zum Umdenken

Das netzwerk recherche, der Verein investigativer Journalisten in Deutschland, kritisiert die Vergabe des Henri-Nannen-Preises in der Kategorie „Investigative Recherche“. Der Jury des Nannen-Preises fehlt offenbar zum wiederholten Mal ein klares Verständnis für die journalistischen Kriterien. Im Fall der Auszeichnung der „Bild“-Zeitung verwechselt sie einen erfolgreichen „Scoop“ mit der besten investigativen Leistung.

„Investigativ arbeiten“ heißt nicht, wie die Jury offenbar glaubt, eine möglichst skandalträchtige Schlagzeile zu produzieren oder von anderen Medien möglichst oft zitiert zu werden. Das sind allenfalls Begleiterscheinungen. „Investigativ arbeiten“ heißt vor allem, ein gesellschaftlich relevantes Thema hartnäckig zu verfolgen, gegen Widerstände zu recherchieren, dabei neue Erkenntnisse zu gewinnen und sie verständlich zu präsentieren. Also journalistische Aufklärung im besten Sinne zu betreiben.

Die Aufdeckung der Hintergründe um den Privatkredit des Bundespräsidenten Christian Wulff durch die „Bild“-Zeitung war verdienstvoll und richtig. Dennoch war sie nach den oben genannten Kriterien nicht die beste investigative Leistung des vergangenen Jahres.

Wenn der Henri-Nannen-Preis seinem Selbstverständnis als wichtigster deutschsprachiger Journalistenpreis in Zukunft noch gerecht werden will, muss er seine Entscheidungsfindung ändern. Er sollte sich dabei am Pulitzer-Preis der USA orientieren. Ähnlich wie beim Nannen-Preis wählen in den USA zunächst fachlich qualifizierte Vorjurys diejenigen Artikel aus, die in die engere Wahl kommen. Die Hauptjury, die anschließend über die Vergabe entscheidet, besteht aber nicht wie in Deutschland aus 15 Chefredakteuren und Prominenten, sondern aus meist sieben Fachleuten pro Kategorie (beispielsweise erfahrene investigative Journalisten und frühere Preisträger). Über der Fachjury sitzt beim Pulitzer-Preis zwar noch ein Board, dass sich in der Regel aber an das Votum der Fachjury hält und nur in Ausnahmefällen eine andere Entscheidung trifft. Sowohl die nominierten Beiträge als auch die Zusammensetzung der Jury sind bis zur Bekanntgabe der Gewinner geheim, um Einflussnahme und Lobbying zu verhindern.

Dieses Verfahren führt dazu, dass beim Pulitzer-Preis Fachleute entscheiden und nicht Generalisten nach Gefühlslage oder Proporzdenken wie viel zu oft beim Henri-Nannen-Preis.

Oliver Schröm leitet das Team Investigative Recherche beim stern und ist Erster Vorsitzender von netzwerk recherche.
Markus Grill ist Reporter beim Spiegel und Zweiter Vorsitzender von netzwerk recherche.

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