Von Wallraff bis Rösler, von Mascolo bis Schirrmacher: Deutschlands größte Journalistenkonferenz fragt nach der Macht und Verantwortung der Experten in den Medien
Wie finanziert sich Journalismus in Zukunft? Wie unterscheidet man echte von vermeintlichen Experten? Warum fallen Journalisten auf gefälschte Wikipedia-Beiträge herein? Diesen und rund hundert weiteren Themen widmet sich die Jahreskonferenz der Journalistenvereinigung netzwerk recherche am 9. und 10. Juli im NDR-Konferenzzentrum in Hamburg. Zu den Referenten zählen FAZ-Herausgeber Dr. Frank Schirrmacher, die Chefredakteure Ulrich Reitz (WAZ) und Georg Mascolo (Spiegel), SZ-Investigativjournalist Hans Leyendecker, Wikileaks-Macher Daniel Schmitt, Medienkritiker Stefan Niggemeier, Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, ZDF-Moderatorin Maybrit Illner, ARD-Programmdirektor Volker Herres, sein ZDF-Kollege Thomas Bellut, TV-Produzent Friedrich Küppersbusch, Undercover-Reporter Günter Wallraff und viele andere mehr. Die Eröffnungsrede zur Lage des Journalismus hält in diesem Jahr die Publizistin Dr. Carolin Emcke.

Die Konferenz steht unter dem Motto: „Fakten für Fiktionen – Wenn Experten die Wirklichkeit dran glauben lassen“. Die Tagung soll aktuelle Konflikte und Probleme in den Medien analysieren, aber auch Lust auf Recherche wecken, praktisches Wissen vermitteln und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu ermuntern, sich aktiv in die Debatte über Stärken und Schwächen des Journalismus einzumischen.

Die Kooperationen mit dem „Reporter-Forum“ und dem Verband „Freischreiber“ werden auch in diesem Jahr fortgesetzt. Daneben kooperiert netzwerk recherche erstmals bei der Tagung mit „Reporter ohne Grenzen“. Die Journalistenvereinigung hat Kolleginnen und Kollegen aus Russland, China, Israel und Iran gewonnen, um auf der nr-Jahreskonferenz über Bedrohungen der Pressefreiheit zu sprechen. Insgesamt stehen rund 100 Podiumsdiskussionen, Workshops und Erzählcafés auf dem zweitägigen Programm.

Ein Höhepunkt des Kongresses rund um das Konferenzzentrum des Norddeutschen Rundfunks (NDR) ist die traditionelle Vergabe der „Verschlossenen Auster“ an den Informationsblockierer des Jahres. Der vom nr-Vorstand auserkorene Preisträger wird am 10. Juli gegen 14 Uhr bekanntgegeben. Die Laudatio hält Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung). Vergeben wird zudem der Peter-Hans-Hofscheider-Recherchepreis für Wissenschaftsjournalismus.

netzwerk recherche lädt alle interessierten Journalistinnen und Journalisten ein, an der Tagung teilzunehmen. Die Konferenz, die ehrenamtlich organisiert wird, ist das größte Kommunikationsforum von Journalisten für Journalisten. Das  Programm ist abrufbar. netzwerk recherche erwartet rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.