Newsletter Netzwerk Recherche 254 vom 27.02.2026
Liebe Kolleg:innen,
das Lokale hat innerhalb des Netzwerks Recherche im Lauf des vergangenen Jahres deutlich wachsende Aufmerksamkeit bekommen. Im Oktober wurde zum ersten Mal das Fellowship Lokale Recherche an sechs Kolleg:innen vergeben, seit November arbeitet Maria-Mercedes Hering beim Netzwerk und hat zum Jahresbeginn den Support Desk für Lokaljournalist:innen gestartet.
Das eröffnet für engagierte Lokaljournalist:innen Möglichkeiten, die es zuvor nicht gab und die ich mir in vielen Berufsjahren an der journalistischen Basis immer gewünscht habe. Fast noch wichtiger ist aber die Botschaft, die das Netzwerk Recherche damit ausgesendet hat: Das Lokale ist wichtig, es ist ein Fundament des Journalismus und qualitativ hochwertige journalistische Arbeit ist genau an dieser Stelle möglich und wünschenswert.
Diese Anerkennung hat mir lange Zeit mindestens genauso gefehlt wie praktische Unterstützung bei der Recherche, denn sind wir mal ehrlich: Glamourös ist die Arbeit bei einem lokalen Medium nicht, berühmt wird man – alleine durch die mangelnde Reichweite – eher selten. Dafür müssen viele Kolleg:innen unter größerem Zeitdruck und mit kleineren Teams arbeiten und oft wird von ihnen auch gar nicht verlangt, dass sie investigativ recherchieren, sondern eher dass sie möglichst viel Content in kurzer Zeit produzieren.
Wenn man im Lokalen auch die unangenehmen Themen auf den Tisch bringt, muss man sich darüber im Klaren sein, dass man die Protagonist:innen seiner Texte jederzeit treffen kann – im Supermarkt, im Fitnessstudio oder mit den Kindern auf dem Spielplatz.
Unter diesen Umständen hartnäckig zu bleiben und schwierige Themen anzupacken, ist eine großartige Leistung. Dass es dafür jetzt auch Unterstützung beim Netzwerk Recherche gibt, macht hoffentlich noch viel mehr tolle Geschichten im Lokalen möglich.
Eure
Silja Kummer
Siljas Tipps des Monats
Toxic Tantra – Machtmissbrauch und Manipulation im Yoga
Nach dem großartigen Podcast „Toxic Tantra“ in der BR-Reihe „Seelenfänger“ haben die Investigativ-Journalistinnen Christiane Hawranek und Katja Paysen-Petersen ein Buch (Toxic Tantra, Ullstein Verlag) zum Thema veröffentlicht, das sich sehr spannend liest. Es geht um die Yogasekte Atman, deren mittlerweile inhaftierten Guru Gregorian Bivolaru und darum wie auch in Deutschland Frauen manipuliert und sexuell ausgebeutet wurden.
Interview mit zwei Kollegen über deren Recherchen im rechten Milieu
So hartnäckig kann man im Lokalen an einem Thema dranbleiben: Im Kontext-Interview mit Oliver Stenzel erzählen Alexander Roth und Peter Schwarz, wie sie seit Jahren für den Zeitungsverlag Waiblingen über Rechtsextremismus im Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg) berichten. Übrigens: Lokaljournalist:innen, die mehr über die Arbeit von Alexander Roth erfahren möchten, können am 4. März beim ersten Termin der NR-Veranstaltungsreihe „Wie macht ihr das eigentlich?“ mit ihm ins Gespräch kommen – Details zu Veranstaltung siehe weiter unten

Aus dem Netzwerk Recherche
Schnell sein: Ticketverkauf für die NR26 läuft
Auch in diesem Jahr kommen Journalist:innen bei der NR-Jahreskonferenz in Hamburg zusammen, um über wichtige Themen, aktuelle Herausforderungen und Chancen des Journalismus zu diskutieren und sich zu vernetzen. Wer am 12. und 13. Juni 2026 dabei sein will, sollte sich beeilen: Die Tickets gehen aktuell so schnell weg wie noch nie! An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Wir geben alles, um die Tickets zur Konferenz so günstig und damit so zugänglich wie möglich anzubieten. Das bedeutet für uns allerdings einen finanziellen Kraftakt. Wenn es möglich ist, fragt deshalb doch gern Euren Arbeitgeber, ob er bereit ist, Eure Teilnahme mit einem Business-Ticket zu finanzieren. Weitere Infos dazu, wie Ihr uns unterstützen könnt, findet Ihr auf unserer Homepage. Wir freuen uns auf Euch!
Leuchtturm und Verschlossene Auster: Wir sammeln Vorschläge
Auch in diesem Jahr verleiht Netzwerk Recherche auf der Jahreskonferenz zwei Preise: Den Leuchtturm für herausragende publizistische Leistungen und den Negativpreis Verschlossene Auster für besonders hartnäckige Informationsblockierer:innen. Bis zum 31. März sammeln wir Vorschläge für Preisträger:innen und freuen uns über Einreichungen!
Support Desk Lokale Recherche mit Austausch zu AfD und Landtagswahlen
Im Januar ist unsere Anlaufstelle für Lokaljournalist:innen gestartet. Was den Support Desk Lokale Recherche immer wieder erreicht: Anliegen rund um die anstehenden Landtagswahlen und den Umgang mit der AfD im Lokalen. Wie berichten andere Lokaljournalist:innen über Programm und Personal, welche Formen wählen sie, welche Leitlinien setzen sie sich? Darüber wollen wir zusammen mit Antonie Rietzschel (Leipziger Volkszeitung) und Alexander Roth (Zeitungsverlag Waiblingen) am 4. März um 18 Uhr ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung ist der Start für unsere neue Reihe „Wie macht ihr das eigentlich?“, bei der sich Lokaljournalist:innen zu ihren Anliegen austauschen können. Den Auftakt veranstalten wir in Kooperation mit Correctiv.Lokal. Interessierte können sich bis zum 3. März um 18 Uhr anmelden.
Die Helpline auf Signal: Hilfe jetzt auch per Messenger
Die Helpline erweitert ihr Angebot und bietet ab sofort Beratung über die Messenger-App Signal an. „Mit der neuen Chat-Beratung möchten wir auch diejenigen erreichen, für die der Griff zum Telefon eine zu große Hürde darstellt“, sagt Malte Werner, Projektleiter der Helpline. Weil das Team der Helpline das Angebot nebenberuflich betreut, kann es vorkommen, dass Nachrichten nicht umgehend beantwortet werden. Wer mit der Helpline über Signal in Kontakt treten möchte, findet das Angebot in der Messenger-App unter journalisten_helpline.26 oder 01573 1874407 (Chats per SMS sind unter dieser Nummer nicht möglich).
Recherchestipendien: Erste Bewerbungsfrist im März
Zwei Mal im Jahr vergibt Netzwerk Recherche Stipendien für investigative Recherchen. Wir fördern originäre, investigative Vorhaben zu allgemeinen Themen und gemeinsam mit der Olin GmbH und Ecosia zusätzlich Vorhaben mit einem besonderen Fokus auf Umwelt, Klima und Biodiversität. Stipendiat:innen erhalten eine Förderung von bis zu 5.000 Euro und eine Begleitung durch erfahrene Mentor:innen aus dem Netzwerk. Alle Infos zu den Stipendien und zur Bewerbung gibt es auf unserer Homepage. Die erste Bewerbungsfrist in diesem Jahr ist am 31. März.
Geförderte Recherchen: The Female Company & Ausschluss aus dem Klassenzimmer
Ein Berliner Start-up inszeniert sich als feministische Vorzeigefirma – doch wie passt das Image zu internen Vorwürfen über Arbeitsbedingungen und einen mutmaßlichen Übergriff? Die Journalistinnen Romy Baierlipp, Leoni Bender und Angela Gruber haben monatelang zu The Female Company recherchiert. Die vom Netzwerk Recherche geförderte Recherche ist im Spiegel erschienen. Ebenfalls durch ein Stipendium gefördert wurde eine bundesweite Recherche von Janna Degener-Storr und Sarah Kröger: Sie zeigt, dass Kinder mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen offenbar immer wieder vom Unterricht ausgeschlossen werden – ein strukturelles Problem, das bislang kaum systematisch untersucht wurde. Veröffentlicht wurde die Recherche im Stern.
Aus dem GIJN
Internationale Recherche des Monats: Geheime Dokumente enthüllen Russlands Strategie zur Einflussnahme im Ausland
Diese Recherche von Forbidden Stories enthüllt ein von Russlands Auslandsgeheimdienst gesteuertes Netzwerk, das weltweit Desinformationskampagnen koordiniert. Die Reporter:innen konnten Aktivitäten auf drei Kontinenten nachweisen, die darauf abzielen, öffentliche Meinungen zu beeinflussen und russische Interessen im Ausland zu stärken.
Einsteiger:innenkurs für Investigativjournalismus: Jetzt bewerben
Das Global Investigative Journalism Network (GIJN) und die Ausbildungsinitiative von Incubator for Media Education and Development (iMEdD) bieten in diesem Jahr erneut einen kostenlosen Einführungskurs in den Investigativjournalismus an. Der Kurs besteht aus zehn Online-Workshops und Mentorships und zielt darauf, die Tools und Skills für tiefgehende Recherchen zu vermitteln. Die Kurse starten im Mai und Oktober und richten sich vor allem an Journalist:innen mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung und keinen bis wenig Erfahrungen im Investigativjournalismus. Bis zum 6. März könnt Ihr euch hier bewerben.
Webinar: Wie man wirkungsvoll Klimarecherchen umsetzt
In diesem vom Centre for Investigative Journalism (CIJ) organisierten Webinar „How Climate Investigations Get Results“ könnt Ihr euch Tipps von erfahrenen Reporter:innen zur Klimaberichterstattung holen. Die Investigativjournalist:innen erzählen zum Beispiel, wie sie die Klimakrise nicht nur als einzelnes „Thema“, sondern als ressortübergreifendes „Leitmotiv“ oder „Perspektive“ in der Berichterstattung fokussieren. Das Webinar ist kostenlos abrufbar.

Nachrichten
RSF-Report zur Lage der Pressefreiheit in Deutschland
Viele Journalist:innen in Deutschland erleben eine zunehmende Delegitimierung ihrer Arbeit – verstärkt durch politische Polarisierung, digitale Hetze und neue publizistische Formate, die Desinformation verbreiten. Das geht aus dem aktuellen Bericht von Reporter ohne Grenzen (RSF) zur Pressefreiheit in Deutschland hervor. Immer wieder führt die Polarisierung auch zu Angriffen auf Medienschaffende. Die gefährlichsten Orte für Berichterstattung waren 2025 demnach politische Versammlungen, besonders im rechtsextremen Umfeld. Auffallend: Lokaljournalist:innen waren öfter von Angriffen betroffen als andere. Das zeigt auch eine aktuelle Studie zur Bedrohung von Lokaljournalist:innen in Sachsen und Thüringen: Zwei Drittel der dafür befragten Journalist:innen berichten von körperlichen Angriffen bis zu Todesdrohungen.
Freischreiber hat ein neues Honorartool
Der Berufsverband Freischreiber hat eine neue Version seines Honorartools gestartet. Freie Journalist:innen können dort anonym Angaben zu Honoraren und zur Zahlungsmoral von Auftraggeber:innen machen. Die Umfrage erfasst aktuelle Vergütungen aus Print-, Audio-, Video- und Onlinemedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz und läuft noch bis zum 1. April. Auch Nicht-Mitglieder können teilnehmen. Die gesammelten Daten sollen im Sommer ausgewertet und veröffentlicht werden. Ziel ist es, mehr Transparenz über übliche Zeilen-, Seiten-, Minuten- oder Stundensätze zu schaffen und damit die Verhandlungsposition freier Journalist:innen zu stärken.
Bericht zu Chancen des Fediverse für den Journalismus
Mastodon, Fediverse, neue soziale Medien: Was ändert sich gerade im Bereich Social Media – und wie können Journalist:innen das für sich nutzen? Diesen Fragen sind das SWR X Lab, das Media Lab Bayern und sechs Fellows im Rahmen des Förderprogramms „Reinvent Social Platforms“ nachgegangen. Ihre Antworten haben sie in einem ausführlichen Report veröffentlicht. Der Bericht vereint verschiedene Perspektiven auf das Fediverse – ein dezentral organisiertes Netzwerk ohne übergreifende Anbieter – und zeigt, wie es für den Journalismus eine lohnende Alternative zu den Social-Media-Monopolisten Twitter/X, Instagram und Facebook sein könnte.
Phishing-Versuche auf Signal
Seit mehreren Wochen finden gezielte Phishing-Versuche gegen Journalist:innen statt, die darauf abzielen, Zugriff auf deren Signal-Konten zu erlangen. Netzwerk Recherche hat dazu ein Meldeformular eingerichtet und wertet die eingegangenen Hinweise gemeinsam mit Markus Reuter von netzpolitik.org aus, um die Vorgehensweise und mögliche Hintergründe der Kampagne besser zu verstehen. Für Betroffene gilt: Registrierungs- oder Verifizierungscodes dürfen unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden. Weitere Sicherheitshinweise findet Ihr bei Signal.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien
Medien Camp in Berlin
Beim Medien Camp in der Berliner Kulturbrauerei geht es 2026 vor allem um Freiberuflichkeit im Journalismus, digitale Recherche und Nachwuchsförderung. Am 23. und 24. April finden zu diesen Themen unter anderem Workshops, Ask-Me-Anything-Sessions und Live-Podcasts statt. Das Medien Camp richtet sich insbesondere an Studierende, Volontär:innen und Trainees – für sie ist die Teilnahme kostenlos. Nicht verpassen: Netzwerk Recherche ist mit einem Stand vor Ort und Dagmar Möbius und Franziska Wielandt aus dem Helpline Team geben einen Workshop zum Nähe-Distanz-Verhältnis in der Recherche.
Zukunftswerkstatt Journalismus
Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Dortmund findet am 18. März die „Zukunftswerkstatt Journalismus“ statt. Das Format bietet einen Raum für Vertreter:innen aus Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit, um über die Frage zu diskutieren, wie ein zukunftsfähiger Journalismus in Deutschland aussehen und was zu seiner Stärkung beitragen kann. Interessierte können sich noch bis 13. März anmelden. Genaue Infos zur Anmeldung sind auf der Veranstaltungsseite zu finden.
Das MIZ sucht innovative Ideen
Das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) vergibt Förderungen für technisch innovative Ideen, die die Zukunftsfähigkeit des Journalismus stärken. Ziel der Förderprogramme ist es, die nötige Unterstützung bereitzustellen, um die Ideen zu verwirklichen. Die Innovationen sollen dazu beitragen, die Medienvielfalt in Berlin-Brandenburg zu stärken, Lokaljournalismus zu fördern und Desinformation zu bekämpfen. Neben einer finanziellen Förderung von bis zu 40.000 Euro sind professionelle Coachings und Büroplätze im MIZ Teil des Programms. Bewerbungen sind noch bis zum 1. März 2026 möglich.
Journalism Science Alliance vergibt Förderung
Die Journalism Science Alliance fördert investigativen Journalismus auf Wissenschaftsbasis und vergibt dafür Stipendien für gemeinsame Projekte von Medien- und Forschungseinrichtungen. Je nach Umfang und Komplexität des Projekts werden Förderungen in Höhe von 10.000, 20.000 oder 50.000 Euro vergeben. Bewerben können sich Journalist:innen aller Medienformate in Kooperation mit Wissenschaftler:innen aus einer relevanten Fachrichtung. Freiberufliche Journalist:innen können dem Team beitreten, sich jedoch nicht eigenständig bewerben. Bewerbungsfrist ist der 23. März. Am 5. März gibt es ein Ask Me Anything zum Bewerbungsprozess.
Mit dem Daniel-Haufler-Stipendium in die USA
Auch dieses Jahr schreibt die taz Panter Stiftung das Daniel-Haufler-Stipendium aus. Bei der zwölftägigen Reise im September/Oktober 2026 werden die Stipendiat:innen nach Washington D. C., Philadelphia und New York reisen. Zu Besuch bei verschiedenen Medien-Institutionen, befassen sich die Fellows mit den aktuellen Entwicklungen der US-amerikanischen Medienlandschaft. Nach der Gruppenreise stehen weitere neun Tage zur freien Recherche zur Verfügung. Das Stipendium im Wert von 10.000 Euro soll die Kosten für An- und Abreise, Programm, Unterkunft, Verpflegung und teilweise für die Zeit der freien Recherche abdecken. Bewerben können sich Journalist:innen, die im deutschen Sprachraum arbeiten, angemessene Englischkenntnisse mitbringen und in die USA einreisen dürfen. Bewerbungsschluss ist der 8. März 2026.
Investigative Journalism for Europe Fund: Neue Runde gestartet
Der Investigative Journalism for Europe Fund (IJ4EU) geht mit zwei Programmen in eine neue Förderrunde. Das Investigation Support Scheme fördert cross-border Teams wie Investigativmedien, Redaktionen und/oder Freiberufler:innen mit bis zu 50.000 Euro. Das Freelancer Support Scheme richtet sich speziell an Teams, die überwiegend aus freiberuflichen Journalist:innen bestehen, und fördert diese mit bis zu 20.000 Euro. Bewerben können sich Teams mit Journalist:innen aus mindestens zwei EU-Staaten. Zu den förderfähigen Ländern gehören alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Island, Liechtenstein, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und der Ukraine. Die Bewerbungsfrist endet am 13. April 2026.
Stipendien für freie Journalist:innen an der Nannenschule
Freiberufliche Journalist:innen, die den vierwöchigen Kompaktkurs bzw. einen zweitägigen Intensivworkshop der Henri-Nannen-Schule besuchen möchten, können sich auf eins von insgesamt 25 Fazit-Stipendien bewerben. Die Stipendien ermöglichen eine vergünstige Teilnahme an den genannten Kursen. Die Bewerbungsfristen sind je nach Angebot verschieden. Für den nächsten Kurs „Richtig recherchieren“ endet sie am 16. März. Die Schule ermutigt insbesondere die Bewerbungen von Kolleg:innen am Beginn des Berufslebens, Menschen mit Migrationsbiografie oder ohne akademische Ausbildung.
Pulitzer Center vergibt Stipendien für Umwelt-Recherchen
Das Pulitzer Center startet eine Sonderausschreibung für Journalismus-Stipendien mit Schwerpunkt auf Transparenz und Governance im Umweltbereich. Die Förderung richtet sich an journalistische Projekte, die beispielsweise „Finanzinstitute, Investoren und Unternehmen entlarven”, die die Ausbeutung natürlicher Ressourcen finanzieren. Bis zum 28. Februar können Journalist:innen und Medienorganisationen Vorschläge einreichen.
Preis und Stipendium für Investigativjournalismus
Der Wächterpreis ist eine vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) im Auftrag der fiduziarischen Stiftung Freiheit der Presse ausgeschriebene Auszeichnung für herausragende publizistische Leistungen im Bereich der investigativen Recherche. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Zusätzlich zu dem Preis wird in diesem Jahr außerdem ein Stipendium in Höhe von 10.000 Euro an eine Redaktion vergeben. Das Stipendium soll Redaktionen ermutigen, „ihrer Wächterfunktion nachzukommen, sei es lokal, überregional oder international“. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2026.
Journalistinnenbund vergibt zwei Medienpreise
Autorinnen kritischer Artikel oder anderer Formate zu einer Thematik von hoher gesellschaftlicher Relevanz und mit unkonventionellem Blick auf Geschlechter-Beziehungen können sich bis zum 15. März 2026 auf einen der beiden Preise des Journalistinnenbundes bewerben. Der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis richtet sich an Journalistinnen bis 35 (Stichtag 01. April 2026) und ist mit 1.000 Euro dotiert. Der Courage-Preis zeichnet Journalistinnen aus, die qualitativ herausragende Beiträge mit einem besonderen Blick auf aktuelle Ereignisse und Bewusstsein für Gender-Fragen veröffentlicht haben. Er ist mit 1.200 Euro dotiert. Für beide Preise müssen die jeweiligen Beiträge zwischen dem 1. April 2025 und dem 15. März 2026 in einem deutschsprachigen Medium veröffentlicht worden sein.
Erinnerung: Otto Brenner Preise und Stipendien
Nach einer einjährigen Pause hat die Otto Brenner Stiftung erneut die renommierten Auszeichnungen für kritischen Journalismus ausgeschrieben. Zum ersten Mal gehört in diesem Jahr auch ein Preis für die beste lokale Recherche dazu. Darüber hinaus stärkt die Stiftung ihre Recherchestipendien, von denen nun vier statt drei vergeben werden. Die Preisverleihung wird als Auftaktveranstaltung zur NR-Jahreskonferenz am Donnerstag, dem 11. Juni 2026, in Hamburg stattfinden. Bewerbungen sind noch bis zum 4. März 2026 möglich.
Fortbildungen
- Konstruktiver Journalismus: Lösungen statt Daueralarm, Webinar der Akademie der Bayerischen Presse, 3. bis 4. März
- Geschlechtssensibel schreiben und berichten, Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 4. März
- KI, Rechte und Risiken: Was Sie zu Ihrer Sicherheit wissen müssen, Webinar der Berliner Journalistenschule, 13. März
- Über Kriminalfälle schreiben – Intensivkurs, Seminar der Berliner Journalistenschule, 11. – 13. März
- Verständlich schreiben – für Journalisten, Webinar der Akademie der Bayerischen Presse, 16. bis 17. März
- Investigative Training, Online Seminar von Next-IJ, 20. März
- Forschen im Archiv. Eine Einführung, Webinar des Landesarchivs Baden-Württemberg, 20. März
- Sprechtraining für Podcasts, Webinar der Akademie der Bayerischen Presse, 24. bis 25. März
- Zum Umgang mit Trollen, Hatespeech und Shitstorms. Community Management für Journalist:innen, Journalistische Aus- und Berufsbildung vom VSZV und DJV in Baden-Württemberg, 24. bis 25. März
- KI im Journalismus, Seminar der Leipzig School of Media, 24. bis 27. März
- Doxing – wenn Daten von Journalist*innen im Netz landen, Webinar der ARD.ZDF medienakademie, 26. März
- Personensuche – Recherchieren wie ein Ermittler, Seminar der ARD.ZDF medienakademie, 26. bis 27. März
- Faire Honorare verhandeln, Webinar der Akademie der Bayerischen Presse, 31. März
Zum Schluss




Ohne Zweifel: Erfolgreiche Fachkonferenz
Unter dem Motto „Klug zweifeln & gut berichten“ diskutierten über 100 Journalist:innen und Medien-/Presserechtler:innen bei unserer Fachkonferenz am 30. Januar gemeinsam über Verdachtsberichterstattung – und profitierten dabei vom Perspektivenwechsel. In Workshops und Diskussionen ging es unter anderem um den Schutz von Quellen, den Umgang mit Indizien, eidesstattliche Versicherungen und die Frage, wie Persönlichkeitsrechte gewahrt werden können, ohne notwendige Berichterstattung zu verhindern. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz!
