Recherche: The Female Company
© Verena Brüning / DER SPIEGEL
Auf Social Media macht The Female Company gekonnt mit lautstarker, feministischer PR auf sich aufmerksam. Unterstützt von Deutschlands Riege an Top-Influencerinnen verkauft die Berliner Firma Periodenunterwäsche und andere Produkte rund um Menstruation und Schwangerschaft. Die monatelange Recherche der freien Journalistinnen Romy Baierlipp und Leoni Bender – später unterstützt von SPIEGEL-Autorin Angela Gruber – zeigt jedoch: Hinter der feministischen Fassade des Start-ups geht es womöglich ganz anders zu.
Dafür haben die Journalistinnen mit knapp einem Dutzend ehemaliger Angestellter gesprochen. Sie werfen dem Unternehmen einen schlechten Umgang mit einem mutmaßlichen Übergriff vor oder berichten von Mobbing gegen Mütter und Arbeitsbedingungen, die sie als krank machend empfanden. Alle diese Vorwürfe weisen das Unternehmen und Gründerin Claus deutlich von sich.
„Wir wollten wissen, was hinter der feministischen Inszenierung von The Female Company steckt“, sagt Bender. Gestoßen sei man auf Schilderungen eines Unternehmens, „das hohe Ideale formuliert, sie intern aber offenbar nicht immer einlösen kann.“
Ehemalige Angestellte aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen hätten oft begeistert von ihrem Start bei der Firma berichtet. „Doch heute sehen sie ihre Hoffnungen enttäuscht“, so Baierlipp.
Die mehrmonatige Recherche wurde vom Onlinemagazin Flip gestartet und durch ein Stipendium von Netzwerk Recherche gefördert.
Erschienen am 05. Februar 2026 im Spiegel.