Newsletter Netzwerk Recherche 258 vom 26.06.2026
Liebe Kolleg:innen,
„Superkraft Recherche“ – unter diesem Motto stand unsere diesjährige Jahreskonferenz beim NDR in Hamburg. Und das war nicht nur ein Titel: Die NR26 war bereits Wochen vor Beginn ausverkauft. Zwei intensive Konferenztage haben gezeigt, welchen Beitrag unabhängiger Journalismus leisten kann. Sie haben aber auch vor Augen geführt, unter welchem Druck freie Berichterstattung steht: Journalist:innen werden eingeschüchtert und angegriffen, Desinformation verbreitet sich rasant, und das Vertrauen in unabhängige Medien wird gezielt untergraben. Gerade in diesen Zeiten sind gründliche Recherche, kritische Fragen und ein starkes Netzwerk wichtiger denn je.
Zugleich war die Konferenz ein besonderer Anlass, um 25 Jahre Netzwerk Recherche zu feiern und gemeinsam auf ein Vierteljahrhundert Engagement und Austausch zurückzublicken. Viele der Themen, die unseren Verein seit seiner Gründung bewegen, beschäftigen uns noch heute. Zugleich ist eine neue Generation von Kolleg:innen hinzugekommen, die Netzwerk Recherche mit ihren Perspektiven und Ideen bereichert.
Unser herzlicher Dank gilt dem NDR für die Gastfreundschaft sowie allen, die diese Konferenz möglich gemacht haben: den Organisator:innen, Referent:innen, Helfer:innen und Unterstützer:innen. Und wir danken Euch, unseren Mitgliedern und Wegbegleiter:innen, die diesen Verein seit 25 Jahren tragen und mit Leben füllen.
Auf die nächsten 25 Jahre!
Eure
Annelie Naumann
Annelies Tipps des Monats
NR-Positionspapier Künstliche Intelligenz
Auf der NR26 wurde immer wieder der Wunsch nach Orientierung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz laut. Grund genug, noch einmal auf unser knapp ein Jahr altes Positionspapier zu Künstlicher Intelligenz zu verweisen. Es zeigt, worauf es ankommt: KI kompetent nutzen, KI-Inhalte kennzeichnen und erkennen, die Technik verantwortungsbewusst einsetzen und sie selbst zum Gegenstand kritischer Berichterstattung machen.
Nachschlag zur Auster: So intransparent ist Berlin
Den Negativpreis von Netzwerk Recherche bekam auf der NR26 Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, stellvertretend für den Berliner Senat (siehe hierzu auch „Aus dem Netzwerk“). Dieser hatte das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) eingeschränkt, offiziell zum Schutz kritischer Infrastruktur. Wie weitreichend diese Einschränkung wirkt, zeigt nun eine erste Analyse von Frag den Staat: reihenweise Ablehnungen, mit einer Begründung, die jede Anfrage im Keim erstickt. Schon die Frage, was überhaupt kritische Infrastruktur ist, betrifft demnach kritische Infrastruktur.
Podcast: „Der Untergang der Sea Story“
Auf dem Roten Meer sinkt im November 2024 ein Schiff mit 45 Menschen. Es gibt elf Tote und viele offene Fragen. Während auf dem Wasser Menschen noch um ihr Leben kämpfen, beginnt an Land bereits das Vertuschen. Die Stern-Reporter:innen Tina Kaiser und Marc Neller reisen getarnt als Investor:innenpaar nach Ägypten. In ihrem siebenteiligen Podcast rekonstruieren sie, wie es zu dem Unglück kommen konnte und wer für die Katastrophe verantwortlich ist.

Aus dem Netzwerk Recherche
Rückblick auf die NR26
Auf unserer Jahreskonferenz am 12. und 13. Juni sind mehr als 800 Journalist:innen und Medienschaffende zusammengekommen, um über Recherchen, Herausforderungen und die Zukunft des Journalismus zu diskutieren. Auf mehr als 100 Panels sorgten rund 250 Referent:innen für Austausch, Debatten und neue Impulse. Dabei ging es u.a. um investigative Methoden, KI in der Recherche, Datenjournalismus, Lokaljournalismus u.v.m. Besondere Highlights waren auch das Geburtstagspanel zu 25 Jahren Netzwerk Recherche sowie die Verleihung der Otto Brenner Preise für kritischen Journalismus, die erstmals in Kooperation mit Netzwerk Recherche stattgefunden hat. In Zusammenarbeit mit TIDE hat NR einige Sessions der NR26 aufgezeichnet. Ein Teil der Aufzeichnungen ist bereits jetzt hier abrufbar, weitere folgen. Außerdem gibt es eine Fotogalerie auf der Konferenzhomepage und zahlreiche Inhalte bei Instagram.
NR-Preise Leuchtturm und Verschlossene Auster verliehen
Einmal pro Jahr vergibt Netzwerk Recherche den Positivpreis „Leuchtturm“ für besondere publizistische Leistungen, sowie die Negativauszeichnung Verschlossene Auster. 2026 geht der Leuchtturm an Lukas Eberle, Roman Höfner, Max Hoppenstedt Heinrichs, Juliane Löffler, Marvin Milatz und José Bautista für ihre Spiegel-Recherche über digitale sexualisierte Gewalt. Die Recherche hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein Phänomen gelenkt, über das bislang vergleichsweise wenig berichtet wird, und damit eine wichtige Debatte angeregt. Der Preis für den größten Informationsblockierer ging unterdessen an Berlins regierenden Bürgermeister Kai Wegner. Er erhielt die Verschlossene Auster stellvertretend für den Berliner Senat, der unter der Regierungskoalition von CDU und SPD das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) massiv eingeschränkt hat.
Ticketverkauf für SciCAR 2026 gestartet
2026 ist nicht nur für uns als Verein ein Jubiläumsjahr: Auch die SciCAR feiert Geburtstag und findet in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Die Konferenz bringt Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Datenexpert:innen zusammen, die sich für datengetriebene Recherche, Analysen und neue Methoden an der Schnittstelle von Wissenschaft und Journalismus interessieren. In diesem Jahr findet die Konferenz am Donnerstag, 17. September, und Freitag, 18. September 2026, im Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus in Dortmund statt. Der Ticketverkauf ist gestartet. NR-Mitglieder erhalten vergünstigte Tickets.
Schon 100 neue Mitglieder für NR – 250 sollen es werden
Wer diesen Newsletter regelmäßig ließt, weiß: Zu unserem 25. Geburtstag haben wir einen besonderen Wunsch. 250 neue Mitglieder sollen bis Ende unseres Jubiläumsjahres Teil von Netzwerk Recherche werden. Stabile Mitgliedschaften bilden die Basis unserer Arbeit. Sie ermöglichen uns finanzielle Unabhängigkeit, Planbarkeit und Sicherheit – damit wir uns auch in Zukunft für starke Recherchen, Austausch und qualitativen Journalismus einsetzen können. 100 neue Mitglieder haben sich 2026 bereits für eine Mitgliedschaft entschieden! Das ist großartig! Sei auch Du dabei, unterstütze unsere Arbeit und profitiere von zahlreichen Vorteilen, vielfältigen Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten und exklusiven Mitgliedernews. Fülle hier Deinen Mitgliedsantrag aus. Wir freuen uns auf Dich!
Aus dem GIJN
Recherche des Monats: Krebsmedikament künstlich verteuert
Das Krebsmedikament Keytruda des Pharmakonzerns Merck gilt als vielversprechendes Mittel gegen viele Krebsarten. Weltweit variieren die Preise aber so stark, dass es für einige Patient:innen (kaum) bezahlbar ist. Ein internationales Rechercheteam aus 124 Journalist:innen ist im Projekt „Cancer Calculus“ der Frage nachgegangen, wie es zu diesen enormen Preisungerechtigkeiten kommt. Das Ergebnis: Merck sichert seine Marktstellung mit einer großen Zahl zusätzlicher Patentanmeldungen sowie weiteren legalen Geschäftsstrategien ab und erschwert Konkurrenz. Dadurch bleiben die Preise für das lebenswichtige Medikament vielerorts sehr hoch – ein Problem, das nicht nur das Krebsmedikament Keytruda betrifft, sondern eine grundsätzliche Schwäche des globalen Pharmasystems darstellt.
Masterclass: How to Expose Corruption
In diesem Masterclass-Video gibt Miranda Patrucic, Chefredakteurin des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), Einblicke in die Recherche zu Strukturen, Organisationen und Personen, die in Korruption verwickelt sind, und erläutert, wie sich dabei unterschiedliche Recherchequellen nutzen lassen. Außerdem erklärt sie, warum Sicherheit, Offenheit und ein bisschen Spaß entscheidende Faktoren bei der Korruptionsrecherche sind.

Nachrichten
Kontext verliert auch beim BGH
Acht Jahre hat der Rechtsstreit gedauert: 2018 berichtete die Kontext:Wochenzeitung über Chat-Nachrichten eines früheren AfD-Mitarbeiters. Der klagte mit dem Argument, es handle sich bei den rassistischen und antisemitischen Chat-Texten um Fälschungen. Später wollte das Oberlandesgericht Frankfurt mehr über die Quelle erfahren, die Redaktion bestand jedoch auf ihrem Quellenschutz – und verlor. Der BGH hat jetzt die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision zurückgewiesen. Ein schwerer Schlag, nicht nur aus finanziellen Gründen. „Wenn allein die technische Möglichkeit einer Manipulation dazu führt, dass Gerichte mehr über Informantinnen und Informanten erfahren wollen, um die Authentizität festzustellen, gefährdet das den Quellenschutz“, schreibt die Redaktion. Ihr Fazit: „Investigativer Journalismus wird riskanter.“
Nur die halbe Wahrheit? Weglassen von Fakten rechtswidrig
Wenn Journalist:innen bewusst Informationen über eine namentlich genannte Person weglassen, kann das wie eine unrichtige Tatsachenbehauptung rechtswidrig sein. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Was war passiert? Ein Recherchekollektiv hatte über einen sächsischen Firmenchef als Beispiel für Unternehmer berichtet, die vor Ort den Rechtsextremismus unterstützen. Als Belege führte das Kollektiv unter anderem an, dass er Geld an die AfD gespendet habe. Dabei hatte das Kollektiv dem Gericht zufolge aber Tatsachen verschwiegen, die ein anderes Licht auf die Aktivitäten des Unternehmers hätten werfen können: So sitzt der Mann laut BGH nicht für die AfD, sondern für eine andere Gruppe im Bautzener Stadtrat, die selbst wiederholt gegen die AfD gestimmt hat. Zudem habe er Geld in größerem Umfang an andere Parteien gespendet. Nun hat der BGH das Verfahren ans Berufungsgericht zurückverwiesen.
Crowdfunding soll Riffreporter retten
Für das genossenschaftlich organisierte Online-Magazin Riffreporter schreiben seit 2015 freie Journalist:innen über die Themen, die ihnen besonders am Herzen liegen, zum Beispiel Gesundheit, die Lebenswirklichkeit von Frauen, Mobilität, Natur, Klima und digitale Öffentlichkeit. Doch Riffreporter steckt in einer finanziellen Krise. Aus der soll nun ein Crowdfunding führen. Noch bis zum 13. Juli läuft die Kampagne auf Startnext, zunächst soll mit 50.250 Euro der Betrieb für die geplante Umbauphase gesichert werden. Wenn das geschafft ist, soll Geld für Marketing und im nächsten Schritt für neue Newsletter, Podcasts und Recherchen gesammelt werden.
Casdorff entschuldigt sich für KI-Nutzung
Was darf KI Journalist:innen abnehmen – und was nicht? Dass die Antworten hier weit auseinandergehen, zeigen zwei Ereignisse aus dem Juni: Während Mathias Döpfner als Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE einen Kommentar zur KI-Nutzung in der Welt von der KI Gemini schreiben ließ und dies sehr deutlich kenntlich machte, muss Editor-at-Large Stephan-Andreas Casdorff beim Tagesspiegel vorerst seine publizistischen Aufgaben ruhen lassen, weil er Meinungsbeiträge durch KI verfasst und dies nicht gekennzeichnet hat. Im Beitrag der Redaktion zum Vorfall entschuldigte sich Casdorff für diesen „Riesenfehler“. Der Tagesspiegel hat inzwischen ein Statement in eigener Sache veröffentlicht und möchte zudem prüfen lassen, ob „auch an anderen Stellen unsachgemäß KI eingesetzt wurde“. Netzwerk Recherche hat vergangenes Jahr ein Positionspapier zum Einsatz von KI im Journalismus veröffentlicht, das hier heruntergeladen werden kann und als zusätzliche Leitlinie zu Pressekodex und redaktionellen Vereinbarungen dienen soll.
Offener Brief: Großbündnis fordert Fortführung von COSMO
Der WDR plant, sein internationales und interkulturelles Hörfunkprogramm Cosmo einzustellen. Ein großes Bündnis aus mehr als 500 Organisationen und weiteren Unterstützenden aus Kultur, Wissenschaft und Politik fordert in einem offenen Brief an alle Intendant:innen der ARD nun die Fortführung des Programms. Mit der von den Neuen deutschen Medienmacher*innen initiierten Aktion warnt das Bündnis davor, einen großen Teil der migrantischen Bevölkerung zu vernachlässigen, und fordert statt einer Abwicklung des Programms eine „bundesweite Zukunftsoffensive“: Cosmo soll zum starken, bundesweiten ARD-Gemeinschaftsprogramm ausgebaut werden.
Zwei neue Recherchetools für Klimajournalist:innen
Der Klimawandel verändert das Wetter in Deutschland spürbar. Temperaturen steigen, Hitzewellen werden häufiger, extreme Trockenheit wechselt sich mit Starkniederschlägen ab. Im „Atlas der Klimaextreme“, den der Helmholtz-Forschungsverbund Reklim (Regionale Klimaänderungen und Mensch) veröffentlicht hat, finden Interessierte anschaulich aufbereitete Daten zu den Klimaveränderungen in ganz Deutschland und einzelnen Regionen. Zudem hat die Datenplattform Klimadashboard in einer neuen Übersicht aufbereitet, welche Summen Deutschland aktuell in klimaschädliche, fossile Subventionen steckt und wofür das Geld alternativ genutzt werden könnte.

Veranstaltungen, Preise & Stipendien
Call for Ideas und Tickets für Podcast-Konferenz
Bei der Podcast-Konferenz „So Many Voices“ kommen Podcast-Macher:innen für Workshops zusammen und diskutieren zudem aktuelle und Zukunfts-Fragen der Branche. Die Konferenz findet am 20. und 21. November in München statt. Wer Ideen und Wünsche für das Programm hat, kann diese noch bis zum 30. Juni hier einreichen.
Wissenswerte: Konferenz für Wissenschaftsjournalismus
Die Konferenz für Wissenschaftsjournalismus „Wissenswerte“ findet in diesem Jahr vom 14. bis 16. Oktober in Hannover statt. Der Ticketverkauf ist gestartet – noch gibt es einige Early Bird Tickets. 2026 wird das Programm der Wissenswerte mit der European Conference of Science Journalism zusammengeführt, sodass es einen internationalen und einen nationalen Part geben wird. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage. Übrigens: Wer bis zum 31. Juli Mitglied der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) wird oder ein neues Mitglied wirbt, hat die Chance, eines von drei Freitickets für die Konferenz zu gewinnen.
Correctiv Lokal Konferenz in Magdeburg
Zum vierten Mal treffen sich vom 16. bis 18. Oktober Lokal- und Regionaljournalist:innen zur Correctiv Lokal Konferenz. Die Konferenz findet dieses Jahr zum ersten Mal in Magdeburg statt und startet am 16. Oktober mit einem optionalen Rahmenprogramm. Am 17. und 18. Oktober gibt es dann jeweils Sessions in den fünf Tracks Klima, Bildung, Innovation, Recherche und Meet-Ups. Early Bird Tickets gibt es noch bis zum 30. Juni. Für Studierende, Volontär:innen und Auszubildende gibt es außerdem ein begrenztes Kontingent an ermäßigten Tickets.
Förderung für Recherchen zur Klima- und Biodiversitätskrise
Das Netzwerk Klimajournalismus Österreich, der Österreichische Biodiversitätsrat und Covering Climate Now vergeben insgesamt drei Stipendien in Höhe von je 5.000 Euro für Recherchen, die die Dringlichkeit der Klima- und Biodiversitätskrise sowie deren Verbindung verdeutlichen. Gefördert werden Beiträge für Print, Audio, Fernsehen und Online. Freie Journalist:innen werden bevorzugt. Eine Bewerbung ist bis zum 30. Juni möglich.
Berufsbegleitender Lehrgang zu Nachhaltigkeitskommunikation
Die Fachhochschule Joanneum in Graz bietet einen berufsbegleitenden Lehrgang zu Nachhaltigkeitskommunikation und Klimajournalismus an. Das Angebot richtet sich an Interessierte aus den Bereichen Journalismus und Medien, Kommunikation und PR, Zivilgesellschaft und NGOs, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, Kunst und Kultur, Verwaltung und Politik. Der Lehrgang vermittelt Wissen und Werkzeuge, um zu Themen wie Klimakrise, Artensterben und digitaler Transformation kommunizieren zu können. Für die Kosten des Lehrgangs gibt es mehrere Fördermöglichkeiten. Bewerbungen sind noch bis zum 30. Juni möglich.
Fellowship zu AI-Recherchen
Mit den AI Accountability Fellowships fördert das Pulitzer Center acht bis zehn Journalist:innen, die Recherchen zu Chancen und Risiken sowie zu regulatorischen und arbeitsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit KI-Systemen umsetzen wollen. Das Stipendienprogramm beinhaltet finanzielle Unterstützung (bis zu 25.000 US-Dollar), Austausch mit Kolleg:innen, ein Mentoring und Schulungen. Das Stipendium dauert zehn Monate und startet im September 2026. Bewerbungen sind noch bis zum 12. Juli möglich.
Neuer Inkubator für Gründungen
Der Münchner Oekom Verlag startet mit dem „oekom impact media hub“ ein neues Förderangebot für gemeinwohlorientierte Medien. Drei kostenfreie Programme – Incubator, Accelerator und Capacity Building – begleiten die Medienprojekte vom ersten Konzept bis zum Geschäftsmodell oder bis zum nächsten Entwicklungsschritt. Mehr Informationen gibt es bei zwei digitalen Beratungsterminen am 30. Juni und 6. Juli, die der Fachverlag für Ökologie und Nachhaltigkeit anbietet. Die erste Bewerbungsrunde läuft bis zum 15. Juli.
Hospitanzprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung im Bundestag
Vom 2. bis 13. November veranstaltet die Journalist:innen-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Hospitanzprogramm bei der Bundestagsfraktion der SPD. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in den Hauptstadtjournalismus und die politische Berichterstattung, nehmen an Sitzungen teil und lernen den Parlaments-Alltag kennen. Zur Vorbereitung findet vom 16. bis 18. Oktober ein verpflichtendes Einführungsseminar in Berlin statt. Hierfür fällt eine Pauschale von 200 Euro an. Das Hospitanzprogramm ist kostenlos. Eine Bewerbung ist noch bis zum 15. Juli möglich. Weitere Infos gibt es hier.
Dialogwerkstatt zu Klimaberichterstattung im Lokalen
Die Klimakrise ist ein globales Phänomen, am besten greifbar wird sie allerdings im Lokalen. Da braucht es kritischen Lokaljournalismus, der genau hinschaut und Fragen stellt: Wie gut sind Kommunen auf die Klimakrise vorbereitet? Wer verhindert Klimaschutz? Eine Dialogwerkstatt von Correctiv und der Mercator Stiftung bringt Lokaljournalist:innen zusammen, schafft Raum für Austausch und unterstützt bei der Entwicklung neuer Formate. Teilnehmen können alle Journalist:innen, die frei oder angestellt für eine deutsche Lokal- oder Regional-Redaktion arbeiten. Das Auftakttreffen findet im Rahmen der Correcitv Lokalkonferenz vom 16. bis zum 18. Oktober in Magdeburg statt. Eine Bewerbung ist noch bis zum 15. August möglich.
Stipendien für Recherchen zu Lebensbedingungen von Nutztieren
Der Journalismfund Europe hat ein neues Förderprogramm gestartet, das Recherchen zu den Lebensbedingungen von Nutztieren fördert. Ab sofort können sich Teams aus Journalist:innen und Nachrichtenredaktionen mit Sitz in mindestens zwei verschiedenen Ländern bewerben. Das Förderprogramm wird in diesem Jahr zunächst als Pilot getestet. Es wird zwei Ausschreibungsrunden geben, für die je ein Gesamtbudget von 150.000 Euro zur Verfügung steht. Das Gesamtbudget wird auf die geförderten Beiträge verteilt. Die erste Bewerbungsfrist endet am 27. August, die zweite voraussichtlich am 29. Oktober.
Lokaljournalismus-Preis für Berlin und Brandenburg
Unter dem Namen „Stadt_Land im Fluss” werden dieses Jahr zum zweiten Mal herausragende lokaljournalistische Beiträge, Formate und Innovationen aus Berlin und Brandenburg gewürdigt. Der Preis ist ein Projekt der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und wird von den Ländern Berlin und Brandenburg gestiftet. Die Auszeichnung wird in den Kategorien „Lokal_Pioniere”, „Lokal_Wandel” und „Lokal_Innovationen” vergeben, wobei es jeweils einen Preis für Berlin und einen für Brandenburg in Höhe von 5.000 Euro gibt. Bewerbungsschluss ist am 1. Juli, weitere Informationen gibt es hier.
Fortbildungen
- Sprache und Stil – einfach gut schreiben, Webinar der Berliner Journalistenschule, 29. bis 30. Juni
- Photoshop CC, Webinar der Bayerischen Presse Akademie, 30. Juni
- Recherche mit KI, Webinar der ARD.ZDF Medienakademie, 3. Juli
- Recherche, Seminar der Bayerischen Presse Akademie, 6. bis 8. Juli
- Rechtssicher arbeiten mit KI-Tools, Webinar der Leipzig School of Media, 8. Juli
- Grundlagen der Investigativ- und Darknetrecherche, Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung, 8. bis 10. Juli
- Fachtexte mit Tiefe: So wird KI zum Experten für Ihr Thema, Webinar der Bayerischen Presse Akademie, 9. bis 10. Juli
- Podcasts gekonnt sprechen, Seminar der Berliner Journalistenschule, 13. bis 14. Juli
- KI-Intensivkurs: In 5 Tagen zum Profi, Seminar der Bayerischen Presse Akademie, 13. bis 17. Juli
- Künstliche Intelligenz und Text: Von der Recherche bis zur Veröffentlichung, Webinar der Berliner Journalistenschule, 14. Juli
- Storytelling, Seminar der Berliner Journalistenschule, 22. bis 23. Juli
- Interview und Moderation für Podcasts, Seminar der Bayerischen Presseakademie, 23. bis 24.7.
- VERGÜNSTIGT FÜR NR-MITGLIEDER: Starterpaket Audio-Journalismus, Webinar der Freischreiber, 31. Juli
Zum Schluss

25 Jahre Netzwerk Recherche
Diese Jahreskonferenz war etwas Besonderes: Zu unserem 25. Jubiläum sind neben dem aktuellen Vorstand und dem Team der Geschäftsstelle auch Gründer:innen und prägende Wegbereiter:innen des Vereins zusammengekommen, um gemeinsam zu feiern und auf ein Vierteljahrhundert Netzwerk Recherche zurückzublicken. So viele unterschiedliche Menschen haben Netzwerk Recherche in den vergangenen 25 Jahren geprägt und gezeigt, was möglich ist, wenn viele Erfahrungen, Ideen und Perspektiven zusammenkommen. Genau darauf freuen wir uns auch in Zukunft!
