Newsletter Netzwerk Recherche 242 vom 28.02.2025
Liebe Kolleg:innen,
ihr seid wahrscheinlich auch noch dabei, das Wahlergebnis zu verdauen. Nichts daran ist überraschend. Aber zehn Millionen Menschen, die denken, Rechtsextremismus sei doch irgendwie eine gute Idee, ist schon ein moralischer wie politischer Tiefschlag. Ich pauschalisiere hier, zugegeben. Viele wählen die AfD nicht, weil sie Rechtsextremismus gut finden. Nur muss man leider festhalten: Sie finden Rechtsextremismus auch nicht schlimm genug, um nicht die AfD zu wählen.
Für uns Medienschaffende, für viele unserer Medien und für die Medienfreiheit ist die extreme Rechte eine Bedrohung. Ein Blick in die USA führt uns das ganz praktisch vor. Das Nachrichtenportal Axios hat gerade eine Übersicht publiziert, wie die Trump-Regierung gegen traditionelle Medien und gegen die Medienfreiheit vorgeht. Wir wissen, wie Medien in anderen Ländern mit Rechtsdrall schon unter Beschuss waren und sind.
Selbst in Deutschland ist ein Diskurs gegenüber Medien zu beobachten, der ein sehr ungutes Gefühl hinterlässt. Von weit rechtsaußen wird der sogenannte „Deep State“ beschworen – ein aus den USA übernommener Kampfbegriff gegen alles zivilgesellschaftliche und progressive Organisationen, die sich angeblich des Staates bemächtigt hätten. Und nun befeuert die Union das Narrativ. In einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung zur politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen vom 21. Februar stellt sie in 551 Fragen unter anderem die „Neuen Deutschen Medienmacher*innen“ unter Verdacht, Correctiv – und Netzwerk Recherche. In Frage 479 heißt es zum Beispiel: „Werden von dem Netzwerk Recherche e.V. gezielt politische Gegner diskreditiert oder diffamiert, und wenn ja, welche und wie beurteilt die Bundesregierung dies vor dem Hintergrund der Förderung?“ Und das ist nur eine der 33 Fragen zu uns. Wir haben eine Stellungnahme dazu veröffentlicht.
Manche Kolleg:innen berichteten zuletzt, sie litten schon in ihren eigenen Redaktionen unter einer rechten Diskursverschiebung. Viele fühlen sich damit alleine und hilflos. Aber wenn schon die politische Situation ein Gefühl der Hilflosigkeit auslösen kann, ist es umso wichtiger, sich damit im eigenen Medium nicht allein zu fühlen. Wenn die eigene Redaktion nicht der Schutzraum ist, dann sind es vielleicht Gruppen und Grüppchen darin oder ein organisierter Austausch mit Kolleg:innen anderer Medien. Ich bin mir aber sicher, dass insbesondere die Netzwerk Recherche Tagung im Juni ein guter Ort für Austausch und Entwicklung journalistischer Ideen zu dem Thema sein wird.
Eine Sache, die angesichts der komplizierten Lage unterzugehen droht, ist der Blick auf die Entwicklung der Erderhitzung. Klimathemen rangieren in der gesellschaftlichen Betrachtung wie in vielen Redaktionen derzeit zwischen nervig und moralisch verwerflich. Nicht zuletzt damit die Kolleg:innen, die sich dem Thema widmen, nicht entmutigt werden, gibt es dieses Jahr wieder den Deutschen Preis für Klimajournalismus, verliehen von Netzwerk Recherche und Netzwerk Klimajournalismus. Die Preisverleihung findet auf der Jahrestagung statt.
Dort sehen wir uns dann hoffentlich!
Eure
Barbara Junge
Barbaras Tipps des Monats
Trump’s historic war on traditional media
Die Nachrichtenagentur AP wurde aus dem Weißen Haus und der Präsidentenmaschine ausgeschlossen, weil sie sich weigert, den Golf von Mexiko in Golf von Amerika umzubenennen. Und öffentliche Sender müssen sich im Kongress wegen ihrer „voreingenommenen“ Berichterstattung rechtfertigen. Wer sich genauer ansehen möchte, mit welchen Mitteln da gearbeitet wird, kann das in der genannten Axios-Übersicht tun.
Die Bundestagswahl in Daten, Bildern, Graphen
Wie ich werden sich auch viele von euch in die Details der Bundestagswahlergebnisse eingearbeitet haben. Bei der Menge an Informationen ist es aber nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Mich hat die, wie ich finde, extrem gute Aufarbeitung der Tagesschau beeindruckt.
Bundestagwahl und rosa Pullover
Falls Ihr jetzt von all der Schwere genug habt würde ich empfehlen, auf Podcasts umzuschalten. In der aktuellen Folge von „Gemischtes Hack“ diskutieren Felix Lobrecht und Tommi Schmitt die Wahl anhand von rosa Pullover und spezifischen Frisuren. Sie teilen nach allen Seiten aus, diese Empfehlung kann also hoffentlich als unparteilich durchgehen. Und Jon Favreau, Jon Lovett, Dan Pfeiffer und Tommy Vietor nehmen in „Pod Save America“ die jüngte Trump-Ernnennung auseinander – mit irgendetwas zwischen Zynismus und trotzigem Humor.
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Aus dem Netzwerk Recherche
Netzwerk Recherche weist Unterstellungen von CDU/CSU zurück
Netzwerk Recherche wertet die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag zur politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen als einen Versuch, Zweifel an der Gemeinnützigkeit unseres Vereins zu säen. Wir weisen die in den Fragen enthaltenen Unterstellungen zurück und halten es für eine gefährliche Entwicklung, wenn die Union die Gemeinnützigkeit etablierter journalistischer Organisationen in Frage stellt. Zwar ist das parlamentarische Fragerecht ein wichtiges Instrument, um das Handeln der Regierung zu kontrollieren, aber: „Es gibt in dem Fragenkatalog eine Reihe von Fragen, die wir nicht nachvollziehen können“, sagt der NR-Vorsitzende Daniel Drepper in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. „Mein Eindruck ist, dass sich die Unionsfraktion nicht wirklich mit den Inhalten und den Tätigkeitsfeldern von Netzwerk Recherche befasst hat.“ NR hat eine Stellungnahme zu den Vorgängen veröffentlicht. Unsere Sichtweise wurde von verschiedenen Redaktionen (z. B. Zapp und Tagesspiegel) aufgegriffen.
Auster und Leuchtturm: Wir sammeln Vorschläge
Auch in diesem Jahr verleihen wir auf der NR-Jahreskonferenz den Leuchtturm für herausragende publizistische Leistungen und die Verschlossene Auster für besonders hartnäckige Informationsblockierer:innen. Bis März sammeln wir eure Vorschläge für den Leuchtturm und die Verschlossene Auster. Ihr wollt bei den Preisverleihungen dabei sein? Dann wartet nicht zu lange – 45 % der Tickets wurden bereits verkauft. Sichert euch jetzt euer Ticket!
Forderungen an die Medienpolitik
Anlässlich der Bundestagswahl 2025 hat Netzwerk Recherche von der Medienpolitik gefordert, die Rahmenbedingungen für den Journalismus zu stärken. In einem Positionspapier fasst der Verein in sechs Punkten seine Anliegen zusammen. Netzwerk Recherche erwartet von der künftigen Bundesregierung, dass sie die Pressefreiheit als Voraussetzung für investigative Recherchen schützt. Außerdem setzt sich der Verein für die Normierung des presserechtlichen Auskunftsanspruchs gegenüber Bundesbehörden in einem eigenen Bundespressegesetz ein. Das Positionspapier setzt zudem das Bundestransparenzgesetz, die Stärkung der Medienvielfalt, die Sicherung der Ressourcen für aufwändige Recherchen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie den gemeinnützigen Journalismus auf die medienpolitische Agenda.
Mit Führungskräften über mentale Gesundheit sprechen
Um mehr Bewusstsein für das Thema mentale Gesundheit im Journalismus zu schaffen und die Entstigmatisierung psychischer Probleme voranzutreiben, haben im Rahmen des Helpline-Projekts erste Gesprächsrunden mit redaktionellen Führungskräften stattgefunden. An den Veranstaltungen für die Regionen Berlin und Umland sowie Norddeutschland nahmen jeweils rund 20 Personen teil. Der offene Austausch in den vertraulichen Runden zeigte einen sehr unterschiedlichen Umgang mit dem Thema in den einzelnen Häusern und offenbarte Lücken bei der Unterstützung von Betroffenen. Wie akut das Thema ist, zeigt eine neue Studie der LMU München, die ein besorgniserregendes Lagebild zeichnet (mehr unter „Nachrichten“). Weitere Gesprächsrunden in anderen Regionen der Republik folgen. Interessierte können sich schon jetzt bei Malte Werner melden.
Wir suchen die besten Klimarecherchen 2025
Die Klimakrise spitzt sich zu. Gleichzeitig geraten Recherchen zu Ursachen, Verantwortlichen und Folgen dieser globalen Entwicklung immer mehr ins Abseits. Umso wichtiger wird daher der Deutsche Preis für Klimajournalismus. Gemeinsam wollen das Netzwerk Klimajournalismus und Netzwerk Recherche gute Klimaberichterstattung sichtbar machen, würdigen und fördern. Die Preise sind jeweils mit 2.000 Euro dotiert und werden in den Kategorien Hauptpreis, Lokal und Investigativ vergeben. Zudem vergibt die Jury einen undotierten Ehrenpreis für besonderes Engagement im Bereich Klimajournalismus. Die Preisverleihung findet am 13. Juni 2025 auf der NR Jahreskonferenz in Hamburg statt. Die Bewerbungsfrist endet am 15. April 2025.
Nur noch heute anmelden: Förderkosmos Journalismus
Viele journalistische Ideen scheitern an der Finanzierung. Stiftungen und Institutionen bieten oft Unterstützung. Doch wie findet man das passende Programm und überzeugt Fördergeber:innen? Unsere digitale Workshop-Reihe „Förderkosmos Journalismus“ vermittelt dir das Wissen und die Werkzeuge, um die richtigen Förderprogramme zu finden, überzeugendere Anträge zu schreiben und dein Projekt erfolgreich vor Fördergeber:innen zu präsentieren. Melde dich für den nächsten Workshop an: 6. März und 27. März, jeweils 9 bis 12 Uhr, online. Kosten: 200 Euro (Mitglieder von Netzwerk Recherche zahlen nur 100 Euro!). Der Anmeldeschluss ist heute, 28. Februar 2025.
Last Call: Investigativ-Fellowship 2025
Netzwerk Recherche und „Neue deutsche Medienmacher*innen“ fördern junge Journalist:innen mit Migrationsgeschichte, Armuts- oder Rassismuserfahrung, die Missstände aufdecken und die Demokratie stärken wollen. Das Fellowship bietet ein dreimonatiges bezahltes Praktikum in Top-Investigativressorts, ein Stipendium mit finanzieller Förderung, Fortbildungen, Netzwerke und die Teilnahme an der NR-Jahreskonferenz. Zur Auswahl für die Praktikumsstellen 2025 stehen Der Spiegel (Hamburg), LaboM – Vollbild (Berlin), RTL News/stern (Investigativ, Berlin), Süddeutsche Zeitung (SZ Investigative Recherche, München), taz Recherche & Reportage (Berlin), ZDF Magazin Royale (Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld, Köln). Die Bewerbungsfrist endet am 2. März 2025.
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GIJN Deutsch
Internationale Recherche des Monats: Öl an das Militär von Myanmar
Diese Recherche von GIJN-Mitglied Finance Uncovered belegt, dass ein Unternehmen aus Singapur die Militärjunta in Myanmar mit Öl im Wert von über 150 Millionen US-Dollar versorgt und damit Treibstoff für das Militär geliefert hat. Ein lesenswerter long read über die geheime Finanzierung des Militärs, das vor vier Jahren durch einen Putsch an die Macht kam und für brutale Kriegsverbrechen an Zivilist:innen verantwortlich ist.
GIJN fordert die Wiederherstellung von USAID-Mitteln
Das Global Investigative Journalism Network fordert gewählte Amtsträger:innen in den USA – auch auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene – auf, die katastrophale Entscheidung rückgängig zu machen, unabhängigen investigativen Redaktionen sowie Menschenrechts-, Gesundheits- und humanitären Organisationen auf der ganzen Welt USAID-Gelder vorzuenthalten. Auch viele Mitgliedsorganisationen des GIJN sind betroffen. Das gesamte Statement findet ihr hier.
Kostenlose Weiterbildung: Alle Webinars des GIJN
Kennt ihr schon den Youtube-Kanal des Global Investigative Journalism Network? Auf diesem findet ihr viele unserer Webinars als Aufzeichnung, zum Beispiel zur Recherche mit Satellitenbildern, Offshore-Firmen oder auch Tipps zum Fundraising. Die umfassende Videodatenbank findet ihr hier.
Nachrichten
Studie: Hohe mentale Belastung bei Journalist:innen – Dart Centre Europe wird eingestellt
„Es steht nicht gut um das psychische Wohlbefinden von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland.“ Das ist die Quintessenz einer neuen Studie der LMU München. 1.301 Journalist:innen haben an der Befragung teilgenommen und ihre Angaben zeichnen ein düsteres Bild vom Zustand der Branche. Fast die Hälfte der Befragten leidet unter hohem bzw. sehr hohem negativen psychischen Stress – ein deutlich höherer Wert als im Rest der Bevölkerung. Auch ihr Burnout-Risiko ist höher. Aufgrund der Belastungen denken viele Befragte darüber nach, den Journalismus zu verlassen. Angesichts der großen Herausforderungen, die mentale Belastungen für den Journalismus (nicht nur in Deutschland) darstellen, überrascht die Ankündigung des US-amerikanischen Dart Center for Journalism and Trauma, seinen europäischen Arm – das Dart Centre Europe (DCE) – einzustellen. Der DCE-Vorstand bedauert den Schritt und dankt der bisherigen Direktorin Juliana Ruhfus sowie Jeanny Gering „for their fantastic commitment to the support of journalists.“ Das DCE war maßgeblich am Aufbau der Helpline beteiligt und ist aktuell noch Projektpartner von NR.
Aus Sorge um die Pressefreiheit in den USA: DJV-Brief an Botschaft
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich mit einem Brief an die Amerikanische Botschaft in Deutschland gewandt. Anlass ist die Ernennung des neuen FBI-Direktors Kash Patel. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster begründet: „Patel hatte in der Vergangenheit damit gedroht, Journalistinnen und Journalisten zu verfolgen, die angebliche Lügen verbreitet hätten und die Verschwörungstheorie verbreitet, Joe Biden habe die Wahl gefälscht. Wir stellen fest: Journalismus ist kein Verbrechen.“
Neue Datenbank für Fixer in der Ukraine
Eine neue Datenbank hilft Reporter:innen, die eine Recherchereise in die Ukraine planen, einen lokalen Fixer zu finden. Das „Fixer Network“ des Lviv Media Forum listet mehr als 70 Personen auf, die direkt über das Tool kontaktiert werden können. Ausländische Journalist:innen sehen in der Datenbank, in welcher Region der Fixer zur Verfügung steht, bei welche Aufgaben er helfen kann, welche Sprachen er spricht und wie viele Jahre Erfahrung er schon hat.
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Veranstaltungen, Preise & Stipendien
Erinnerung: Sigma Awards für Datenjournalismus
Seit diesem Jahr hostet das Global Investigative Journalism Network die Sigma Awards für Datenjournalismus. Journalist:innen aus aller Welt sind eingeladen, die besten Datenrecherchen des Jahres 2024 einzureichen. Hier geht’s zur Bewerbung. Die Frist endet am 28. Februar 2025.
Reise- und Recherchestipendium USA
Auch dieses Jahr schreibt die taz Panter Stiftung das Daniel-Haufler-Stipendium aus. Bei der zehntägigen Reise im Oktober 2025 werden die Stipendiat:innen nach Washington, D. C., Philadelphia und New York reisen. Geplant sind Besuche bei führenden Medien, Online-Plattformen und journalistischen Institutionen, um aktuelle Entwicklungen der US-amerikanischen Medienwelt kennenzulernen. Nach der Gruppenreise stehen weitere zehn Tage zur freien Recherche zur Verfügung, in denen die Fellows ihre individuellen Projekte umsetzen können. Das Stipendium im Wert von 10.000 Euro soll die Kosten für An- und Abreise, Organisation, Unterkunft und Verpflegung abdecken. Bewerben können sich Journalist:innen, die im deutschen Sprachraum arbeiten und in die USA einreisen dürfen. Bewerbungsschluss ist der 2. März 2025.
Fellowship zu Trauma-Berichterstattung in New York
Das Dart Center for Journalism and Trauma bietet in Zusammenarbeit mit der Columbia University das einwöchige Ochberg Fellowship an. Journalist:innen, Fotograf:innen und Produzent:innen aus aller Welt können sich bewerben, um vom 29. Juli bis zum 3. August 2025 in New York mehr zum Thema Gewalt, Konflikte und Trauma im Journalismus zu lernen. Das Fellowship umfasst die An- und Abreise, Übernachtungen und Verpflegung. Die Bewerbungsfrist endet am 2. März 2025.
Investigative Journalism for Europe fund: Neue Runde
Der Investigative Journalism for Europe fund (IJ4EU) geht mit zwei Programmen in eine neue Förderrunde. Das Investigation Support Scheme fördert cross-border Teams wie Newsrooms und Redaktionen mit bis zu 50.000 Euro. Das Freelancer Support Scheme richtet sich speziell an freiberufliche Teams und fördert diese mit bis zu 20.000 Euro. Bewerben können sich Journalist:innen aus den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Island, Liechtenstein, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und der Ukraine. Mehr Infos gibt es hier. Die Bewerbungsfrist endet am 10. März 2025.
Konferenz: Shaping tomorrow
In einer Zeit, in der sich die journalistische Landschaft rasant verändert, laden der European Press Prize und Publix zu einer eintägigen Konferenz ein, die der Zukunft des Journalismus gewidmet ist. In Sessions, Workshops und Dialogen teilen die Teilnehmer:innen ihre Erfahrungen und entwickeln neue Perspektiven. Malte Werner spricht für NR darüber, wie das Journalism Value Project Europas aufstrebende innovative Medienszene kartiert und umreißt. Die Konferenz ist kostenlos, aber es muss ein Ticket reserviert werden. Sie findet am 12. März 2025 statt.
Mit Stipendium auf die Ausbildung konzentrieren
Die Rudolf Augstein Stiftung fördert junge journalistische Talente, damit sie sich ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren können. Die Stipendien decken die Lebenshaltungskosten während des Studiums oder der Ausbildung an der Journalistenschule und bieten die Möglichkeit zur Vernetzung und Weiterbildung. Hier gibt es mehr Informationen. Die Bewerbungsfrist endet am 15. März 2025.
Zwei Recherchestipendien der Riff freie Medien gGmbH
Die Riff freie Medien gGmbH hat aktuell zwei Stipendien ausgeschrieben. Beim Recherche- und Weiterbildungsstipendium „Der Wert der Natur“ (insgesamt werden 12 vergeben) geht es um Biodiversität. Die Weiterbildung besteht aus einem zweitägigen Onlineworkshop, sechs zweistündigen Online-Veranstaltungen und einem eintägigen Abschlussworkshop. Die Rechercheprojekte werden alleine oder in Zweierteams umgesetzt und das Stipendium ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Bewerbungsfrist endet am 20. März 2025.
Das Stipendium „Was junge Menschen brauchen“ (wird viermal vergeben) fördert Recherchen, die erkunden, was hinter den Problemen junger Menschen steckt, welche Verbesserungen sie für sich und ihre Generation fordern, und wie sie selbst an Lösungen arbeiten. Das Stipendium ist mit 2.800 Euro dotiert und die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. April 2025.
Media Forward Fund für Wissenschafts- und Datenjournalismus
Der Media Forward Fund möchte die Vielfalt im gemeinwohlorientierten Journalismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz stärken und fördert die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen. Dazu startet der Fund am 10. März in eine neue Förderrunde. Einerseits werden Launch Grants für Wissenschafts- und Datenjournalismus vergeben. Das einjährige Programm umfasst je 75.000 Euro für eine noch unerprobte Produktidee. Im zweiten Schritt vergibt der Fund dann zweijährige Wachstumsförderungen in Höhe bis zu 400.000 Euro an Medienprojekte, die erste wirtschaftliche Erfolge vorweisen können. Zusätzlich ist eine Allgemeine Förderlinie ausgeschrieben, bei der sich alle gemeinwohlorientierten Medien bewerben können, sobald ein Proof-of-Concept vorhanden ist. Besonders Medien, die Lücken in der lokalen und überregionalen Berichterstattung füllen, sind aufgefordert. Die Bewerbungsfrist für beide Förderlinien ist der 23. März 2025.
Medienworkshop UN für Nachwuchsjournalist:innen
Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) und das Pressenetzwerk für Jugendthemen e.V. (PNJ) laden sechs Nachwuchsjournalist:innen zu einem Medienworkshop zur Hamburg Sustainability Conference am 2. und 3. Juni 2025 und zur UN-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Sevilla vom 30. Juni bis 3. Juli 2025 ein. Was auf beiden Konferenzen beschlossen wird, schauen die Stipendiat:innen sich im Rahmen eines Medienworkshops genauer an. Zudem werden Verhandlungsrunden, Pressekonferenzen und Vorträge besucht sowie Fachgespräche mit UN-Vertreter:innen und Interviews geführt. Daraus entstehen Audio-, Video-, Text- oder Social-Media-Beiträge. Für jeden publizierten Beitrag wird ein zusätzliches Veröffentlichungshonorar von 100 Euro gezahlt. Die Anreise, Unterkunft und Teilnahme sind kostenlos. Mehr Infos gibt es hier. Bewerbungsschluss ist der 23. März 2025.
Journalistinnenbund vergibt zwei Medienpreise
Wer einen Blick für Themen von gesellschaftlicher Relevanz hat oder eine gendersensible Perspektive einnimmt, kann sich – unabhängig von Medium und Genre – auf einen der beiden Preise des Journalistinnenbundes bewerben. Der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis richtet sich an Journalistinnen bis 35 (Stichtag Bewerbungsschluss) und ist mit 1.000 Euro dotiert. Der Courage-Preis soll Frauen mit viel Berufserfahrung für engagierte, aktuelle Berichterstattung auszeichnen und ist mit 1.200 Euro dotiert. Für beide müssen die jeweiligen Beiträge zwischen dem 1. April 2024 und dem 31. März 2025 in einem deutschsprachigen Medium veröffentlicht worden sein. Bewerbungsschluss ist jeweils der 31. März 2024.
Fortbildungen
- Social Media – next level, Webinar der Akademie für Publizistik Hamburg, 3. und 4. März
- Presserecht und Medienrecht, Seminar der Berliner Journalistenschule, 5. und 6. März
- Professionelle Newsletter – mit und ohne KI, Webinar der Akademie für Publizistik Hamburg, 6. und 7. März
- Online-Recht, Seminar der Berliner Journalistenschule, 10. März
- Mobile Reporting Grundkurs, Seminar der Berliner Journalistenschule, 10. bis 12. März
- Medientraining für Frauen: Souverän in Radio, TV und Social Media, Seminar der Berliner Journalistenschule, 21. März
- Recherche Spezial: Geschäftsberichte entschlüsseln, Unternehmen durchleuchten, Seminar der ARD.ZDF medienakademie, 24. und 25. März
- Richtig recherchieren: Recherche-Strategien für Profis, Seminar der ARD.ZDF medienakademie, 24. und 25. März
- Personensuche – Recherchieren wie ein Ermittler, Seminar der ARD.ZDF medienakademie, 27. und 28. März
- Populismus als journalistische Herausforderung, Seminar der Akademie für Publizistik Hamburg, 31. März und 1. April
- KI-Bilder und Photoshop-Manipulationen erkennen – mit Bildanalysen gegen Deep-Fakes, Webinar der ARD.ZDF medienakademie, 2. April
Zum Schluss
Macht Eure Organisation auf der NR25 Jahreskonferenz sichtbar
Alle Details dazu findet ihr in unseren Mediadaten. Bei Fragen oder Interesse erreicht Ihr uns unter info@netzwerkrecherche.de.