Netzwerk Recherche weist Unterstellungen von CDU/CSU zurück
Stellungnahme zur Kleinen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag (Drucksache 20/15035, „Politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen“)
Netzwerk Recherche wertet die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag als einen Versuch, Zweifel an der Gemeinnützigkeit unseres Vereins zu säen. Wir weisen die in den Fragen enthaltenen Unterstellungen zurück und halten es für eine gefährliche Entwicklung, wenn die Union die Gemeinnützigkeit etablierter journalistischer Organisationen in Frage stellt. Wir stehen jederzeit für einen Dialog zur Verfügung und erläutern gerne unsere gemeinnützige Arbeit.
Das parlamentarische Fragerecht ist ein wichtiges Instrument, um das Handeln der Regierung zu kontrollieren. Auch in der journalistischen Recherche sind die Antworten der Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen eine wichtige Quelle. Es ist jedoch sehr fraglich, ob eine Kleine Anfrage mit insgesamt 551 Fragen kurz vor dem Ende der Legislaturperiode wirklich sachgerecht ist. Fragen wie „Werden von dem Netzwerk Recherche e. V. gezielt politische Gegner diskreditiert oder diffamiert (…)“ zeugen von Unkenntnis über das Tätigkeitsfeld von Netzwerk Recherche und erwecken einen falschen Eindruck von der gemeinnützigen Arbeit unseres Vereins.
Wir als Netzwerk Recherche vertreten die Interessen von rund 1.300 Journalist:innen. Unsere Mitglieder haben unterschiedliche politische Überzeugungen, arbeiten in unterschiedlichen Medien, leben in allen Teilen des Landes. In einem sind sie sich allerdings einig – dass es Netzwerk Recherche als eine starke Stimme für die journalistische Recherche braucht. Deshalb setzen wir uns als Verein für medienpolitische Reformen ein, die die Rahmenbedingungen für den Journalismus verbessern. Unsere Positionen zur Medienpolitik haben wir anlässlich der Bundestagswahl 2025 in einem aktuellen Papier zusammengefasst.
Unser Verein wird auch in Zukunft unabhängigen, kritischen Journalismus fördern und die investigative Recherche stärken. Wir freuen uns über alle Menschen und Institutionen, die uns in den nächsten Jahren bei unserer Arbeit unterstützen möchten. Denn für die kommenden Jahre brauchen wir nicht weniger Engagement der Zivilgesellschaft, sondern das Gegenteil: eine Stärkung gemeinnütziger Einrichtungen, insbesondere im Journalismus.