Die Verschlossene Auster, der Negativpreis von netzwerk recherche für den Informationsblockierer des Jahres, geht 2017 an drei Verlage der Regenbogenpresse. Sie erhalten den Preis auch stellvertretend für die übrigen Verlage der Branche.

Der Preis geht deshalb (stellvertretend auch für die anderen Verlage und Redaktionen, die in diesem Medienbereich aktiv sind) an

  • die Funke Mediengruppe (für die Magazine „Die Aktuelle“, „Das goldene Blatt“, „Frau aktuell“)
  • die Hubert Burda Media Holding (für das Magazin „Freizeit Revue“)
  • die Bauer Media Group (für die Magazine „Das neue Blatt“, „Freizeitwoche“, „Neue Post“, „Das Neue“).

Mit diesem Preis soll eine breite Öffentlichkeit auf diese u.E. sehr zweifelhafte und umstrittene Form des „Journalismus“ hingewiesen werden, der offenbar das Geschäftsmodell dieser Magazine darstellt – u.a. mit irreführenden Schlagzeilen auf dem Cover, immer mal wieder falschen oder erfundenen Beiträgen im Innenteil, nicht selten Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Manipulationen von Fotos, fehlender Nachfrage bei „Betroffenen“, keiner Bereitschaft zur freiwilligen Korrektur bei falscher Berichterstattung.

Die Folgen dieser Art des „Journalismus“ sind bekannt: Hohe Verkaufszahlen am Kiosk für Ihre Blätter. Aber eben auch regelmäßige Beschwerden beim Presserat, gerichtlich erzwungene Gegendarstellungen, wütende und berechtigte Proteste von Personen, die Gegenstand der Berichterstattung sind.

Nicht nur in Zeiten, wo viele über „Fakenews“ reden und andere mit der Parole „Lügenpresse“ gegen Medien hetzen, betrachtet netzwerk recherche diese Form des Journalismus der „Regenbogenblätter“ als besonders kritikwürdig. Er untergräbt das immer wieder geforderte Vertrauen in die Glaubwürdigkeit und Seriosität von Medien.

Ausschlaggebend für die Preisverleihung ist aber auch die nicht vorhandene Dialogbereitschaft Ihrer Verlage zu Form, Machart und Inhalte dieser Magazine. Natürlich ist niemand verpflichtet, einer Einladung von netzwerk recherche zu folgen. Aber es ist bezeichnend, dass es wochenlang überhaupt keine Reaktion Ihrer Verlage auf diese Einladungen gab – trotz mehrfacher Nachfragen. (Ausführliche Begründung zur Vergabe der Verschlossene Auster 2017)