Medienvielfalt in Europa: Report und Karte erschienen

The New Sector“ – so nennen wir die lebendige journalistische Szene in Europa, bei der gemeinwohlorientierte Medien für mehr Vielfalt und Recherchejournalismus sorgen. Heute präsentiert Netzwerk Recherche die Ergebnisse einer europaweiten Befragung des neuen Sektors bei der Datahavest-Konferenz in Mechelen (Belgien), der europäischen Konferenz für investigative Recherche und Datenjournalismus.

Eine Europakarte und eine Datenbank fassen auf einen Blick zusammen, wo welche Medien entstanden sind und welches Profil sie haben. Zudem analysieren wir in einem Report die Charakteristika und Entwicklung des neuen Sektors. Die Daten wurden mit Hilfe einer Online-Befragung gewonnen. 100 Medien beteiligten sich daran, 80 Antworten aus 26 Ländern gingen in die Datenauswertung ein. Dabei zeigte sich u.a.: Weiterlesen

New Report: The New Sector – How independent public interest journalism is filling gaps in the European media landscape

A new generation of venturous news organisations is rising all over Europe. One that is strongly committed to serve its audience and democracy alike through public interest journalism. We call it: The New Sector.

In a new report, Netzwerk Recherche (Germany’s association of investigative journalists) – for the first time – outlines this emerging innovative media scene and takes a closer look at how The New Sector reclaims journalistic terrain that has (at least partly) been neglected by traditional media in the past. Weiterlesen

FragDenStaat überprüft Einhaltung von Regierungsversprechen – NR ist dabei!

Die Auskunftsrechteplattform FragDenStaat schaut der Regierung mit dem neuen Koalitionstracker auf die Finger – und wir machen mit. Welche Vorhaben setzt die Ampel-Koalition um? Wo wird gebremst? Auf der Plattform lassen sich die Fortschritte in 13 Themenbereichen verfolgen.

Netzwerk Recherche nimmt in Kooperation mit FragDenStaat zwei Punkte in den Blick: Zum einen das angekündigte Bundespressegesetz, das die presserechtlichen Auskunftsansprüche regeln soll. Zum anderen beobachten wir, wie die Ampel die im Koalitionsvertrag angekündigte Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus schaffen will.

 

Grow-Report über Pioniere im gemeinnützigen Journalismus

Wie die Grow-Stipendien von Netzwerk Recherche und Schöpflin Stiftung seit gut fünf Jahren für Medienvielfalt und eine Stärkung des gemeinnützigen Recherche-Journalismus sorgen

Der Journalismus steht seit Jahren unter Druck: Da werden Redaktionen verkleinert oder umstrukturiert, Geschäftsmodelle bröckeln, gerade freie Journalist:innen kämpfen mit prekären Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig gibt es aber auch Nachrichten, die Mut machen: Unabhängige Medienprojekte experimentieren mit innovativen Recherchemethoden, im Lokaljournalismus entstehen digitale Start-ups und neue Netzwerke, grenzüberschreitende Kooperationen und internationale Recherchen bekommen größeres Gewicht.

Viele dieser Initiativen stellen nicht die Maximierung des Gewinns in den Vordergrund, sondern orientieren sich am Gemeinwohl, einige erreichen trotz rechtlicher Hürden den Status der Gemeinnützigkeit. Damit entsteht nach und nach ein dritter Sektor im Mediensystem, neben den privatwirtschaftlichen Medien und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Genau diese vielfältige Szene hatte Netzwerk Recherche im Auge, als der Verein im Jahr 2016 mit Unterstützung der Schöpflin Stiftung das erste Stipendienprogramm für gemeinnützigen Journalismus in Deutschland ins Leben rief.

Jetzt ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Fünf Förderrunden wurden abgeschlossen, der sechste Jahrgang arbeitet seit Herbst 2021 an der Realisierung der Projekte. Was konnte bislang mit dem Stipendienprogramm und der Arbeit der Journalist:innen erreicht werden? Wo liegen die Herausforderungen? Was brauchen die Projekte, um Innovationen voranzutreiben und den (Recherche-)Journalismus nachhaltig zu bereichern? Im Evaluationsreport “Pioniere im gemeinnützigen Journalismus” gehen wir diesen Fragen nach und fassen unsere Erfahrungen zusammen. Weiterlesen

Grow-Stipendien: Drei Redaktionen ausgezeichnet

Wir gratulieren allen Grow-Gewinner:innen – mit einem Glas Sekt beim Get-together von Netzwerk Recherche am designxport in Hamburg (Foto: Thomas Schnedler).

Die Gewinner:innen der Grow-Stipendien für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt stehen fest. Drei Medienprojekte wurden nach einem Online-Pitch mit der mit 3.000 Euro dotierten Förderung von Netzwerk Recherche und Schöpflin Stiftung ausgezeichnet. Die Wahl der Jury fiel auf das investigative Kollektiv Das Lamm aus der Schweiz, das lokaljournalistische Online-Magazin Wokreisel aus Brandenburg und den INKA-Verlag aus Karlsruhe.

Der INKA-Verlag gibt derzeit ein Stadtmagazin, eine Zeitung und ein Online-Magazin heraus. Der Verlag möchte nun im Rahmen der Grow-Förderung prüfen, ob er sich in gemeinnütziger Form reorganisieren kann, um dauerhaft für Medienvielfalt in der Region zu sorgen. Florian Kaufmann, Redakteur im INKA-Team, sagt: “Wir möchten den INKA-Verlag erhalten, die Recherchekompetenzen und unsere Rolle als bürgerschaftliche, alternative und kritische Stimme des Lokaljournalismus ausbauen und zum gemeinnützigen Journalismus inspirieren.”

Ausgezeichnet wurde zudem das Online-Magazin Das Lamm aus Zürich. Die Redaktion, die als journalistisches Kollektiv organisiert ist, widmet sich nicht nur mit kritischem Blick der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz, sondern recherchiert auch international, zum Beispiel zu sozialen Bewegungen in den Ländern des globalen Südens. Nun möchte das Team mit der Unterstützung des Grow-Stipendiums neue Netzwerke knüpfen, die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen ausbauen und die Reichweite der Geschichten erhöhen: “Unter unseren Leser:innen sind wir bekannt für unsere fundierten Recherchen. Mit dem Stipendium wollen wir mehr Leute mit diesen Recherchen erreichen”, sagt Malte Seiwerth aus dem Redaktionskollektiv.

Das dritte Stipendium ging an das lokaljournalistische Online-Magazin wokreisel.de aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Die Gründerin Dörthe Ziemer und ihr Team möchten sich in ihrer Berichterstattung dem gesamten Landkreis widmen, durch den nach ihrem Eindruck eine historisch bedingte, unsichtbare Grenze verläuft. Zu diesem Anspruch passt auch der Name des Projekts: Wokreisel ist ein Wortspiel mit dem niedersorbischen Wort für Kreis (wokrejs). Dörthe Ziemer sagt: “Mithilfe des Stipendiums möchte ich meinen journalistischen Horizont gern durch medienunternehmerisches Know-how erweitern und einen intensiven Austausch mit ähnlichen Projekten aufbauen, um den gemeinnützigen (Lokal-)Journalismus gemeinsam voranzubringen.”

Im Pitch-Wettbewerb um die Grow-Stipendien traten die besten fünf Medienprojekte aus dem Kreis der Bewerber:innen gegeneinander an, anschließend kürte die Jury die Gewinner:innen. In der Jury saßen Vanessa Wormer (Netzwerk Recherche/SWR X Lab), Tabea Grzeszyk (Hostwriter), Elisa Simantke (Investigate Europe), Christian Humborg (Wikimedia), Lukas Harlan (Schöpflin Stiftung) und Thomas Schnedler (Netzwerk Recherche). Die Stipendiat:innen werden in den kommenden Monaten an der Realisierung ihrer Ideen arbeiten, begleitet und beraten von Netzwerk Recherche. Die Grow-Stipendien werden seit 2016 von Netzwerk Recherche und der Schöpflin Stiftung vergeben.

Grow-Pitch: Wer setzt sich im Wettbewerb durch?

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Grow-Pitch: Die Zeit läuft (Foto: Franziska Senkel).

Fünf Medienprojekte haben es in den Pitch um die Grow-Stipendien für gemeinnützigen Journalismus geschafft. Sie werden ihre Ideen nun der Jury persönlich vorstellen; anschließend werden bis zu drei Projekte mit dem Grow-Stipendium von Netzwerk Recherche und Schöpflin Stiftung ausgezeichnet.

Mit dabei ist der INKA-Verlag aus Karlsruhe, der ein Stadtmagazin, eine Zeitung und ein Online-Magazin herausgibt. Der Verlag möchte prüfen, ob er sich in gemeinnütziger Form reorganisieren kann, um dauerhaft für Medienvielfalt in der Region zu sorgen. Florian Kaufmann, Redakteur im INKA-Team, sagt: “Wir möchten den INKA-Verlag erhalten, die Recherchekompetenzen und unsere Rolle als bürgerschaftliche, alternative und kritische Stimme des Lokaljournalismus ausbauen und zum gemeinnützigen Journalismus inspirieren.”

Die Fernsehjournalistin Stefanie Helbig entwickelt derzeit ein investigatives YouTube-Format, bei dem das Publikum den journalistischen Arbeitsprozess miterleben kann. “Ich möchte auf einem YouTube-Kanal zusammen mit der Community recherchieren und durch Nachvollziehbarkeit ihre Beziehung zu Journalismus stärken”, so Stefanie Helbig. Die Formatentwicklung mit dem Arbeitstitel “Auf Recherche” wird derzeit im Creator Program for Independent Journalists der Google News Initiative gefördert.

Im Pitch-Wettbewerb wird außerdem das Online-Magazin Das Lamm aus Zürich antreten. Die Redaktion, die als journalistisches Kollektiv organisiert ist, widmet sich nicht nur mit kritischem Blick der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz, sondern recherchiert auch international, zum Beispiel zu sozialen Bewegungen in den Ländern des globalen Südens. Nun möchte das Team neue Netzwerke knüpfen, die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen ausbauen und die Reichweite der Geschichten erhöhen: “Unter unseren Leser*innen sind wir bekannt für unsere fundierten Recherchen. Mit dem Stipendium wollen wir mehr Leute mit diesen Recherchen erreichen”, sagt Malte Seiwerth aus dem Redaktionskollektiv.

Ein lokaljournalistisches Projekt aus Brandenburg tritt ebenfalls an – das Online-Magazin wokreisel.de aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Die Gründerin Dörthe Ziemer und ihr Team möchten sich in ihrer Berichtersattung dem gesamten Landkreis widmen, durch den nach ihrem Eindruck eine historisch bedingte, unsichtbare Grenze verläuft. Zu diesem Anspruch passt auch der Name des Projekts, das derzeit im Lokaljournalismus-Programm der Medienanstalt Berlin-Brandenburg gefördert wird: Wokreisel ist ein Wortspiel mit dem niedersorbischen Wort für Kreis (wokrejs). Dörthe Ziemer sagt: “Mithilfe des Stipendiums möchte ich meinen journalistischen Horizont gern durch medienunternehmerisches Know-how erweitern und einen intensiven Austausch mit ähnlichen Projekten aufbauen, um den gemeinnützigen (Lokal-)Journalismus gemeinsam voranzubringen.”

Der fünfte Kandidat ist das Innovationslabor White Lab, das von den beiden Hamburger Journalistinnen Meena Stavesand und Anja Kollruß gegründet wurde. Sie produzieren Podcasts und verschicken einen Newsletter zu Trends und Innovationen im Journalismus. Die beiden Gründerinnen sagen: “White Lab ist unser Herzens-, aber derzeit noch Nebenprojekt. Durch das Grow-Stipendium erhoffen wir uns das Wissen und die Unterstützung aus dem Netzwerk, um unser Innovationslabor professioneller aufzustellen, noch mehr Kolleg:innen zu erreichen und unsere Branche durch die innovativen Inhalte nachhaltiger zu gestalten.” Weiterlesen

The New Sector – Wir kartieren und vernetzen Medien in Europa

Überall in Europa entstehen unabhängige, gemeinwohlorientierte Medien, die der Medienkrise trotzen. Sie widmen sich der investigativen Recherche, dem Fact Checking oder der Cross-Border-Recherche und bereichern so die Medienlandschaft. Mit unserem Projekt „The New Sector“ machen wir diese lebendige journalistische Gründerszene in ihrer Gesamtheit nun sichtbar. Dafür kartieren und analysieren wir die neuen Public-Interest-Medien in Europa. Viele von ihnen sind gemeinnützig, suchen nach alternativen Geschäftsmodellen, experimentieren mit neuen Formaten und Recherche-Methoden. Sie alle möchten Lücken schließen, die zum Beispiel entstehen, wenn Tageszeitungen Redaktionen verkleinern, zusammenlegen oder schließen, wenn wichtige Themen unbearbeitet bleiben.

The New Sector“ hat drei Ziele: Erstens erstellen wir ein Mapping des neuen Sektors, das auf einen Blick visualisiert, wie die Medienvielfalt in Europa von den Gründungen profitiert. Zweitens schmieden wir ein Netzwerk der neuen Medienorganisationen, damit die Macher:innen sich austauschen und Kollaborationen anbahnen können. Und drittens analysieren wir die Charakteristika der gemeinwohlorientierten Medien, erheben Kerndaten mit Hilfe einer Befragung und machen sie für weiterführende Forschung nutzbar. Weiterlesen

Leitlinien für gemeinnützigen Journalismus veröffentlicht

Das Forum Gemeinnütziger Journalismus hat Leitlinien für den gemeinnützigen Journalismus in Deutschland veröffentlicht. In dem Papier werden Transparenz, Selbstlosigkeit und ein redlicher Umgang mit Recherchen und Veröffentlichungen gefordert. „Wir werden oft gefragt: Was zeichnet gemeinnützigen Journalismus aus? Mit diesen Leitlinien möchten wir den Begriff schärfen“, erklärte Stephanie Reuter, Sprecherin des Forums und Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung.

„Auf der Grundlage der Kriterien wird nun ein geeignetes Verfahren entwickelt, mit dem Medienprojekte ein Siegel für gemeinnützigen Journalismus erwerben können“, so David Schraven, Sprecher des Forums und Publisher des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv.

Die Leitlinien haben drei zentrale Regelwerke als Vorbild – die Initiative Transparente Zivilgesellschaft, die Abgabenordnung und den Pressekodex. Erarbeitet wurden die Leitlinien gemeinsam mit den Mitgliedern des Forum Gemeinnütziger Journalismus; über ein Online-Forum wurden zudem Anregungen und Ideen der Fachöffentlichkeit gesammelt. „Wir bedanken uns bei allen, die so engagiert an den Leitlinien mitgearbeitet und ihre Erfahrungen und Expertise eingebracht haben“, sagte Thomas Schnedler, Sprecher des Forums und Projektleiter bei Netzwerk Recherche.

Die Leitlinien sowie weitere Informationen zum gemeinnützigen Journalismus finden Sie
auf der Website des Forums unter: http://forum-gemeinnuetziger-journalismus.de/leitlinien/

Der perfekte Auftritt

Grow-Workshop in Berlin: Journalismus und Stiftungen

Wie bringe ich eine Stiftung dazu, Geld in mein journalistisches Projekt zu investieren? Das ist für viele Medienprojekte eine zentrale Frage, gerade im Bereich des gemeinnützigen Journalismus. Sie kann über Erfolg oder Scheitern einer guten Idee entscheiden. Deshalb hat Netzwerk Recherche für die Grow-Stipendiatinnen und Stipendiaten einen Workshop auf die Beine gestellt, in dem es um die Frage ging, wie man gegenüber Stiftungen auftritt – beim ersten Kontakt, der Antragstellung, dem Reporting, der Kontaktpflege. Der Workshop fand mit Unterstützung der Schöpflin Stiftung im neuen Gebäude der taz in Berlin statt. Weiterlesen

Nonprofit: Biotop für investigative Recherche

Ein Rückblick auf die GIJC19 von Tanja van Bergen

Vor nicht allzu langer Zeit war das Arbeitsleben eines investigativen Journalisten eigentlich ganz einfach. Als Angestellter oder Freiberufler arbeitete man für ein professionell geführtes Medienunternehmen und wurde für seine Recherchen ziemlich gut bezahlt.

Die Frage, wie eine nachhaltige Finanzierung von investigativer Recherche gelingen kann, war ein Schwerpunktthema der GIJC. Foto: Raphael Hünerfauth

Den Verkauf dieser Geschichten übernahmen andere Leute mit anderen Berufen: Herausgeber, Verlagsmanager, Marketing-Menschen. Als Journalisten hatte man mit diesen ‘kommerziellen Typen’ nichts zu tun – höchstens auf Firmenfeiern.

Dann aber stürzte das traditionelle Geschäftsmodell in sich zusammen. Den sinkenden Auflagen begegnete die Branche mit einem immer schriller geführten Kampf um Aufmerksamkeit. In diesem “24/7 Clickbait Race” geriet auch der investigative Journalismus unter Druck. Ein Scoop alle drei Monate? Für die Aufmerksamkeitsökonomie zu wenig.

Zum Glück scheint sich die Panik in letzter Zeit etwas zu legen. Medienhäuser lernen wieder, ihrer journalistischen Qualität zu vertrauen. Das liegt auch an Phänomenen wie dem Trump Bump, womit die steigenden Auflagen und Nutzerzahlen seriöser US-Medien als Folge von Trumps Wahl zum Präsidenten gemeint ist, und die allgemeine Sorge um gezielte Desinformation, die sich etwa über soziale Medien verbreitet. Gleichzeitig gewöhnen wir uns durch die Etablierung von Streaming-Anbietern daran, für Online-Dienste zu bezahlen. Das könnte für den Übergang zu kostengünstigen, digitalen Publishing-Modellen hilfreich sein. Noch hat die Branche die Talsohle nicht durchschritten, aber sie ist bestimmt auf dem Weg nach oben.

Neue Aufgaben: Fundraising, Projektmanagement, Reporting

In dieser relativ kurzen Zeit hat sich das Biotop des investigativen Journalisten jedoch bereits grundlegend verändert. Neben den etablierten Medienhäusern hat sich eine neue Organisationsform herausgebildet – der Nonprofitjournalismus, der größtenteils aus Beiträgen institutioneller und privater Geldgeber finanziert wird. In den USA hat die Philanthropie eine viel längere Tradition, aber auch in Europa haben zuletzt immer mehr Stiftungen den Journalismus als Förderbereich entdeckt.

Eine eigentlich großartige Entwicklung. Doch der Aufbau einer Nonprofit-Organisation geht weit über die berufliche Praxis klassischer Journalisten hinaus.

Plötzlich muss man sich um Dinge kümmern, für die die einst prosperierenden Verlage eigene Abteilungen aufgebaut hatten: Geschäftspläne, Zielgruppenforschung, Projektmanagement, Buchhaltung, Fundraising, Vertrieb etc. Und das alles neben dem eigentlichen Kerngeschäft, der Recherche. Bei Stiftungsfinanzierung kommt noch ein mitunter erheblicher Aufwand für Rechenschaftsberichte hinzu. Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, hatten Netzwerk Recherche und das Global Investigative Journalism Network – unterstützt von der Schöpflin Stiftung – im Programm der Global Investigative Journalism Conference einen ganzen Track zum Nonprofitjournalismus und zu Fragen der nachhaltigen Finanzierung eingebaut. Weiterlesen

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